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Bewusstsein und Kommunikation bei Niklas Luhmann

Seminararbeit, 2005, 10 Seiten
Autor: Hilmar Sattler
Fach: Soziologie - Klassiker, Grundlagen und Theorierichtungen

Details

Veranstaltung: Seminar: Soziologische Klassiker: Habermas, Luhamm
Institution/Hochschule: Westfälische Wilhelms-Universität Münster (Institut für Soziologie)
Tags: Bewusstsein, Kommunikation, Seminar, Soziologische, Klassiker, Habermas, Luhamm
Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 2005
Seiten: 10
Note: 2,0
Literaturverzeichnis: ~ 9  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V45258
ISBN (E-Book): 978-3-638-42691-6
ISBN (Buch): 978-3-640-31920-6
Dateigröße: 193 KB

Zusammenfassung / Abstract

Niklas Luhmann entwickelte im Verlauf von Jahrzehnten seine Systemtheorie und veröffentlichte diese im Jahre 1971. Er stellte eine Theorie vor, die den Anspruch erhob eine gesamtge sellschaftliche Theorie zu sein, d.h. dass sie sich auf alles und jedes menschliche, gesellschaftliche Handeln anwenden lassen sollte. Luhmann stellte den Anspruch, die gesamte Gesellschaft und alle in dieser vorkommenden Handlungen von Einzelindividuen bzw. Gruppen begründen zu können. Selbstredend erregte diese Theorie viel Aufsehen, nicht nur in soziologischen Expertenkreisen. Luhmanns hoher Anspruch, eine gesamtgesellschaftliche Theorie entwickelt zu haben, musste einfach zur Polarisierung beitragen. Die Krit iker der Luhmannschen Systemtheorie führte Jürgen Habermas an, welcher sich mit der Theorie befasste und sich mit dieser umfangreich auseinandersetzte. Hieraus entwickelte sich ein Briefwechsel zwischen Habermas und Luhmann und es erschienen mannigfaltige Artikel in soziologischen Fachzeitschriften. Bekannt geworden ist die Kontroverse als Habermas–Luhmann-Kontroverse. Habermas schrieb 1981 eine Art Gegenstück zu Luhmanns Systemtheorie, und zwar die Theorie des kommunikativen Handelns, welche unter anderem aus der ausführlichen Auseinandersetzung mit der Systemtheorie Luhmanns entstanden war. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit einem Teil von Luhmanns Systemtheorie und zwar mit den Ausführungen zum Thema „Bewusstsein und Kommunikation“. In dieser Arbeit sollen die Grundzüge und Grundbegriffe kurz dargestellt und dem Leser verständlich erklärt werden. Zunächst wird der Begriff der Autopoiesis vorgestellt, welche r eigentlich der Biologie zugeschrieben wird, aber durch Luhmann auch Einzug in die Soziologie gehalten hat. Im Anschluss an die Autopoiesis werden Kommunikation und Bewusstsein und die Sicht Luhmanns auf Beide dargestellt. Im Folgenden wird der dreistellige Selektionsprozess der 2 Kommunikation bestehend aus der Information, der Mitteilung und des Verstehens erörtert.


Textauszug (computergeneriert)

Westfälische Wilhelms-Universität Münster
- Institut für Soziologie -
Seminar: Soziologische Klassiker: Habermas,
3. Fachsemester

Bewusstsein und Kommunikation

von: Hilmar Sattler

 


Gliederung

A) Einleitung S. 1

B) Autopoiesis S. 2

C) Kommunikation und Bewusstsein S. 3

a) Dreistelliger Selektionsprozess S. 4

aa) Die Information S. 4
bb) Die Mitteilung S. 5
cc) Das Verstehen S. 5

b) Zusammenfassung S. 5

D) Fazit S. 6

E) Literaturverzeichnis S. 8
 


 

A) Einleitung

Niklas Luhmann entwickelte im Verlauf von Jahrzehnten seine Systemtheorie und veröffentlichte diese im Jahre 1971. Er stellte eine Theorie vor, die den Anspruch erhob eine gesamtge sellschaftliche Theorie zu sein, d.h. dass sie sich auf alles und jedes menschliche, gesellschaftliche Handeln anwenden lassen sollte. Luhmann stellte den Anspruch, die gesamte Gesellschaft und alle in dieser vorkommenden Handlungen von Einzelindividuen bzw. Gruppen begründen zu können. Selbstredend erregte diese Theorie viel Aufsehen, nicht nur in soziologischen Expertenkreisen. Luhmanns hoher Anspruch, eine gesamtgesellschaftliche Theorie entwickelt zu haben, musste einfach zur Polarisierung beitragen. Die Krit iker der Luhmannschen Systemtheorie führte Jürgen Habermas an, welcher sich mit der Theorie befasste und sich mit dieser umfangreich auseinandersetzte. Hieraus entwickelte sich ein Briefwechsel zwischen Habermas und Luhmann und es erschienen mannigfaltige Artikel in soziologischen Fachzeitschriften. Bekannt geworden ist die Kontroverse als Habermas–Luhmann-Kontroverse. Habermas schrieb 1981 eine Art Gegenstück zu Luhmanns Systemtheorie, und zwar die Theorie des kommunikativen Handelns, welche unter anderem aus der ausführlichen Auseinandersetzung mit der Systemtheorie Luhmanns entstanden war.

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit einem Teil von Luhmanns Systemtheorie und zwar mit den Ausführungen zum Thema „Bewusstsein und Kommunikation“. In dieser Arbeit sollen die Grundzüge und Grundbegriffe kurz dargestellt und dem Leser verständlich erklärt werden. Zunächst wird der Begriff der Autopoiesis vorgestellt, welche r eigentlich der Biologie zugeschrieben wird, aber durch Luhmann auch Einzug in die Soziologie gehalten hat. Im Anschluss an die Autopoiesis werden Kommunikation und Bewusstsein und die Sicht Luhmanns auf Beide dargestellt. Im Folgenden wird der dreistellige Selektionsprozess der 2 Kommunikation bestehend aus der Information, der Mitteilung und des Verstehens erörtert.

B) Autopoiesis

Der Begriff der Autopoiesis wurde von dem chilenischen Biologen Humberto Maturana im Rahmen des Versuchs formuliert, eine geeignete Definition der Organisation von Lebewesen zu entwickeln. 1 Hiernach ist ein lebendes System durch die Fähigkeit charakterisiert, die Elemente, aus denen es besteht, selbst zu produzieren und zu reproduzieren und somit eine Einheit zu definieren: Jede Zelle ist das Ergebnis des Netzwerkes interner Operationen des Systems, dessen Element sie ist – also nicht das Ergebnis eines externen Eingriffs.2 Auf den einfachsten Nenner gebracht, versteht man unter autopoietischen Systemen solche, die die Fähigkeit besitzen, sich selbst herzustellen. 3 Der Begriff Autopoiesis ist ein Kunstwort, welches sich aus den griechischen Begriffen „autos“ (selbst) und „poiesis“ (Schöpfung, Dichtung) zusammensetzt und man mit den Begriffen Selbstschöpfung oder Selbsterzeugung übersetzen könnte.4

Autopoietische Systeme operieren selbstreferentiell5; sie öffnen sich der Umwelt allein für die Ressourcenaufnahme. Deshalb beschreibt man autopoietische Systeme als geschlossene Systeme. Dies lässt sich am Beispiel einer Zelle verdeutlichen: Eine Zelle ist durch ihre Zellwand optisch deutlich von ihrer Umwelt getrennt. Im Inneren der Zelle werden die zur Systemerhaltung benötigten Bestandteile, etwa Proteine und Lipide, hergestellt. „Um diese Substanzen herstellen zu können, bedarf es jedoch an Ressourcen, welche die Zelle der Umwelt entzieht.“6 Wie man am Beispiel der Zelle sieht, sind autpoietische Systeme zwar autonom, aber nicht autark. Autark wären sie, wenn die den Austausch mit der Umwelt nicht benötigten. Maturana und Varela beziehen den Begriff der Autopoiesis nur auf lebende Organismen:

[...]


1 Vgl.: Baraldi, Claudio. Autopoiesis. In: Glossar zu Niklas Luhmanns Theorie sozialer Systeme. Baraldi, Claudio; Corsi, Giancarlo; Esposito, Elena. S. 29. Frankfurt. 1997.

2 Vgl.: Ebd.

3 Staubmann, Helmut. In: Soziologische Theorie. Morel, Julius (Hrsg.). S. 219. 5. Aufl., München 1997.

4 Vgl.: Reese-Schäfer, Walter. Luhmann zur Einführung. S. 45. 2. Aufl., Hamburg. 1996.

5 Auf sich selbst bezogen.

6 Kneer, Georg; Nassehi, Armin. Niklas Luhmanns Theorie sozialer Systeme. S. 50f.. 4. Aufl., München. 2000.


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