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Autor: Eleni Stefanidou
Fach: Germanistik - Semiotik, Pragmatik, Semantik
Details
Tags: Metapher, Bedeutungswandel
Jahr: 1999
Seiten: 18
Note: 1,3
Literaturverzeichnis: ~ 5 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 211 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-42730-2
Die Arbeit gibt einen Überblick über die Rolle der Metapher für den Bedeutungswandel. Nach einer kurzen Vorstellung von Sichtweisen in der Antike, werden die Theorien zweier Vertreter der historischen Semantik, Hermann Paul und Andreas Blank, ausführlich verglichen.
Textauszug (computergeneriert)
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Germanistisches Seminar
Abteilung für Germanistische Sprachwissenschaft
Lehrstuhl I
Thematisches Proseminar: Historische Semantik
SoSe 1999
Die Metapher im Bedeutungswandel
von
Eleni Stefanidou
4. Semester
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung ... Seite 2
2. Die Metapher in der Rhetorik
2.1 Die Metapher bei Aristoteles ... Seite 2
2.1.1 Typologie der Metapher ... Seite 3
2.1.2 Die Metapher als rhetorisches Mittel ... Seite 3
2.1.3 Metapher und Vergleich ... Seite 4
2.2 Die Metapher bei Cicero und Quintilian ... Seite 4
2.3 Kritik der Metapher ...
3. Die Metapher im Bedeutungswandel ... Seite 5
3.1 Die Metapher bei Paul
3.1.1 Der Bedeutungsbegriff bei Paul ... Seite 6
3.1.2 Die Metapher ... Seite 7
3.1.3 Typologie der Metapher ... Seite 9
3.2 Die Metapher bei Blank
3.2.1 Der Bedeutungsbegriff bei Blank ... Seite 10
3.2.2 Die Metapher ... Seite 11
3.2.3 Typologie und kommunikative Leistung der Metapher ... Seite 13
4. Schluß ... Seite 15
5. Literaturverzeichnis ... Seite 17
1. Einleitung
Das Wort „Metapher“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet „Übertragung“. Seit der Antike wird die Metapher zu den wichtigsten rhetorischen Figuren gezählt.
In dieser Arbeit soll zunächst dargestellt werden, wie die Metapher in der Antike beschrieben und eingeordnet wurde. Zu diesem Zweck werden die Sichtweisen von Aristoteles, Cicero und Quintilian kurz vorgestellt. Dabei wird deutlich, daß sich schon in der antiken Rhetorik die Wichtigkeit der Metapher für den Bedeutungswandel andeutet.
Der Schwerpunkt der Arbeit liegt darin, genau diese Rolle der Metapher näher aufzuzeigen. Dies soll geschehen, indem die Theorien zweier Vertreter der historischen Semantik, Paul und Blank, näher betrachtet werden. Entsprechend der Darstellung der ersten Metapherntheorien in der Antike werden zunächst die Anfänge der Metapher als Verfahren des Bedeutungswandels beschrieben. Paul gilt als einer der einflußreichsten Vertreter der traditionellen historischen Semantik. Mit Hilfe seines Bedeutungsbegriffs soll dargelegt werden, wie Bedeutungswandel durch Metaphern zustande kommt und in welche Kategorien die Metapher eingeteilt wird.
Diese Punkte finden sich auch bei Blank, einem Vertreter der gegenwärtigen historischen Semantik. Seine Theorie erläutert vor allem die kommunikative Leistung der Metapher und ist auch in anderen Punkten weitaus differenzierter, wie ein Vergleich mit Paul zeigen wird.
2. Die Metapher in der Rhetorik
2.1 Die Metapher bei Aristoteles
Aristoteles behandelt die Metapher in seinen Schriften über Poetik und Rhetorik. Auf ihn geht die Substitutionstheorie zurück, eine der ältesten und verbreitetsten Theorien. Danach wird die Metapher als ein Wort betrachtet, welches von seiner eigentlichen lexikalischen Stelle an eine fremde Stelle übertragen wird. Dort erhält es eine neue Bedeutung, die von seiner ursprünglichen abweicht. Die Bedeutung der Wörter ergibt sich hier also durch eine konventionell festgelegte Zuordnung zu den Dingen. Das ersetzte und das ersetzende Wort stehen in einer paradigmatischen Beziehung, die auf Bedeutungsähnlichkeiten zwischen den beiden Wörtern basiert. Es kommt bei Aristoteles also nicht auf den Kontext an, der schließlich auch bedeutungsbestimmend ist, sondern auf den Austausch zweier Wörter und warum dieser möglich ist.1
Der Vorgang der Übertragung findet somit mehr Beachtung als das Ergebnis. Wenn jedes Wort seine eigentliche lexikalische Stelle hat, wird eine Metapher bewußt als fremdes Wort wahrgenommen. Zum Verständnis der Metapher ist daher nötig, das ersetzte Wort zu erkennen. Der Hörer muß aber auch die ursprüngliche Bedeutung des übertragenen Wortes kennen, damit es ihm in einer bestimmten Verwendungsweise als Metapher auffallen kann.2
2.1.1 Typologie der Metapher
Aristoteles’ Typologie der Metapher folgt logischen Kriterien. Je nach Ursprungsort und -ziel werden vier Kategorien unterschieden:
1. Übertragung von der Gattung auf die Art: stillstehen für ,vor Anker liegen‘
2. Übertragung von der Art auf die Gattung: zehntausend für ,viel‘
3. Übertragung von Art zu Art: abschöpfen für ,abschneiden‘ (Gattung: ,wegnehmen‘)
4. Übertragung nach einer Analogie: Abend des Lebens für ,Alter‘
Die erste Kategorie bezeichnet demnach eine verallgemeinernde Metapher (stillstehen als Oberbegriff), die zweite eine präzisierende Metapher (,viel‘ als Oberbegriff). In den ersten drei Fällen geht es also um Similaritäten, welche die einzelnen Wörter verbinden und austauschbar machen.3
Der vierte Typ der Metapher wird eingehender behandelt. Er basiert auf einem proportionalen Verhältnis zwischen zwei Relationen: A verhält sich zu B wie C zu D (Alter verhält sich zu Leben wie Abend zu Tag). Bei der Metapher wird nun ein Wort aus seiner Position in einer Relation in die entsprechende Stelle in der anderen Relation übertragen. Derartige Analogien gehören zum vorsprachlichen Wissen, welches hier die Basis für das Verstehen einer Metapher ausmacht. Die Übertragung nach einer Analogie kann auch stattfinden, wenn ein analoger Begriff nicht existiert. Ein Motiv, Metaphern zu verwenden, ist also der Mangel an einer passenden Bezeichnung für einen Gegenstand oder einen Sachverhalt.4
Nach Aristoteles beruht das Erkennen von Similaritäten und Analogien auf Begabung. Gute Metaphern zu bilden, kann daher nicht erlernt werden.5
[....]
1 Vgl. Gerhard Kurz, Theodor Pelster: Metapher. Theorie und Unterricht, Düsseldorf 1976, S. 11ff.
2 Ebd., S. 15.
3 Vgl. Andreas Blank: Prinzipien des lexikalischen Bedeutungswandels am Beispiel der romanischen Sprachen, Tübingen 1997, S. 172.
4 Vgl. Kurz et. al., S. 16ff.
5 Ebd., S. 22.
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