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Vorurteile und Stereotypen im Fremdsprachenunterricht

Termpaper, 2001, 23 Pages
Author: Philipp Rott
Subject: Speech Science / Linguistics

Details

Event: Vom Vorurteil zum Urteil
Institution/College: University of Duisburg-Essen
Tags: Vorurteile, Stereotypen, Fremdsprachenunterricht, Vorurteil, Urteil
Category: Termpaper
Year: 2001
Pages: 23
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 17  Entries
Language: German
Archive No.: V45356
ISBN (E-book): 978-3-638-42773-9

File size: 217 KB


Excerpt (computer-generated)

Vorurteile und Stereotypen im Fremdsprachenunterricht

von: Philipp Rott

 


Inhaltverzeichnis

1. Einleitung 2

2. Das Vorurteil aus psychologischer Sicht

2.1. Einstellung, Stereotyp und Vorurteil: Definition und Abgrenzung 3

2.1.1. Einstellung 3
2.1.2. Stereotyp 4
2.1.3. Vorurteil 5

2.2. Wodurch entstehen Vorurteile? 7

2.2.1. Theorien zur Erklärung von Vorurteilen 8
2.2.2. Kognitive Erklärungsansätze 8

3. Ethnische Stereotypen und Vorurteile 9

3.1 Die Thematisierung von ethnischen Stereotypen und Vorurteilen in der Schule 10
3.2. Die Rolle des Fremdsprachenunterrichts bei der Bekämpfung von nationalen Vorurteilen 12

3.2.1. Die Rolle der Fremdsprache 13
3.2.2. Gründliche Informationen als Basis für vorurteilsfreies Sprachenlernen 15
3.2.3. Die Gefahr des Problemunterrichts 15
3.2.4. Offene Texte zur Schulung der Kritikfähigkeit 16
3.2.5. Das Rollenspiel zur Förderung der Empathiefähigkeit 17
3.2.6. Interkulturelle Begegnungen 18
3.2.7. Zusätzliche Sprachangebote 19

4. Fazit 20

5. Literaturangaben 22


 

1. Einleitung

Lehrer sind faul, haben viel mehr Freizeit als „normale“ Berufstätige und sind nicht in der Lage, ihre eigenen Kinder zu erziehen. Schüler sind desinteressiert, versuchen sich vor verantwortungsvollen Aufgaben zu drücken und haben zu wenig Erfahrung, um bei den Erwachsenen mitreden zu können. Die Schule ist nicht in der Lage, aus den Kindern verantwortungsvolle, selbständig denkende Erwachsene zu machen; das Leistungsniveau wird immer schlechter. Was für Aussichten! Selbst, wenn diese Ansichten über Schule und über die daran beteiligten Personen überspitzt formuliert sind, so geben sie doch zumindest teilweise das typische Bild von Schule wieder, welchem man - in den Medien oder auch in privaten Gesprächen - immer wieder begegnet. Wie kommt es, dass gerade in solchen Bereichen wie Schul- und Ausbildungsstätten, die quasi ein Spiegelbild unserer Gesellschaft darstellen, da sie wie kaum ein anderer Bereich auch immer die gerade vorherrschenden Trends und Moden aufnehmen und sich die gesellschaftlichen Veränderungen immer zuerst hier herauskristallisieren, Vorurteile und stereotype Vorstellungen eine so große Rolle spielen? Wenn schon das schulische Leben als Spiegelbild des gesellschaftlichen Lebens so vorurteilsbestimmt ist, wie sollen Schüler dann zu vorurteilsfreiem Denken erzogen werden? Ist das überhaupt möglich? Die vorliegende Arbeit befasst sich nicht mit den angedeuteten Vorurteilen, die über Schule, Lehrer oder Schüler bestehen. Sie soll vielmehr das Phänomen des Vorurteils aus verschiedenen Richtungen beleuchten. Als Lehramtsstudent in den Fächern Englisch, Französisch und Psychologie interessierte mich zum einen der psychologische Aspekt von Vorurteilen, deren Entstehung und Funktionen, und zum anderen, da ich als zukünftiger Fremdsprachenlehrer auch für die Vermittlung von kulturspezifischen Aspekten von Sprachen zuständig bin, der Bereich der ethnischen Vorurteile bzw. die Funktion und Gefahr nationaler Stereotypen und deren Behandlung im Unterricht. Die Arbeit soll also zunächst einen Einblick verschaffen, in die psychologischen Grundlagen des Vorurteils. Anschließend soll die besondere Stellung des Vorurteils im Fremdsprachenunterricht erläutert werden, bevor dann Möglichkeiten aufgezeigt werden, durch Fremdsprachenunterricht die Entstehung von nationalen Stereotypen zu verhindern, bzw. eben diese Stereotype abzubauen.

2. Das Vorurteil aus psychologischer Sicht

Die Psychologie beschäftigt sich in etwa seit der Zeit des Zweiten Weltkrieges bzw. den Jahren danach mit dem Vorurteil. Hierbei standen zunächst vor allem Vorurteile gegenüber ethnischen Gruppen im Mittelpunkt des Interesses. Da es sich bei Vorurteilen immer um „Bewertungsmuster“ handelt, die sich „auf sämtliche soziale Sachverhalte beziehen lassen“ (vgl. Six, 1999, S. 828), fällt die Vorurteilsforschung in das Gebiet der Sozialpsychologie bzw. der Soziologie. Die Sozialpsychologie „(...) untersucht zwischenmenschliche Beziehungen in einem sozialen Kontext, wie sie die beteiligten Personen und die Beziehungen zwischen Gruppen beeinflussen (...)“ (Deutsch und Krauss, 1976, S. 5 zit. nach Heinz, 1999, S. 708) Sie beschäftigt sich somit „(...) mit dem Zusammenspiel zwischen Persönlichkeit, Gesellschaftssystem und Kultur (...)“. (Secord und Backmann, 1974, S. 13, zit. nach Heinz, ebd)

2.1. Einstellung, Stereotyp und Vorurteil: Definition und Abgrenzung

Aufgrund der engen Verbindungen zwischen Vorurteilsforschung, Stereotypenforschung und Einstellungsmessung scheint es zunächst angebracht, den Begriff „Vorurteil“ zu definieren (bzw. einen Definitionsversuch zu unternehmen, was sich angesichts der unterschiedlichen Darstellungen in der Literatur als nicht sehr einfach erweisen wird), und den Begriff des Vorurteils von den Begriffen „Stereotyp“ und „Einstellung“ abzugrenzen.

2.1.1. Einstellung

Der Begriff „Einstellung“ lässt sich grob definieren als „eine Prädisposition für eine Reaktion“, die durch die „(...) Konsistenz der Reaktionen bei Individuen gegenüber sozialen Situationen gekennzeichnet (...)“ ist (Triandis, 1975, S. 9). Eins tellungen zeichnen sich also dadurch aus, dass sie die jeweilige Person dazu bringen, in sozialen Situationen in einer konsistenten, ähnlichen Art und Weise zu reagieren, bzw. dass sie abweichende Reaktionen verhindern. Sie bezeichnen die „beständige Orientierung und Handlungsbereitschaft eines Individuums in bezug auf ein soziales Objekt“ (Thomas und Znaniecki, 1918, S. 20ff. zit. nach Meinefeld, 1999, S. 121) Innerhalb der Einstellungen lassen sich „Sets“ von „Attitüden“ unterscheiden. Letztgenannte bezeichnen in etwa die bereits oben erwähnte Konzeption von Einstellungen als „(...) Langzeithandlungen (...), die kognitiv abgesichert sind (...)“ (Hermann-Brennecke, 1991, S. 66), während es sich bei „sets“ um „(...) momentan wirksame, vorübergehende Einstellungen (...)“ handelt. (ebd.): „Some predispositions are momentary, in which case they are not called attitudes. While such concepts as ‘set’ or Einstellung are typically employed in referring to a momentary predisposition, the concept of attitudes is typically reserved for more enduring, persistent organizations of predispositions.” (Rokeach, 1976, S.112 zit. nach Hermann-Brennecke, ebd.)

2.1.2. Stereotyp

[...]


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