Register or log in at GRIN

Your e-mail-address or password is wrong
Register now
For new authors: free, easy and fast
This will be used as your user name, please specify a valid e-mail address

Lost password

Your e-mail-address or password is wrong

Request a new password
Das Leib-Seele-Problem. Aspekte der Problementwicklung in verschiedenen gesellsc... close

Please wait

Please install the Adobe Flash Player if no e-book is displayed.

Das Leib-Seele-Problem. Aspekte der Problementwicklung in verschiedenen gesellschaftlichen Kontexten

Termpaper, 2005, 37 Pages
Author: Heiko Böttcher
Subject: Psychology - Ancillary Science

Details

Category: Termpaper
Year: 2005
Pages: 37
Bibliography: ~ 21  Entries
Language: German
Archive No.: V45424
ISBN (E-book): 978-3-638-42832-3
ISBN (Book): 978-3-638-65799-0
File size: 135 KB
Notes :
Schriftart Courier (entspricht etwa 30 Seiten bei Times New Roman)


Abstract

Die vorliegende Ausarbeitung beschäftigt sich mit dem Problem der Synthese von Leib und Seele. Dabei besteht die Intention des Autors darin, den Fokus auf bestimmte Aspekte der Problementwicklung im jeweiligen gesellschaftlichen Kontext zu legen, um anzudeuten, dass jede psychologische Theorie sich auf eine philosophische Tradition zurückführen lässt, die niemals umhinkommt, zu diesem Problem Stellung zu beziehen. Es wird in großen Schritten der Weg des Problems von den Alten Ägyptern über Rene´ Descartes bis zu John Pinel skizziert. Dabei mussten viele bedeutende Personen und ihre wichtigen Beiträge unerwähnt bleiben. Viele der heute etablierten Theorien stehen auf tönernen Füßen. So ist wohl keine Theorie des Temperaments bekannt, an deren Stammbaum nicht auf halber Höhe die Säftelehre des Galenos zu finden wäre. Auch die Aufteilung des Kortex in Brodman- Areale kann ihre Verwandtschaft zu der aus heutiger Sicht untauglichen Phrenologie Galls kaum verleugnen und zeigte der Welt, dass sich wissenschaftliche Theorien auch wissenschaftlich falsifizieren lassen. Der Pfarrerssohn Gustav Theodor Fechner suchte akribisch den Übergang von der Seele zum Leib auf einem Graphen, der wohl nicht ohne Grund Asymptote -die Unerreichbare- heißt. Der Weg auf der Suche nach dem Substrat des Seelischen, den man sich wie eine mäandernde Spirale vorstellen kann, führte weiter zu William Stern, der, mit Baruch Spinoza im Ranzen es jenseits der Scheidung von Leib und Seele in der Person vermutete und darum im Adjektiv suchte. Während sich die der empirischen Forschung zugänglichen Paradigmen jedoch durch gezielte Falsifikationen evolutionär entwickeln konnten, sodass die Wissenschaft stets den derzeitigen Stand des Irrtums repräsentierte, blieb das psychophysische Problem hartnäckig und unlösbar. Der Standpunkt zum psycho- physischen Problem scheint eher von den mit der Sozialisation verbundenen Bildungsinhalten als vom Grad der Fähigkeit sich diese anzueignen abhängig zu sein. Wie auch immer man sich dazu stellen mag, vielleicht liegt die Antwort tatsächlich in einer anderen Welt. Eine logisch konsistente Begründung für das eine oder andere fehlt, muss fehlen.


Excerpt (computer-generated)

Universität Potsdam
Humanwissenschaftliche Fakultät
Institut für Psychologie
Seminar: Biologische Grundlagen von Verhaltensstörungen
Schriftliche Ausarbeitung
zum Thema:

Das Psycho-Physische-Problem

Heiko Böttcher

2005

 

 

Ich
für meinen Teil
wollte nicht schlafen,
weil ich schon sehr lange
in dem Bewußtsein lebte,
daß meine Seele,
sollte ich je im Dunkeln
die Augen zumachen
und mich gehen lassen,
meinen Körper verlassen würde.
So war ich schon sehr lange,
eigentlich seit ich nachts in die Luft gesprengt worden
war
und gefühlt hatte wie sie aus mir herausgefahren und weg
und dann wieder zurückgekehrt war.
Ich versuchte, niemals daran zu denken,
aber es pflegte jetzt immer nachts loszugehen,
gerade in dem Augenblick, wenn ich am Einschlafen war,
und ich konnte es nur mit sehr großer Anstrengung
verhindern.
Und während ich jetzt ziemlich sicher bin,
dass sie meinen Körper nicht wirklich verlassen hätte,
wollte ich es damals in jenem Sommer nicht auf den
Versuch ankommen lassen.

Ernest Hemingway (1938) in 49 Stories

 

 

Inhaltsverzeichnis

0. Einleitung ... 5

1. Die Geschichte des Problems ... 8
1.1 Von den Ägyptern zu den Israeliten ... 8
1.2 Die Griechen benannten das Problem ... 13
1.3 Platon und Aristoteles ... 14
1.4 Die Stoiker ... 19
1.5 Aurelius Augustinus ... 21
1.6 Der Kartesische Dualismus als solides Fundament auf sumpfigem Grund ... 24

2. Die Reduktionen des John Pinel ... 29

3. Zusammenfassung ... 33

4. Literaturverzeichnis ...36

 

 

0. Einleitung

Die vorliegende Ausarbeitung beschäftigt sich mit dem Problem der Synthese von Leib und Seele. Dabei besteht die Intention des Autors darin, den Fokus auf bestimmte Aspekte der Problementwicklung im jeweiligen gesellschaftlichen Kontext zu legen, um anzudeuten, dass jede psychologische Theorie sich auf eine philosophische Tradition zurückführen lässt, die niemals umhinkommt, zu diesem Problem Stellung zu beziehen.

Es wird in großen Schritten der Weg des Problems von den Alten Ägyptern über Rene´ Descartes bis zu John Pinel skizziert. Dabei mussten viele bedeutende Personen und ihre wichtigen Beiträge unerwähnt bleiben. Allein ihre bloße Aufzählung würde jeden Rahmen sprengen. Um Raum zu sparen und um nicht der Versuchung zu erliegen, eigenes Halbwissen hinter einem eklektischen Wall fremder Worte zu verschanzen, habe ich Zitate nur an den wirklich notwendigen Stellen sparsam eingeflochten und mich ansonsten auf das beschränkt, was als wissenschaftliches Allgemeingut gilt.

Viele der heute etablierten Theorien stehen auf tönernen Füßen. So ist wohl keine Theorie des Temperaments bekannt, an deren Stammbaum nicht auf halber Höhe die Säftelehre des Galenos zu finden wäre. Auch die Aufteilung des Kortex in Brodman- Areale kann ihre Verwandtschaft zu der aus heutiger Sicht untauglichen Phrenologie Galls kaum verleugnen und zeigte der Welt, dass sich wissenschaftliche Theorien auch wissenschaftlich falsifizieren lassen (vgl. Fluegel, 1933/1948, S. 34-39).

Der Pfarrerssohn Gustav Theodor Fechner suchte akribisch den Übergang von der Seele zum Leib auf einem Graphen, der wohl nicht ohne Grund Asymptote -die Unerreichbare- heißt. Der Weg auf der Suche nach dem Substrat des Seelischen, den man sich wie eine mäandernde Spirale vorstellen kann, führte weiter zu William Stern, der, mit Baruch Spinoza im Ranzen es jenseits der Scheidung von Leib und Seele in der Person vermutete und darum im Adjektiv suchte. (vgl. Revers, 1960, S. 405- 411)

Während sich die der empirischen Forschung zugänglichen Paradigmen jedoch durch gezielte Falsifikationen evolutionär entwickeln konnten, sodass die Wissenschaft stets den derzeitigen Stand des Irrtums repräsentierte, blieb das psychophysische Problem hartnäckig und unlösbar.

Welche Brisanz die Bedeutung der Beantwortung der uns hier interessierenden Frage nach der Wechselwirkung von Geist und Materie haben muss, wurde in der DDR an dem unausgesprochenen Tabu deutlich, den größten Logikbruch im vulgär- materialistischen Paradigma zu thematisieren: "Es ist nicht das Bewußtsein der Menschen, daß ihr Sein, sondern ihr gesellschaftliches Sein, das ihr Bewußtsein bestimmt…“ (Engels. 1886/1925, S. 114) Wenn jedoch der Rückweg vom Bewusstsein zum Sein versperrt ist, so drängt sich eigentlich die Frage auf, warum die Bürger der sozialistischen Länder dann mit allgegenwärtiger Agitation und Propaganda behelligt wurden?

Der Standpunkt zum psycho- physischen Problem scheint eher von den mit der Sozialisation verbundenen Bildungsinhalten als vom Grad der Fähigkeit sich diese anzueignen abhängig zu sein.

Seneca, der der Schule der Stoa zuzurechnen ist, obwohl er sich vom monistischen Pantheismus ab- und Platons Seelen- Dualismus zuwandte zitierte in der ersten Hälfte des ersten Jahrhunderts in einem Brief an Serenus, den Canus, der in Erwartung seiner Hinrichtung witzelte, „…Warum seid ihr betrübt … Ihr forschet noch, ob die Seele unsterblich sei; ich werde es gleich wissen…“ (Seneca. S. 82)

Wie auch immer man sich dazu stellen mag, vielleicht liegt die Antwort tatsächlich in einer anderen Welt. Eine logisch konsistente Begründung für das eine oder andere fehlt, muss fehlen.

[....]


Comments

No comments yet

Add Comment
Your comment is reviewed before being published

Other users also were interested in the following titles:


This text can be quoted and accessed from this url:

http://www.grin.com/e-book/45424/das-leib-seele-problem-aspekte-der-problementwicklung-in-verschiedenen
please wait Please wait