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Seminararbeit, 2005, 26 Seiten
Autor: Tarek Saffaf
Fach: Wirtschaft - Investition und Finanzierung
Details
Tags: Alternative, Finanzierungsmöglichkeiten, Unternehmen, Mezzanine, Kapital
Jahr: 2005
Seiten: 26
Note: 2,0
Literaturverzeichnis: ~ 14 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-43013-5
Dateigröße: 334 KB
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Textauszug (computergeneriert)
TECHNISCHE UNIVERSITÄT MÜNCHEN
Fakultät für Wirtschaftswissenschaften
Alternative Finanzierungsmöglichkeiten für
mittelständische Unternehmen: Mezzanine Kapital
von: Tarek Saffaf
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Definition von Mezzanine-Kapital 2
3. Typische Formen von Mezzanine-Kapital 4
3.1 Nachrangdarlehen 5
3.2 Verkäuferdarlehen 6
3.3 Stille Beteiligung 7
3.4 Genusscheine 8
3.5 Wandel- und Optionsanleihen 11
4. Renditekomponenten von Mezzanine-Kapital 12
5. Wesentliche Vor- und Nachteile von Mezzanine-Kapital 15
6. Klassische Anwendungsgebiete einer Mezzanine-Finanzierung 17
7. Zusammenfassung und Fazit 21
Literaturverzeichnis 22
1. Einleitung
Der Mittelstand1 ist das Rückgrat der deutschen Wirtschaft: Die ca. 3,3 Millionen mittelständischen Unternehmen erwirtschaften rund 43% des Bruttoinlandsprodukt, beschäftigen ca. 77% aller sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmer und tätigen rund 46% der deutschen Unternehmensinvestitionen.2 Doch momentan befindet sich der Mittelstand in einer schwierigen Lage. Ein signifikanter wirtschaftlicher Aufschwung lässt auf sich warten, und die Zahl der Insolvenzen steigt. Immer mehr mittelständische Unternehmen haben Liquiditätsprobleme. Die häufig unzureichende Eigenkapitalausstattung dürfte eine der zentralen Ursachen der „Finanzierungsproblematik des Mittelstands“ sein. Während die durchschnittliche Eigenkapitalquote mittelständischer Unternehmen in Frankreich 34%, in UK 40% und in den USA 45% der Bilanzsumme ausmacht, beläuft sich der entsprechende Wert in Deutschland auf knapp 20%.2 Dies zeigt, dass die mittelständischen Unternehmen in Deutschland überwiegend fremdfinanziert sind. Doch mit der Einführung von Basel II befindet sich die Finanzierungslandschaft in einem grundlegenden Wandel. Ziel von Basel II ist es, die Stabilität des internationalen Finanzsystems zu erhöhen, indem die Risiken im Kreditgeschäft besser erfasst und die Eigenkapitalvorsorge der Kreditinstitute risikogerechter ausgestaltet werden sollen.3 Das bedeutet, dass die Kreditinstitute zukünftig umso mehr Eigenkapital vorhalten sollen, je hö her das Risiko des Kreditnehmers ist, an den sie einen Kredit vergeben. Auch wenn es zunächst nur um die Eigenkapitalvorschriften für Finanzinstitute geht, werden mittelfristig auch deren mittelständische Firmenkunden von diesen Veränderungen betroffen sein, wodurch sich Kredite für einige mittelständische Unternehmen verteuern können.3
Somit wird im Zuge von Basel II immer häufiger darüber nachgedacht die klassische Kreditfinanzierung durch alternative Instrumente zu ersetzen. Der klassischen Aufnahme von Eigenkapital im Rahmen der Außenfinanzierung (Bsp.: Private Equity, Initial Public Offering) sind jedoch Grenzen gesetzt, da eine Verwässerung der Beteiligungsquoten der Altgesellschafter oft nicht erwünscht ist. In diesem Zusammenhang rückt das sog. „Mezzanine-Kapital“, welches eine Mischform zwischen Eigen- und Fremdkapital darstellt, immer mehr ins Blickfeld von Unternehmen.
Ziel dieser Arbeit ist es, die Vorteilhaftigkeit von Mezzanine-Kapital gegenüber reinem Eigen- und Fremdkapital für den Mittelstand darzustellen, und die Grenzen und Möglichkeiten von Mezzanine-Finanzierungen aufzuzeigen. Dazu wird in Kapitel 2 zunächst der Begriff „Mezzanine-Kapital“ definiert und von Eigen- und Fremdkapital abgegrenzt. Dabei wird auch auf die typischen Eigenschaften von Mezzanine-Kapital eingegangen. Anschließend werden in Kapitel 3 alle verfügbaren mezzaninen Instrumente vorgestellt, wobei nur auf die in Deutschland gängigsten Instrumente näher eingegangen wird. Kapitel 4 stellt die Renditeformen von Mezzanine-Kapital vor, die neben einer festen Vergütung auch aus einer variablen gewinnabhängigen Komponente bestehen können. Abschließend werden in Kapitel 5 und 6 die wesentlichen Vor- und Nachteile, sowie typische Anwendungsgebiete mezzaniner Finanzierungsinstrumente vorgestellt.
2. Definition von Mezzanine-Kapital
Für den Begriff Mezzanine-Kapital existiert weder in der Ökonomie noch in der Rechtswissenschaft eine Definition.4 Das Wort „Mezzanine“ ist eigentlich ein Begriff aus der Architektur und bedeutet Zwischengeschoss. In Bezug auf Finanzierungsmittel hat die Mezzanine-Finanzierung als hybride Finanzierungsart eine ganz ähnliche Bedeutung. Unter ihr versteht man diejenigen Mittel, die eine Zwischenform von Eigen- und Fremdkapital darstellen. Sie verbindet die Vorteile des Eigenkapitals (Bsp.: wirtschaftliches Eigenkapital mit daraus resultierenden Ratingverbesserungen) mit den Vorteilen des Fremdkapitals (Bsp.: steuerliche Abzugsfähigkeit der Zinsen).
Die Mezzanine-Mittel werden in der Regel über Private-Equity-Gesellschaften (Eigenkapitalgeber) oder Banken zur Verfügung gestellt. Häufig liegen die Mindestbeträge bei 2,5 Million Euro. Einzelne Gesellschaften oder Banken bieten jedoch bereits ab 250.000 bis 500.000 Euro Mezzanine-Produkte an. In der Praxis existiert eine Vielzahl von Gestaltungsformen für Mezzanine- Finanzierungen, die oftmals durch folgende Merkmale gekennzeichnet sind:5 Eigenkapitalähnliche Erscheinungsform:
· Gewinnbeteiligung oder Aktienbezugsrechte Fremdkapitalähnliche Erscheinungsform:
· Vorrangigkeit gegenüber „echtem“ Eigenkapital (nachrangig gegenüber anderen Gläubigern)
· Reguläre Zinszahlungen
· Steuerliche Abzugsfähigkeit der Zinsen
Sonstige Eigenschaften:
· Zeitliche Befristung der Kapitalüberlassung (in der Regel sieben bis zwölf Jahre)
· Verzicht auf Sicherheiten
Mezzanine-Kapital nimmt somit eine Zwitterstellung von Eigen- und Fremdkapital ein. Tabelle 1 auf Seite 4 zeigt einen Überblick über die Abgrenzung von Eigenkapital, Mezzanine-Kapital und Fremdkapital. Man kann dort deutlich erkennen, dass Mezzanine-Kapital sowohl Eigenschaften von Eigen- als auch von Fremdkapital annimmt.
[...]
1 „Mittelstand“ bedeutet in Deutschland: Kleine und mittlere Unternehmen bis 50 Million € Jahresumsatz bzw. bis 500 Beschäftigte
2 vgl. Häger/Elkemann-Reusch, Mezzanine Finanzierungsinstrumente, (2004), S.5
3 vgl. Webseite des „Deutschen Industrie- und Handelskammertages“ DIHK (http://www.dihk.de/inhalt/informationen/news/schwerpunkte/rating/basel.html)
4 vgl. Häger/Elkemann-Reusch, Mezzanine Finanzierungsinstrumente, (2004), S.22
5 vgl. Müller, Mezzanine Finance, (2004), S.13, S.23f
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