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Hausarbeit, 2005, 28 Seiten
Autor: Wilfried Pott
Fach: Geschichte - Ausland
Details
Tags: Home, Rule-Gesetz, Premierminister, Gladstones, Gründe, Scheitern
Jahr: 2005
Seiten: 28
Note: 2,0
Literaturverzeichnis: ~ 21 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-43058-6
ISBN (Buch): 978-3-638-63742-8
Dateigröße: 188 KB
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Zusammenfassung / Abstract
Diese Hausarbeit befasst sich mit dem ersten Home Rule-Gesetz Premierminister Gladstones aus dem Jahre 1886. Die Home Rule-Gesetzgebung und damit das Selbstbestimmungsrecht der Iren war ein wesentlicher Bestandteil Gladstonescher Politik. Es war ein, wenn nicht sogar der entscheidende Bestandteil zur Lösung der Irischen Frage. Bis es aber zu diesem ersten Gesetz kam war ein langer, steiniger Weg zurückzulegen. Seit dem Act of Union stand die Irische Frage immer wieder, mal mehr mal weniger, mitunter auch mit Gewalt auf der Tagesordnung englischer Politik. Irische Nationalisten suchten sie zum Teil gewaltsam zu lösen und englische Politiker sahen mit und in ihr das Empire gefährdet. Ignoriert werden konnte die Irische Frage allerdings nicht, aber die Mittel die zur Lösung führten, waren mehr als umstritten. Innerparteiliche Gegner versuchten Gladstones Bemühungen zu unterlaufen, was schließlich zur Gründung einer neuen Partei und einer jahrzehntelangen Schwäche der Liberalen führte. Letztendlich hatte dieses erste Home Rule-Gesetz sehr weit reichende Auswirkungen: auf die irische Nation, auf die irische Nationalbewegung, die britische Parteienlandschaft und schließlich die politische Zukunft Gladstones. Home Rule wird oftmals nur als ein exakt abgrenzbarer Teil irischer und englischer Geschichte betrachtet. Dies erweckt den Eindruck, als ob die Frage nach der Selbstbestimmung des irischen Volkes nur zu bestimmten Zeitpunkten, insbesondere in den Jahren 1886, 1893, 1913 oder während des wenig später stattfindenden Unabhängigkeitskrieges eine Rolle gespielt hätte. Dies kann aber verneint werden. Vielmehr war Home Rule ein langer und nachwirkender Prozess, dessen Auswirkungen bis in die aktuelle Tagespolitik reichen.
Textauszug (computergeneriert)
Das erste Home Rule-Gesetz Premierminister
Gladstones und die Gründe für das Scheitern
von: Wilfried Pott
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Zeitliche Einordnung 5
3. Inhalt und Zielrichtung des Gesetzes 7
4. Befürworter des Gesetzes 9
5. Gegner des Gesetzes 11
6. Gründe für das Scheitern und die Rolle Gladstones 14
7. Fazit und Ausblick 18
8. Anhang: Zeittafel 21
9. Anhang: Wahlergebnisse der Unterhauswahlen 1868 bis 1892 24
10. Literaturverzeichnis 27
1. Einleitung
Diese Hausarbeit befasst sich mit dem ersten Home Rule-Gesetz1 Premierminister Gladstones2 aus dem Jahre 1886. Die Home Rule- Gesetzgebung und damit das Selbstbestimmungsrecht der Iren war ein wesentlicher Bestandteil Gladstonescher Politik. Es war ein, wenn nicht sogar der entscheidende Bestandteil zur Lösung der Irischen Frage. Bis es aber zu diesem ersten Gesetz kam war ein langer, steiniger Weg zurückzulegen. Seit dem Act of Union3 stand die Irische Frage immer wieder, mal mehr mal weniger, mitunter auch mit Gewalt auf der Tagesordnung englischer Politik. Irische Nationalisten suchten sie zum Teil gewaltsam zu lösen und englische Politiker sahen mit und in ihr das Empire gefährdet. Ignoriert werden konnte die Irische Frage allerdings nicht, aber die Mittel die zur Lösung führten, waren mehr als umstritten. Innerparteiliche Gegner versuchten Gladstones Bemühungen zu unterlaufen, was schließlich zur Gründung einer neuen Partei und einer jahrzehntelangen Schwäche der Liberalen führte. Letztendlich hatte dieses erste Home Rule-Gesetz sehr weit reichende Auswirkungen: auf die irische Nation, auf die irische Nationalbewegung, die britische Parteienlandschaft und schließlich die politische Zukunft Gladstones. Wenngleich es vorsah dem irischen Volk eine Selbstbestimmung zu geben, war hiermit allerdings keine Unabhängigkeit gemeint wie man sie später in der britischen Kolonialgeschichte erlebte.
Home Rule wird oftmals nur als ein exakt abgrenzbarer Teil irischer und englischer Geschichte betrachtet. Dies erweckt den Eindruck, als ob die Frage nach der Selbstbestimmung des irischen Volkes nur zu bestimmten Zeitpunkten, insbesondere in den Jahren 1886, 1893, 1913 oder während des wenig später stattfindenden Unabhängigkeitskrieges eine Rolle gespielt hätte. Dies kann aber verneint werden.4 Vielmehr war Home Rule ein langer und nachwirkender Prozess, dessen Auswirkungen bis in die aktuelle Tagespolitik reichen. Letztendlich beruht der derzeitige Versuch einen gesicherten Frieden in Nordirland zu schaffen auf den Auswirkungen des im Jahre 1913 verabschiedeten und zum dritten Mal eingebrachten Home Rule-Gesetzes. Letztendlich ist ein wesentlicher Teil Ulsters weiterhin Bestandteil des Vereinigten Königreiches und damit wird auch die Vereinigung Irlands, in welcher Form auch immer, weiterhin auf der politischen Agenda stehen. Im Rahmen dieser Hausarbeit ist insbesondere zu klären, warum sich das Parlament in Westminster überhaupt mit der Irischen Frage beschäftigen musste und welche Probleme es in Irland in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gab. Welchen Anteil konnte dabei das Home Rule-Gesetz zu einer Lösung beitragen? Welche Intention steckte hinter dem Gesetz und wie war es inhaltlich ausgestaltet? Wer befürwortete es, wer waren die Gegner und warum scheiterte schließlich im Jahre 1886 doch der erste Versuch den Iren ihre Selbstverwaltung wieder zu geben?
Diese Fragen sollen im Rahmen der vorliegenden Hausarbeit behandelt werden. Hierzu werde ich zunächst kurz auf die Geschichte der englischen Herrschaft in Irland und die inneririschen Verhältnisse seit dem Beginn der großen Hungerkatastrophe im Jahre 1845 eingehen, um mich dann näher mit dem Inhalt und der Zielrichtung des Gesetzes zu beschäftigen und dabei die o. a. Fragen zu beantworten. Es stellt sich die Frage, ob das Home Rule-Gesetz ein sinnvoller Schritt in Richtung des Selbstbestimmungsrecht Irlands war oder ob das Voranpreschen Gladstones nicht eher kontraproduktiv war und so der Grundstein für das verstärkte Misstrauen der unionistischen Bevölkerungsteile gelegt wurde. Wäre die Selbstbestimmung schneller gekommen, wenn Gladstone im Jahre 1886 auf das überhastete Einbringen des Gesetzentwurfs verzichtet hätte? Eins ist sicherlich klar, das erste Home Rule-Gesetz hat seine Spuren hinterlassen. Warum die Irische Frage allerdings 1886 nicht gelöst werden konnte, soll ebenfalls nachfolgend dargestellt werden. Meine Hausarbeit stützt sich dabei im Wesentlichen auf die Veröffentlichungen von James Camlin Beckett, Jürgen Elvert. Michael Maurer und Frank Otto, ergänzt durch die aktuellen Forschungen zu Home Rule durch Alvin Jackson.
2. Zeitliche Einordnung
Als 1800 der Act of Union das Ende der irischen Selbstständigkeit besiegelte, war noch nicht absehbar wie sich die irische Geschichte weiter entwickeln wird, und ob es jemals wieder zu einem unabhängigen irischen Staat kommen könnte. Irland war im Jahre 1834, so wie in den Jahrhunderten zuvor, ein zutiefst katholisches Land. Es gab 80,9 % Katholiken, 8,1 % Presbyterianer und 10,7 % der Bevölkerung gehörten der Church of Ireland an. Die Volkszählung von 1861, deren Ergebnisse als recht genau gelten, zeigte keine wesentlichen Änderungen bei der Religionszugehörigkeit auf. Weiterhin bekannte sich demnach eine überragende Mehrheit der irischen Bevölkerung zum katholischen Glauben. Exakt waren 77,7 % Katholiken, 9 % Presbyterianer und 12 % Anglikaner. Nun konnte niemand mehr der Meinung sein, dass die anglikanische Staatskirche jemals die Kirche des irischen Volkes würde. 5
[...]
1 Unter Home Rule versteht man im Zusammenhang mit der irischen und englischen Geschichte einem Ausdruck, der von irischen Nationalisten im 19. Jahrhundert verwendet wurde, um das Ziel der Souveränität Irlands auszudrücken.
2 William Ewart Gladstone war Liberaler und lebte vom 29.12.1809 bis zum 19.5.1898.
3 Der Act of Union im Jahr 1800 war die Vereinigung des Königreiches Großbritannien mit Irland zum Vereinigten Königreich von Großbritannien und Irland. Diese Vereinigung wurde möglich nachdem das irische Parlament dem Act of Union und damit seiner Selbstauflösung zustimmte.
4 Vgl. Jackson, Alvin: Home Rule – An Irish History 1800 - 2000, London 2003, S.320 f.
5 Vgl. Maurer, Michael: Kleine Geschichte Irlands, Stuttgart 1998, S. 235
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