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Examination Thesis, 2004, 102 Pages
Author: Sandra Metzger
Subject: English Language and Literature Studies - Linguistics
Details
Tags: Politeness, English, Mexican, Spanish, Focus, Refusals, Compliment, Responses
Year: 2004
Pages: 102
Grade: 1
Bibliography: ~ 77 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-43242-9
File size: 299 KB
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Excerpt (computer-generated)
Erste Staatsprüfung für das Lehramt an Gymnasien Wissenschaftliche Hausarbeit im Fach Englisch
eingereicht am Institut für Englische Sprachwissenschaft an der Philipps-Universität Marburg
Politeness in English and (Mexican) Spanish – Focus on refusals and compliment responses
Vorgelegt von: Sandra Metzger
2004
Inhaltsverzeichnis
Danksagung
1. Forschungsanliegen ... 1
THEORETISCHER TEIL ... 3
2. Grundpositionen der Sprechakttheorie ... 4
2.1. Sprechakttypen ... 4
2.2. Weiterentwicklung der Sprechakttheorie ... 5
2.3. Taxonomie illokutionärer Akte ... 5
2.4. Indirekte Sprechakte ... 6
3. Ausgewählte Prinzipien und Maximen verbaler Kommunikation ... 8
3.1. Bedeutungnn ... 8
3.2. Konversationale Implikaturen, Kooperationsprinzip und Maximen ... 9
4. Höflichkeit als Gegenstand der Linguistik ... 11
4.1. Begriff der Höflichkeit ... 11
4.2. Höflichkeit aus Sicht des ‚Face’-Konzepts ... 13
4.3. Höflichkeit aus Sicht der Konversationsmaximen ... 19
4.4. Interkulturelle Pragmatik ... 25
4.5. Forschungsgegenstand: Komplimenterwiderungen und Ablehnungen ... 27
4.5.1.Komplimente und deren Erwiderungen ... 27
4.5.2. Anfragen und Ablehnungen ... 32
EMPIRISCHER TEIL ... 37
5. Methodik der Untersuchung ... 38
5.1. Methodische Vorüberlegungen und Hypothesen ... 38
5.2. Planung und Durchführung der Datenerhebung ... 39
5.3. Verarbeitung und Analyse des Datenmaterials ... 43
6. Ergebnisse ... 44
6.1. Komplimenterwiderungen ... 45
6.2. Ablehnungen ... 50
7. Diskussion ... 56
7.1. Komplimente und Komplimenterwiderungen ... 56
7.1.1. Geschlechtsspezifische Unterschiede ... 60
7.1.2. Kulturspezifische Faktoren ... 64
7.1.3. Aufbau und Durchführung der Datenerhebung ... 66
7.2. Ablehnungen und andere Anfrageerwiderungen ... 68
7.2.1. Geschlechtsspezifische Unterschiede ... 72
7.2.2. Versuchsleitereffekt ... 73
7.2.3. Aufbau und Durchführung der Datenerhebung ... 74
8. Fazit ... 75
9. Summary ... 77
10. Bibliographie ... 79
Anhang ... 83
A. Interviewanleitung ... 84
B. Soziale Distanz-Skala und Sympathie-Skala ... 85
C. Transkription sämtlicher Interviews ... 86
1. Forschungsanliegen
„Writing an introduction to politeness is like being in mortal combat with a many-headed hydra. You’ve barely severed one head when a few more grow in its place” (Watts 2003: XI).
Diese Metaphorik veranschaulicht nicht nur die auftretenden Schwierigkeiten beim Verfassen einer jeden Einleitung, sondern die ausgesprochene Komplexität des Forschungsgegenstandes an sich. Höflichkeit gehört wohl zu den zwischenmenschlichen Phänomenen, von denen jeder eine gewisse, oft sehr persönliche Vorstellung hat, ohne sie jedoch umfassend und allgemeingültig definieren zu können.
In der linguistischen Forschung (vor allem Pragmatik und Soziolinguistik) wurden in den letzten Jahrzehnten zahlreiche Untersuchungen zur Realisierung von Sprechakten in verschiedenen Sprachen und Kulturkreisen durchgeführt, um Höflichkeit im Spannungsfeld von Gesellschaft, Kultur und Individualität zu betrachten. Dabei wurden fächerübergreifende Erkenntnisse, u.a. aus der Soziologie, Ethnologie oder Anthropologie, herangezogen.
Aufgrund der Annahme, dass Individuen im Laufe ihrer Sozialisation Höflichkeit verstehen und anwenden lernen, ergeben sich notwendigerweise Komplikationen beim Eintritt in einen anderen Kulturkreis. Neben der fremden Sprache begegnet man unbekannten Umgangsformen, deren Verhaltensregeln erkannt und gegebenenfalls angewandt werden müssen. Der Nutzen von kontrastiven Studien liegt im Allgemeinen darin, gesellschaftlich bedingte Sprachbarrieren aufzuzeigen und zu erklären, um nicht zuletzt kulturelle Unterschiede verstehen und überwinden zu können.
Die vorliegende Studie soll einen Beitrag zur Erforschung interkulturellen Lebens leisten, indem Komplimenterwiderungen und Ablehnungen unter mexikanischen Studierenden der ‚Universidad Autónoma del Estado de Morelos’ analysiert und mit Erkenntnissen aus dem englischsprachigen Raum verglichen werden. Die grundlegende Fragestellung lautet, welche Strategien mexikanische Studierende zur Erwiderung der genannten Sprechakte anwenden.
Im Laufe meines zehnmonatigen Aufenthalts an dieser Universität bin ich des Öfteren auf kulturell bedingte Unterschiede gestoßen, die sich ebenfalls in der sprachlichen Höflichkeit abzeichneten. Zudem stelle ich auch im täglichen Miteinander mit meinem mexikanischen Partner fest, welch hohen Stellenwert Höflichkeit als eine Form von Respekt und Anerkennung in der mexikanischen Kultur innehat.
Im Rahmen der vorliegenden Studie ist es nicht möglich, generelle Aussagen über Höflichkeit im mexikanischen Spanisch zu treffen, jedoch kann die exemplarische Analyse an einer begrenzten Sprechgruppe einen Einblick in herrschende Konventionen geben. Dabei darf nicht außer Acht gelassen werden, dass ich in Deutschland aufgewachsen bin, entsprechend deutscher gesellschaftlicher Normen geprägt wurde und daher der ‚deutsche Blickwinkel’ in die Interpretation zwangsläufig mit einfließt.
Der Aufbau der vorliegenden Arbeit ist in zwei Haupteile gegliedert. Im Theorieteil werden sprachphilosophische Arbeiten zur Sprechakttheorie und die Maximen von Grice umrissen, um die historische Entwicklung der Forschung nachzuzeichnen. Im Mittelpunkt stehen jedoch die kanonischen Werke von Brown/ Levinson (‚face’) und Leech (Konversationsmaxime), da eine quantitative Einschränkung der umfangreichen Forschungsliteratur notwendig war.
Im empirischen Teil folgt nach einer Erläuterung der methodischen Vorgehensweise die Darstellung der Ergebnisse. Abschließend werden die Resultate in Hinblick auf die genannten Theorien und mit Hilfe persönlicher Erkenntnisse über die mexikanische Gesellschaft diskutiert.
Theoretischer Teil
2. Grundpositionen der Sprechakttheorie
Der bedeutende Sprachphilosoph John L. Austin entwickelt in seinen Vorlesungen (posthum 1962 als “How to do things with words“ veröffentlicht) die grundlegenden Annahmen der Sprechakttheorie. Im Gegensatz zum logischen Positivismus (vgl. Levinson, 1994: 228) vertritt er die Ansicht, Sprache werde nicht nur deskriptiv gebraucht, sondern sei ebenfalls eine Art Werkzeug, um Handlungen zu vollziehen. Sprechen sei Handeln.
Anfangs unterscheidet Austin zwischen konstativen und performativen Äußerungen. Konstative würden Tatsachen bezeichnen, deren Wahrheitsgehalt als wahr bzw. falsch beurteilt werden könne. Performative1 dagegen würden eine Handlung implizieren, die gelingen bzw. scheitern könne. In seiner Theorie der Fehlschläge definiert er Gelingensbedingungen (‚felicity conditions’), die „korrekte sprachliche Formen einer Äußerung sowie die äußeren Umstände, die Teilnehmer sowie deren Überzeugungen und Einstellungen“ umfassen (Nixdorf 2002: 19). Eine performative Äußerung sei nicht gelungen (‚unhappy’), falls von den Kommunikationspartnern allgemein akzeptierte Gesprächskonventionen verletzt würden (vgl. Austin 1962: 14f.).
2.1. Sprechakttypen
Aufgrund wachsender Zweifel an der Dichotomie der Äußerungsklassen gelangt Austin zu der Annahme, dass jede Sprachäußerung eine ausgeführte Handlung sei. Mit dem Ziel, komplexe Sprachhandlungen in einzelne Faktoren aufzuspalten, unterscheidet er folgende Sprechakte (Levinson: 236 ff.):
- lokutionärer Akt: Äußerung eines Satzes mit determiniertem Sinn und determinierter Referenz
- illokutionärer Akt: durch Äußerung eines Satzes etwas feststellen, anbieten, versprechen, usw. mittels der konventionellen Kraft, die mit ihr (oder mit ihrer expliziten performativen Paraphrase) verbunden ist
- perlokutionärer Akt: das Hervorbringen von Wirkungen auf die Adressaten durch Äußerung des Satzes, wobei die Wirkungen von den Äußerungsumständen abhängig sind
[...]
1 Begriff abgeleitet von dem englischen Verb to perform: „it indicates that the issuing of the utterance is the performing of an action“ (Austin 1962: 6)
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