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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2005, 17 Pages
Author: Dipl. oec. Patrik Egeler
Subject: Economics / Business: Political Economics
Details
Institution/College: University of Hohenheim (Haushalts- und Konsumökonomik)
Tags: Entwicklung, Consumer, Economics, Konsumökonomik, Disziplin, Konsumökonomisches, Hauptseminar
Year: 2005
Pages: 17
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 13 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-43268-9
File size: 349 KB
In dieser Arbeit wird die Entstehung und Entwicklung der wissenschaftlichen Disziplin Konsumökonomik, bzw. im amerikanischen Raum der Consumer Economics, aufgezeigt. Die behandelten Unterpunkte sind im Inhaltsverzeichnis ersichtlich.
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Abstract
Ökonomen wird oft nachgesagt, dass sie sich nur mit der Profitsteigerung von Unternehmen befassen; das Stichwort Gewinnmaximierung ist wohl eines der häufigsten Schlagwörter, die genannt werden, wenn man Menschen fragt: „Mit was beschäftigen sich Ökonomen?“. Was dabei nur die Wenigsten wissen ist, dass es innerhalb der modernen ökonomischen Wissenschaft auch Ökonomen gibt (und schon länger gab), die sich nicht nur mit den ökonomischen Problemen von Unternehmen oder Staaten befassen, sondern auch mit denjenigen Problemstellungen, die der kleinsten Wirtschaftseinheit täglich begegnen, nämlich dem privaten Haushalt bzw. dem einzelnen Konsumenten. Dieser muss nämlich so gut wie jeden Tag aufs Neue Entscheidungen treffen, die den Konsum von Gütern oder Dienstleistungen betreffen, die in unserer Gesellschaft angeboten werden. Die Entwicklung bzw. Entstehung der wissenschaftlichen Disziplin, die man heute mit dem Namen „Consumer Economics“ bzw. im deutschsprachigen Raum mit „Konsumökonomik“ bezeichnet, ist nun Gegenstand dieser Arbeit.
Excerpt (computer-generated)
Universität Hohenheim
Fakultät: Wirtschafts- und Sozialwissenschaften
Konsumökonomisches Hauptseminar
8. Semester
Die Entwicklung der Consumer Economics und der
Konsumökonomik als eigenständige Disziplin
von: Patrik Egeler
INHALTSVERZEICHNIS
1 Einleitung 1
2 Die Entstehung der Wirtschaftswissenschaften 2
3 Konsumökonomik bzw. Consumer Economics 4
3.1 Abgrenzung und Definition 4
3.2 Größe und Bedeutung der Consumer Economics 5
4 Die Verbindung zwischen der Entwicklung der Consumer Economics und der „Konsumentenbewegung“ in den USA 5
5 Konsumökonomik in Deutschland 9
6 Die Entwicklung des Konsums und die Industrielle Revolution sowie die Konsumrevolution als konsumhistorisch bedeutende Ereignisse 10
7 Schlussbemerkung 12
1 Einleitung
Ökonomen wird oft nachgesagt, dass sie sich nur mit der Profitsteigerung von Unternehmen befassen; das Stichwort Gewinnmaximierung ist wohl eines der häufigsten Schlagwörter, die genannt werden, wenn man Menschen fragt: „Mit was beschäftigen sich Ökonomen?“.
Was dabei nur die Wenigsten wissen ist, dass es innerhalb der modernen ökonomischen Wissenschaft auch Ökonomen gibt (und schon länger gab), die sich nicht nur mit den ökonomischen Problemen von Unternehmen oder Staaten befassen, sondern auch mit denjenigen Problemstellungen, die der kleinsten Wirtschaftseinheit täglich begegnen, nämlich dem privaten Haushalt bzw. dem einzelnen Konsumenten. Dieser muss nämlich so gut wie jeden Tag aufs Neue Entscheidungen treffen, die den Konsum von Gütern oder Dienstleistungen betreffen, die in unserer Gesellschaft angeboten werden. Die Entwicklung bzw. Entstehung der wissenschaftlichen Disziplin, die man heute mit dem Namen „Consumer Economics“ bzw. im deutschsprachigen Raum mit „Konsumökonomik“ bezeichnet, ist nun Gegenstand dieser Arbeit. Um dieser nicht ganz einfachen Aufgabe gerecht zu werden, soll zunächst ein Einblick in die Entstehung der ökonomischen Wissenschaften gegeben werden, zu denen die Consumer Economics bzw. die Konsumökonomik gehört. Da eine zeitliche Trennung oder Abspaltung einer konsumökonomischen (Teil-) Disziplin nicht eindeutig erkennbar ist, erscheint es sinnvoll, sich mit der Entstehung der Wirtschaftswissenschaft als Ganzes zu befassen. Daran anschließend folgt eine begriffliche Abgrenzung der Konsumökonomik bevor dann zunächst die Entwicklung der Consumer Economics in den USA betrachtet wird. Hierbei wird auf einige wichtige Ereignisse eingegangen, die zusammengefasst ein mit dem Begriff „Consumer movement“ betiteltes Phänomen ergeben, das sich als wichtige Wegmarkierung der Entwicklung dieser Disziplin erwiesen hat. Die Konsumökonomik in Deutschland wird daran anschließend behandelt, bevor abschließend ein Rückblick auf bedeutende konsumhistorische Ereignisse gegeben wird. Einerseits um die potentielle Dynamik des konsumökonomischen Feldes aufzuzeigen, andererseits um den gesellschaftlichen Konsum an sich, der ja die essentielle Grundlage der wissenschaftlichen Forschung auf diesem Gebiet ist, kurz vergangenheitsorientiert zu beleuchten.
2 Die Entstehung der Wirtschaftswissenschaften
Die alte Ökonomik, wie der Ursprung der ökonomischen Theorien auch oft bezeichnet wird, hat ihre Wurzeln in der Antike. So sind als die ersten ökonomischen Schriften die so genannten griechischen Ökonomien von Xenophon und Aristoteles sowie die römischen „Scriptores rei rusticae“ bekannt, die überwiegend landwirtschaftliche Aspekte behandelten. Die erste vollständig überlieferte griechische Ökonomik ist „Oikonomikos“ von Xenophon und stammt aus dem 4. Jahrhundert v. Chr.1 Aristoteles befasste sich bereits mit der „Erwerbskunst“ und grenzte diese von der „Hausverwaltungskunst“ ab: „…die eine schafft herbei, die andere verwendet“. 2 Den Erwerb teilte er in zwei verschiedene Formen auf: zum Einen in die Ökonomie, die die Hausverwaltungskunst und eine naturgemäße Erwerbskunst beinhaltet und zum Anderen in die Chrematistik, unter der er die markt- und geldorientierte Kaufmannskunst versteht. Er beschrieb damit zur damaligen Zeit verschiedene Formen des Wirtschaftens wie z. B. Tausch, Handel und Gelderwerb (Chrematistik), sowie das Haushalten im „Oikos“ (Ökonomik).3
Aristoteles sah im „Oikos“4 die kleinste Einheit der Gesellschaft, die ein Oberhaupt hatte, nämlich den patriarchalischen Hausherr, der diese kleinste Wirtschaftseinheit, die die Hausverwaltungskunst anwendete, anführte. In der weiteren historischen Entwicklung wurden deshalb auch wirtschaftswissenschaftliche Arbeiten, die sich mit dem Haushalt und den Konsumenten beschäftigten mit dem Begriff „Hausväterliteratur “ bezeichnet.5 Zuvor entstanden vom 12. bis 14. Jahrhundert in Europa die ersten Ökonomiken, deren Ziel es war, den Menschen eine Hilfestellung für das tägliche Handeln zu geben und Wissen zur Orientierung zu vermitteln. Einige dieser Schriften wurden damals beispielsweise an der Universität Paris erarbeitet.6
[...]
1 Vgl. Richarz (1991), S. 18-19.
2 Aristoteles (1973), S. 61.
3 Vgl. Richarz (1991), S. 25.
4 Der Begriff “Oikos” stammt aus dem antiken Griechenland und bezeichnete die Hausgemeinschaft, die den Mittelpunkt des Lebens darstellte. Siehe hierzu auch Richarz (1991), S. 18.
5 Siehe dazu auch Wohlers (o. J.) sowie Hüther (1988), S. 152-153. Die im 18. Jahrhundert am weitesten verbreitete Ökonomik ist die von Becher (1704) mit dem Titel „Kluger Hauß-Vater / Verständige Hauß-Mutter“.
6 Unter den Autoren finden sich Namen wie Vinzenz von Beauvais, Aegidius Romanus und Konrad von Megenberg. Siehe dazu ausführlicher Siegrist et al. (1997), S. 45.
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