Frauen im 18. Jahrhundert

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Details

Titel: Frauen im 18. Jahrhundert
Autor: Alexandra Köhler
Fach: Soziologie - Familie, Frauen, Männer, Sexualität, Geschlechter
Veranstaltung: Sexualität und Gesellschaft
Institution/Hochschule: Carl von Ossietzky Universität Oldenburg (Sozialwissenschaften)
Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 2005
Seiten: 22
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 9  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 111 KB
Archivnummer: V46009
ISBN (E-Book): 978-3-638-43294-8

Textauszug (computergeneriert)

Frauen im 18. Jahrhundert

von: Alexandra Köhler

 


Inhaltsverzeichnis

1.) Einleitung Seite 2

2.) Frauenarbeit Seite 3-5

3.) Liebe Seite 5-6

4.) Die Ehe Seite 7-11

4.1) Rechte und Pflichten der Frau Seite 7-8
4.2) Ehekonflikte Seite 8-9
4.3) Ehebruch Seite 9-10
4.4) Unverheiratet und Schwanger Seite 10-11

5.) Sexualität Seite 11-18

5.1) Sexualität der Frau Seite 10-14

5.1.2) Onanie Seite 14-15

5.2) Prostitution Seite 15-16
5.3) Vergewaltigung Seite16-18

6.) Frauen Heute Seite 18-20

7.) Schluss Seite 20-21



 

1.) Einleitung

Patriarchate Herrschaftsverhältnisse stellen den vielleicht zentralsten und zählebigsten wie auch universellsten Aspekt gesellschaftlicher Ungleichheit dar. Den Männern gelang es, sich die Frauen, einschließlich ihrer Gebärfähigkeit, untertan zu machen und diese Unterdrückung über die Jahrtausende zu behaupten. Es stellt sich dabei die Frage, wie eine Frau diese jahrelange Unterdrückung aushalten und überleben konnte. Und wie konnten Männer ihr Patriarchat rechtfertigen? Diese Arbeit beschäftigt sich speziell mit den Frauen im 18. Jahrhundert; es wird aufgeführt, wie Frauen arbeiteten, wie sie liebten, die Konzepte der Ehe und inwieweit sie ihre Sexualität erforschen konnten. Konnten Frauen im 18. Jahrhundert überhaupt lieben und Gefühle zeigen oder wurden diese von den Männern unterdrückt? Der Punkt 6.) Frauen Heute erläutert die Situationen von Frauen in der heutigen Zeit und ob es Veränderungen gegeben hat und noch alte Vorstellungen aus dem 18. Jahrhundert existieren, die heute noch präsent sind. Es soll die Frage beantwortet werden, inwieweit Frauen heute noch von den Theorien des Aufklärungszeitalters betroffen sind.

2.) Frauenarbeit

Im 18. Jahrhundert gab es keine Trennung von Hausarbeit und Erwerbstätigkeit, d.h. alle Familienmitglieder leisteten ihren jeweils unterschiedlichen Beitrag zur Wirtschaft des so genannten „ ganzen Hauses“.1 Sowohl Männer als auch Frauen verrichteten die Arbeiten im Haushalt als auch auf den Feldern, im Garten und Drescharbeiten. Oftmals hatten die städtischen Haushalte Ackerflächen und Wiesen, die von Frauen und Kindern bewirtschaftet wurden. Auch im Handwerk waren die Frauen tätig und arbeiteten in den Städten als Schneiderinnen, Näherinnen, Korsettmacherinnen, Bandmacherinnen und Handschuhmacherinnen. Somit spielte die Frau eine gleichwertige Rolle im familiären Gesamthaushalt des 18. Jahrhunderts. Bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts gehörte die Erziehung der Kinder nicht zu den Arbeitsbereichen der Frau. Einen von der Erwachsenenwelt abgegrenzten Schonraum, den wir heute als „ Kindheit“ kennen, gab es noch nicht. Kinder waren gezwungen früh erwachsen zu werden, indem sie in die Arbeit des ganzen Hauses als Arbeitskräfte miteinbezogen wurden. Die Frau übernahm keine Mutterrolle und die Kinder wurden nicht wie heute sozialisiert. Sie wurden nicht erzogen, erfuhren keine mütterliche Fürsorge und hatten keine „ Kinderspiele“, die nur von Kindern gespielt wurden.2

Erst im Verlauf des 18. Jahrhunderts änderten sich diese kulturellen Muster und es setzte sich das Bild der modernen Kleinfamilie durch. Daraus entwickelte sich das Konzept der Kindheit und mit ihm die „ Mutterrolle“, bei der allein die Frau für die Erziehung der Kinder zuständig war. Von da an wurden Hausarbeit und Erwerbstätigkeit getrennt und die Frau alleine war nun für die physischen und Bedürfnissen ihrer Kinder und ihres Ehemannes verantwortlich. Sozialpolitiker schrieben den Frauen typisch weibliche Eigenschaften zu: Ihrer Meinung nach solle die Frau Eigenschaften zeigen wie Mütterlichkeit, Fürsorglichkeit, Einfühlsamkeit, Emotionalität und Sittsamkeit. Sie glaubten, dass diese Eigenschaften tief in der Psyche der weiblichen Natur verankert seien. Dieses neu erschaffte zwang die Frauen in die Rolle der passiven, sanften Ehefrau und Mutter und beinhaltete, dass die Frauen keine sexuellen Gefühle äußern durften.3 Somit wurden Charaktere der Geschlechter polarisiert und Wesensunterschiede zwischen Frauen und Männern neu definiert. Der Mann galt im Kontrast zur Frau als triebhaft und war für die gesellschaftserhaltenden und beruflichen Belange zuständig. Durch die konzipierten psychischen Geschlechterunterschiedlichkeiten orientierten sich die Männer auf die öffentlichen Bereiche während die Frauen sich auf die private Reproduktion konzentrierten Die Frauen in dieser Zeit verrichteten das neu bestimmte Phänomen „Hausarbeit“ und wirkten neben dem Mann untergeordnet und unauffällig im Haus. „ Musterbeispiel einer tugendhaften Bürgerin war die 1790 gebornen Frau des Kaufmanns David Lewald. Sie kümmerte sich viel um ihre acht Kinder, las ihnen vor, brachte ihnen das ABC und Gedichte bei und lernte die Töchter im Haushalt an. Ihrem Mann war sie in >>der verehrendsten Liebe<< zugetan, gehorchte seinen Anweisungen und war >>voll unermüdlicher Sorgfalt<< um ihn bemüht. Mit ihm gemeinsam nahm sie die ihren Stand gemäßen Repräsentationspflichten wahr, richtete Gesellschaften und Abenddiners aus und besuchte Bälle und Privateinladungen. Außer der Erziehung der Kinder oblag ihr vor allem die Leitung der arbeitsintensiven Hauswirtschaft, die zu jener Zeit noch weitgehend auf dem Grundsatz der Selbstfabrikation beruhte. In Mußestunden beschäftigte sie sich mit Stricken, Spinnen oder Sticken, Künsten, in die sie auch die Töchter frühzeitig einführte…“ 4

Dieses Zitat verdeutlicht, welche Rolle von der „tugendhaften Bürgerin“ im 18. Jahrhundert erwartet wurde. Die Ausbildung der Mädchen zielte darauf von früher Kindheit schon darauf ab, sie alleine zu einer tugendhaften Bürgerin auszubilden. Das bedeutete, dass Töchterbildung darauf abzielte, „zum einen die gesellschaftsfähige junge Dame mit Talent und Geschmack und zum andern, teilweise konkurrierend zu ersterem, die zu ihrem „natürlichen Beruf“ bestimmte Frau mit den Qualitäten der „Häuslichkeit“ und „Mütterlichkeit“ auszubilden.“5 Hieraus zeigt sich, dass Hausarbeit nicht zeitlos ist, sondern „relativ neuen Ursprungs“6 . Im 18. Jahrhundert traten an die Stelle der Standesdefinitionen Charakterdefinitionen. Bestimmte geschlechtspezifische Merkmale wurden zugeordnet und die Frau, wenn sie von der Gesellschaft anerkannt werden wollte, führte die folgenden Tätigkeiten aus: die Hausarbeit und die Kindererziehung. Damals wie auch heute noch ist die Hausarbeit eine unbezahlte Arbeit, die immer noch zum stereotypischen Bild der Frau gehört und gesellschaftlich nur unzureichende Annerkennung erlangt.

3.) Liebe

[...]


1 E.Bock /B.Duden: Frauen und Wissenschaft. Beiträge zur Berliner Sommeruniversität für Frauen. S.125

2 Frauen und Wissenschaft. S. 134

3 Frauen und Wissenschaft. S. 150

4 Ute Frevert: Frauen-Geschichte zwischen Bürgerlicher Verbesserung und neuer Weiblichkeit. S.32

5 Karin Hausen: Die Polarisierung der „Geschlechtscharaktere“ – Eine Spiegelung der Dissoziation von Erwerbs -und Familienleben. S.388

6 Frauen und Wissenschaft. S.122

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