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Diploma Thesis, 2004, 57 Pages
Author: Michael Kutz
Subject: Economics / Business: Trade and Distribution
Details
Tags: RFID-Technologie, Einsatz, Implementierung, Handelsunternehmen
Year: 2004
Pages: 57
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 60 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-43420-1
ISBN (Book): 978-3-640-20361-1
File size: 313 KB
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Abstract
Handelsunternehmen in Deutschland finden sich heute einem immer schärferen Wettbewerb ausgesetzt. Das Zusammenwachsen der Welt mit Hilfe von modernen Kommunikationstechnologien lässt neue Wettbewerber auf den traditionellen Markt treten und neue Vertriebskanäle, wie zum Beispiel den E-Commerce, entstehen. Mit hartem Preiskampf wird um die Gunst der Kunden geworben. Das Ergebnis sind sinkende Gewinnspannen. Langfristig überleben kann in diesem Marktumfeld nur, wer seine Prozesse an die Marktgegebenheiten anpasst und kontinuierlich optimiert. Unternehmen haben daher erkannt, dass dieser Weg zum Erfolg in einer durchgängigen Planung und Optimierung der Logistikkette liegt. Einer Logistikkette, die die Teilnehmer durch Zusatznutzen und niedrigere Gesamtkosten wettbewerbsfähiger macht. Der Wettbewerb spielt sich nicht mehr nur zwischen Unternehmen ab, sondern zwischen gesamten Logistikketten. Der Schlüssel hierzu ist der Aufbau eines anpassungsfähigen Lieferketten Netzwerkes. Eine Supply Chain, die die Flexibilität besitzt, in fast Echt-Zeit auf Marktgegebenheiten und -entwicklungen reagieren zu können, ein Netzwerk, das die Quadratur des Kreises schafft, Lagerbestände zu reduzieren und trotzdem volle Regale zu garantieren. Grundvoraussetzung hierfür ist eine fast vollständige Transparenz des Warenflusses entlang der Supply Chain und ein einfacher Zugriff auf diese Daten. Der optimale Einsatz dieser Daten und Informationen ist heute entscheidend für den Erfolg in einem immer intensiveren Wettbewerb. Die Technologie, die dies ermöglichen kann, ist Radio Frequency Identification – kurz RFID. Sie soll die Prozesse in der Konsumgüter Branche in den nächsten Jahren grundlegend verändern, indem Paletten, Versandeinheiten und sogar einzelne Artikel mit Mikrochips ausgestattet und so kontaktlos über eine Seriennummer eindeutig identifizierbar werden. Für viele Unternehmen aus Industrie und Handel steht daher bei der RFIDImplementierung auf Grund des hohen Konkurrenzdrucks nicht mehr das „ob“, sondern vielmehr das „wann“ und „wie“ im Vordergrund. Eine europaweite Studie im Jahr 2005 des Marktforschungsinstituts Vanson Bourne ermittelte, „… dass 41 Prozent aller europäischen Händler noch in diesem Jahr die Einführung von RFID planen.“ Es gilt zu entscheiden, ob man bei den ’First Mover’ dabei sein möchte. oder wartet man ab, beobachtet die Entwicklung und führt die Technologie ein, wenn sich Standards etabliert haben und die Preise überschaubar sind.
Excerpt (computer-generated)
I
RFID Technologie:
Einsatz und Implementierung in einem Handelsunternehmen
DIPLOMARBEIT
für die Prüfung zum
Diplombetriebswirt (Berufsakademie)
des Studiengangs Handel II
an der Berufsakademie Stuttgart
von
Michael Kutz
April 2005
Bearbeitungszeitraum 3
Monate
Kurs WHD02D
II
Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis IV
Abkürzungsverzeichnis IIV
1
Einleitung 1
2
Grundlagen RFID-Systeme 2
2.1
Unterscheidungsmerkmale 2
2.2
Bestandteile eines RFID-Systems 4
2.2.1 RFID-Chip 4
2.2.2 Elektronischer Produktcode (EPC) 5
2.3
Ziele des Einsatzes 6
3
Betriebsformen des Handels 8
3.1
Funktioneller und institutioneller Handel 8
3.2
Charakterisierung und Klassifizierung der Handelsunternehmen 9
4
Einsatzmöglichkeiten von RFID in einem Handelsbetrieb 10
4.1
Aktionsorientierte Funktionen des Handels 10
4.2
Einsatz von RFID-Systemen in der Logistik des Handelsbetriebes 11
4.2.1 Einsatz auf Paletten Ebene 13
4.2.1.1
Wareneingang im Distributionszentrum 14
4.2.1.2
Interner Warenfluss im Distributionszentrum 15
4.2.1.3
Warenausgang im Distributionszentrum 16
4.2.2 Einsatz auf Umkartons 18
4.2.2.1
Wareneingang im Distributionszentrum 18
4.2.2.2
Kommissionierung im Distributionszentrum 19
4.3
Einsatz von RFID in der Filiale 22
4.3.1 Lagermanagement 23
4.3.2 Bestandsmanagement 24
4.3.3 Einsatz auf Artikel Ebene 26
4.4
Probleme des RFID-Einsatzes 28
5
Implementierung von RFID in einem Handelsbetrieb 30
5.1
Voraussetzungen 30
5.2
Projektablauf 31
5.3
Grundlagen schaffen 32
5.3.1 Vision und Projektziel 33
5.3.2 Prozess Analyse 34
5.3.3 Auswahl eines Pilot Projektes 35
5.3.4 Kosten-Nutzen Analyse 37
5.4
Einbindung der Lieferanten 38
5.5
Auswahl der Hardware 39
III
5.6
Auswahl der Software 40
5.7
Evaluierung und Implementierung 41
6
Schlussbetrachtung 44
Anhang 46
Literaturverzeichnis 47
Verzeichnis der Internetquellen 49
Gesprächsverzeichnis 51
IV
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Modell-Darstellung eines RFID-Systems
3
Abbildung 2: RFID-Chip mit Antennenschlaufen
5
Abbildung 3: Darstellung eines elektronischen Produktcodes (EPC)
5
Abbildung 4: Ziele bei der Einführung von RFID-Systemen
8
Abbildung 5: Logistikkette mit RFID vom Hersteller bis zur Filiale des Händlers
12
Abbildung 6: Kosten und Arbeitsstunden Reduktion im DZ xxx durch Einsatz von RFID-
Systemen auf Paletten Ebene
17
Abbildung 7: Kosten- und Arbeitsstundenreduzierungspotential durch Einsatz von RFID-
Systemen auf Karton Ebene im DZ xxx
21
Abbildung 8: Konsumentenverhalten bei Out-of-Shelf Situationen
25
Abbildung 9: Zeitreduktion durch RFID bei der Regalbefüllung
26
Abbildung 10: Prozess der Wissensbildung in einem RFID-Projekt
33
Abbildung 11: Modellhafte Darstellung einer Logistikkette
35
Abbildung 12: Erwartete Auswirkungen von RFID auf die Zielgrößen der Logistik
43
Abbildung 13: Transponder-Chip von Hitachi auf einer Fingerkuppe
46
Abbildung 14: Die aktionsorientierten Handelsfunktionen
46
V
Abkürzungsverzeichnis
DZ Distributionszentrum
EDI
Electronic Data Interchange
EPC Electronic Product Code
ERP Enterprise Ressource Planning
EUR Euro
h Arbeitsstunde
KPI
Key Performance Indikatoren
MHD Mindesthaltbarkeitsdatum
NVE Nummer der Versand Einheit
RFID Radio Frequency Identification
RoI
Return of Investment
sec Sekunde
1
RFID Technologie:
Einsatz und Implementierung in einem Handels-
unternehmen
1 Einleitung
Handelsunternehmen in Deutschland finden sich heute einem immer schärferen Wettbe-
werb ausgesetzt. Das Zusammenwachsen der Welt mit Hilfe von modernen Kommunika-
tionstechnologien lässt neue Wettbewerber auf den traditionellen Markt treten und neue
Vertriebskanäle, wie zum Beispiel den E-Commerce, entstehen. Mit hartem Preiskampf
wird um die Gunst der Kunden geworben. Das Ergebnis sind sinkende Gewinnspannen.
Langfristig überleben kann in diesem Marktumfeld nur, wer seine Prozesse an die Markt-
gegebenheiten anpasst und kontinuierlich optimiert.1
Unternehmen haben daher erkannt, dass dieser Weg zum Erfolg in einer durchgängigen
Planung und Optimierung der Logistikkette liegt. Einer Logistikkette, die die Teilnehmer
durch Zusatznutzen und niedrigere Gesamtkosten wettbewerbsfähiger macht. Der Wett-
bewerb spielt sich nicht mehr nur zwischen Unternehmen ab, sondern zwischen gesam-
ten Logistikketten.2 Der Schlüssel hierzu ist der Aufbau eines anpassungsfähigen Liefer-
ketten Netzwerkes. Eine Supply Chain3, die die Flexibilität besitzt, in fast Echt-Zeit auf
Marktgegebenheiten und -entwicklungen reagieren zu können, ein Netzwerk, das die
Quadratur des Kreises schafft, Lagerbestände zu reduzieren und trotzdem volle Regale
zu garantieren.4 Grundvoraussetzung hierfür ist eine fast vollständige Transparenz des
Warenflusses entlang der Supply Chain und ein einfacher Zugriff auf diese Daten. Der
optimale Einsatz dieser Daten und Informationen ist heute entscheidend für den Erfolg in
einem immer intensiveren Wettbewerb.5 Die Technologie, die dies ermöglichen kann, ist
Radio Frequency Identification kurz RFID. Sie soll die Prozesse in der Konsumgüter
Branche in den nächsten Jahren grundlegend verändern, indem Paletten, Versandeinhei-
ten und sogar einzelne Artikel mit Mikrochips ausgestattet und so kontaktlos über eine
Seriennummer eindeutig identifizierbar werden.6
Für viele Unternehmen aus Industrie und Handel steht daher bei der RFID-
Implementierung auf Grund des hohen Konkurrenzdrucks nicht mehr das ,,ob", sondern
vielmehr das ,,wann" und ,,wie" im Vordergrund.7 Wal-Mart, der größte Einzelhandelskon-
1 Vgl. o.V., 2002, S. 4
2 Vgl. Piontek, J., 2003, S. 1
3 supply chain (engl.) = ,,... ein Netzwerk verschiedener Unternehmen, die zusammenarbeiten, um
ein Produkt herzustellen und es zum Endkunden zu bringen."; o.V., 2004z, S. 84
4 Vgl. o.V., 2002, S. 3
5 Vgl. o.V., 2005j, S. 1
6 Vgl. o.V., 2004, S. 1
7 Vgl. Lietz, K. J., 2005, S. 1
2
zern der Welt, gab bekannt, dass seine 100 Top Lieferanten in den USA bis zum Jahr
2005 die angelieferten Paletten mit RFID-Chips ausstatten müssen. In Europa treiben
Konzerne wie Metro, Carrefour und Tesco mit Pilotprojekten die Entwicklung voran.8 Eine
europaweite Studie im Jahr 2005 des Marktforschungsinstituts Vanson Bourne ermittelte,
,,... dass 41 Prozent aller europäischen Händler noch in diesem Jahr die Einführung von
RFID planen."9 Es gilt zu entscheiden, ob man bei den ′First Mover′ dabei sein möchte.
Setzt dabei auf den zu erwartenden Know-How Vorsprung und bestimmt zu entwickelnde
Standards mit, oder wartet man ab, beobachtet die Entwicklung und führt die Technologie
ein, wenn sich Standards etabliert haben und die Preise überschaubar sind. Möglicher-
weise gilt es aber dann einen Vorsprung der Konkurrenz wettzumachen, der vielleicht
nicht mehr einzuholen ist.10 Ziel dieser Diplomarbeit ist es, die Einsatzmöglichkeiten von
RFID-Systemen in einem Handelsbetrieb zu untersuchen und eine mögliche Implementie-
rung darzustellen. Dazu wird erst ein allgemeiner Überblick über RFID-Systeme gegeben
und die betreffenden Handelsbetriebe werden definiert. Im ersten Hauptteil der Arbeit soll
dann die Einsatzmöglichkeit der Technologie und die Auswirkung auf die Prozesse in ei-
nem Handelsbetrieb, grob untergliedert in Distributionszentrum und angeschlossene Filia-
len, dargestellt werden. Für einen direkten Praxisbezug und um eine anschauliche Dar-
stellung zu schaffen, soll die mögliche Auswirkung der RFID-Technologie auf ausgewählte
Prozesse bei der xxx analysiert werden. Dabei soll auch auf die möglichen Anwendungs-
gebiete eingegangen werden, die RFID in der Zukunft möglich macht. Den Abschluss des
ersten Hauptteils bildet eine Zusammenfassung der Probleme, die mit dem Einsatz von
RFID-Systemen verbunden sind. Im zweiten Hauptteil der Arbeit wird dann eine mögliche
Implementierung der Technologie in einem Handelsbetrieb behandelt. Aktuelle Beispiele
der verschiedenen Implementierungsphasen in der Konsumgüterbranche sollen auch hier
zur Veranschaulichung herangezogen werden.
2 Grundlagen RFID-Systeme
2.1 Unterscheidungsmerkmale
RFID ist die Abkürzung für Radio-Frequency-Identification. Diese Technologie ermöglicht
es, Daten per Funk zu übertragen.11 Ein RFID-System besteht aus zwei Hardware Kom-
ponenten: dem RFID-Lesegerät und einem RFID-Chip oder Transponder der auf die zu
identifizierenden Objekte angebracht wird und mehreren Software Anwendungen, die die
8 Vgl. o.V., 2004m, S. 5
9 Eichstäd, B., 2004, S. 1
10 Vgl. o.V., 2004b, S. 6
11 Vgl. Bald, C., 2004, S. 91
3
registrierten Einheiten verfolgen, überwachen, melden und verwalten.12 Trotz des verfäl-
schenden Namens fungiert das Lesegerät als Sender, das elektromagnetische Energie
aussendet, um die gespeicherten Daten der RFID-Transponder zu lesen. Es werden ver-
schiedene RFID-Systeme unterschieden:
1. Passive Transponder Systeme
In passiven Transponder Systemen brauchen die RFID-Chips keine eigene Ener-
giequelle. Stattdessen wird die Energie der Radiowelle, die das Lesegerät aus-
sendet benutzt um die Daten abzufragen. Dadurch sind diese passiven Transpon-
der relativ günstig in der Herstellung, allerdings leidet die Reichweite darunter.
2. Semi-passive Transponder Systeme
In semi-passiven Transponder Systemen besitzt der Chip eine eigene Energie-
quelle in Form einer Batterie. Diese wird aber nur dazu verwendet den Chip beim
Senden mit Energie zu versorgen wenn er von einem Lesegerät angesprochen
wird, nicht aber um selbst ein Funksignal auszusenden.
3. Aktive Transponder Systeme
In aktiven Transponder Systemen besitzt der Chip eine Energiequelle um somit
eigene Radiowellen zu generieren und somit Funkwellen auszusenden auch wenn
kein RFID-Lesegerät in Reichweite ist. 13
Im Handel sind nur passive Transponder Systeme sinnvoll, da sie für die Anforderungen
ausreichen. Durch übernommene Verfahren aus der Funk- und Radartechnik kann so ein
kontaktloser Austausch der Daten zwischen Datenträger und Lesegerät ermöglicht wer-
den.14 Abbildung 1 zeigt eine modellhafte Darstellung eines RFID-Systems. Auf die dar-
gestellte Funktionsweise wird in Kapitel 2.5.2 eingegangen.
Kotrolleur
Lesegerät
Transponder
D
a
tennetz
Antenne
Produkt
Abbildung 1: Modell-Darstellung eines RFID-Systems15
12 Vgl. o.V., 2004m, S. 4
13 Vgl. Hodges, S.; Harrison, M. 2003, S. 8
14 Vgl. Finkenzeller, K., 2002, S. 6
15 In Anlehnung an: Renz, A., 2003, S. 5
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