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Scholary Paper (Seminar), 2004, 13 Pages
Author: Anja Nickel
Subject: English Language and Literature Studies - Literature
Details
Institution/College: University of Erfurt (Philosophische Fakultät)
Tags: Hawthornes, Sünderin, Hester, Prynnes, Selbstbehauptung, Gesellschaft, Seminar, American, Renaissance
Year: 2004
Pages: 13
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 7 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-43436-2
File size: 79 KB
Diese Arbeit wurde in der vorgelegten Fassung vom Dozenten genehmigt und bewertet.
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Excerpt (computer-generated)
Hawthornes Sünderin: Hester Prynnes Selbstbehauptung
in einer repressiven Gesellschaft
von: Anja Nickel
Inhaltsverzeichnis
1) Einleitung 3
2) Schuld und Sühne 4
2.1. Schuldverständnis des Puritanismus- Die Sünderin Hester Prynne 4
2.2. Die Last der Vergangenheit: Hester Prynnes Erlösung 5
3) Symbolik in “Scarlet Letter”: Der scharlachrote Buchstabe und Pearl 7
4) Darstellung und Deutung von Geschichte im Roman 10
4.1. Welthaftigkeit des Romans 10
4.2. Historische Grundlagen der Romanfiguren 10
4.3. Hawthorne und Geschichte 11
4.3.1. Die “Neue Nation” im Spiegel des Romans 11
4.3.2. Revision des etablierten Geschichtsmythos seiner Zeit 11
5) Schluss 12
6) Quellen 13
6.1. Primärliteratur 13
6.2. Sekundärliteratur 13
1) Einleitung
Das Zeitalter der “American Renaissance” war ideologisch zwiegespalten: Zum Einen war diese Zeit geprägt vom Fortschrittsglauben, den vor allem der prominenteste Vertreter, Ralph Waldo Emerson (1803-82), propagierte. Zu dem Kreis um Emerson gehörten auch Henry David Thoreau (1817-62), Herman Melville (1819-91) und Nathaniel Hawthorne (1804-64) zählten. Sie wurden vereint durch den Glauben an Amerika als eine neugeborene, freie Nation. Dennoch könnten sich die einzelnen Stellungnahmen kaum gravierender voneinander abheben: So kämpften Emerson und Melville ihren persönlichen Kampf mit Gott und der Moral der Gesellschaft; während sich Hawthorne mit dem Geschichtsverständnis beschäftigte. Er wandte sich, im Gegensatz zu den übrigen Transzendentalisten, auch den dunkleren Kapiteln der Vergangenheit zu. 1850 erschien der Roman “The Scarlet Letter” und sicherte Hawthorne den Ruhm, eins der bedeutendsten Romanwerke der amerikanischen Literatur geschaffen zu haben. Er stellte sich dem übertriebenen Optimismus seiner Zeit entgegen und zeigte deutlich die negativen Momente der puritanischen Gesellschaft. Ein Paradewerk hierfür ist Scarlet Letter(1850).
“Scarlet Letter” behandelt die Geschichte der Hester Prynne, die wegen Ehebruchs dazu verurteilt wurde, ein Leben lang einen roten Stoffbuchstaben auf der Brust zu tragen, um an das Verbrechen zu erinnern. Die in 24 Kapiteln erzählte Geschichte hat keinen direkten Handlungsablauf, es sind eher Szenen, die jeweils einzelne Charaktere in den Brennpunkt rücken. Genau datiert wird sie auch nicht: “not less than two centuries ago”1, dennoch gibt es Hinweise, dass die Zeitspanne 1642-49 beschrieben wird. Der Herausgeber der Geschichte um den scharlachroten Buchstaben wird uns bekannt, da er den Vorsketch “Custom House” verfasste; der Autor des “Scarlet Letter”-Manuskripts bleibt unbekannt. “Custom House” möchte ich hier außer Acht lassen und mich allein dem Roman Scarlet Letter widmen.
2) Schuld und Sühne
2.1. Das Schuldverständnis der Puritaner: Die Sünderin Hester Prynne
Das Schuldverständnis der Puritaner beruhte vor allem auf dem Gedanken, dass jeder Mensch von Natur aus sündig ist (dies ist auch durch den Glauben an die “Erb-“ oder Ursünde” durch Adam und Eva bedingt). Dies wird durch die Beschreibung des Gefängnisses verdeutlicht: Der Friedhof und das Gefängnis sind die ältesten Einrichtungen der Gemeinde, was darauf hinweist, dass das Böse Teil jeder noch so gut geplanten (“city of god”) Gesellschaft ist. Somit wird der übersteigerte Glaube an das Böse im Menschen dargestellt, welcher den größten Teil des geistlichen Lebens dieser Zeit prägte. Pearl mit ihrer ungezügelten, völlig freien Natur stellte für die Puritaner etwas Verhasstes und Gefürchtetes dar, sie musste unter Kontrolle gebracht, geordnet und ‘kultiviert’ werden. Dieser Konflikt wird durch die Ablehnung der Puritaner dargestellt und durch Hesters und Pearls ständige Einsamkeit vermittelt- niemand kam zu ihr. Hawthorne nutzt ein individuelles Schicksal, um sowohl die Verbohrtheit der Puritaner, als auch die Bereitschaft, zu vergeben, und den allmählichen Hang zum Aberglauben im Zeitraum 1642- 1649 darzustellen.
Die Geschichte beginnt an dem Punkt, ab dem die Figur Hester Prynne erstmalig interessant zu werden scheint, nämlich an der “Prison Door”. Somit muss ein Verbrechen begangen worden sein. Im zweiten Kapitel wird erklärt, was genau geschehen ist: Hester Prynne, deren Mann zwei Jahre verschollen sein sollte, hatte Ehebruch begangen, sie trug eine Tochter auf dem Arm, als sie zur Befragung auf den Pranger gestellt wurde. Der Pranger wird hier mit “scaffold” bezeichnet, was auch “Gioultine” bedeuten kann und somit einen Hinweis auf die schreckliche Willkür- und Terrorherrschaft der Jakobiner während der französischen Revolution darstellt. Mit den Kommentaren der Matronen, die Hester verurteilten, verdeutlicht er die Härte und Gehässigkeit der puritanischen Gesellschaft: “At the very least, they should have put the brand hot iron on Hester Prynnes forehead. Madam Hester would have winced at that”2. Doch Hester wurde “nur” mit dem Tragen des roten Buchstabens bestraft. Zunächst versuchte sie beschämt, das Zeichen mit dem Baby auf ihrem Arm zu verbergen, doch sogleich erkannte sie, dass ein Zeichen der Schande wohl kaum geeignet ist, ein anderes zu verdecken. So nahm sie Pearl stolz auf den Arm “and never had Hester Prynne appeared more ladylike(...) than as she issued from the prison”. Den Namen des Vaters gab Hester nicht preis und konnte ihn somit vor der öffentlichen Schande bewahren und in den Hintergrund des öffentlichen Denkens drängen. Im Auge der puritanischen Gesellschaft hatte Hester eine schwere Sünde begangen, da sie gegen das siebte Gebot verstieß: ‘Du sollst nicht ehebrechen!’ Dies bedrückt beide, Hester und Dimmesdale, zusätzlich schwer.
2.2. Die Last der Vergangenheit
[...]
1 PB, S.42
2PB, S.44
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