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Ökolabel - Instrumente zur besseren Konsumentenorientierung?

Hauptseminararbeit, 2005, 48 Seiten
Autor: Anja Conrad
Fach: Umweltwissenschaften

Details

Veranstaltung: Wirtschaft und Umwelt
Institution/Hochschule: Fachhochschule für Wirtschaft Berlin
Tags: Instrumente, Konsumentenorientierung, Wirtschaft, Umwelt
Kategorie: Hauptseminararbeit
Jahr: 2005
Seiten: 48
Note: 1,7
Literaturverzeichnis: ~ 49  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V46282
ISBN (E-Book): 978-3-638-43506-2

Dateigröße: 575 KB


Textauszug (computergeneriert)

Fachhochschule für Wirtschaft Berlin
Wintersemester 2004/2005

Erweiterte Hausarbeit

Themenfeld: Wirtschaft und Umwelt

Ökolabel - Instrumente zur besseren Konsumentenorientierung?

Verfasser:

 Conrad, Anja

Abgabetermin: 28. Januar 2005

 

 

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung 3

2. Theoretische Grundlagen 5
2.1 Begriffsdefinitionen 5
2.2 Allgemeine Einflussfaktoren für nachhaltiges Konsumentenverhalten 6
2.2.1 Das Umweltbewusstsein der VerbraucherInnen 6
2.2.2 Verschiedene Lebensstile 7
2.2.3 Weitere Einflussfaktoren 8
2.2.4 Verlässliche Umweltinformationen über Produkte 8

3. Die gebräuchlichsten Ökolabel in Deutschland 9
3.1 Textilien und Bekleidung 9
3.2 Wohnen und Versorgung 10
3.3 Reisen und Tourismus 11
3.5 Zeichen, die keine Umweltzeichen sind 12

4. Das deutsche Umweltzeichen: Der Blaue Engel 14
4.1 Das Logo 14
4.2 Historie und Hintergründe 15
4.3 Wer steckt hinter dem "Blauen Engel"? 17
4.4 Das Vergabeverfahren 17
4.5 Was kostet der Blaue Engel? 19
4.6 Die Akzeptanz des Blauen Engels unter den Verbrauchern 19
4.7 Kritik am Blauen Engel 20

5. Biosiegel 22
5.1 Ökologischer Landbau 23
5.2 Geschichte und Richtungen des ökologischen Landbaus 23
5.3 Dachorganisationen des ökologischen Landbaus 24
5.4 Anbauverbände des ökologischen Landbaus 25
5.5 Bio-Siegel 28
5.5.1 Kriterien und Rechtsgrundlagen für das Bio-Siegel 28
5.5.2 Bisher existierende Öko-Zeichen 29
5.5.3 Allgemeine Daten zum Bio-Siegel 30
5.6 Produktkennzeichnung 30
5.7 Nachfrage nach ökologischen Produkten 31
5.8 Bewertung der Biosiegel 34

6. Sozialsiegel 35
6.1 TransFair 35
6.1.1 Anforderungen 36
6.1.2 Ökologie und Fairer Handel 37
6.2 Rugmark 38
6.3 Nachfrage der Sozialsiegel 39

7. Fazit 40

 

 

1. Einleitung

Würde die Weltbevölkerung im Jahr 2050 zehn Milliarden Menschen umfassen und sich dem Lebensstil der USA anpassen, müssten allein neun Milliarden Tonnen Getreide für die Tiermast produziert werden, was der Ernte von vier Planeten entsprechen würde1. Anhand dieses Szenarios wird deutlich, dass vor allem die Menschen in den Industrieländern ihre energie- und ressourcenverschwendenden Lebensstile ändern müssen, um zu einer nachhaltigen, also dauerhaft umweltgerechten Entwicklung beizutragen.

Dabei kann jeder Einzelne etwas zum Umweltschutz und zur Nachhaltigkeit beitragen, und sei es nur beim alltäglichen Einkauf auf umwelt- und sozialverträgliche Produkte und Dienstleistungen zu achten, und diese gegenüber den umweltbelastenden Varianten zu bevorzugen. Doch wie kann man die einen von den anderen unterscheiden? Eine Möglichkeit wäre anhand von Umweltkennzeichen, den so genannten "Logos", von denen es mittlerweile eine ganze Reihe gibt. Diese sollen die VerbraucherInnen nicht nur auf umwelt-, sondern auch auf sozialverträgliche Produkte und Dienstleistungen hinweisen und das Bewusstsein für umweltverträgliche bzw. nachhaltige Produkte schärfen, um so die Nachfrage nach derartigen Waren zu verstärken. Aber Achtung: nicht alle Formulierungen weisen auf echte Öko-Produkte hin. Hinter einigen Logos verbergen sich Mogelpackungen, die das ökologische Bewusstsein der VerbraucherInnen ausnutzen, ohne dem erwarteten Anspruch gerecht zu werden. Doch wie kann man als VerbraucherIn erkennen, welches Logo etwas taugt und welches nicht? Wofür stehen die einzelnen Ökolabel? Was kann alles mit ihnen gekennzeichnet werden und wer entscheidet über die Vergabe und die zu erfüllenden Kriterien? Welche Zeichen sind die bekanntesten und inwieweit werden sie von den VerbraucherInnen akzeptiert und auch wirklich beim Einkauf beachtet? Sind Ökolabel also tatsächlich eine Hilfestellung oder sorgen sie doch eher für Verwirrung unter den KonsumentInnen?

Mit all diesen Fragen beschäftigt sich die vorliegende Hausarbeit. Sie soll einen kleinen Einblick in die große Welt der Ökolabel geben. Dabei werden zunächst theoretische Grundlagen erarbeitet, die sich auf wichtige Begriffsdefinitionen sowie auf allgemeine Einflussfaktoren für nachhaltiges Konsumentenverhalten beziehen.

Im Anschluss daran soll ein kurzer Einblick quer durch das Land der Ökolabel dem Leser einen groben Überblick verschaffen, welches die gebräuchlichsten seriösen Label in Deutschland sind, welche Produkte oder Dienstleistungen sie kennzeichnen und von wem sie vergeben werden. Außerdem werden einige Kennzeichen, die fälschlicherweise von vielen VerbraucherInnen für Umweltzeichen gehalten werden, vorgestellt.

Im dritten Teil dieser Arbeit wird das deutsche Umweltzeichen - der Blaue Engel - ausführlich vorgestellt. Neben allgemeinen Informationen über das Logo, die Geschichte, welche Organisationen dahinter stecken, wie das Vergabeverfahren verläuft und was der Blaue Engel kostet, wird aufgezeigt, inwieweit der Blauen Engel von den VerbraucherInnen akzeptiert wird und welche Kritikpunkte ihm nachgesagt werden.

Der vierte Teil beschäftigt sich mit dem großen Bereich der Biosiegel. Dabei werden die Grundsätze des ökologischen Landbaus und deren Anbauverbände erläutert. Nach einer ausführlichen Beschreibung des Bio-Siegels erfolgt eine allgemeine Darstellung der Nachfrage nach ökologischen Produkten. Abschließend werden die vorgestellten Biosiegel bewertet. Im letzten Gliederungspunkt des Hauptteils geht es um zwei verschiedene Sozialsiegel (TransFair und Rugmark), deren Anforderungen und Akzeptanz bei den VerbraucherInnen.
Eine andere Möglichkeit, umweltfreundliche und sozialverträgliche Produkte zu erkennen, sind die Auszeichnungen der "Stiftung Warentest" und "Öko-Test". Da es sich dabei jedoch nicht um Ökolabel im eigentlichen Sinne handelt, sondern um Beurteilungen von vergleichenden Warentests, wird dieses Thema nicht weiter aus-geführt.

Zum Abschluss erfolgt eine kurze Zusammenfassung der wesentlichsten Inhalte und Erkenntnisse dieser Arbeit.

2. Theoretische Grundlagen

Zunächst also zu den theoretischen Grundlagen, auf die sich diese Arbeit stützt. Nach den Definitionen der Begriffe Ökolabel, Konsum und Konsumentenverhalten werden einige all-gemeine Faktoren beschrieben, die das nachhaltige Konsumentenverhalten wesentlich beeinflussen.

2.1 Begriffsdefinitionen

Ökolabel sind umweltbezogene Wort- und/oder Bildzeichen, die auf einem Produkt, seiner Verpackung oder in der Werbung für das Produkt zu sehen sind. Sie dienen als Informationshilfe und als Abgrenzung von umweltschonenden Produkten oder Dienstleistungen gegenüber Konkurrenzangeboten, die in ihrer Funktion zwar vergleichbar, aber nicht umweltfreundlich sind. Das Ziel von Ökolabeln liegt also darin, dem Konsumenten die relative Umweltfreundlichkeit eines Produktes von der "Wiege bis zur Bahre" zu verdeutlichen. Das Ökolabel wird so zum Markenzeichen, da durch die Kennzeichnung mit einem Symbol markierte Produkte entstehen, die sich von Produkten oder Dienstleistungen anderer Unternehmen abheben sollen. Die tatsächliche Wirkung eines Ökolabels ist schließlich davon abhängig, inwieweit dessen Information von den Konsumenten wahrgenommen, anerkannt und letztlich in Handlungen umgesetzt wird. Grundvoraussetzung für den Erfolg von Ökolabeln ist damit das Vorhandensein eines Umweltbewusstseins bei den Konsumenten.2

[....]


1 Vgl. Rat für nachhaltige Entwicklung, Leitfaden zum Projekt, S. 2

2 Vgl. Brockmann/Hemmelskamp: Wie „grün“ ist der Blaue Engel?, S. 3.


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