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Termpaper, 2005, 18 Pages
Author: Anonym
Subject: Geography / Earth Science - Demographics, Urban Management, Planning
Details
Institution/College: RWTH Aachen University (Geographisches Institut)
Tags: Administrative, Gliederungen, Institutionen, Stadtplanung, Spanien, Metropolen, Halbinsel
Year: 2005
Pages: 18
Grade: 2
Bibliography: ~ 9 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-43514-7
File size: 413 KB
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Excerpt (computer-generated)
RWTH Aachen
Geographisches Institut
Lehr- und Forschungsgebiet Kulturgeographie
Vorbereitungsseminar zur
Großen Stadtgeographie-Exkursion „Iberia“
Sommersemester 2005
Hausarbeit
Administrative Gliederungen, urbane Institutionen und Stadtplanung in Spanien
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Administrative Gliederungen Spaniens 4
3. Urbane Institutionen und Stadtplanung in der Metropolregion Madrid 6
3.1 …unter dem zentralistischen Franco-Regime 7
3.2 …während der Demokratisierung 12
4. Fazit 15
Literaturverzeichnis 17
1. Einleitung
Die Genese der spanischen Städte unterlag im Laufe des 20. Jahrhunderts turbulenten Veränderungen, die vor allem planpolitischer und ökonomischer Natur waren. Während der Franco-Diktatur von 1939 bis 1975, in welche Zeit auch die Phase des Desarrollismo (der spanische Wirtschaftsboom) fällt, fanden Landflucht, Verstädterung und Stadterweiterungen in einem bis dahin unbekanntem Ausmaß statt. Die franquistische zentralstaatliche Stadtplanung stand dem Problem eines enormen Bevölkerungswachstums innerhalb der Städte gegenüber. So konzentrierte sie sich vor allem auf den Siedlungs- und Wohnungsbau in neuen Stadtvierteln (Polígonos), die einer funktional und homogen zonierten Stadtstruktur gerecht werden sollten. Aufgrund der Zentralstaatlichkeit und der mit ihr verbundenen Ferne vom Ort des Geschehens jedoch, der fehlenden Detailliertheit in den ohnehin kurzfristig angelegten Plänen und der inkonsequenten Haltung gegenüber den rein spekulativen Interessen der Haus- und Grundbesitzer, musste jegliche Stadtplanung scheitern und in fast in anarchische Strukturen ausufern. Die angestrebte Verbesserung der Lebensqualität in den Städten musste ökonomisch geleiteten Massenbauten weichen; soziale Segregation und Verfall des Stadtbildes waren die Folge.
Nach Francos Tod (1975) setzte die Demokratisierung ein, die gleichzeitig mit der Dezentralisierung des Landes einherging. Zahlreiche gesetzgeberische wie exekutive Kompetenzen wurden vom Staat an die nun 19 autonomen Regionen und innerhalb dieser an die Provinzen und Kommunen abgetreten, darunter auch der Bereich der Raum- und Stadtplanung. Seitdem binden sich die betroffenen Bürger aktiv mit in den Planungsprozess mit ein, und es wird zwischen öffentlichen Intervention und den ökonomischen Interessen privater Investoren z.B. in Form von städtebaulichen Abkommen regulativ vermittelt. Das Hauptaugenmerk gilt seitdem mehr der Erhaltung und Verbesserung der bestehenden Stadt und ihrer Infrastruktur, der Auslagerung von Wohn- und Industriefunktionen durch Suburbanisierung, sowie der Transformation der Peripherie in Form von Polyzentrierung.
In der vorliegenden Hausarbeit sollen nun kurz die administrativen Gliederungen Spaniens dargelegt werden, um anschließend im Hauptteil auf die Entwicklung der spanischen Stadtplanung näher einzugehen. Da eine Stadt ein historisches Zeugnis ist, in welchem Gebäude, Strukturen und Funktionen aus verschiedensten Zeitepochen das heutige Stadtbild und -gefüge ausmachen, möchte ich sowohl die Stadtplanung während der Franco-Zeit (1939-1975) als auch die heutige, demokratisierte Stadtplanung in ihren Eigenschaften nachskizzieren. Auf frühere Epochen, in welchen beispielsweise die Gran Vías und Ensanches im Zuge der europäischen "Hausmannisierung" entstanden sind, werde ich nicht eingehen können, da dies den Rahmen sprengen würde. Und da es aufgrund der regionalen Unterschiede kaum möglich ist die Entwicklung der spanischen Stadtplanung generell zu erklären, werde ich immer wieder auf den Metropolraum Madrid exemplarisch eingehen.
2. Administrative Gliederungen Spaniens
Während des diktatorischen Franco-Regimes (1939-1975) wurde Spanien zentralstaatlich von Madrid aus regiert. Die drei so genannten historischen Nationalitäten (Nacionales Históricas: das Baskenland, Katalonien und Galicien), die bis dahin aufgrund ihrer eigenen sprachlich-kulturellen Identität eine politische Sonderstellung genossen hatten, mussten während der Franco-Zeit vielfältige Repressionsmaßnahmen hinnehmen, die gerade ihre individuelle Identität auszulöschen versuchten (vgl. HILDENBRAND SCHEID 2004, S. 147).
Mit dem Tod Francos im Jahre 1975 setzte die Demokratisierung des Landes ein. Die 1977 erste demokratisch gewählte Regierung unter Ministerpräsident Adolfo Suárez wurde vor die Aufgabe gestellt, der heterogenen Bevölkerungsstruktur Rechnung zu tragen. Der Forderung nach politischer Autonomie der historischen Nationalitäten schlossen sich andere Regionen Spaniens an, so dass nach zahlreichen Verhandlungen zwischen Staat und Regionen 1978 die spanische Verfassung verabschiedet wurde, die mit Art. 2 die unterschiedlichen Nationalitäten und auch ihr Recht auf Autonomie anerkannte (vgl. ders., S. 148f.).
Heute besteht der "Autonomiestaat" Spanien aus 17 Autonomen Regionen bzw. Gemeinschaften (Comunidades Autónomas/CC.AA.) und den zwei in Nordafrika angesiedelten autonomen Städten Ceuta und Melilla (Ciudades Autónomas, vgl. Abb. 1).
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