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Studien zu einer neuen Konzeption des Adverbs im Französischen

Examination Thesis, 2005, 177 Pages
Author: Daniela Weingartz
Subject: Romance Languages - French Linguistics

Details

Category: Examination Thesis
Year: 2005
Pages: 177
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 157  Entries
Language: German
Archive No.: V46414
ISBN (E-book): 978-3-638-43611-3

File size: 609 KB
Notes :
umfangreiche Beispielsätze des Französischen, sehr viele Internetquellen, neuartige Konzeotion zur einfacheren Vermittlung eines schweren Grammatikkapitels



Excerpt (computer-generated)

Ruhr-Universität Bochum
Fakultät für Philologie
 Romanisches Seminar
Schriftliche Hausarbeit

Studien zu einer neuen Konzeption des „Adverbs“ im Französischen

eingereicht von:
 Daniela Weingartz

 Mai 2005

 

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung ... 4

2. Die Adverbdeskription und ihre Bedeutung für die deutsche und französische Sprache ... 8

3. Kritik an den traditionellen französischen Schul- und Lerngrammatiken deutscher und französischer Autoren für deutsche und französische Lerner  ... 15

4. Eine neue Konzeption des Adverbs ... 35
4.1 Ad-Formen/Ad-Verben versus Adverbien: Anmerkungen zur Terminologie und zur Reihung der Ad-Formen ... 35
4.2 Die Kennzeichnung der Ad-Formen ... 49
4.2.1 Unveränderliche Formen und Adjektive als Ad-Formen ... 49
4.2.2 Die Kennzeichnung mittels –ment ... 51
4.2.3 Die Neutrumendung als Ad-Formenkennzeichnung ... 52
4.2.4 Die unregelmäßige Ad-Formenkennzeichnung ...  57
4.3 Die Ad-Formen-Typen und ihre Kennzeichnung ... 57
4.3.1 Das Ad-Verb und die unregelmäßigen Formen bien, mal, mieux und pis ... 57
4.3.2 Übereingestimmtes Adjektiv statt Ad-Form  ... 59
4.4 Das Ad-Verb mit Ad-Formenkennzeichnun ... 68
4.4.1 Das Suffix -ment als Ad-Verbkennzeichnung ... 68
4.4.2 Die neutrale Adjektivendung als Ad-Verbkennzeichnung ... 70
4.4.3 Adjektive mit ausschließlich neutraler Kennzeichnung ... 94
4.4.4 Die unregelmäßige Ad-Verbkennzeichnung ... 95
4.4.5 Das Ad-Ad-Verb (Ad-2-Verb) ... 97
4.4.6 Das Ad-Adjektiv ... 104
4.4.7 Das Ad-Ad-Adjektiv (Ad-2-Adjektiv)/ Ad-Ad-Ad-Adjektiv (Ad-3-Adjektiv) ... 109
4.4.8 Die Ad-Nominalphrase (Ad-NP) ... 110
4.4.9 Die Ad-Präpositionalphrase (Ad-PP)/ Ad-Ad-Präpositionalphrase (Ad-2-PP) ... 113
4.4.10 Die Ad-Satz-Formen (Ad-S)/ Ad-Ad-Satz-Formen (Ad-2-S) ... 118
4.4.11 Die Ad-Konjunktion oder Ad-Nebensatz-Form (Ad-K/Ad-NS) ... 119
4.4.12 Die limitativen Ad-Formen ... 120

5. Schlussbetrachtung ... 121

Anhang ... 126
Systematisch geordnete Beispielsätze ... 126
Vorkommenssammlung aus Georges Simenon, 45° à l’ombre ... 135
Vorkommenssammlung aus Georges Simenon, Oncle Charles s’est enfermé ... 149
Bibliographie der benutzten und zitierten Literatur ... 166

 

1. Einleitung

Die vorliegende Hausarbeit trägt den Titel Studien zu einer neuen Konzeption des „Adverbs“ im Französischen und wurde im Rahmen der Ersten Staatsprüfung für die Lehrämter für die Sekundarstufe II/I angefertigt.

Sie behandelt ein viel diskutiertes linguistisches Thema und umfasst formal gesehen vier Teile, die wie folgt benannt werden können: die Sensibilisierung deutschsprachiger Lerner für die so genannten ‚Adverbsprachen’, die Kritik an der semantischen Klassifizierung in aktuellen Grammatiken für die französische Sprache, die Vorstellung einer neuartigen Adverbkonzeption und Überlegungen zu einer schüler- bzw. lernerorientierten Adverbdeskription. Besonders die desolate Situation der gegenwärtigen Adverbdeskription war für mich ausschlaggebend, eine bereits vor ungefähr zehn Jahren entwickelte Adverbdeskription hinsichtlich ihrer logischen Beschaffenheit und ihrer Lernerleichterung genauer zu untersuchen. Im Rahmen der schulpraktischen Studien für das Fach Französisch konnte ich bei den jungen Schülern tatsächlich eine gewisse Verwirrtheit bezüglich des Adverbgebrauchs feststellen. Dies hat mich umso mehr dazu bewogen, nach sinnvollen und umfassenden Konzepten für die Vermittlung des Phänomens Adverb zu suchen und mich schließlich der Adverbdeskription H. Krenns anzuschließen. Eingangs wird es notwendig sein, die Problematik des Phänomens Adverb in der Grammatik der deutschen sowie vornehmlich der französischen Sprache dem Lerner bewusst zu machen.

In dem Kapitel Die Adverbdeskription und ihre Bedeutung für die deutsche und französische Sprache beschäftige ich mich zum einen damit, was heutzutage gemeinhin unter dem Begriff Adverb verstanden wird und möchte zum anderen gleichzeitig die Aufmerksamkeit auf die ursprüngliche lateinische Bedeutung dieses Terminus lenken (adverbium = Zu-Wort). In der herkömmlichen Grammatik werden unter Adverbien meist jene unveränderlichen Formen gefasst, die keiner anderen Wortklasse wie beispielsweise Präpositionen, Konjunktionen etc. angehören. Auch wenn die traditionellen Grammatiker - darunter Klein/Kleineidam, Reumuth/Winkelmann, Confais, Grevisse u.a. - erkannt haben, dass Adverbien andere Wortarten semantisch näher bestimmen können, vernachlässigen sie ganz und gar die syntaktischen Prozesse, die beim Hinzutreten eines so genannten Adverbs zu einer anderen Wortart ausgelöst werden. Neben den unveränderlichen Formen hier, aujourd’hui, désormais, demain etc. kennt das Französische Formen mit der Endung -ment, die in der Funktion als Adverb - im Sinne von Zu-Wort gebraucht - andere sprachliche Elemente eines Satzes semantisch modifizieren können. Zu diesen Formen zählen unter anderem: (mal-)heureusement, suffisamment, clairement, évidemment etc. Der deutschsprachige Lerner muss erst für den korrekten Adverbgebrauch sensibilisiert werden, da der deutschen Sprache - bis auf wenige Ausnahmen - keine separaten Endungen bzw. Kennzeichnungen für Adverbien zur Verfügung stehen: z.B. Er ist fröhlich. vs. Er lacht fröhlich. In der deutschen Sprache wirken sich die verschiedenen syntaktischen Funktionen der Form fröhlich nicht auf das Erscheinungsbild des Adverbs aus; in beiden Sätzen sind die Formen fröhlich identisch. Diese Problematik wird in Kapitel 2 ausführlich unter Heranziehung des Kapitels über das Adverb in der Duden- Grammatik aufgegriffen und im Hinblick auf die Erarbeitung einer Anwendungsregel beleuchtet. Zudem wird es bereits in diesem Zusammenhang Überlegungen zu einer lernerorientierten Behandlung des Phänomens Adverb geben.

Mit dieser Arbeit habe ich mir zum Ziel gesetzt, eine Abwendung von der traditionellen, semantisch geprägten Adverbdeskription zu bedenken und mir Wege zu einer neuen Adverbkonzeption zu öffnen, die auch im Schulalltag bedenkenlos einsetzbar ist. Dies ist selbstverständlich nur möglich, wenn die Schwächen und Nachteile der herkömmlichen Adverbdeskription kritisch untersucht werden. Ich möchte im Rahmen meiner Arbeit besonders den Sinn und Nutzen einer semantischen Klassifizierung von Adverbien hinsichtlich der Lernerorientierung in Frage stellen. Anhand einer Untersuchung von ausgewählten Grammatiken soll nachgewiesen werden, dass die Verfasser der gängigen Schulgrammatiken für die französische Sprache sich bis zum heutigen Tage an der antiken Einteilung der Adverbklassen orientieren und damit vielmehr einen Beitrag zur Sprachphilosophie als zur Linguistik leisten. An anderer Stelle wird sich zeigen, dass die Linguisten sich besser auf die lateinische Grammatik hätten berufen sollen, um zu erkennen, dass Syntagmen wie parler français, parler haut/fort/bas, tourner rond etc. keine idiomatischen Wendungen sind, sondern Überbleibsel der beim Übergang in die französische Sprache geschwundenen Neutrumform des lateinischen Adjektivs.

Es soll darauf hingewiesen werden, dass der Terminus Grammatik in dieser Arbeit in zweifacher Bedeutung gebraucht wird. Als Grammatik bezeichne ich zum einen Publikationen, die zu Lernzwecken konzipiert und herausgegeben wurden: z.B. Reumuth, Wolfgang; Winkelmann, Otto: Praktische Grammatik der französischen Sprache. Wilhelmsfeld, 1994. Zum anderen steht Grammatik als Oberbegriff für die linguistischen Teildisziplinen im schulischen Unterricht, unter dem auch die Syntax berücksichtigt wird. Kapitel 4 wird letztlich die Adverbkonzeption vorstellen, die im Jahre 1995 mit der Monographie Französische Syntax von Herwig Krenn erschienen ist. Sie bildet gewissermaßen nicht nur die Basis für dieses Kapitel, sondern auch für die gesamte Arbeit und versucht, ihre Gültigkeit und Übertragbarkeit auf andere Vorkommen zu beweisen. Dies soll anhand von Beispielen aus zwei Romanen Georges Simenons sowie zahlreichen Beispielen aus der französischen Tagespresse erfolgen.

Abschließend möchte ich ein Resümee meiner gewonnen Erkenntnisse präsentieren. Dabei sollen nochmals speziell die Schwachpunkte der herkömmlichen Adverbdeskription aufgegriffen werden und vor dem praktischen Nutzen der neuen Adverbkonzeption erörtert werden. Dabei soll der Blick weiterhin auf die fremdsprachendidaktische Leistung gerichtet bleiben.

Der Arbeit sind im Anhang drei Beispielsammlungen beigefügt. Die erste Sammlung ergänzt systematisch nach bestimmten Phänomenen geordnet die Beispiele aus dem laufenden Text. Die anderen beiden sind die Vorkommenssammlungen aus den jeweiligen Romanen. Sie stellen sämtliche Ad-Formen-Beispiele in der Reihenfolge zusammen, in der sie vorkommen.

Auf der hinteren Umschlagseite befindet sich eine CD-ROM mit der kompletten Arbeit, so dass für alle Leser die Beispiele auch in digitalisierter Form verfügbar sind.

[...]


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