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Das Antike-Bild in Schillers "Die Götter Griechenlandes"

Hausarbeit, 2005, 16 Seiten
Autor: Tim Krappmann
Fach: Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Details

Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2005
Seiten: 16
Note: 2
Literaturverzeichnis: ~ 13  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V46451
ISBN (E-Book): 978-3-638-43642-7

Dateigröße: 175 KB
Anmerkungen :
Untersucht wird das Antike-Bild in Schillers Gedicht "Die Götter Griechenlandes".



Textauszug (computergeneriert)

Julius-Maximilians-Universität Würzburg
Institut für deutsche Philologie
Neuere deutsche Philologie
Proseminar: Schillers Lyrik
Sommersemester 2005

Das Antike-Bild in Schillers „Die Götter Griechenlandes“

von

Tim Krappmann

3. Fachsemester Germanistik/Anglistik (LA GYM)

 

 

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung  ...  3

2. Hauptteil    ...  4
2.1 Entstehungsgeschichte von „Die Götter Griechenlandes“   ...  4
2.2 Zeitgeschichtlicher Hintergrund und Einflüsse   ...   5
2.3 Form und Gattung des Gedichts   ...  7
2.4 Inhalt – Antike-Bild und Moderne   ...  8

3. Schluss   ...  14

4. Literaturverzeichnis   ...  16

 

 

1. Einleitung

In dieser Arbeit beschäftige ich mich mit Friedrich von Schillers Gedicht „Die Götter Griechenlandes“ (1788)1 und dem subjektiven Bild der Antike welches Schiller darin als Gegenentwurf zur Moderne beschreibt. Schillers „Götter Griechenlandes“ im Allgemeinen, und selbstverständlich auch das darin zu erkennende Antike-Bild sind in der neueren deutschen Literaturwissenschaft Gegenstand zahlreicher Untersuchungen der letzten 50 Jahre gewesen, so zum Beispiel bei Benno von Wiese und Helmut Koopman, um nur zwei von ihnen zu nennen. Das Forschungsinteresse ist auch weiterhin, gerade jetzt im Schillerjahr 2005 ungebrochen, weitere Veröffentlichungen zum Thema sind mit Sicherheit auch in Zukunft zu erwarten. Gemeinsam ist fast allen Betrachtungen des Gedichts die hohe Wertschätzung der „Götter Griechenlandes“ im Hinblick auf Schillers gesamtes lyrisches Schaffen, welches leider im Vergleich zum Gesamtwerk oft (nicht zuletzt von Schiller selbst) unterschätzt wurde und wird. Die Forschungsergebnisse aus der genannten wie auch aus weiterer Sekundärliteratur zum Thema werden in meiner Arbeit ebenso zur Sprache kommen.

Ich beziehe mich in dieser Betrachtung der „Götter Griechenlandes“ generell auf die erste Fassung des Gedichts aus dem Jahre 1788, dort wo die von Schiller in Form und Inhalt stark veränderte zweite Fassung des Gedichts des Jahres 1800 Verwendung findet werde ich gesondert darauf verweisen.

Bei der Einteilung der einzelnen Abschnitte dieser Arbeit gehe ich wie folgt vor. Zunächst gehe ich kurz auf die Entstehungsgeschichte des Gedichts ein und stelle das Werk dann in einen zeitgeschichtlichen Zusammenhang. Dem folgt als nächster Punkt eine formale Betrachtung des Gedichts nach Aufbau und Metrik, außerdem wird die Gattung des Gedichts bestimmt. Daraufhin untersuche ich, wie Schiller das Bild der Antike inhaltlich im Gedicht beschreibt. Zum Abschluss fasse ich die gewonnenen Erkenntnisse in einem Schlussteil zusammen.

2. Hauptteil

2.1 Entstehungsgeschichte von „Die Götter Griechenlandes“

Zunächst möchte ich kurz die Entstehungsgeschichte von Schillers „Die Götter Griechenlandes“ betrachten. Die erste Fassung des Gedichts entstand im Frühjahr 1788 und wurde in der Märzausgabe des selben Jahres in Wielands Zeitschrift „Der Teutsche Merkur“ erstmals veröffentlicht. Am 17. März 1788 schrieb Schiller über das Gedicht in einem Brief an seinen Freund und Förderer Christian Gottfried Körner: 


Angenehm wird Dir’s seyn zu hören, daß ich mich aus dem Schulstaub meines Geschichtswerks auf etliche Tage losgerüttelt und mich ins Gebiet der Dichtkunst wieder heineingeschwungen habe. […] Wieland rechnete auf mich bei dem neuen Merkurstück und da machte ich in der Angst – ein Gedicht.2 

Dieses „losrütteln“ und „wieder hineinschwingen“ von dem Schiller schreibt erklärt sich damit, dass Schiller im Frühjahr 1788 in einer Schaffenskrise steckte. Finanzielle Nöte ließen ihn an seinem Beruf als Künstler zweifeln. Anstatt selbst künstlerisch tätig zu werden, hielt er sich an Geschichtsschreibungen fest. Schließlich raffte er sich doch auf, das Gedicht für Wielands Merkur „in der Angst“ zu schreiben. Rüdiger Safranski schreibt über diesen Stimmungswandel: 


Aber nun geschieht etwas Merkwürdiges: In einem Augenblick, da Schiller am Wert der Kunst und der Verläßlichkeit der Einbildungskraft zweifelt, beginnt er von einer griechischen Antike zu träumen, in der die Schönheit und die Kräfte der Einbildung angeblich unangefochten triumphierten.3

Es wird meiner Meinung nach deutlich, dass das Gedicht „Die Götter Griechenlandes“ nur aus dieser von Selbstzweifeln geprägten Stimmung Schillers heraus entstehen konnte. Schon kurz nach der Veröffentlichung wurde das Gedicht von mancher Seite Gegenstand zum Teil heftiger Kritik, worauf ich später noch genauer zu sprechen kommen werde.

[....]


1 Schillers Werke. Nationalausgabe. Erster Band. Gedichte in der Reihenfolge ihres Erscheinens 1776 - 1799. Hrsg. von Julius Petersen, Friedrich Beißner. Weimar: Hermann Böhlhaus Nachfolger 1992. S. 190-195

2 Schillers Werke. Nationalausgabe. Zweiter Band. Teil II A. Gedichte (Anmerkungen zu Band 1) Hrsg. von Georg Kurscheidt, Norbert Oellers. Weimar: Hermann Böhlhaus Nachfolger 1991. S. 162

3 Safranski, Rüdiger: Friedrich Schiller oder Die Erfindung des Deutschen Idealismus. München: Carl Hanser Verlag 2004. S. 282/83


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