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Staatsbürgerschaft: ein politisches Konzept im Wandel - oder in der Krise?

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2004, 16 Pages
Author: Malik Malocho
Subject: Sociology - Individual, Groups, Society

Details

Event: Hauptseminar: Entgrenzung und Entscheidung – Politik, Recht und Regulierung in der reflexiven Moderne
Institution/College: LMU Munich (Institut für Soziologie der Universität München)
Tags: Staatsbürgerschaft, Konzept, Wandel, Krise, Hauptseminar, Entgrenzung, Entscheidung, Politik, Recht, Regulierung, Moderne
Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2004
Pages: 16
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 11  Entries
Language: German
Archive No.: V46472
ISBN (E-book): 978-3-638-43663-2

File size: 277 KB


Excerpt (computer-generated)

Ludwig-Maximilians-Universität München, Institut für Soziologie
Hauptseminar: Entgrenzung und Entscheidung –
Politik, Recht und Regulierung in der reflexiven Moderne

Staatsbürgerschaft: ein politisches Konzept im Wandel –
oder in der Krise?

von: Malik Malocho

 


Inhalt

I. Abstract  3

II. Einleitung  3

III. Staatsbürgerschaft im Wandel: 5

1. Postnational citizenship 5
2. Disaggregation  9

IV. Staatsbürgerschaft und Inklusion  12

1. Zum Inklusionsbegriff  12
2. Politische Inklusion in der Krise? 13

V. Schluss 15

Bibliographie  16




 

I. Abstract

Drawing upon the works of Jean L. Cohen and Yasemin N. Soysal this article analyses how the phenomenon of “globalisation” with increased international migration and interdependency has changed the way the institution of citizenship is perceived. In addition, I discuss the question whether the change in the institution of citizenship entails a cris is of political inclusion by the system of politics.

II. Einleitung

Die Bedeutung und die Grenzen der Staatsbürgerschaft stehen seit Jahrhunderten im Zentrum politischer Debatten. Wer für eine Staatsbürgerschaft in Frage kommt und welche Eigenschaften Staatsbürger im Allgemeinen besitzen sollten wird bereits bei Aristoteles ausführlich erörtert, so zum Beispiel im dritten Buch der Politik. Die Festlegung der Bedingungen für die Mitgliedschaft in eine politische Gemeinschaft war lange Zeit ein wichtiges politische Mittel des Staates, und obwohl die Bedeutung von Staatsbürgerschaft oder citizenship sich seit je her im Wandel befindet, interessiert uns in dieser Arbeit vor allem der Wandel der Institution der Staatsbürgerschaft in Europa und Nordamerika in der Nachkriegszeit.

Eine Richtung aktueller Forschung zum Thema Staatsbürgerschaft attestiert diesem einen Bedeutungsverlust, der vor allem durch internationale wirtschaftliche Verflechtung, Vertragswerke und Menschenrechtsregime verursacht wird. Im Mittelpunkt dieser Arbeit steht die 1994 von Yasemin Soysal1 veröffentlichte Studie zu den Grenzen der Staatsbürgerschaft, in der sie vor allem die Rechte von Immigranten im Europa der Nachkriegszeit untersucht und zu dem Schluss kommt, dass sich die Bedeutung der nationalen Staatsbürgerschaft in einem Erosionsprozess befindet und dass neue Formen einer „post-nationalen“ Staatsbürgerschaft auftreten. Eine ähnliche Stoßrichtung und teilweise auf Soysals Studie aufbauend, geht die Arbeit von Jean L. Cohen2. Sie untersucht den exklusiven Charakter politischer Gemeinschaften, insbesondere von Demokratien, und hat sich Gedanken gemacht wie vermieden werden kann, dass diese Schließung sich zu starkem Nationalismus oder Rassismus „verdichtet“. Die Ansätze von Soysal und Cohen werden zunächst nacheinander dargestellt und verglichen. Danach erläutert ein Einschub den Inklusionsbegriff, der dann in einem nächsten Schritt mit den oben genannten Arbeiten in Verhältnis gesetzt wird. Auf die Systemtheorie bezugnehmend, soll untersucht werden inwiefern mit dem beschrieben Wandel des Konzepts der Staatsbürgerschaft eine Krise politischer Inklusion einhergeht und die Relevanz dieses Begriffes für die Staatsbürgerschafts-Debatte anhand der Arbeit von Rudolf Stichweh dargestellt werden.

Zum Thema Staatsbürgerschaft gibt es viele hervorragende Arbeiten, die die unterschiedlichsten Standpunkte vertreten, jedoch ist es nicht der Sinn dieser Arbeit einen Überblick über die gesamte Breite dieser Forschung zum machen. Ich beschränken mich auf die Arbeiten von Soysal und Cohen, da sie sich meines Erachtens nach gut ergänzen und beide sehr einleuchtend die Probleme der Staatsbürgerschaft in einer gloablisierten wiedergeben. Außerdem bin ich der Auffassung, dass ihre Arbeiten für den Zweck dieser Hausarbeit eine sehr gute Basis schaffen.

III. Staatsbürgerschaft heute

1. Postnational citizenship

[...]


1 Y.N. Soysal (1994): Limits of citizenship: Migrants and postnational membership in Europe, Chicago: University of Chicago

2 J.L. Cohen (1999): “The changing paradigms of citizenship and the exclusiveness of the demos”, in: International Sociology 14(3), S. 245-268


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