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Hausarbeit, 2005, 22 Seiten
Autor: Anna Stüwe
Fach: Anglistik - Anderes
Details
Institution/Hochschule: Justus-Liebig-Universität Gießen (Anglistik)
Tags: Interkulturelles, Lernen, Hilfe, Literatur, Literature, Cultural, Studies
Jahr: 2005
Seiten: 22
Note: 1
Literaturverzeichnis: ~ 13 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-43679-3
Dateigröße: 84 KB
Diese Hausarbeit beschreibt, wie mit Hilfe von Literatur Fremdverstehen ermöglicht werden kann und wie fremdkulturelle Lebenswelten Schülern näher gebracht werden können. Zudem bemüht sich die Hausarbeit um eine Definition der Begriffes "interkulturelles Lernen".
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Interkulturelles Lernen mit Hilfe von Literatur
eingereicht von:
Anna Stüwe
September 2005
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung ... 2
2. Interkulturelles Lernen – der Versuch einer Definition ... 2
3. Die gesellschaftliche Bedeutung interkultureller Erziehung ... 4
3.1 Multikulturalität in deutschen Schulen ... 4
3.2 Interkulturelle Bildung als Erziehungsauftrag an Schulen ... 5
3.3 Anforderungen an den modernen Fremdsprachenunterricht ... 6
4. Interkulturelles Lernen an Schulen ... 8
4.1 Ausgangslage des interkulturellen Lernens ... 8
4.2. Probleme interkultureller Verschiedenheiten in Gesprächssituationen ... 10
4.3. Probleme interkultureller Verschiedenheiten in Gesprächssituationen ... 11
5. Interkulturelles Lernen mit Hilfe von Literatur ... 13
5.1 Gründe für den Einsatz von Literatur zum interkulturellen Lernen ... 13
5.2 Kriterien zur Textauswahl ... 14
5.3 Die Ebenen des Fremdverstehens ... 14
5.4 Die Wichtigkeit von Literatur für das Fremdverstehen ... 15
5.5 Grobziele des interkulturellen Lernens mit Hilfe von Literatur ... 17
6. Resümee ... 18
7. Literaturverzeichnis ... 19
1. Einleitung
Deutschland ist in den letzten Jahrzehnten ein bevorzugtes Einwanderungsland der verschiedensten Menschen fremder Kulturkreise gewesen und ist dies immer noch. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, wies das Ausländerzentralregister am Jahresende 2004 rund 6,7 Millionen ausländische Personen in Deutschland nach. Diese Zahlen zeigen deutlich, dass Deutschland als eine multikulturelle Gesellschaft zu bezeichnen ist. Jeden Tag begegnen wir daher Personen mit uns fremden Wertvorstellungen und Normen, was zu Missverständnissen oder Konflikten führen kann. Da Schulen ein Spiegelbild unserer Gesellschaft darstellen, ist es notwendig, um dem modernen Bildungsauftrag folge zu leisten, die SchülerInnen zu Toleranz zu erziehen und ihnen die Vorteile einer vielschichtigen Gesellschaft vor Augen zu führen. Ich möchte in meiner Hausarbeit zeigen, inwiefern interkulturelles Lernen zu den oben genannten Zielen betragen kann und inwiefern Literatur dies unterstützen kann.
Der erste Teil der Hausarbeit wird sich mit der Definitionsproblematik des interkulturellen Lernens beschäftigen. Im dann folgenden Abschnitt werde ich auf die gesellschaftliche Bedeutung interkultureller Erziehung eingehen, um dann anschließend auf interkulturelles Lernen im Detail eingehen zu können. Im letzten Teil der Hausarbeit werde ich beleuchten, inwiefern literarische Texte ein ideales Medium darstellen, um den SchülerInnen vor Augen zu führen, dass andersartige Wertvorstellung und fremde kulturelle Orientierungen zu achten sind.
2. Interkulturelles Lernen – der Versuch einer Definition
Der Begriff interkulturelles Lernen wird in der Fachliteratur recht kontrovers diskutiert. Professor Burwitz-Melzer spricht in diesem Zusammenhang von einem babylonischen Sprachgewirr, das mit dem Adjektiv „interkulturell“ verbunden sei. (vgl. Burwitz-Melzer 2003: 46). Lediglich die von Knapp und Knapp-Potthoff (1990: 76) sehr einfach formulierte Aussage, dass „kaum jemand […] so naiv [sei], in eine Interaktion mit einem Mitglied einer anderen Kultur einzutreten und anzunehmen, alles sei wie ‚zu Hause’ […]“ scheint in fachdidaktischen Kreisen unbestrittenen zu sein.
Interkulturelles Lernen zielt demnach auf bestimmte Wissensinhalte, Verhaltensweisen, Fähigkeiten und Einstellungen ab, die es den SchülerInnen ermöglichen sollen, sich bei Kommunikationen mit Angehörigen fremder Kulturkreise zu verständigen. Ziel ist der z.B. von Byram (1997: 21) so genannte intercultural speaker, der in Kommunikationssituationen Fähigkeiten zeigt, die weit über eine reine sprachlichen Kompetenz hinausgehen und in weiten Teilen im soziokulturellen und sozialen Bereich anzusiedeln sind. So schwer es auch zu definieren ist, was genau die SchülerInnen lernen sollen, so ist es doch das Ziel des interkulturellen Lernens durch gefühlsbetonte Qualitäten wie Sensibilisierung und Empathiefähigkeit die Jugendlichen zu prägen. Diese affektiven Lernziele sind jedoch nur schwer oder sogar gar nicht zu messen.
Eine weitere Schwierigkeit trägt der bloße Begriff des interkulturellen Lernens mit sich, wurde dieser doch in den fachdidaktischen Diskussionen an für sich schon recht ungenau formuliert. So liest man in der entsprechenden Fachliteratur neben dem Begriff des interkulturellen Lernens auch Bezeichnungen wie interkulturelle oder transnationale Kommunikationsfähigkeit, interkulturelle Kompetenz, interkulturelles Verstehen, cultural awareness usw., die sich in ihren Bedeutungen zwar nicht unbedingt widersprechen, jedoch jeweils verschiedene Aspekte beleuchten. Die unterschiedlichen Bezeichnungen werden häufig an Stelle des Begriffes interkulturelles Lernen verwendet, scheinen allerdings vielmehr Oberbegriffe möglicher Lernziele des Konzepts zu repräsentieren. Dies scheint in erster Linie Folge der uneinheitlichen begrifflichen Diskussion zu sein.
Bereits 1990 schrieben Knapp und Knapp-Potthoff (1990: 82): „Ein inflationärer Gebrauch dieses Begriffs [hier: interkulturelle Kommunikationen], der mit dem Verlust an präziser Konstruierung einhergeht, zeichnet sich übrigens bereits ab.“ Zahlreiche Fachdidaktiker beginnen in ihren Arbeiten oft damit, eine für die folgenden Thesen relevante Definition des Begriffes des interkulturellen Lernens darzubieten, was dazu führt, dass sich bereits an diesem Punkt die Geister scheiden.
Wie auch immer die Begriffsbestimmung ausfällt, gemeinsam haben alle, dass sie über eine bloße elementare Beherrschung einer Fremdsprache in Wort und Schrift hinausgehen. Immer scheint es darum zu gehen, ethnische/kulturelle Unterschiede zwischen Kommunikationspartnern zu minimieren, um so Kommunikationsprobleme zu vermeiden. Knapp und Knapp-Potthoff (1990: 68ff) schreiben dazu:
Kommunikation ist immer mit dem Risiko des Nichtverstehens, Mißverstehens und dem völligen Scheitern ausgesetzt. In der IKK [Interkulturellen Kommunikation] ist dieses Risiko besonders groß, weil unerkannte Kulturunterschiede zusätzliche Verstehens- und Verständigungsprobleme verursachen. Solche Probleme können entstehen aus Kulturunterschieden, die vor dem Vorgang der IKK existieren und als solche von den Kommunikationspartnern in die Interaktion eingebracht werden. (Knapp und Knapp-Potthoff 1990: 68ff)
[...]
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