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Punk als Weltanschauung - Wurzeln, Aspekte und Transformation- im Hinblick auf die Entwicklungen in England und in Westdeutschland Ende der Siebziger /Anfang der Achtziger Jahre

Seminararbeit, 2003, 28 Seiten
Autor: Anne Nennstiel
Fach: Musikwissenschaft

Details

Veranstaltung: Rock in den Siebziger Jahren. Ideologie und Stil.
Institution/Hochschule: Humboldt-Universität zu Berlin
Tags: Punk, Weltanschauung, Wurzeln, Aspekte, Transformation-, Hinblick, Entwicklungen, England, Westdeutschland, Ende, Siebziger, Achtziger, Jahre, Rock, Siebziger, Jahren, Ideologie, Stil
Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 2003
Seiten: 28
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 15  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V46519
ISBN (E-Book): 978-3-638-43692-2

Dateigröße: 125 KB


Textauszug (computergeneriert)

Universität Viadrina, Frankfurt (Oder)
Kulturwissenschaften, Musikwissenschaften
Rock in den Siebziger Jahren. Ideologie und Stil
4. Semester

Punk als Weltanschauung – Wurzeln, Aspekte und Transformationen
- im Hinblick auf die Entwicklungen in England und
in Westdeutschland Ende der Siebziger /Anfang der Achtziger Jahre

eingereicht von:
Anne Nennstiel

 November 2003

 

Inhalt

1 Einleitung ... 1

2 Begriffsbestimmung ... 1

3 Von England nach Deutschland? - Ein Skizze zweier Punkszenen ... 2
3.1 Die Punkrevolution in England ... 2
3.2 Die Entwicklung der westdeutschen Punk- und New Wave-Szene ... 6

4 Die sozialen und weltanschaulichen Wurzeln und Aspekte des Punk in England und der BRD ... 11
4.1 England ... 11
4.2 BRD ... 17

5 Schlussbemerkungen ... 25

Literaturverzeichnis ... 26

 

1 Einleitung

Im Rahmen des Seminars „Rock in den Siebziger Jahren. Ideologie und Stil“ soll diese Arbeit das Phänomen Punk als, in erster Linie, Weltanschauung vorstellen. Diese nahm Ende der siebziger, Anfang der achtziger Jahre einen prägenden, nachhaltigen Einfluss auf die Musik und die Gesellschaft. Hierbei ziehe ich es vor, Punk als eine Weltanschauung zu bezeichnen, nicht als eine Ideologie. Der Begriff ‚Ideologie’ hat meiner Meinung nach, mit der Zeit schon zu viele unterschiedliche Bedeutungen erfahren, wobei eine einzige, sehr negative in den Vordergrund rückt, die unter Ideologie, „ein System von Gedanken“ versteht, welches „aus sich selbst heraus so wenig überzeugend ist, daß es durch Gewalt und Terror gestützt werden muß.“1

Thema dieser Arbeit ist der britische Punk um die ‚Sex Pistols’ im Vergleich zur Punk und New Wave Szene Westdeutschlands im Zeitraum 1977-1983. Es soll untersucht werden, wo Punk seine sozialen und weltanschaulichen Wurzeln hat und wie sich der britische Punk auf die Entwicklung der westdeutschen Szene auswirkte. Auf der Suche nach dem, was die Weltanschauung des Punk begründete und nach der künstlerischen Tradition, in die er sich einreiht, beginne ich mit der Punkrevolution 1975 in England.

Nach einer kurzen Darstellung der Entwicklung beider Punkszenen, der britischen und westdeutschen, werde ich im Hinblick auf die von Simon Frith herausgestellte Polarität zweier Auffassungen von Punk - ‚Punk-Populismus versus Punk-Avantgarde’ - die sozialen und weltanschaulichen Wurzeln und Aspekte des Punk ausgehend von England darstellen und anschließend die Szene der BRD untersuchen: Hier soll herausgestellt werden, inwieweit es eine ähnliche Spaltung der deutschen Szene gab - in populistischen und avantgardistischen Punk - und inwieweit in der BRD eine eigenständige, lebendige Szene entstand.

2 Begriffsbestimmung

Der Begriff ‚Punk’ stammt aus dem Amerikanischen und erscheint um 1600 das erste Mal. Die Erklärungen in Wörterbüchern sind vielfältig und beziehen sich zusammengenommen immer wieder auf eine einzelne Person am Rande einer bestimmt gearteten Normalität, wobei die Bezeichnung Punk beispielsweise für „prostitute“, „gangster“ oder „stupid, naive, or foolish person“ stehen konnte.2 Mit dem Aufkommen des Punk Rock wurde Punk dann im Duden 1980 zu einer „Protestbewegung von Jugendlichen, die mit bewusst rüdem, exaltiertem Auftreten und lauter Musik provozieren will.“3 In anderen Nachschlagewerken, wie im Sachlexikon Rockmusik 1992 ist man sich der Begriffsbestimmung weniger sicher:

’Punk’ ist ein schillernder Begriff, der sowohl ’Schund’, ’wertloses Zeug’ wie ’Vorstadtjungen’ bedeutet. Dementsprechend läßt sich auch ’Punk-Rock’ nicht eindeutig definieren.4

Tricia Henry und andere Autoren, wie zum Beispiel Dirk Budde, stellen fest, dass der Begriff ’Punk’ jedoch in den meisten Fällen auf die 1975 entstandene Szene in London bezogen wird.5 Wobei „der engste Begriff“ nach Faulstich, „Punk mit den Songs der Sex Pistols praktisch synonym“6 setzt. Hier soll sich jedoch die Bezeichnung ‚Punk’ nicht allein auf die englische Szene beschränken, wobei man zur besseren Unterscheidung vom „British Punk“7 sprechen kann. Vielmehr soll Punk Ausdruck einer musikalischen Bewegung und Weltanschauung sein, welche vielgestaltige Wurzeln hat und deren Verbreitung und Entwicklung besonders in der BRD untersucht werden soll.

So beschreibt auch Henry in ihrem Buch „Break all Rules! Punk Rock and the Making of a Style“ den englischen Punk nicht als isoliert entstandenes englisches Phänomen, sondern rekonstruiert die ‚Evolution des Punk-Stils’ beginnend mit der Untersuchung des New Yorker „underground rock“8 um Lou Reed und ‚The Velvet Underground.’ Ihre Betrachtungen decken Parallelen zwischen verschiedenen Musik- und Kunstszenen auf, die in dieser Arbeit später noch von Interesse sein sollen.

3 Von England nach Deutschland ?- Eine Skizze zweier Punkszenen
3.1 Die Punkrevolution in England

Zu Beginn der siebziger Jahre war in England eine Pubszene entstanden, die zur Entwicklung des Punk beitragen sollte. Hier trugen die Auftritte der Bands in den Clubs der Londoner Vororte zur Umsatzsteigerung bei, waren für das Publikum gratis und boten den Musikern die Möglichkeit, gegen geringes Entgeld, ihren Bekanntheitsgrad zu vergrößern, in der „Hoffung auf den Sprung über den Ozean“9.

[...]


1 Grosses Lexikon in Farbe, Band 2, 386.

2 Vgl. Lau, 9.

3 Duden, 1980 zitiert nach Lau, 10.

4 Halbscheffel/Kneif zitiert nach Budde, 16.

5 Vgl. Budde, 17 und Henry, 10.

6 Faulstich zitiert nach Budde, 16.

7 Budde, 17.

8 Henry, 10.

9 Budde, 18.


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