Register or log in at GRIN

Your e-mail-address or password is wrong
Register now
For new authors: free, easy and fast
This will be used as your user name, please specify a valid e-mail address

Lost password

Your e-mail-address or password is wrong

Request a new password
Soziale Netzwerkarbeit close

Please wait

Please install the Adobe Flash Player if no e-book is displayed.

Soziale Netzwerkarbeit

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2005, 24 Pages
Author: Kristina Niemann
Subject: Social Pedagogy / Social Work

Details

Institution/College: University of Vechta
Tags: Soziale, Netzwerkarbeit
Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2005
Pages: 24
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 15  Entries
Language: German
Archive No.: V46546
ISBN (E-book): 978-3-638-43714-1
ISBN (Book): 978-3-638-65886-7
File size: 162 KB

Abstract

Der deutsche Wohlfahrtsstaat steht heute in seiner bislang größten Krise. Die mangelnde Finanzierbarkeit des Sozialstaates bedroht vor allem eines – die sozialen Leistungen. Mit Problemen wie steigende Arbeitslosigkeit und Armut haben sich viele der zentralen Vorraussetzungen für die Sozialpolitik geändert. Auf die soziale Arbeit kommt daher ein steigender Legitimationsdruck zu. Zum einen muss sie möglichst schnell zeigen, dass sie auf die mehr oder weniger neuen Problemlagen mit gültigen Handlungskonzepten antworten und adäquate Lösungswege aufzeigen kann. Zum anderen muss sie vor allem auf Grund der knappen öffentlichen Kassen beweisen, dass sie effizient und effektiv arbeitet. Die Krise des Wohlfahrtsstaates hat das Interesse an den salutogenen Kräften der sozialen Netzwerke und auch der institutionellen Vernetzung in diesem Zusammenhang noch gesteigert. In der heutigen gesellschaftlichen Realität ist es für viele Menschen einfach unmöglich, sich selber ein stabiles soziales Netzwerk aufzubauen, was zu einer vermehrten Isolation und Anonymität führt. Die soziale Netzwerkarbeit soll hier als Möglichkeit dienen, die Versorgungslücken zu schließen, die die primären, aber auch die sekundären Netzwerke zunehmend hinterlassen. Ihre Aufgabe ist es, den Menschen zu helfen, ihre sozialen Probleme zu lösen. Dabei liegt der Schwerpunkt auf der „Hilfe zur Selbsthilfe“. Diese Arbeit beschäftigt sich zunächst mit der Definition sozialer Netzwerke und geht dann kurz auf die Bedeutung sozialer Netzwerke für die Gesellschaft und für die Soziale Arbeit ein. Des Weiteren behandelt sie das in diesem Kontext wichtige Konzept der Sozialen Unterstützung. Die Netzwerkinterventionen und die Konzepte der sozialen Netzwerkarbeit werden im Folgenden dann definiert. Danach werden kurz einige wichtige Techniken der sozialen Netzwerkarbeit skizziert. Den Abschluss bildet ein Ausblick für die Soziale Arbeit.


Excerpt (computer-generated)

Soziale Netzwerkarbeit

von: Kristina Niemann

 


1. Einleitung S.2

2. Das soziale Netzwerk – Eine Definition  S.3-8

2.1 Die historische Entwicklung der sozialen Netzwerkforschung S.4/5
2.2 Unterscheidungsmöglichkeiten im Netzwerkmodell S.5-7

2.2.1 Primäre Netzwerke S.5/6
2.2.2 Sekundäre Netzwerke  S.6
2.2.3 Tertiäre Netzwerke S.7

2.3 Netzwerkanalyse: Morphologische und interaktionale Kriterien S.7/8

3. Die Bedeutung sozialer Netzwerke in der Gesellschaft  S.8

4. Bedeutung sozialer Netzwerke in der Sozialen Arbeit  S.8-10

5. Das Konzept der „Sozialen Unterstützung“  S.10-11

6. Netzwerkorientierte Interventionen – Eine Definition S.12-14

6.1 Die Kernelemente praxisbezogener Netzwerkarbeit  S.13/14

7. Konzepte sozialer Netzwerkarbeit S.14-19

7.1 Netzwerk-Beratungen S.14/15
7.2 Empowerment S.15/16
7.3 Vernetzung sozialer Dienste S.16/17
7.4 Netzwerkorientierte Gemeinwesenarbeit S.18
7.5 Soziale Netzwerkarbeit als Unterstützungsmanagment  S.19

8. Techniken sozialer Netzwerkarbeit  S.19-21

8.1 Netzwerkkarte  S.19/20
8.2 Netzwerkbrett  S.20/21
8.3 Netzwerk-Konferenz S.21

9. Soziale Netzwerkarbeit – Ein Ausblick für die Soziale Arbeit S.22/23

10. Literaturverzeichnis S.24/25

11. Internetquellen  S.25



 

1. Einleitung

Der deutsche Wohlfahrtsstaat steht heute in seiner bislang größten Krise. Die mangelnde Finanzierbarkeit des Sozialstaates bedroht vor allem eines – die sozialen Leistungen. Mit Problemen wie steigende Arbeitslosigkeit und Armut haben sich viele der zentralen Vorraussetzungen für die Sozialpolitik geändert. Auf die soziale Arbeit kommt daher ein steigender Legitimationsdruck zu. Zum einen muss sie möglichst schnell zeigen, dass sie auf die mehr oder weniger neuen Problemlagen mit gültigen Handlungskonzepten antworten und adäquate Lösungswege aufzeigen kann. Zum anderen muss sie vor allem auf Grund der knappen öffentlichen Kassen beweisen, dass sie effizient und effektiv arbeitet. Die Krise des Wohlfahrtsstaates hat das Interesse an den salutogenen Kräften der sozialen Netzwerke und auch der institutionellen Vernetzung in diesem Zusammenhang noch gesteigert. In der heutigen gesellschaftlichen Realität ist es für viele Menschen einfach unmöglich, sich selber ein stabiles soziales Netzwerk aufzubauen, was zu einer vermehrten Isolation und Anonymität führt. Die soziale Netzwerkarbeit soll hier als Möglichkeit dienen, die Versorgungslücken zu schließen, die die primären, aber auch die sekundären Netzwerke zunehmend hinterlassen. Ihre Aufgabe ist es, den Menschen zu helfen, ihre sozialen Probleme zu lösen. Dabei liegt der Schwerpunkt auf der „Hilfe zur Selbsthilfe“.

Diese Arbeit beschäftigt sich zunächst mit der Definition sozialer Netzwerke und geht dann kurz auf die Bedeutung sozialer Netzwerke für die Gesellschaft und für die Soziale Arbeit ein. Des Weiteren behandelt sie das in diesem Kontext wichtige Konzept der Sozialen Unterstützung. Die Netzwerkinterventionen und die Konzepte der sozialen Netzwerkarbeit werden im Folgenden dann definiert. Danach werden kurz einige wichtige Techniken der sozialen Netzwerkarbeit skizziert. Den Abschluss bildet ein Ausblick für die Soziale Arbeit. Ich werde in dieser Arbeit nicht auf die Deprofessionalisierungsdebatte eingehen, die auch viel mit der sozialen Netzwerkarbeit zusammenhängt, weil dies den Rahmen sprengen würde.

2. Das soziale Netzwerk – Eine Definition

Ein soziales Netzwerk bezeichnet die Einbindung des Individuums in die ihn umgebende soziale Umwelt. Familie, Freunde, Nachbarn, Arbeitskollegen, Betriebe und Behörden kennzeichnen eine räumliche, eine funktionale und vor allem eine soziale Verbindung zwischen den Menschen. In ihrer Gesamtheit bilden diese sozialen Verbindungen ein komplexes Gerüst einer Menge miteinander verknüpfter Menschen, Organisationen und auch Orten – ein Netz eben. Es existiert ein individuelles Netzwerk, also die subjektive Verbindung zu Familie, Freunden, Arbeitskollegen oder Organisationen. Außerdem gibt es das organisierte Netzwerk, also die Verbindungen von Organisationen, Institutionen oder Initiativen zu anderen Einrichtungen, Behörden, Zeitungen oder etwa zur Politik. Diese Verbindungen charakterisieren das jeweilige individuelle Netzwerk der Institution, was wiederum Einfluss auf die Handlungsmöglichkeiten der Institution nimmt.1 Die Darstellung eines Netzwerkes innerhalb der sozialen Arbeit ermöglicht es, komplexe soziale Strukturen aufzuzeigen und Vergesellschaftungsprozesse und –formen zu beschreiben und zu untersuchen.

2.1 Die historische Entwicklung der sozialen Netzwerkforschung

Die Ursprünge der sozialen Netzwerkforschung finden sich schon in der formalen Soziologie Georg Simmels. In seinem Werk „Soziologie: Untersuchungen über die Formen der Vergesellschaftung“ von 1908 beschäftigte er sich mit der „Kreuzung sozialer Kreise“.2 Hier analysierte er unter anderem, dass „[…] die Zahl der verschiedenen Kreise […], in denen der Einzelne steht, […] einer der Gradmesser der Kultur [ist].“3 Schon vorher benutzte Simmel in einem seiner Aufsätze den Begriff Netzwerk. Er unterstellte, dass „[…] jedes soziale Element in das Sein und Tun jedes anderen verflicht [ist] und so das äußere Netzwerk [einer Gesellschaft] zustande bringt.“4

Den Begriff des „Netzwerks sozialer Beziehungen“ verwendete der Anthropologe Alfred R. Radcliffe-Brown 1940 das erste Mal.5 Radcliffe-Brown war ein Vertreter des Strukturfunktionalismus. Er konzentrierte sich auf „[…] aktuell existierende Beziehungen […], die verschiedene Menschen miteinander verbinden, [als] Netzwerk sozialer Beziehungen.“6 Erst 1954 schließlich prägte John A. Barnes den Begriff des „sozialen Netzwerks“ im Zusammenhang mit einer Studie über eine Gemeinde auf der norwegischen Insel Brennes.7 Er stellte fest, „[…] dass sich das soziale Leben […] als Muster von interaktiven Beziehungen darstellen ließ […]“. 8 Es diente „[…] der gegenseitigen Unterstützung [und] Unterhaltung […]“.9 Anhand eines Fischernetzes symbolisierte er die verschiedenen Beziehungen, in die Menschen eingebunden sind.10

[...]


1 Laireiter, Anton; Soziales Netzwerk und soziale Unterstützung: Konzepte, Methoden, Befunde; Verlag Hans Huber; Bern; 1993; S.16-20

2 Bullinger, Hermann; Nowak, Jürgen; Soziale Netzwerkarbeit: eine Einführung für soziale Berufe; Lambertus- Verlag; Freiburg im Breisgau; 1998, S.27

3 Bullinger, Hermann; Nowak, Jürgen; Soziale Netzwerkarbeit: eine Einführung für soziale Berufe; Lambertus- Verlag; Freiburg im Breisgau; 1998, S.27

4 Bullinger, Hermann; Nowak, Jürgen; Soziale Netzwerkarbeit: eine Einführung für soziale Berufe; Lambertus- Verlag; Freiburg im Breisgau; 1998, S.26

5 Bullinger, Hermann; Nowak, Jürgen; Soziale Netzwerkarbeit: eine Einführung für soziale Berufe; Lambertus- Verlag; Freiburg im Breisgau; 1998; S.65

6 Laireiter, Anton; Soziales Netzwerk und soziale Unterstützung: Konzepte, Methoden, Befunde; Verlag Hans Huber; Bern; 1993, S.46

7 Bullinger, Hermann; Nowak, Jürgen; Soziale Netzwerkarbeit: eine Einführung für soziale Berufe; Lambertus- Verlag; Freiburg im Breisgau; 1998; S.65

8 Röhrle, Bernd; Soziale Netzwerke und soziale Unterstützung; Psychologie Verlags Union; Weinheim; 1994; S.10

9 Röhrle, Bernd; Soziale Netzwerke und soziale Unterstützung; Psychologie Verlags Union; Weinheim; 1994; S.10

10 Keupp, Heiner; Röhrle, Bernd; Soziale Netzwerke; Campus Verlag, Frankfurt am Main; 1987, S.12


Comments

No comments yet

Add Comment
Your comment is reviewed before being published

Other users also were interested in the following titles:

Netzwerk?

Author: Henning Mertens
Sociology - Miscellaneous, 2008 Download as PDF-file for 7,99 EUR

Medienpädagogik in der Schule

Authors: Susanne Kitzing, Maria Naumann
Pedagogy - Media Pedagogy, 2001 Download as PDF-file for 7,99 EUR

This text can be quoted and accessed from this url:

http://www.grin.com/e-book/46546/soziale-netzwerkarbeit
please wait Please wait