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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2004, 16 Pages
Author: Karin Aldinger
Subject: Cultural Studies
Details
Institution/College: University of Leipzig (Kulturwissenschaft)
Tags: Geschichte, Beispiel, Ostalgie, Ostalgieshows, Visualisierung
Year: 2004
Pages: 16
Grade: 2,3
Bibliography: ~ 21 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-43731-8
File size: 246 KB
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Excerpt (computer-generated)
Ästhetisierung von Geschichte. Am Beispiel der
"Ostalgie" und "Ostalgieshows"
von: Karin Aldinger
8. Fachsemester
Inhaltsverzeichnis
Einleitung 3
Definition Ästhetisierung: 3
Symbole 4
Prägnanzen 5
Stereotype 6
Ästhetisierung der Geschichte 7
Nostalgie 7
Ostalgie 8
Karl Marx: Der achtzehnte Brumaire des Louis Bonaparte 10
Was sind mögliche Gründe für die Ost-Shows, Woher kommt der Erfolg 11
Die Symbole 12
Ästhetische Strategien in den Shows 13
Zusammenfassung und Ausblick 14
Literatur 15
Einleitung
„Ästhetisierung in geschichtlichen Aktionen ist belegt, z.B. durch Marx im 18. Brumaire des Louis Bonaparte, sie war zu beobachten in den „Wende- und Nachwende“ Zeiten, und sie findet auch Eingang in geschichtliche Auseinandersetzungen. Ob die kurze Welle der „Ostalgieshows“ dafür ein Beleg war, inwieweit hier Symbole, Prägnanzen, Stereotype auftreten“1, soll in der vorliegenden Arbeit diskutiert werden. Zunächst möchte ich einige Begriffe zum besseren Verständnis klären.
Was ist Ästhetisierung?
Was sind Symbole
Was sind Prägnanzen
Was sind Stereotype
Im zweiten Teil der Arbeit soll geklärt werden, ob es bei den „Ostalgieshows“ eine Ästhetisierung der Geschichte gegeben hat und mit welchen Strategien gearbeitet wurde. Definition Ästhetisierung:
Ganz allgemein bedeutet Ästhetisierung eine Verschönerung des Gegebenen und ist damit ein Grundvorgang von Ästhetisierungsprozessen. Der Begriff lässt sich aber noch weiter fassen, denn auch Strategien des Hässlichen, Erhabenen, Komischen und Kolossalischen gehören zur Ästhetisierung. Geht man von der ursprünglichen Wortbedeutung von „aisthesis“, die Sinne betreffend aus, dann handelt es sich bei der Ästhetisierung um die Versinnlichung von Handlungen, Prozessen und Strukturen. In der Regel soll etwas den Sinnen angenehm gemacht werden und unter der „Logik der sinnlichen Wahrnehmung gestellt“ werden. Ästhetisierung lässt sich objektiv und subjektiv betrachten. Subjektiv bedeutet Ästhetisierung, dass man sein Leben primär unter ästhetischen Gesichtspunkten gestaltet. Ästhetisierung objektiv bedeutet, dass etwas ästhetisch wird, was originär nicht ästhetisch ist. Etwas wird in einem ästhetischen Kontext gestellt, was zuvor in einem anderen Kontext stand, es wird ästhetisch ‚in Szene’ gesetzt, also inszeniert. Bereiche, die ursprünglich keiner ästhetischen Gestaltung unterliegen, werden ästhetisiert. Wortbildungen mit –sierung weisen auf solche Prozesse hin.2 Das bedeutet, dass Politik, Waren oder die Natur beispielsweise, neben ihrer bereits sinnlichen Zugänglichkeit, nochmals wahrnehmbar gemacht und gestaltet werden. Dies erfolgt z.B. durch Inszenierung, durch Stellen in den Kunstraum, durch Prägnanzbildung, durch Überführung in den Zeichenstatus, durch Verschönerung der Oberfläche, durch Nutzung des Kolossalischen, Hässlichen oder Erhabenen. Es werden Vorstellungen, Wünsche oder Bedürfnisse als ästhetische Ausdrucksform bedient.3 Ästhetisierung ist eine Begleiterscheinung der Modernisierungsprozesse im 19. Jh. und beginnt mit der Ästhetisierung der Ware auf den großen Weltausstellungen. 4 Prozesse der Ästhetisierung erfahren eine Aufwertung, Ausbreitung und Spezifikation in der für die Moderne charakteristischen Massenprozessen, wie zum Beispiel im Warenaustausch, in der Technik, der Politik, der Massenkultur und der Werbung oder aber im Tourismus. Diese Prozesse zielen auf Erlebnisgewinn, auf Faszination der Sinne und /oder auf eine starke Emotionalisierung ab. Wenn von Ästhetisierung die Rede ist, tritt auch oft der Begriff der Anästhetisierung auf, denn Ästhetisierung kann auch ins Gegenteil umschlagen. Zu beobachten ist das z.B. in Werbe- und Modestrategien, bei denen nicht mehr nur „perfekte, makellose Menschen“ abgebildet werden, sondern ganz bewusst mit unästhetischen Elementen, wie z.B. mit schiefen Zähnen oder Narben5 gearbeitet wird. Im Zeitalter von massenhaften Informationen und Reizüberflutungen durch Massenmedien muss man mit ausgefallenen Dingen arbeiten, um die Aufmerksamkeit der Konsumenten zu erhalten.
Symbole
Ein Symbol ist ein Gegenstand oder ein Zeichen, das für etwas ganz bestimmtes steht, auf etwas verweist. Ürsprünglich stammt der Begriff „Symbol“ aus dem Griechischen „Symballein“ = „zusammenhalten“ und „Symbolon“ = „Merkmal, Wahrzeichen“.6 Das Symbol „bezeichnet ein Zeichen, das über sich selbst hinausweist. Die Ursprungsbedeutung leitet sich von einem antiken Brauch ab: Ein Gast reichte seinem Gastgeber zum Abschied eine zerbrochene Tontafel oder einen Tonring. Sie dienten als Erkennungszeichen bei einem möglichen Gegenbesuch eines Mitglieds aus dem Gastgeberhaushalt. Durch das Zusammenfügen der beiden Bruchstücke konnte sich der ehemalige Gastgeber (oder einer aus seiner Familie) als solcher zu erkennen geben.“7 Davon abgeleitet sind Symbole Zeichen, aus denen man etwas schließen oder erkennen kann. Also: Kennzeichen, Wahrzeichen, Abzeichen, Sinnbild, (Erkennungs-)Marke,(Ausweis-) Karte, Bezeichnung. Auf für Ästhetisierungs- und Visualisierungsvorgänge sind Symbole ein wichtiges Instrument.
Prägnanzen
[...]
1 Kösser, Uta: Einleitung in das Thema „Ästetisierung von Geschichte“ im Seminarreader, SS04
2 Kösser, Uta: Ästhetisierung, in: Köhnke, Klaus Christian / Kösser, Uta: Prägnanzbildung und Ästhetisierung in Bildangeboten und Bildwahrnehmungen, Leipzig 2001, S. 193.
3 Mitschriften, Seminar Ästhetisierung und Visualisierung, SS 2004
4 Erste Weltausstellung am 1. Mai 1851
5 Narben werden in der jüngsten Werbekampagne von „Dove“ genutzt.
6 Thuleen, Nancy. "Referat: Symbol und Symbolismus." Website Article. 15 April 1998. http://www.nthuleen.com/papers/940Breferat.html>.
7 Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Symbole, 14.09.2004
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