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Seminararbeit, 2005, 18 Seiten
Autor: Eleni Theodoridou
Fach: Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwiss.
Details
Institution/Hochschule: Bergische Universität Wuppertal
Tags: Hörspiel, Deutschunterricht, Hörspiel
Jahr: 2005
Seiten: 18
Note: gut
Literaturverzeichnis: ~ 5 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-43864-3
Dateigröße: 86 KB
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Textauszug (computergeneriert)
Bergische Universität Wuppertal
Fachbereich A – Germanistik, Wintersemester 2004/2005
Seminar: Das Hörspiel: Entwicklung, Struktur, Didaktik
5. Semester
Das Hörspiel im Deutschunterricht
von: Eleni Theodoridou
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung S. 3
2. Geschichte des Hörspiels S. 4
3. Merkmale des Hörspiels S. 5
4. Das Hörspiel im Unterricht S. 7
4.1 Didaktische Aspekte S. 7
4.1.1 Das Hören S. 8
4.1.2 Sprecherziehung S. 8
4.1.3 Aufforderung zum sprachlichen und technischen Gestalten S. 9
4.1.4 Einführung in die Dramatik und ‚zeitgenössische’ Literatur S. 10
4.1.5 Kritisches Hören S. 11
4.2 Methodische Ansätze S. 12
4.2.1 Auswahl S. 12
4.2.2 Einstieg S. 13
4.2.3 Abhören S. 13
4.2.4 Lesen S. 14
4.2.5 Interpretation S. 14
4.2.6 Spielversuch S. 16
4.2.7 Entwurf eines Hörspielmanuskripts S. 17
5. Fazit S. 17
6. Literaturverzeichnis S. 18
1. Einleitung
Das Hörspiel ist eine literarische Kunstform, die in den letzten Jahren etwas in Vergessenheit geraten ist, doch gibt es nach wie vor gute Gründe, weshalb sie in den Deutschunterricht aufgenommen werden sollte. Diese didaktischen Faktoren sollen in dieser Hausarbeit erarbeitet werden. Im weiteren Verlauf sollen einige methodische Muster gegeben werden, wie der Lehrer den Unterricht mit dem traditionellen Hörspiel in der Sekundarstufe I aufbauen kann. Bevor es zum didaktischen Teil dieser Arbeit kommt, soll ein kurzer Überblick über die Geschichte des Hörspiels und dessen Hauptmerkmale dargeboten werden. Dieser literaturhistorische bzw. literaturwissenschaftliche Hintergrund verdeutlicht die Bedeutung des Hörspiels für die deutsche Literatur und zeigt die Möglichkeiten, die der Einsatz des Hörspiels im Deutschunterricht auch in der heutigen Zeit bietet.
2. Geschichte des Hörspiels
Mit der Erfindung des Rundfunks in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts entstanden die Reportage, das Feature und das Hörspiel. Im Gegensatz zu den ersten beiden Darbietungsformen entwickelte sich das Hörspiel zu einer eigenen Gattung. Das erste Hörspiel wurde am 15. Januar 1924 in London gesendet. Es handelte sich um „A Comedy of Danger“ von dem englischen Dramatiker und Bühnenautor Richard Hughes, der die Handlung in eine Kohlengrube verlegte. Es stellte sich heraus, dass auch später noch Hörspielautoren dunkle Räume und Höhlen als Handlungsraum wählten, um den Gehörsinn stärker zu aktivieren und die anderen Sinne auszuschalten. Schon Ende 1924 bzw. Anfang 1925 wurden die ersten deutschen Hörspiele ausgestrahlt („Zauberei auf dem Sender“ von Hans Flesch und „Spuk“ von Rolf Gunold). In den Jahren 1927-30 wurden junge Autoren wie Brecht und Döblin auf das Hörspiel aufmerksam. „Die expressionistische Sprachbehandlung, die abstrakten Stimmen, der innere Monolog sowie die Schnitt- und Montageverfahen in Döblins Roman (Berlin Alexanderplatz) kamen der Hörspieldramaturgie entgegen“1 und er veröffentlichte eine Hörspielfassung, die die Entwicklung des Hörspiels beeinflusste und förderte. Das Dritte Reich unterbrach diese Entwicklung, indem es Rundfunkanstalten verstaatlichte und den Rundfunk als Propagandamittel missbrauchte. Im Zweiten Weltkrieg wurden – genauso wie die anderen Literatursorten – auch Hörspiele, u.a. von Döblin, vernichtet. Der Höhepunkt des Hörspiels wurde 1947 von Wolfgang Borchert und seinem Werk „Draußen vor der Tür“ eingeleitet. Daraufhin veröffentlichte 1950 Günter Eich die „Träume“ und weitere Hörspiele, die als vorbildliche Nachkriegshörspiele empfunden wurden und viele, meist junge, Autoren versuchten sich an dieser jungen Literaturgattung. Zu nennen sind: Fred Hoerschelmann („Das Schiff Esperanza“ 1953), Max Frisch („Biedermann und die Brandstifter“ 1955), Ingeborg Bachmann („Der gute Gott von Manhattan“ 1958), Friedrich Dürrenmatt („Die Panne“ 1957).
In der zweiten Hälfte der sechziger Jahre bildete sich das so genannte Neue Hörspiel. Autoren wie Franz Mon und Helmut Heißenbüttel versuchten die verfestigten Hörgewohnheiten der fünfziger Jahre aufzubrechen. Im experimentellen Hörspiel stand nicht mehr die dramatische Handlung im Vordergrund, sondern „verselbstständigte Geräusche“ und eine Sprache, die durch „Wortspiele eine Tendenz zum Schallspiel bekam“2. Ein bedeutendes Werk dieser Untergattung ist „Fünf Mann Menschen“ von Ernst Jandl und Friederike Mayröcker aus dem Jahre 1967, welches auch im Deutschunterricht besprochen wurde.
3. Merkmale des Hörspiels
Ein Hörspiel besteht aus drei Komponenten, die zusammenwirken müssen: „Das gesprochene Wort, die nachschaffende Phantasie des Hörers und die dienende Funktion der Technik mit Geräusch und sonstigen Mitteln.“3 Der Versuch der Einordnung der Hörspiels in eine der drei großen Gattungen Epik, Drama und Lyrik erweist sich als schwierig. Eine eindeutige Zuordnung ist nicht möglich, denn oft werden in Hörspielen die Grenzen der Gattungen überschritten und Elemente der verschiedenen Gattungen miteinander kombiniert. Diese Verknüpfung der Stilmittel schafft neue Formen und macht aus dem Hörspiel eine eigene kleine Gattung. Epische Momente sind erkennbar, wenn ein Sprecher beispielsweise szenische Anmerkungen macht, als lyrischer Aspekt ist z.B. der (innere) Monolog zu bezeichnen und der Dialog ist eine Darbietungsform des Dramas. Man kann dennoch sagen, dass das Hörspiel dem Dramatischen am nächsten steht.
[...]
1 Rothmann, Kurt, Kleine Geschichte der deutschen Literatur, 1997, S.282
2 Rothmann, S. 323
3 Fuhrmann, Werner, Das Hörspiel im Unterricht der Sekundarstufe I, 1976, S. 7
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