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„Het transurbane stadsgewest“ - Siedlungsstruktur im Stadt-Umland-Kontext Amsterdams, aufgezeigt an Vinex-Gebieten

Thesis (M.A.), 2005, 175 Pages
Author: Yvonne Metzger
Subject: Geography / Earth Science - Regional Geography

Details

Category: Thesis (M.A.)
Year: 2005
Pages: 175
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 183  Entries
Language: German
Archive No.: V46781
ISBN (E-book): 978-3-638-43901-5
ISBN (Book): 978-3-638-90942-6
File size: 7378 KB

Abstract

„The city is becoming an unstable system through the process of globalization (…). What used to be an infrastructure plus buildings in a network of roads in a landscape is becoming an urban cloud – not just because of the sprawls around cities, but also in the sense that wherever you use your cell phone, you’re in a city.” Arjen Mulder Die vorliegende Magisterarbeit beschäftigt sich in diesem Zusammenhang mit den in der Vierde Nota over de Ruimtelijke Ordening Extra (VINEX, Aktualisierung des Vierten Raumordnungsprogramms) eingeführten Vinex-Gebieten. Der Schwerpunkt der Arbeit liegt in Fragestellungen im Bereich der aktuellen Entwicklung der Siedlungsstruktur, zum einen mit Blick auf die Bedeutung der Vinex-Gebiete und zum anderen unter Berücksichtigung der Modelle zur Entwicklung der Stadt. Die Leitfragen der Arbeit verdeutlichen die zweifache Perspektive (Raumordnungsprogramm, Stadtentwicklungsmodelle) auf die Siedlungsstruktur und betonen dabei das Hauptelement der Betrachtung, die Vinex-Gebiete: - Welche Rolle spielen die Vinex-Gebiete IJburg und Floriande in der Siedlungsstruktur der Stadtregion Amsterdam? - Werden die Vinex-Gebiete IJburg und Floriande den Auflagen in VINEX gerecht? - Welche städtischen bzw. stadtregionalen Entwicklungsmodelle werden durch die Vinex-Gebiete unterstützt? Nach der Einleitung befasst sich das zweite Kapitel mit drei aktuellen Modellen zur Entwicklung der städtischen Siedlungsstruktur. Die Modelle bilden den ersten Teil des theoretischen Rahmens der Arbeit. Kapitel III führt in die eigentliche Thematik der Vinex-Gebiete ein. In Kapitel IV wird auf die ntersuchungsregion eingegangen. Schließlich werden in Kapitel V als Fallbeispiele die beiden Vinex-Gebiete IJburg und Floriande betrachtet. In Kapitel VI wird die Umsetzung der beiden Vinex-Fallbeispiele verglichen und mithilfe von Sekundärliteratur diskutiert. Im abschließenden Teil der Arbeit wird das gesamte Erscheinungsbild der Siedlungsstruktur im Amsterdamer Umland interpretiert und bewertet. Die Schlussfolgerungen betreffen zum einen die Lage der Vinex-Gebiete in der Siedlungsstruktur der Stadtregion, insbesondere mit Blick auf das Kriterium der Funktionsmischung und das Ziel einer verminderten Automobilität. Zum anderen wird der theoretische Rahmen geschlossen, indem die gesamte Untersuchungsregion, insbesondere die beiden Vinex-Gebiete, mit Blick auf die in Kapitel II erläuterten Modelle bewertet wird. Am Ende erfolgt ein Ausblick.


Excerpt (computer-generated)

Westfälische Wilhelms-Universität
Philosophische Fakultät
Hausarbeit
zur Erlangung des Grades einer Magistra Artium

Niederlande-Studien
„Het transurbane stadsgewest“ –
Siedlungsstruktur im Stadt-Umland-Kontext Amsterdams, aufgezeigt an Vinex-Gebieten

eingereicht von:
Yvonne Metzger

2005

 

Inhaltsverzeichnis


I Einleitung ... 1

1.1 Hinleitung zum Thema ... 1
1.2 Forschungsstand und Literatur ... 4
1.3 Zielsetzung und Fragestellungen ... 6
1.4 Methodik und Aufbau der Arbeit ... 8

II Modelle zur Entwicklung der städtischen Siedlungsstruktur in den Niederlanden, unter Einbeziehung deutscher Theorien ... 11

2.1 Kompakte Stadt ... 11
2.2 Zwischenstadt und Tussenland ... 14
2.3 Regionale Netzwerkstadt ... 18

III Raumordnung in den Niederlanden seit den 60er Jahren ... 22

3.1 Dezentrale Konzentration: Wachstumskerne im Zweiten und Dritten Raumordnungsprogramm ... 22
3.2 Internationale Ausrichtung und Bündelung im Vierten Raumordnungsprogramm ... 24
3.3 Vinex-Gebiete im Vierten Raumordnungsprogramm Extra ... 26
    3.3.1 Aktualisierung des Vierten Raumordnungsprogramms und neue Inhalte ... 26
    3.3.2 Leitidee und Zielsetzung der Vinex-Gebiete ... 27

IV Die Region Amsterdam als Untersuchungsregion ... 32

4.1 Lage und historische Entwicklung der Stadt Amsterdam ... 32
4.2 Phasen der (Sub-)Urbanisierung in Amsterdam und der Region ... 34
    4.2.1 Wachstumskerne in den 70er Jahren ... 34
    4.2.2 Politik der Kompakten Stadt in den 80er Jahren ... 36
4.3. Regionalisierung und neue städtische Strukturen in den 90er Jahren ... 37
    4.3.1 Einfluss der Bevölkerungsstrukturentwicklung auf die Wohnraumsituation ... 37
        4.3.1.1 Entwicklung und Zusammensetzung der Bevölkerungsstruktur ... 37
        4.3.1.2 Problematik der Wohnraumsituation ... 40
        4.3.1.3 Regionalisierung des Wohnungsmarktes am Beispiel Haarlemmermeer ... 45
    4.3.2 Einfluss der Wirtschaftsstruktur auf die Arbeitsplatzstandorte ... 47
        4.3.2.1 Moderne Wirtschaftsstruktur im Raum Amsterdam ... 47
        4.3.2.2 Regionalisierung des Arbeitsmarktes am Beispiel Haarlemmermeer ... 49
    4.3.3 Regionale Verkehrsinfrastruktur ... 51
    4.3.4 Schiphol: Städtische Entwicklung am Flughafen ... 53
    4.3.5 Zuidas: Siedlungsachse und Verkehrsknotenpunkt ... 54

V Analyse von zwei Vinex-Gebieten in der Region Amsterdam ... 57

5.1 IJburg bei Amsterdam: Inseln im IJmeer ... 57
    5.1.1 Lage, Entstehung und Bedeutung des Gebietes ... 57
    5.1.2 Aktuelle Bevölkerungszusammensetzung ... 59
    5.1.3 Stadtentwicklung in IJburg ... 59
        5.1.3.1 Pläne, Leitideen und Konzepte ... 59
        5.1.3.2 Wohnungsbau auf den Teilinseln ... 61
        5.1.3.3 Versorgungseinrichtungen ... 63
        5.1.3.4 Verkehrsinfrastruktur ... 64
5.2 Floriande bei Hoofddorp: Wohnraum im Haarlemmermeerpolder ... 65
    5.2.1 Lage und räumlicher Entwurf des Gebietes ... 65
    5.2.2 Aktuelle Bevölkerungszusammensetzung ... 66
    5.2.3 Stadtentwicklung in Floriande ... 67
        5.2.3.1 Wohnungsbau auf den Teilinseln ... 67
        5.2.3.2 Versorgungseinrichtungen ... 70
        5.2.3.3 Verkehrsinfrastruktur ... 71

VI Vergleich, Diskussion und kritische Beurteilung von IJburg und Floriande ... 72

6.1 Bevölkerungszusammensetzung und Haushalte ... 72
6.2 Wohnungsangebot und Wohnmilieu ... 73
6.3 Arbeitsplatzangebot ... 77
6.4 Versorgungseinrichtungen ... 80
6.5 Verkehrsinfrastruktur ... 81
6.6 Städtebauliche Identität durch räumliche Qualitätsaspekte und Urbanität? ... 85

VII Fazit und Ausblick ... 91


Abbildungsanhang v100

Tabellenanhang ... 134

Literaturverzeichnis ... 147

 

 

I Einleitung

1.1 Hinleitung zum Thema


„The city is becoming an unstable system through the process of globalization (…). What used to be an infrastructure plus buildings in a network of roads in a landscape is becoming an urban cloud – not just because of the sprawls around cities, but also in the sense that wherever you use your cell phone, you’re in a city.”
Arjen Mulder (in einem Interview mit Edward Soja1)

Die räumliche Ausdehnung der Stadt und die Auslagerung von städtischen Funktionen bestimmt die neuere Entwicklung der Siedlungsstruktur. Siedlungsfragmente fügen sich zu neuen Kernen zusammen und überwinden die früher deutlichen Unterschiede zwischen Stadt und Land. Es erfolgt eine Transformation von ländlich geprägten Gebieten, die sich in Form einer zunehmenden Verstädterung bemerkbar macht. Der Terminus ‚transurban’ suggeriert eine Bewegung, die, mit Blick auf die Vorsilbe ‚trans’, über etwas hinaus oder hinüber geht. Das über etwas hinaus schreitende Subjekt ist urban, also städtisch bzw. im eigentlichen Sinne zur Stadt gehörend. Der Begriff bedeutet demnach, dass das Städtische die städtischen Grenzen überschreitet und dadurch eine Verwandlung des Umlandes hervorruft. „Transurbanism is (…) urbanism plus transformation. Transformation is the multiplication of information. Transurbanism is a theory of cities as they are now, towards a design process in which the highly informed character of every built environment is used as a design resource by that environment itself.“2

Der Begriff stadsgewest bezeichnet eine Region, die durch eine Anzahl zusammenarbeitender Gemeinden geformt wird. Es handelt sich um einen Komplex von nah beieinander liegenden Agglomerationen. Demzufolge kann das transurbane stadsgewest als eine Region verstanden werden, in der die Urbanität über die städtischen Grenzen hinaus fortschreitet und außerhalb des städtischen Kerns neue, d. h. den städtischen Lebensstilen entsprechende Siedlungselemente formt bzw. alte ländliche Siedlungselemente transformiert. Das transurbane stadsgewest ist eine Stadtregion, die durch die Umformung von ländlichen in urbane Siedlungselemente geprägt ist.

Diese Umformung geht mit einer zunehmenden Verstädterung und allen daraus folgenden Problemen für die Siedlungsstruktur einher. Daher sind entsprechend den Veränderungen regelmäßig neue raumordnungspolitische Konzepte und Maßnahmen erforderlich. In einem Land wie den Niederlanden, das mit 482 Einwohnern/ km2 die höchste Bevölkerungsdichte3 Europas besitzt und enormen Transformationsprozessen ausgesetzt ist, ist eine Raumplanung, die gezielt die nachhaltige Entwicklung der Siedlungsstruktur zum Ziel hat, von äußerster Notwendigkeit. Sie spielt insbesondere für den am meisten verstädterten westlichen Teil des Landes, die Randstad4, eine wichtige Rolle. Für den Transformationsprozess im Umland der Städte sind mehrere gleichzeitig ablaufende Entwicklungen ausschlaggebend, die eng miteinander verknüpft sind, aber gleichwohl in mehrere Teilphänomene zerlegt werden können.

Die Siedlungsstruktur im Umland der Städte ist v. a. seit den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts durch den Trend der Suburbanisierung, die Verlagerung von Bevölkerung, Dienstleistungen und Gewerbe von der Stadt ins Umland geprägt. In der Wohlstandsperiode nach dem zweiten Weltkrieg nahm die Mobilität durch den Autoverkehr stark zu und ermöglichte großen Teilen der Bevölkerung die Stadt als dauerhaften Wohnsitz zu verlassen und sich im suburbanen, grünen Umland niederzulassen. Um den Abwanderungstrend zu kanalisieren, wies die Regierung im Rahmen der nationalen Raumordnung neue Wohngebiete außerhalb der Städte als Wachstumskerne aus und stattete diese mit der notwendigen Infrastruktur aus. Obwohl diese Entwicklung in vorgegebenen Zonen stattfinden sollte, war die Dynamik der sich verselbstständigenden Vergrößerung der Wachstumskerne schon nach wenigen Jahren nicht mehr aufzuhalten. Es entstanden starke Diskrepanzen zwischen den Vorstellungen und Leitideen des nationalen Raumordnungsprogramms und der tatsächlichen räumlichen Verteilung von Bevölkerung und Wirtschaft. Eine Ursache dieser Diskrepanzen ist der rasche mit der Globalisierung einhergehende Strukturwandel, der sich auf alle Bereiche des öffentlichen und privaten Lebens auswirkt. Schlagworte wie Tertiarisierung, Individualisierung und Differenzierung charakterisieren die Veränderungen nur annähernd. Die konkreten Probleme der Städte lassen sich aber insbesondere aus diesen Schlagworten ableiten. Die Tertiarisierung der Wirtschaft führt zu zahlreichen neuen Dienstleistungszweigen in der Arbeitswelt, die wiederum neue Formen der Arbeitsweise beinhalten. Weitgehende Ortsunabhängigkeit ermöglicht es Unternehmen, sich außerhalb städtischer Strukturen niederzulassen und zu entwickeln. Dienstleistungskomplexe können in die Peripherie verlagert werden. Die Individualisierung der Gesellschaft verändert die soziale Struktur und die Art des Zusammenlebens. Die traditionelle Familie verliert zunehmend an Bedeutung. An ihre Stelle treten wachsende Anteile an Alleinstehenden sowie ehelose Partnerschaften ohne Kinder. Auf diese Weise verändert sich seit den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts die Zusammensetzung und die Größe der Haushalte und führt zu neuen Anforderungen an den Wohnungsmarkt. Hinzu kommt eine Differenzierung der Lebensstile in der Wohlstandsgesellschaft. Höhere Ansprüche der Bevölkerung an den Wohnraum und an die Qualität der täglichen Wohnumgebung stellen die Raum- und Städtebauplaner vor neue Herausforderungen. Wirtschaft und Bevölkerung beanspruchen zunehmend mehr Raum, fordern aber gleichzeitig mehr Freiraum. Da der Raum in den Niederlanden, besonders in der Randstad, zunehmende Verstädterungstendenzen aufweist, sind die Wohnwünsche der Bevölkerung weitgehend unbefriedigt und beklagen sich sowohl Raum-, Stadt- als auch Landschaftsplaner über unkontrollierte Tendenzen und ungeordnete Strukturen in der Siedlungsflächenentwicklung.

Die vorliegende Magisterarbeit beschäftigt sich in diesem Zusammenhang mit den in der Vierde Nota over de Ruimtelijke Ordening Extra (VINEX, Aktualisierung des Vierten Raumordnungsprogramms) eingeführten Vinex-Gebieten, die eine Reaktion auf die städtebauliche und wohnungsbaupolitische Entwicklung des Landes sind. Bei den Vinex- Gebieten handelt es sich um räumlich begrenzte Wohngebiete im nahen Umland der Städte. Sie werden seit den 90er Jahren im gesamten Land, schwerpunktmäßig in der Randstad, gebaut.

[...]


1 SOJA, E. (2002), S. 89.

2 MULDER, A. (2002), S. 7.

3 Vgl. Online unter: CENTRAAL BUREAU VOOR DE STATISTIEK (o. J.).

4 Die Randstad umfasst die vier großen Städte Amsterdam, Den Haag, Rotterdam und Utrecht, die sich ringförmig um das vorwiegend agrarisch genutzte Mittelgebiet, das ‚Grüne Herz’ legen.


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