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Termpaper, 2001, 20 Pages
Author: Nadia Cohen
Subject: German Studies - Comparative Literature
Details
Institution/College: Johannes Gutenberg University Mainz (Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft)
Tags: Kolonialismus, Literatur, Kinderliteratur
Year: 2001
Pages: 20
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 12 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-43907-7
File size: 89 KB
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Excerpt (computer-generated)
A Little Princes - Francess Hodgson Burnett
von: Nadia Cohen
4. Fachsemester
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
2. Die Geschichte: A Little Princess – Frances Hodgson Burnett 2
3. Situation der Kinderliteratur in England zur Zeit Hodgson Burnetts 3
4. A Little Princess im Verhältnis zur übrigen viktorianischen Kinderliteratur 4
5. Wozu eigentlich Kinderliteratur? 7
6. Kolonialismus in A Little Princess 9
7. Zwischen den Zeilen 10
8. Fazit 13
9. Anmerkungen 15
10. Literaturverzeichnis 17
1. Einleitung
„To look at the Victorian children’s books still familiar today is in one way misleading but in another way illuminating: the survivors are far from representative of the entire output and come almost invariably from the minority that ignored, bent or broke the rules.“ 1
A Little Princess von Frances Hodgson Burnett gehört auch zu den Kinderbüchern aus der Viktorianischen Zeit, die heute noch sehr beliebt sind. Die Autorin wird ebenfalls zu denen gezählt, die eher fortschrittliche Ideen vertraten und sich nicht an bestimmte Viktorianische Werte halten wollte. Unter dem Gesichtspunkt „Kolonialismus in der Literatur des 19. Jahrhunderts“ soll in dieser Arbeit zunächst untersucht werden, inwiefern Hodgson Burnett mit ihrer Geschichte tatsächlich aus dem Rahmen des Üblichen fällt, bzw. ob sich nicht doch gewisse Parallelen zu den damals üblichen „Viktorianischen Kinderbüchern“ ergeben. Weiterhin soll ein Einblick in die Problematik der Definition von Kinderliteratur gegeben werden, die die Frage nach dem Zweck bzw. dem Wert von Kinderliteratur aufwirft. Nachdem eventuelle kolonialistische Elemente in A Little Princess näher analysiert worden sind, soll in diesem Zusammenhang der Frage nach dem Wert bzw. nach einer Neubewertung des Buches nachgegangen werden. Dies soll auch unter dem Gesichtspunkt der Rolle des Kindes als (kritischer) Leser geschehen.
2. Die Geschichte: A Little Princess – Frances Hodgson Burnett
A Little Princess von Frances Hodgson Burnett erschien zum ersten Mal 1888 als Fortsetzungsgeschichte in der Zeitschrift St. Nicholas; A Magazine for Boys and Girls unter dem Titel Sara Crew; or, What happened at Miss Minchin’s.2 1903 schrieb Hodgson Burnett das Werk als Theaterstück um. Dieses erschien unter dem Titel The Little Princess und hatte so viel Erfolg, daß die Autorin die Geschichte noch einmal mit einigen neuen Charakteren, basierend auf dem Theaterstück, niederschrieb. Diese letzte Version, die 1905 unter dem Titel A Little Princess erschien, ist zur bekanntesten geworden.
A Little Princess erzählt die Geschichte der kleinen Sara Crew, die von ihrem Vater, einem reichen britischen Offizier in Indien, nach England ins Internat geschickt wird. Als der Vater angeblich sein ganzes Vermögen im Geschäft mit einer indischen Diamantenmine verliert und unerwartet stirbt, wird Sara von der Lieblingsschülerin zur Magd für alles degradiert. Trotz des schweren Lebens, daß sie nun zu führen hat, verliert Sara nicht ihre Freundlichkeit, Selbstbeherrschung und Selbstachtung. Schließlich stellt sich durch einen ehemaligen Freund Captain Crews heraus, daß dessen Vermögen doch nicht verlorengegangen war, sondern sich sogar noch vermehrt hat. Saras Leiden haben ein Ende und sie verläßt das Internat.
3. Situation der Kinderliteratur in England zur Zeit Hodgson Burnetts
Die Jahre zwischen Mitte des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts waren gekennzeichnet durch ein wachsendes Interesse an Abenteuergeschichten, die im Zusammenhang mit den britischen Kolonien standen: „Thus the British public’s interest in thrilling deeds in faraway places, normally within the hegemony of British imperialism, helped create a cultural climate in which boys and girls wanted to read adventure stories in which the heroes and (less often) the heroines where young people like themselves.“ 3
Schwieriger gestaltete sich das Schreiben geeigneter Geschichten für Mädchen. Rowe Townsend bemerkt hierzu: „For girls a different kind of book was thought appropriate: the domestic dramas [...]“4 In diesen speziell auf Mädchen zugeschnittenen Geschichten wurde die Heldin damit konfrontiert, bestimmte als weiblich angesehene Werte wie Disziplin, Entsagung, Gehorsam und Unterordnung zu erlernen.5 Diese Werte standen in engem Zusammenhang mit den sogenannten „Viktorianischen Werten“, die, um es kurz zu fassen, von Kindern im allgemeinen, Mädchen im besonderen, erwarteten, daß sie brav waren und handeln sollten, wie ihnen befohlen. Aber selbst Verfechter dieser Werte mußten wohl oder Übel erkennen, daß die Mädchen dieser Art von Büchern langsam überdrüssig waren und viel lieber die Abenteuergeschichten ihrer Brüder lasen. Die Autoren standen also vor der schwierigen Aufgabe, gleichzeitig modernere Geschichten für Mädchen zu schreiben, ohne dabei die alten Werte zu vernachlässigen.6 Dies wurde zum Beispiel durch das Übertragen militärischer Werte wie Kampfgeist zur Erhaltung von Ehre und Ruf auf den weiblichen Bereich versucht. Eine andere Möglichkeit war die Kombination damenhaften Verhaltens mit dem Verlangen der Mädchen nach Freiheit und eigenständigem Handeln im Kontext des britischen Imperiums. So fanden sich die Heldinnen der neuen Geschichten zum Beispiel oft nach dem Tod des Vaters, Bruders oder Ehegatten als Familienoberhaupt wieder, und dies nicht mehr nur im Kontext der „kleinen britischen Familie“, sondern als Hausherrin über große Ländereien o.ä. So konnte eine Frau gleichzeitig als ordentliche Dame den Haushalt führen, aber dies auf einer höheren Ebene, mit mehr Freiraum und Selbständigkeit.7
[...]
1. John Rowe Townsend: British Children’s Literature: A Historical Overview, in: International Companion Encyclopaedia of Children’s Literature, hrsg. von Peter Hunt, London & New York, 1996, 676-687, hier: 680.
2. (Autor?): New Horizons, in: Cornelia Meigs (Hrsg.): A critical history of children’s literature, New York & London, 1969 (revised edition), ?-?, hier: 242.
3. Dennis Butts: Shaping Boyhood: Empire Builders and Adventurers, in: International Companion Encyclopaedia of Children’s Literature, hrsg. von Peter Hunt, London & New York, 1996, 326-337, hier: 328.
4. Rowe Townsend, British Children’s Literature, 681
5. J.S. Bratton: British imperialism and the reproduction of feminity in girls’ fiction, 1900-1930, Jeffrey Richards (Hrsg.): Imperialism and juvenile literature, Manchester, 1989, 195-215, hier: 197.
6. J.S. Bratton, British imperialism and the reproduction of feminity, 197.
7. J.S. Bratton, British imperialism and the reproduction of feminity, vgl. 199-205.
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