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Presentation (Elaboration), 2004, 13 Pages
Author: Nadine Mattes
Subject: Psychology - Social Psychology
Details
Institution/College: Saarland University (Fachrichtung Psychologie)
Tags: Ankereffekte, Richterspruch, Dauerhaftigkeit, Ankereffekten, Personenbeurteilung, Praxis
Year: 2004
Pages: 13
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 3 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-43916-9
File size: 238 KB
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Excerpt (computer-generated)
Universität des Saarlandes
Fachrichtung 5.3 Psychologie
Hauptseminar: Personenbeurteilung in der beruflichen Praxis
7. Fachsemester
Ankereffekte im Richterspruch und die
Dauerhaftigkeit von Ankereffekten
von: Nadine Mattes
I N H A L T S V E R Z E I C H N I S
1. EINLEITUNG 3
2. GRUNDLAGEN 3
2.1. DEFINITION ANKEREFFEKT 3
2.2. DAS SELECTIVE ACCESSIBILITY MODEL 3
3. ANKEREFFEKTE IM RICHTERSPRUCH 4
3.1. STUDIE 1: GIBT ES ANKEREFFEKTE IM RICHTERSPRUCH? 4
3.2. STUDIE 2: SPIELT DIE RELEVANZ DES ANKERS EINE ROLLE? 5
3.3. STUDIE 3: TRETEN ANKEREFFEKTE BEI ERFAHRENEN RICHTERN AUF? 6
3.4. FAZIT STUDIEN 1-3 7
4. DAUERHAFTIGKEIT VON ANKEREFFEKTEN 7
4.1. STUDIE 1: DAUERHAFTIGKEIT BEI FIKTIVEM ZIELOBJEKT 8
4.2. STUDIE 2: DAUERHAFTIGKEIT BEI EXISTIERENDEM, ABER SELTENEM ZIELOBJEKT 9
4.3. STUDIE 3: DAUERHAFTIGKEIT BEI ALLTÄGLICHEM ZIELOBJEKT 9
4.4. FAZIT STUDIEN 1-3 10
5. SCHLUSS 10
6. LITERATURVERZEICHNIS 12
1. Einleitung
Diese Arbeit beschäftigt sich mit Ankereffekten im Richterspruch und der Dauerhaftigkeit von Ankereffekten. Davor wird unter Punkt 2 erklärt, worum es sich beim Ankereffekt handelt, und anschließend das „Selective Accessibility Modell“ vorgestellt, das eine mögliche Erklärung für das Auftreten von Ankereffekten liefert.
2. Grundlagen
2.1. Definition Ankereffekt
Beim Ankereffekt handelt es sich um einen Urteilsfehler. Dabei werden numerischen Schätzungen einem zuvor unbewusst oder bewusst wahrgenommenen (Anker-)Wert angenähert (vgl. Mussweiler & Englich, 2001, S. 1535). Das bekannteste Beispiel dafür lieferten Tversky & Kahnemann 1974: Sie fragten ihre Probanden zunächst, ob der Prozentanteil afrikanischer Staaten in der UNO höher oder niedriger als ein bestimmter Wert sei. Dieser Wert, der durch das Drehen eines Glücksrades festgelegt wurde, bildete den Anker. Anschließend wurden die Versuchspersonen gebeten, eine eigene Schätzung über den Anteil afrikanischer Staaten in der UNO abzugeben. Die jeweiligen Schätzungen der Teilnehmer lagen nahe der jeweiligen, zuvor durch das Drehen des Glücksrads festgelegten Ankerwerte (vgl. Mussweiler & Englich, 2001, S. 1535).
2.2. Das Selective Accessibility Model
Das Selective Accessibility Model liefert eine mögliche Ursache für das Entstehen des Anchoring (vgl. Mussweiler, 2001, S. 432). Wird der Urteiler mit einem Ankerwert konfrontiert (wie z.B. „Ist die Elbe länger als 10.000 Meter?“), untersucht er zunächst die Möglichkeit, dass der tatsächliche Wert dem Anker entspricht (z.B. „ist die Elbe 10.000 Meter lang?“). Dazu wird Anker-konsistentes Wissen aufgerufen, wodurch dieses besser zugänglich wird. Bei der anschließenden Schätzung („Wie lang ist die Elbe?“) wird dann v.a. auf das zugängliche und somit Anker-konsistente Wissen zugegriffen: Ergebnis ist, dass der geschätzte Wert nahe am Ankerwert liegt.
3. Ankereffekte im Richterspruch
Es hat sich gezeigt, dass für ähnliche Straftaten unterschiedlich hohe Strafmaße verhängt werden. Neben den individuellen Merkmalen und Einstellungen des Richters kann dies aber auch an der Situation selbst liegen. Da Gerichtsurteile häufig unter Unsicherheit erfolgen, da z.B. Beweise uneindeutig sind, greifen auch Richter möglicherweise auf Urteilsheuristiken wie z.B. den Ankereffekt zurück. Es werden Untersuchungen zu Ankereffekten von Mussweiler und Englich vorgestellt, in denen der Einfluss der Strafmaßforderung des Staatsanwalts auf das Urteil des Richters untersucht wurde (vgl. Mussweiler & Englich, 2001, S. 1535 f.).
3.1. Studie 1: Gibt es Ankereffekte im Richterspruch?
Zunächst wurde untersucht, ob Ankereffekte bei Richtern, also Experten im Urteilen, auftreten. Teilnehmer an der Studie waren 19 deutsche Richter mit einer durchschnittlichen Berufserfahrung von 9,34 Monaten (SD=10,52). Allen wurden dieselben Fallmaterialien zu einer vorgeblichen Vergewaltigung vorgelegt. Die Materialien enthielten Beschreibung des Tathergangs, Aussagen des Opfers, des Angeklagten, von Zeugen und Gutachtern, sowie entsprechende Gesetzestexte. Einer Hälfte der Probanden wurde erklärt der Ankläger habe 2 Monate Haft gefordert (Bedingung „niedriger Anker“), der anderen Hälfte er habe 34 Monate (Bedingung „hoher Anker“) gefordert.
[...]
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