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Termpaper, 2004, 18 Pages
Author: Christiane Seidel
Subject: Communications: Public Relations, Advertising, Marketing
Details
Institution/College: Business and Information Technology School - The Entrepreneurial University Iserlohn
Tags: Marketing, Dynaxity, Rundfunkökonomik
Year: 2004
Pages: 18
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 12 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-44019-6
File size: 579 KB
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Excerpt (computer-generated)
CI und Marketing: Dynaxity
von: Christiane Seidel
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Beschreibung der „Dynaxity 1
3. Die fünf Phasen des Unternehmens-Wachstums 4
4. Dynaxity- Zonen I - III 6
4.1 Zone I 6
4.2 Zone II 7
4.3 Zone III 7
5. Zone IV und Wandeltrends 9
5.1 Zunehmende Verwissenschaftlichung der Welt 9
5.2 Informationsdemokratisierung 10
5.3 Globalisierung 10
5.4 Verrechtlichung von Beziehungen 10
5.5 Wertewandel 11
5.6 Sieg des Marktes als beherrschendes Ordnungsprinzip 11
5.7 Bevölkerungsentwicklung 11
5.8 Bedrohung des Ökosystems 11
6. Fazit 12
Anhang III
Literaturverzeichnis IV
1. Einleitung
Das Leben wird schneller, unübersichtlicher, vernetzter, flexibler und unstabiler. Es besteht zunehmend aus Fragmenten und Episoden, Veränderungen knüpfen kaum noch an das Alte an, sondern vollziehen sich als radikale Brüche. Die Geschwindigkeit der technologischen Veränderungen intensiviert sich und die Gesellschaft verändert ihr Gesicht. Sie wird komplexer, unübersichtlicher und ihr Wertegefüge hat sich im Laufe der Zeit radikal verändert. Es ergibt sich die Frage danach, wie Menschen und Organisationen diese Veränderungen verarbeiten, verstehen und mit ihnen umgehen können. Hierzu hat Prof. Dr. Heijo Rieckmann das so genannte „OSTO/SYMA-System-Modell“ entwickelt, welches Unternehmen mittels Management- Instrumenten zu einer besseren Bewältigung der zunehmenden Komplexität und Dynamik verhelfen soll.1
Im Rahmen dieser Arbeit wird untersucht, wie es zu dieser komplexen und temporeichen Welt kommt, beziehungsweise gekommen ist. Ziel ist es nicht das Modell per se zu untersuchen, sondern Faktoren zu entziffern, die einen derart ganzheitlichen Managementansatz überhaupt veranlassen. Zunächst wird der von Rieckmann geprägte Begriff der „Dyanxity“ erläutert, um in das Thema einzuleiten. Vertiefend findet eine Einteilung dieser Dynaxity in ihre aufeinander folgenden Zonen statt, um so die Entwicklung und unterschiedlichen Charakteristika herauszustellen. Ferner dienen zusätzliche Quellen und Modelle anderer Wissenschaftler einer tieferen Einsicht in diese Thematik und eröffnen so mehrere Blickwinkel. Abschließend werden die Wandeltrends unserer Zeit betrachtet, um zu einer aussagekräftigen Begründung der heutigen Welt und ihrer Dynaxity zu gelangen.
2. Beschreibung der „Dynaxity“
Die radikalen Veränderungen und Vernetzungen unserer Welt führen zu einer stark zunehmenden Komplexität und gleichzeitig steigender Dynamik. Dies sind Entwicklungen, die sich gegenseitig beeinflussen, verstärken und beschleunigen.2 Es entsteht eine zunehmende Undurchschaubarkeit von Wechselwirkungen. Rieckmann prägte diese Theorie mit dem Begriff der „Dynaxity“. Er setzt sich als Kunstwort aus Dynamics und Complexity zusammen und ist in Abbildung 1 veranschaulicht. Je mehr Komplexität und Dynamik herrschen, desto stärker ausgeprägt ist die Dynaxity.
Abbildung 1: Dynaxity [Abbildung in der Downloaddatei vorhanden]
Genauso wie Wirkungsbeziehungen zwischen den beschriebenen Entwicklungen bestehen, sind auch die heutigen Systeme (Unternehmen, Institutionen, Organisationen, etc.) und ihre Umwelten davon geprägt.3 Die St. Gallener Professoren Ulrich und Probst stützen Rieckmanns These, denn ihnen zufolge ist ein System „ein dynamisches Ganzes, das als solches bestimmte Eigenschaften und Verhaltensweisen besitzt. Es besteht aus Teilen, die so miteinander verknüpft sind, dass kein Teil unabhängig ist von andern Teilen und das Verhalten des Ganzen beeinflusst wird vom Zusammenwirken aller Teile."4 Daraus folgt, dass Systeme grundsätzlich offen sind und nie vollständig unabhängig sein können.5
Es erscheint problematisch, aufgrund einer steigenden Dynaxity Vorhersagen über den Zustand eines Systems in einem zukünftigen Zeitpunkt machen zu können. Der Chaos- und Komplexitätstheoretiker Stacey behauptet: „In dieser grundlegend paradoxen Welt geht der Wirkungszusammenhang zwischen den konkreten Aktionen und ihren langfristigen Ergebnissen im Labyrinth der komplexen Wechselbeziehungen, die zwischen den verschiedenen Systemkomponenten bestehen, verloren.“6 Prognostizierbar sei allein die Dynamik des Systems.7 So fügen Ulrich und Probst in diesem Zusammenhang hinzu, dass eine vollständige Kontrolle über ein System nicht möglich sei.8 Trotz scheinbarer Machtzunahme durch steten Technologiefortschritt, nehmen Ohnmacht und Risiko also weiterhin zu.9 Rieckmann verbildlicht diesen Teufelskreis mit dem Begriff des „Hamsterradeffekts“: Der Mensch hat immer weniger Zeit und kommt immer weniger vorwärts, obwohl er immer schneller rennt. Angesichts einer steten Entwicklung der Dynaxity und des sich immer schneller drehenden Hamsterrads, hat Rieckmann eine Aufteilung in vier Dynaxity-Zonen vorgenommen.10 Systeme, beziehungsweise Unternehmen, lassen sich somit in unterschiedliche Zonen einteilen, in denen sie sich bewegen. Ein Unternehmen wächst im Laufe der Zeit und wandert aufgrund von Umwelteinflüssen weiter in eine nachfolgende Zone. Je nach Zugehörigkeit unterscheiden sich die Führungsverständnisse, Zielvorstellungen und Organisationsstrukturen („operative Paradigmen“).11
[...]
1 Vgl. Rieckmann, H.: Managen und Führen am Rande des 3. Jahrtausends. Praktisches, Theoretisches, Bedenkliches, 2. Aufl., Frankfurt am Main 2000, S. 38 f. und Rieckmann, H.: Einführung – die OSTO-Brille, http://www.uniklu. ac.at/opm/WILLKOMMEN/FORSCHUNG/System_Management/OSTOEinleitung/ OSTO_SYMA_Reise/body_osto_syma_reise.html (25.10.2004), OSTO steht für „Offenes-Sozio-Techno- Oekonomisches System“. Das OSTO/SYMA-System-Modell ist ein ganzheitliches Managementmodell um Unternehmen, ihre Organisationen, Prozesse und Kulturen zu gestalten, zu diagnostizieren sowie zu verändern.
2 Vgl. Rieckmann, H.: Managen und Führen am Rande des 3. Jahrtausends. Praktisches, Theoretisches, Bedenkliches, 2. Aufl., Frankfurt am Main 2000, S. 3 f.
3 Vgl.: Ulrich, H./ Probst, G.J.B.: Anleitung zum ganzheitlichen Denken und Handeln. Ein Brevier für Führungskräfte, Bern/ Stuttgart 1988, S. 30 f.
4 Ebenda
5 Vgl. ebenda, S. 50 f. Auch Organisationswissenschaftlerin Roters geht grundsätzlich in ihren empirischen Organisationsuntersuchungen von offenen Systemen mit Wechselbeziehungen aus: Organisationen werden als "äußerst komplexe, offenen, soziotechnische Systeme verstanden, welche mit einer zunehmend dynamischen Umwelt in vielfältigen Interaktionsbeziehungen stehen [...]." Roters, M.: Komplexität und Dynamik als Einflußgrößen der Effizienz von Organisationen, Schriften zur empirischen Entscheidungs- und Organisationsforschung, Band 11, Frankfurt am Main 1989, S. 14
6 Stacey, R.D.: Unternehmen am Rande des Chaos. Komplexität und Kreativität in Organisationen, Stuttgart 1997, S. 191
7 Vgl. ebenda
8 Vgl.: Ulrich, H./ Probst, G.J.B.: Anleitung zum ganzheitlichen Denken und Handeln. Ein Brevier für Führungskräfte, Bern/ Stuttgart 1988, S. 52
9 Vgl. im Folgenden: Rieckmann, H.: Managen und Führen am Rande des 3. Jahrtausends. Praktisches, Theoretisches, Bedenkliches, 2. Aufl., Frankfurt am Main 2000, S. 4
10 Vgl. im Folgenden: Rieckmann, H.: Dynaxity-Zone I- IV, http://www.uniklu. ac.at/opm/WILLKOMMEN/FORSCHUNG/System_Management/Dynaxity_Zone_I_- _IV/body_dynaxity_zone_i_-_iv.html (25.10.2004) und Rieckmann, H.: Managen und Führen am Rande des 3. Jahrtausends. Praktisches, Theoretisches, Bedenkliches, 2. Aufl., Frankfurt am Main 2000, S. 7 f.
11 Das Schaubild „Kontinuum der Dynaxity“ (Abbildung 3 im Anhang) veranschaulicht die aufeinander folgenden Dynaxity-Zonen.
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