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Der Vietnamkrieg ein weiblicher Blickwinkel

Termpaper, 2003, 21 Pages
Author: Nicole Schindler
Subject: American Studies - Culture and Applied Geography

Details

Institution/College: University of Potsdam
Tags: Vietnamkrieg, Blickwinkel
Category: Termpaper
Year: 2003
Pages: 21
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 20  Entries
Language: German
Archive No.: V47200
ISBN (E-book): 978-3-638-44197-1

File size: 167 KB


Excerpt (computer-generated)

Universität Potsdam

Der Vietnamkrieg ein weiblicher Blickwinkel

von

Nicole Schindler

 

 

Inhaltsangabe

1. Einleitung

2. Warum gingen Frauen in den 60iger und 70iger Jahren nach Vietnam?

3. Was machten die Frauen in Vietnam?

4. Situation und moralisches Dilemma

5. Schwierigkeiten des Vietnam-Krieges und die Rückkehr in die Vereinigten Staaten

6. Freunde und emotionale Problematik

7. Quellen

 

 

1. Einleitung

Während männliche Schriftsteller, Journalisten und Veteranen den Vietnam-Kieg und seine Konsequenzen untersucht und über ihre Ergebnisse berichtet haben, sind die Stimmen der weiblichen Veteranen erstaunlicherweise still geblieben. Bis heute ist nur wenig über die Erfahrungen von Frauen im Vietnam-Krieg berichtet worden. Die Frauen, die während der Kriegsjahre nach Vietnam gingen, sahen den Krieg teilweise als notwendig, teilweise als verheerendes Übel an. Einige gingen aus idealistischen Gründen nach Vietnam. Andere wollten das triumphierende Gefühl erleben, welches ihnen von ihren Vätern und Großvätern, die in vorangegangenen Kriegen gedient hatten, geschildert wurde. Jedoch sollten sie aus diesem Krieg ernüchtert und aufgewühlt heimkehren. Als Gruppe trugen sie ihren Ärger über die Politiker, das Militär und über Teile der Gesellschaft nicht in Form von Demonstrationen auf die Strassen, sondern zogen sich zurück und behielten ihre Gefühle und Erfahrungen meist für sich.

Frauen hatten in den Köpfen der Gesellschaft nie einen Platz auf Kriegsplätzen gefunden. Der Krieg wurde schon immer als eine männliche Erfahrung angesehen. Offiziell hatte es kaum Frauen gegeben, die während des Krieges in Vietnam gewesen waren. In den Medien wurden bis auf wenige Ausnahmen nie Frauen im Krieg gezeigt. Eine dieser Ausnahmen ist der Film „Purple Hearts“, der allerdings erst 1983 in Hollywood produziert wurde. Auch in „M*A*S*H”, einer der beliebtesten Serien dieser Zeit, stellten die Schauspielerinnen unbesorgte, kichernde Krankenschwestern im Korea-Krieg dar, „who were the sexual mascots of physicians and other male officers. Such characterizations changed during the later years of the show but those early images stuck.“1

Die größte Anzahl von Frauen, die in Vietnam dienten, waren Krankenschwestern. Die Schätzungen des Militärs bezüglich der Anzahl der Krankenschwestern, die in Vietnam waren, variiert von 4.000-15.000 Frauen. Der Grund für diese weite Spanne liegt darin, dass Militärkrankenschwestern nicht als signifikante große Gruppe eingeschätzt wurden und das Militär daher nicht die Notwendigkeit einer separaten Zählung sah. Weiterhin gab es keine Forderung nach Informationen über diese Gruppe und kein besonderes Interesse von seiten der Bevölkerung.2

2. Warum gingen Frauen in den 60iger und 70iger Jahren nach Vietnam?

Rund 80% der in Vietnam stationierten Frauen dienten in der Navy, der Air Force oder im Army Krankenschwester Korps.3 Alle Krankenschwestern waren Offiziere und mussten mindestens 21 Jahre alt sein, um in Vietnam stationiert zu werden.4 Ihre Zeit in Vietnam entsprach circa einem Jahr. Die meisten Krankenschwestern, die in den 60iger und frühen 70iger Jahren in Vietnam arbeiteten, waren weiße Frauen, die aus der Arbeiterklasse oder dem Mittelstand kamen und katholisch oder protestantisch von ihren Eltern erzogen worden waren.5 Die Väter der meisten Frauen hatten ihren Dienst im Zweiten Weltkrieg verrichtet und von einigen hatten die Großväter im Ersten Weltkrieg gekämpft.

Die Gründe für ihren Aufenthalt in Vietnam waren sehr unterschiedlich. Einige sahen Vietnam als eine Erfahrung, bei der sie viel praktisches Training erhielten und ihrem Land einen Dienst erweisen konnten, indem sie verwundete Soldaten pflegten. Andere waren sehr patriotisch, glaubten an den Krieg und sahen es als ihre Pflicht an, die amerikanischen Truppen so gut wie möglich zu unterstützen. Manche wollten nur das Angebot der Finanzierung ihre Krankenschwesternausbildung durch die Armee nutzen und erhofften sich einen Karriereaufschwung durch diese Erfahrung. Andere wiederum sahen Vietnam als Chance an, um zu reisen, etwas von der Welt zu sehen und ein Abenteuer zu erleben. Einige wenige gehörten religiösen Organisationen an, mit denen sie nach Vietnam gingen.

Ein Teil fühlte sich auch durch fiktive Heldinnen inspiriert, wie beispielsweise Cherry Ames, eine junge Krankenschwester, die ihrem Vaterland während des Zweiten Weltkrieges treu diente. Ihre Geschichten und Abenteuer wurden in einer Bücherreihe in den 1940ern und 1950ern veröffentlicht. Auch die Filme dieser Zeit handelten häufig von Helden in Kriegsgeschichten. Der Patriotismus, der beispielsweise bei den großen „Memorial Day“ Paraden jedes Jahr vermittelt wurde oder das Feiern des Präsidenten als Kriegshelden, erweckten bei den Krankenschwestern ein Gefühl von Loyalität, Pflichtbewusstsein und Stolz ihrem Vaterland gegenüber. Noch hinzu kam die von den Medien und der Gesellschaft vermittelte weiblich Rolle, die die Frau als verletzlich und schutzsuchend auf der einen Seite und fürsorglich und mütterlich auf der anderen Seite darstellte. Einige der Krankenschwestern, die nach Vietnam gingen, sahen dies als eine Chance, sich selbst zu testen und der beschützenden Aufmerksamkeit von Eltern und älteren Brüdern zu entfliehen.

[....]


1 Women at War S. 74

2 Women at War S. 4

3 Vgl. In the Combat Zone

4 Vgl. In the Combat Zone

5 Vgl. Women at War


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