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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2002, 26 Pages
Author: Marcel Haldenwang
Subject: German Studies - Modern German Literature
Details
Institution/College: University of Wuppertal (Germanistik)
Tags: Feld, Visuellen, Judenbuche, Annette, Droste-Hülshoff
Year: 2002
Pages: 26
Grade: 1,0
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-12894-0
ISBN (Book): 978-3-638-63872-2
File size: 300 KB
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Abstract
Die vom renommierten Grimm-Forscher Prof. Rölleke mit „sehr gut“ bewertete Arbeit spürt der tiefen Symbolik der „Judenbuche“ nach. An manchen Stellen ist es recht augenscheinlich, dass Droste eine tiefe Symbolik in ihre Worte legt. So begegnet dem Leser vielfach Wettersymbolik, und auch die Namenssymbolik in der „Judenbuche“ ist recht evident. Zudem bekundet sich die Buche als Dingsymbol, deren Rachespruch die Dichterin selbst auflöst. Und auch die Narbe ist nicht einfach nur Narbe, genauso wie die (inkongruenten) Daten in der „Judenbuche“ einen unverkennbar symbolischen Gehalt haben. Schwieriger jedoch ist die Entschlüsselung des Symbolgehalts des Visuellen in der gesamten Novelle. Diese Arbeit nimmt daher einmal das semantische Feld des Visuellen genauestens in „Augenschein“. Auszug aus der Bewertung: „Die Arbeit ist eine in vieler Hinsicht ausgezeichnete Leistung. Problembewusste, methodenkundige, konzise Vorüberlegungen zum Begriff des Wortfeldes führen auf hohem Niveau ins Thema ein, das dann umfassend und mit z. T. sehr guten Interpretationen bewältigt ist. Genaueste Textkenntnisse und -beobachtungen führen zu einigen neuen, stringenten Ergebnissen. Berücksichtigung und Einarbeitung der Sekundärliteratur sind angemessen.“
Excerpt (computer-generated)
Das semantische Feld des Visuellen in der Judenbuche
Inhaltsübersicht
0. Einleitung
1. Wortfeldtheoretische Prämissen
2. Das semantische Feld des Visuellen
2.1. Literaler Sinn und erzähltechnische Verwendung
2.1.1. Vagheit
2.1.2. Perspektivierung
2.2. Bildhafter Wortgebrauch
2.2.1. Die Küchen- und Hochzeitsszene
2.2.2. Friedrichs Verführung
2.2.3. Der Förstermord
2.2.4. Der Judenmord
2.2.5. Die Heimkehr
Literatur- und Quellenverzeichnis
0. Einleitung
Ungefähr in der Mitte der "Judenbuche" spricht der Erzähler den Leser unmittelbar an und sagt: "Aber dies Alles hat sich wirklich zugetragen; ich kann nichts davon oder dazu thun" (Z. 929 f.). Schon an dieser Stelle der Lektüre will der Leser diese Aussage nicht ganz unwidersprochen hinnehmen, hat er von der kunstgerechten Gestaltung des Stoffes zumindest schon einen Eindruck bekommen. Am Ende der "Judenbuche" wird er dann lesen: "Dieß hat sich nach allen Hauptumständen wirklich so begeben" (Z. 1669). Der Leser wird sich - trotz aller Vorsicht bei der Gleichsetzung von Erzähler und Autor - dabei des Eindrucks nicht erwehren können, daß Droste sich hier bescheiden zu ihrer Ausgestaltung des Stoffes bekennt.
An manchen Stellen ist es recht augenscheinlich, daß Droste eine tiefe Symbolik in ihre Worte legt. So begegnet dem Leser vielfach Wettersymbolik, und auch die Namenssymbolik in der "Judenbuche" ist recht evident. Zudem bekundet sich die Buche als Dingsymbol, deren Rachespruch die Dichterin selbst auflöst. Und auch die Narbe ist nicht einfach nur Narbe, genauso wie die (inkongruenten) Daten in der "Judenbuche" einen unverkennbar symbolischen Gehalt haben.
Diese wenigen Beispiele zeigen schon, daß es berechtigt erscheint, in dem Werk noch an weiteren Stellen Symbolik zu vermuten. Im folgenden werde ich deshalb das semantische Feld des Visuellen in Augenschein nehmen und untersuchen, welche Art von Textsinn bei den verschiedenen Vorkommen von Wörtern aus dem Wortfeld angenommen werden kann. Ich werde die betreffenden Stellen dann nach der (unterstellten) Sinnebene ordnen, und zwar derart, daß ich zunächst Stellen mit reinem Wortsinn erläutere und dann die Wortfeldbelege, wo ein tieferer, möglicherweise sogar symbolischer Sinn anzunehmen ist.
1. Wortfeldtheoretische Prämissen
Weil der Begriff "Wortfeld" schillernd ist, werde ich kurz darstellen, welches Wortfeldverständnis ich der Hausarbeit zugrunde lege.
[...]
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