Autor: Stephanie Görk
Fach: Pädagogik - Der Lehrer
Details
Jahr: 2005
Seiten: 13
Note: gut bis sehr gut
Literaturverzeichnis: ~ 5 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 216 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-44352-4
Die Arbeit bietet einen Überblick über die Aufgaben, Anforderungen und aktuellen Schwierigkeiten des Lehrerberufs. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Rolle des Lehrers beim selbsständigen Lernen. Ilustriert wird diese wissenschaftliche Arbeit durch Zitate und Beispiele.
Textauszug (computergeneriert)
Die Rolle des Lehrers beim selbständigen
Lernen und seine allgemeinen Aufgaben
von: Stephanie Görk
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Die Anforderungen des Lehrerberufs
1.1 Der Ruf des Lehrers
1.2 Der Persönlichkeitsfaktor
2. Geteilte Verantwortung und Zusammenarbeit der erzieherischen Aufgabe
2.1 Das Kollegium
2.2 Die Familie und deren Funktionsverlust
3. Rahmenbedingungen, Anforderungen und Verantwortung
3.1 Rahmenbedingungen / Autonomie des Berufs
3.2 Die Anforderungen und Aufgaben
3.3 Die Verantwortung
4. Unterrichtsgestaltung
4.1 Allgemeine Bedingungen
4.2 Rollen des Lehrers
4.3 Negativ Beispiele
4.4 So sollte selbstständiges Lernen gefördert werden
4.5 Was gehört daneben noch zur Unterrichtsgestaltung eines Lehrers?
5. Realisierbarkeit und Umsetzung
5.1 Wie kann man nach diesen Informationen die vielen Ansprüche an den Lehrer und deren Realisierbarkeit einschätzen?
5.2 Die Umsetzung vom selbständigen Lernen?
Einleitung
Thematisch möchte ich gerne auf die Aufgabenbereiche, Pflichten und die Verantwortung des Lehrers sowie auf seine Möglichkeiten innerhalb der gegebenen Rahmenbedingungen eingehen. Weiterhin stellen die Beziehungen zu Kollegen, Eltern und Schülern zentrale Themen dar. Damit möchte ich erst Mal einen Überblick über die Anforderungen und Probleme des Lehrerberufs schaffen. Ich denke diese Einführung ist sinnvoll und notwendig um im Folgenden einzuschätzen, inwieweit der Lehrer seine Fülle von Aufgaben wahrnehmen kann. Das beinhaltet auch die Frage, inwieweit er eigentlich fähig ist selbständiges Lernen zu fördern und von welchen Faktoren dieses alles abhängt.
1. Die Anforderungen des Lehrerberufs
1.1 Der Ruf des Lehrers
„Sie arbeiten nicht genug. Es geht ihnen besser als anderen mit ihren guten Gehältern, der vielen Zeit, die sie zur Verfügung haben, den langen Ferien, der gesicherten Altersvorsorge. Sie kümmern sich nicht genug. Sie verstehen nichts von der Welt der Kinder, die sie unterrichten. Sie unterrichten meist nicht einmal gut. Und klagen tun sie auch.“1 Lehrer haben oft keinen guten Ruf in der Gesellschaft. Die Arbeitszeit der Lehrer wird nicht selten mit ihrer Nettounterrichtszeit gleichgesetzt. Dabei wird der Zeitaufwand für die Vor- und Nachbereitung und das Korrigieren, welches sich häufig auf die Ferien erstreckt kaum berücksichtigt. Das Problem, dass der Beruf des Lehrers in der Öffentlichkeit keinen Expertenstatus (wie etwa der von Rechtsanwälten) hat, bewirkt dass sich fast jeder angesprochen fühlt, wenn es um die Bewertung von Lehrerarbeit geht.2 Besonders Eltern glauben häufig ähnlich kompetent zu sein. Was ist beinhaltet eigentlich der Beruf des Lehrers? Man sollte zuerst einmal darauf aufmerksam machen, dass ein Lehrer immer in seiner ganzen Person gefordert ist.3 Als einen wichtigen Aspekt wird daher auch der Charakter eines Lehrers gesehen. „Ganz, ganz viel davon wie man als Lehrer agiert, wie man Kindern gegenübertritt (…) hängt davon weniger davon ab, was man in der Ausbildung gelernt hat, sondern was man für ein Mensch ist.“ 4
1.2 Der Persönlichkeitsfaktor
Der Charakter spielt besonders bei der erzieherischen Aufgabe eine wesentliche Rolle.5 Einige der geschätzten Merkmale sind: Selbstvertrauen, aktive Stressverarbeitung, Kontaktfähigkeit, Verständnis, Aufgeschlossenheit, Ausgeglichenheit, Humor, Hilfsbereitschaft, Beobachtungsfähigkeit, Motivation und die Fähigkeit zur Motivation.6 Viele Eigenschaften davon kann man nicht erlernen, wie zum Beispiel Humor. Lehrerhandeln hängt auch stark von Intuition und Erfahrung ab, Fingerspitzengefühl und Einschätzungsgabe ist gefragt. Was meint aber die erzieherische Arbeit eines Lehrers überhaupt? In „Der gute Lehrer“(S.17) wird Erziehung „ vor allem (als) das Mittel, mit dem die Gesellschaft immer wieder die Bedingungen ihrer eigenen Existenz erneuert“ gesehen.
Als wichtiger Punkt ist dabei nach meiner Ansicht auch die Vermittlung von Werten und Normen mit allgemeiner Gültigkeit, wie Ehrlichkeit, Toleranz…eingeschlossen. Dafür ist es wichtig, dass diese Wertvorstellungen nicht nur vermittelt, sondern vom Lehrer auch selbst akzeptiert und vorgelebt werden. Glaubwürdigkeit des kulturellen Wertträger und Vermittlers ist dabei das Bedeutungsvollste, da viele Schüler orientierungslos aufgrund der gesellschaftlichen und familiären Bedingungen sind. Aber auch das Leistungsprinzip ist darin teilweise verankert, da „die Existenz“ unserer Gesellschaft nicht nur auf Werten und Normen basiert, sondern auch auf den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bedingungen. Der Lehrer sollte nicht nur dazu fähig sein seinen Unterrichtsstoff zu vermitteln, sondern die Schüler auch dafür begeistern und das geht nicht ohne eigene Begeisterung. Seinen Unterricht auch als erziehenden Unterricht zu gestalten ist ein weiterer Aspekt. Dazu gehört die Aneignung von Arbeitsmethoden, Diskussionstechniken, soziale Verhaltensweisen,…und deren Vermittlung. Des Weiteren müssen Lehrer und Schule die Schüler in ihren sozialen Bezügen festigen und fördern, so dass eine soziale Integration möglich ist.
2. Geteilte Verantwortung und Zusammenarbeit der erzieherischen Aufgabe
2.1 Das Kollegium
[...]
1 Kalb/Petry /Sitte: Unterrichten – und was sonst?,1990, S.73.
2 Schwarz/ Prange: Schlechte Lehrer/innen, 1997,S.38.
3 Schwarz/ Prange: Schlechte Lehrer/innen, 1997, S.9.
4 Schwarz/ Prange: Schlechte Lehrer/innen, 1997, S.190.
5 Bäuerle: Der gute Lehrer,1989, S.177.
6 Schwarz/ Prange: Schlechte Lehrer/innen, 1997, S.214 ff. und Glagow/Erbslöh: Der deutsche Lehrer,1976, S.46/47.
Kommentare
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden: