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Scholary Paper (Seminar), 2003, 20 Pages
Author: Markus Gentner
Subject: German Studies - Modern German Literature
Details
Institution/College: University Karlsruhe (TH) (Literaturwissenschaft)
Tags: Popliteratur, Etikett, Untersuchungen, Beispiel, Benjamin, Stuckrad-Barres, Soloalbum, Popliteratur
Year: 2003
Pages: 20
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 11 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-44387-6
File size: 250 KB
Die Arbeit widmet sich dem Roman "Soloalbum" von Benjamin von Stuckrad-Barre. Die kritische Auseinandersetzung mit dem Begriff "Pop" und eine Inhaltsanalyse des Romans verdeutlichen die Einordnung in die populäre Literatur und was diese auszeichnet. Kann man Popliteratur als Hohe Literatur bezeichnen?
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Excerpt (computer-generated)
Universität Karlsruhe (TH)
Fakultät für Geistes- und Sozialwissenschaften
Proseminar Popliteratur (Sommersemester 2003)
Popliteratur - nur ein Etikett? Untersuchungen am Beispiel
von Benjamin von Stuckrad-Barres „Soloalbum“
von: Markus Gentner
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Was ist Popliteratur?
2.1 Eine kurze Aufarbeitung der Entstehungsgeschichte 3
2.1.1 Dadaismus und Beat-Generation – Anfänge der Popliteratur 3
2.1.2 Die Popliteratur kommt nach Deutschland 5
2.1.3 Popliteratur in der jüngeren Vergangenheit 6
2.2 Was zeichnet Popliteratur aus? 7
3. „Soloalbum“ – Das Buch
3.1 Der Autor Benjamin von Stuckrad-Barre 9
3.2 Kurze Inhaltsübersicht von „Soloalbum“ 10
3.3 Sprache und Schreibstil 10
3.3.1 Musik als dramaturgisches Element 12
3.3.2 Hoffnungslosigkeit als Weg zum Humor 13
3.4 Medienbezug und Markennamen 14
4. Hohe Kunst oder Etikettenschwindel? 16
Literaturnachweise 17
1. Einleitung
Stellen wir uns folgende Situation vor: Benjamin Lebert hält eine Lesung in Karlsruhe. Der etwas schüchterne Autor trägt aus seinem aktuellen Roman „Der Vogel ist ein Rabe“ vor. Aufmerksam hört das Publikum zu und ist wie elektrisiert; doch scheinbar nicht nur von seinen Worten und seinem Buch. In den ersten Reihen sitzen junge Mädchen und hängen förmlich an den Lippen des jungen Mannes. Sie sind fasziniert von seinem Charisma und seiner Stimme, vielleicht auch seinem Aussehen. Nach der Lesung stürmen sie die kleine Bühne und wollen Autogramme von ihrem Idol ergattern. Doch der Literat wird sofort von seinem Management abgeschirmt und mit den Worten „Herr Lebert ist jetzt nicht in der Lage zu schreiben“ hinter die Kulissen geführt. Die jungen weiblichen Fans sind enttäuscht und ziehen ab...
So oder so ähnlich ist es im Dezember 2003 tatsächlich zugegangen. Autoren wie Alexa Hennig von Lange, Benjamin von Stuckrad-Barre oder eben Benjamin Lebert werden verehrt wie Popstars. Vor allem junge Mädchen lauern ihnen auf und überfallen sie mit ihren Autogrammwünschen. Junge Autoren wie Lebert und Stuckrad-Barre sind gerade „in“ und durchaus mit singenden Popstars zu vergleichen. „Pop ist, was gefällt.“1 So kurz und prägnant ordnet Thomas Jung in seinem Werk „Alles nur Pop?“ diese Bezeichnung ein. Populär werden kann, wer oder was der Masse bekannt ist und von der Masse konsumiert wird. Die „Talentschmieden“ DEUTSCHLAND SUCHT DEN SUPERSTAR, STAR-SEARCH und POPSTARS setzen auf dieses Prinzip und lassen Ihren Sieger von den TV-Zuschauern wählen. Das Publikum bestimmt per Telefon-Entscheid, wer gefällt und wer nicht gefällt, wer populär und wer unpopulär ist. Heraus kommt ein von Popmusik durchtränkter neuer Popstar, der von den Zuschauern geliebt wird, denn sie selbst haben ihn gewählt. Jungs oder Mädchen von nebenan werden plötzlich zu populären Sängern – zu Stars eben.
Doch wie lange hält dieser Trend an, wie lange gefällt ein auf diese Art und Weise entstandener „Star“? Wurden er oder sie nur zum Star gezüchtet oder haben er oder sie tatsächlich Talent und können sich auch auf Dauer noch im Musikgeschäft behaupten? Werden sie nur als Marken und Produkte verkauft? Sind sie nur Aushängeschild und Etikett einer TV-Sendung? Diese Fragen sind auch auf die Literatur übertragbar. Sind Autoren wie Christian Kracht, Alexa Hennig von Lange, Florian Illies, Benjamin Lebert und auch Benjamin von Stuckrad-Barre nur gemästete Literaturpäpste auf Zeit oder sind Ihre unbestritten erfolgreichen Werke auch tatsächlich literarisch wertvoll? Wird man auch in Zukunft noch von ihren Werken sprechen? In der folgenden Arbeit sollen diese Fragestellungen näher betrachtet werden. Im Mittelpunkt der analytischen Betrachtung steht dabei Benjamin von Stuckrad-Barres „Soloalbum“2. Als Sekundärliteratur dienen mir vor allem die Werke „Der deutsche Pop-Roman“ von Moritz Baßler3, „Arbeitstexte für den Unterricht : Popliteratur“ von Dirk Frank 4, „Alles nur Pop?“5 von Thomas Jung und „Popliteratur“6 von Thomas Ernst.
2. Was ist Popliteratur?
2.1 Eine kurze Aufarbeitung der Entstehungsgeschichte
Was seit einigen Jahren in der jüngsten deutschen Literatur unter dem Namen „Popliteratur“ vermarktet wird, findet Leser, Hörer und Zuschauer in Massen, doch in den Feuilletons keine gute Presse. Für Thomas Ernst wurde der Ausdruck Popliteratur „[...] in den vergangenen Jahren hauptsächlich als Etikett benutzt [...], um Büchern ein jugendlich-frisches und aufmüpfiges Image zu geben und zu suggerieren, dass sie unterhaltsam und leicht lesbar seien“7. Anfang der 1990er erklärten Autoren wie Maxim Biller und Matthias Altenburg die deutsche Literatur nach dem Zweiten Weltkrieg für langweilig akademisch und bezeichneten sie als eine Ausgeburt hochkultureller Arroganz. „Man müsse nicht mehr an die Frage einer Ästhetik nach Auschwitz, sondern dürfe auch wieder einfach an die Buchverkaufszahlen denken.“8 Ein „neues Erzählen“, das Impulse von amerikanischer Unterhaltungsliteratur, Magazinjournalismus und Filmästhetik in die deutsche Literatur aufnimmt, war ihre Forderung.
2.1.1 Dadaismus und Beat-Generation – Anfänge der Popliteratur
[...]
1 Thomas Jung: Alles nur Pop, Anmerkungen zur populären und Popliteratur seit 1990, In: Osloer Beiträge zur Germanistik, Bd. 32, Frankfurt am Main / Berlin / Bern / Bruxelles / New York / Oxford / Wien, 2002, S. 143.
2 Benjamin von Stuckrad-Barre: Soloalbum, Köln, 2003.
3 Moritz Baßler: Der deutsche Pop-Roman, Die neuen Archivisten, München, 2002.
4 Dirk Frank (Hg.): Arbeitstexte für den Unterricht, Popliteratur, Stuttgart, 2003.
5 Thomas Jung: Alles nur Pop?, Anmerkungen zur populären und Popliteratur seit 1990, In: Osloer Beiträge zur Germanistik, Bd. 32, Frankfurt am Main / Berlin / Bern / Bruxelles / New York / Oxford / Wien, 2002.
6 Thomas Ernst: Popliteratur, Hamburg, 2001.
7 Thomas Ernst: Popliteratur, Hamburg, 2001, S. 6.
8 Ebd., S. 67.
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