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Scholary Paper (Seminar), 2003, 21 Pages
Author: Thomas Marx
Subject: Economics / Business: Political Economics
Details
Institution/College: Ludwigshafen University of Applied Sciences (Ostasieninstitut)
Tags: Reformprogramm, Wiedergeburt, Japans
Year: 2003
Pages: 21
Grade: 2
Bibliography: ~ 14 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-44638-9
ISBN (Book): 978-3-638-95615-4
File size: 291 KB
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Abstract
Einleitung Japan, einst „Musterschüler“ der europäischen Mächte und vor allem nach dem zweiten Weltkrieg ein schwer erklärbares wirtschaftliches Phänomen, steckt tief in der Rezession. Schnell, diszipliniert und strebsam war der Aufstieg dieses Landes Grund genug an den traditionellen Modellen und Ideen des Kapitalismus zu zweifeln, bzw. den Japanern die Entdeckung einer Art „Königsweg“ der Wirtschaftspolitik zu zu sprechen1. Aber die zweit größte Volkswirtschaft nach den U.S.A. ist über einen Zeitraum von mehr als zehn Jahren kontinuierlich nicht etwa ins Stocken, sondern schon fast zum Stillstand gekommen. Zwar war das 21. Jahrhundert Asien – und besonders Japan – von zahlreichen westlichen Autoren, Wissenschaftlern und Journalisten versprochen worden, wahr geworden ist die Vision allerdings nicht. Betrachtet man die japanische Wirtschaft nur etwas genauer erkennt man, dass die Asienkrise von 1997 nicht der Anfang der Probleme war und ihre Überwindung nicht das Ende darstellen kann. Es ist vielmehr das Platzen der sogenannten „Blasenwirtschaft“ zu nennen – das Ende der spekulativen Überschätzung Japans. Die vielzitierten „non performing loans“, also die aus der Spekulation übriggebliebenen uneinbringlichen Kredite, sind das Erbe dieser Zeit und so schwerwiegend ist ihre Belastung für Banken und Unternehmen, dass bis heute keine vernünftige Regelung zur Bereinigung der Bilanzen gefunden wurde. Spätestens seit der Abwertung Japans und japanischer Finanzwerte durch Standard and Poors ist der Welt klar geworden, dass dringend Handlungsbedarf im Land der aufgehenden Sonne besteht.
Excerpt (computer-generated)
Das Reformprogramm zur
„industriellen Wiedergeburt Japans“
von: Thomas Marx
Inhaltsverzeichnis
Einleitung 3
Ziel der Arbeit 3
Die „industrielle Wiedergeburt“ Japans 4
Die wirtschaftspolitischen Mittel des Staates 4
Die geplanten Maßnahmen 6
Aufbau der japanischen Staatsfinanzen 7
Die Haushalte 7
Der Finanzinvestitionsplan 9
Verfassung der japanischen Staatsfinanzen 11
Empfohlene Reformen 12
Die hindernden Kräfte 15
Schlussbetrachtung 16
Quellenverzeichnis 19
Einleitung
Japan, einst „Musterschüler“ der europäischen Mächte und vor allem nach dem zweiten Weltkrieg ein schwer erklärbares wirtschaftliches Phänomen, steckt tief in der Rezession. Schnell, diszipliniert und strebsam war der Aufstieg dieses Landes Grund genug an den traditionellen Modellen und Ideen des Kapitalismus zu zweifeln, bzw. den Japanern die Entdeckung einer Art „Königsweg“ der Wirtschaftspolitik zu zu sprechen1. Aber die zweit größte Volkswirtschaft nach den U.S.A. ist über einen Zeitraum von mehr als zehn Jahren kontinuierlich nicht etwa ins Stocken, sondern schon fast zum Stillstand gekommen. Zwar war das 21. Jahrhundert Asien – und besonders Japan – von zahlreichen westlichen Autoren, Wissenschaftlern und Journalisten versprochen worden, wahr geworden ist die Vision allerdings nicht. Betrachtet man die japanische Wirtschaft nur etwas genauer erkennt man, dass die Asienkrise von 1997 nicht der Anfang der Probleme war und ihre Überwindung nicht das Ende darstellen kann. Es ist vielmehr das Platzen der sogenannten „Blasenwirtschaft“ zu nennen – das Ende der spekulativen Überschätzung Japans . Die vielzitierten „non performing loans“, also die aus der Spekulation übriggebliebenen uneinbringlichen Kredite, sind das Erbe dieser Zeit und so schwerwiegend ist ihre Belastung für Banken und Unternehmen, dass bis heute keine vernünftige Regelung zur Bereinigung der Bilanzen gefunden wurde. Spätestens seit der Abwertung Japans und japanischer Finanzwerte durch Standard and Poors ist der Welt klar geworden, dass dringend Handlungsbedarf im Land der aufgehenden Sonne besteht.
Ziel der Arbeit
Ziel dieser Seminararbeit ist es aufzuzeigen wie die japanische Wirtschaftspolitik aufgebaut ist und welche Richtung eingeschlagen wurde um die bestehenden Probleme zu lösen. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem aktuellen Reformprogramm zur „industriellen Wiedergeburt“2 unter dem Kabinett Koizumi. Außerdem soll aufgezeigt werden wie der japanische Staat sich selbst finanziert und welche Gestaltungsmöglichkeiten ihm zur Verfügung stehen. Am Schluss wird versucht die Erfolgsversprechen der Reformpläne zu evaluieren. Zugrunde liegen dieser Arbeit aktuelle wissenschaftliche Literatur, Expertengespräche und Internetrecherche.
Die „industrielle Wiedergeburt“ Japans
Mächtige Schlagworte werden von Premierminister Junichiro Koizumi verwendet, wenn es um die geplanten Reformen der japanischen Wirtschaft als Ganzes geht. Liest man Aussagen wie: „Ceaselessly carrying out structural reforms without sanctuaries“3 (Ende November 2002) scheint es als gehe es mächtig voran, als habe man endlich entschieden angepackt um die Lage und damit die faulen Kredite zu bereinigen. Was aber soll genau geschehen ? Und welche Möglichkeiten hat der Staat eigentlich Einfluß zu nehmen ? Die wirtschaftspolitischen Mittel des Staates4 Die Staatsfinanzen werden in der Volkswirtschaftslehre im allgemeinen in drei Funktionen unterschieden. Dies sind:
- die Ressourcenallokation zum öffentlichen Sektor
- die Umverteilung des Einkommens und am Beispiel Japan die dringliche
- Stabilisierung der Wirtschaft
Gegenwärtig wird dem Staat in den Industrieländern folgender wirtschaftspolitischer Aufgabenkatalog aufgelegt:
1. Die Verhinderung großer Konjunkturschwankungen
2. Bereitstellung von Sozialkapital
3. Internationale Harmonisierung
4. Die Erhaltung effizienter Märkte
5. Die Lenkung der langfristigen Ressourcenallokation
6. Gerechte Verteilung
7. Erhöhung der Effektivität des Staates
Wie wir im folgenden sehen werden sind in Japan Reformen, die alle hier genannten Bereiche betreffen, gefordert und auch nötig geworden. Daraus kann schon jetzt gefolgert werden, dass sich der japanische Staat auch allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln bedienen muss, um einen Weg aus der Krise zu finden. Um die Aufgaben staatlicher Wirtschaftspolitik erfüllen zu können stehen dem Staat folgende Werkzeuge, aus denen er die der jeweiligen Situation angebrachtesten auswählt, zur Verfügung:
[...]
1 Paul Krugman. (1999). Die Große Rezession. München Ullstein Taschenbuchverlag. S.91
2 JAPAN aktuell, Februar 2003, Seite 12 Nr.4
3 http://www.mofa.go.jp/policy/economy/japan/pm0211.html
4 Hisao Kanamori and Yutaka Kosai (1997). Japanische Wirtschaft. München R.Oldenburg Verlag.
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