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Scholary Paper (Seminar), 2005, 25 Pages
Author: Ulrike Ditzel
Subject: Economics / Business: Political Economics
Details
Institution/College: http://www.uni-jena.de/
Tags: Rente, Reformansätze, Rentenwesens, Seminar
Year: 2005
Pages: 25
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 26 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-44725-6
ISBN (Book): 978-3-638-59754-8
File size: 274 KB
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Abstract
In einem Rückblick auf das Jahr 2004 kann man nur von einer weiterhin sehr angespannten finanziellen Lage der gesetzlichen Rentenversicherung sprechen. Eine erhoffte Verbesserung bei den Beitragseinnahmen ist ausgeblieben und so mussten die eisernen Rücklagen der Schwankungsreserve angegriffen werden. [Vgl. Ehler, H. (2005a), S. 1073.] Auch zum aktuellen Zeitpunkt hat sich an der Situation nicht viel geändert. Für 2006 soll ein Buchungstrick helfen die angeschlagene Finanzlage zu verbessern. Per Gesetz werden die Arbeitgeber im kommenden Jahr verpflichtet die Rentenbeiträge schon 14 Tage früher zu überweisen als bislang üblich. Somit werden einmal faktisch 13 Beiträge fällig, was zu erwarteten Mehreinnahmen von 9,6 Mrd. Euro führt. Dies verschafft den Rentenkassen zwar eine Atempause kann langfristig gesehen aber nicht aus der schlechten Finanzlage heraushelfen. [Vgl. Doemens, K. (2005c), S. 2.] Es stellt sich daher nun die Frage wie man das Problem in Zukunft lösen kann, um auch weiterhin davon auszugehen das die gesetzlichen Renten gesichert sind. Die nachfolgende Arbeit wird sich aus diesem Grund mit dem deutschen Rentensystem, seinen Problemen und den möglichen Lösungen auseinandersetzen. Um einen Einstieg in die Problematik zu gewährleisten und gleichzeitig zu vereinfachen wird zu Beginn kurz auf die Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte eingegangen. Des Weiteren wird das gegenwärtige Rentensystem beschrieben, auf welches sich die daran anknüpfenden Erörterungen beziehen werden. Der folgende dritte Teil der Arbeit geht näher auf die momentanen Probleme ein. Als zwei entscheidende Einflussfaktoren auf das Rentensystem werden dabei die demographische Entwicklung sowie die wirtschaftliche Lage Deutschlands gesehen. Eine Auseinandersetzung damit ist von größter Relevanz, denn die zukünftige Entwicklung dieser zwei Größen hat maßgeblichen Einfluss auf das Rentensystem. In diesem Zusammenhang ist eine nicht geringe Anzahl an Vorschlägen entstanden, wie es möglich sein wird, den Problemen entgegenzuwirken und somit gleichzeitig eine Sicherung der Altersvorsorge zu erreichen. Der vierte Abschnitt ist daher diesem Komplex gewidmet und geht neben den Lösungsvorschlägen selbst, ebenfalls auf deren Bedeutsamkeit für die Sicherung des Rentensystems ein. Es werden dabei jedoch nur die für den Autor relevantesten Aspekte beleuchtet. Es gibt noch eine Vielzahl anderer Vorschläge, deren detaillierte Betrachtung allerdings den Rahmen dieser Arbeit über- schreiten würde. Im fünften und letzten Abschnitt werden die gewonnenen Erkenntnisse zusammengefasst.
Excerpt (computer-generated)
Friedrich-Schiller-Universität
Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät
Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre
- Finanzwirtschaft -
Reformvorschläge der Finanz – und Sozialpolitik Deutschlands
WS 05/06
Thema:
„Die Rente ist sicher?“ Reformansätze des deutschen Rentensystems
vorgelegt von: Ulrike Ditzel
Fachsemester: 9
Studienrichtung: BWL
Abgabetag: 04.10.2005
Gliederung
1 HINFÜHRUNG ZUM THEMA ... 1
2 DIE ENTWICKLUNG DES RENTENSYSTEMS IN DEUTSCHLAND ... 2
2.1 DER ANFANG ... 2
2.2 DAS RENTENSYSTEM DER GEGENWART ... 3
2.3 DIE REFORM 2001 ... 3
3 DIE PROBLEME DES RENTENSYSTEMS IN DEUTSCHLAND ... 4
3.1 DEMOGRAPHISCHE ENTWICKLUNGEN IN DEUTSCHLAND – DIE BEVÖLKERUNG WIRD ZU ALT ... 4
3.1.1 Sinkende Geburtenrate ... 6
3.1.2 Anstieg der Lebenserwartung ... 7
3.2 WIRTSCHAFTSWACHSTUM UND ARBEITSMARKT ... 8
3.3 WEITERE PROBLEME DES RENTENSYSTEMS ... 8
4 WEGE AUS DER KRISE ... 9
4.1 DIE REFORMVORSCHLÄGE DER RÜRUP – KOMISSION ... 9
4.1.1 Einführung des Nachhaltigkeitsfaktor ... 9
4.1.2 Anhebung des gesetzlichen Rentenalters ... 10
4.1.3 Bewertung ... 10
4.2 ALTERSEINKÜNFTEGESETZ ... 13
4.2.1 Übergang zur nachgelagerten Besteuerung ... 13
4.2.2 Das Drei – Schichten Modell der Altersvorsorge ... 13
4.2.3 Bewertung ... 14
5 FAZIT ... 16
Abbildungsverzeichnis:
- Abbildung 1: „Alterspyramiden von Deutschland der Jahre 2001 und 2050“, www.destatis.de, abgerufen am 20.09.2005.
- Abbildung 2: „Bevölkerungsentwicklung und Altersquotient in Deutschland“, in Rürup, B. u.a. (2003), „Bericht der Kommission: Nachhaltigkeit in der Finanzierung der sozialen Sicherungssysteme“, Kapitel 1, 2 und 3, Bundesministerium für Gesundheit und soziale Sicherung, S.56. (als download unter: www.soziale-sicherungssysteme.de)
- Abbildung 3: „Geburtenrate in Deutschland“, in Rürup, B. u.a. (2003), „Bericht der Kommission: Nachhaltigkeit in der Finanzierung der sozialen Sicherungssysteme“, Kapitel 1, 2 und 3, Bundesministerium für Gesundheit und soziale Sicherung , S.53. (als download unter: www.soziale-sicherungssysteme.de)
1 Hinführung zum Thema
In einem Rückblick auf das Jahr 2004 kann man nur von einer weiterhin sehr angespannten finanziellen Lage der gesetzlichen Rentenversicherung sprechen. Eine erhoffte Verbesserung bei den Beitragseinnahmen ist ausgeblieben und so mussten die eisernen Rücklagen der Schwankungsreserve angegriffen werden.1 Auch zum aktuellen Zeitpunkt hat sich an der Situation nicht viel geändert. Für 2006 soll ein Buchungstrick helfen die angeschlagene Finanzlage zu verbessern. Per Gesetz werden die Arbeitgeber im kommenden Jahr verpflichtet die Rentenbeiträge schon 14 Tage früher zu überweisen als bislang üblich. Somit werden einmal faktisch 13 Beiträge fällig, was zu erwarteten Mehreinnahmen von 9,6 Mrd. Euro führt. Dies verschafft den Rentenkassen zwar eine Atempause kann langfristig gesehen aber nicht aus der schlechten Finanzlage heraus helfen.2 Es stellt sich daher nun die Frage wie man das Problem in Zukunft lösen kann, um auch weiterhin davon auszugehen das die gesetzlichen Renten gesichert sind. Die nachfolgende Arbeit wird sich aus diesem Grund mit dem deutschen Rentensystem, seinen Problemen und den möglichen Lösungen auseinandersetzen.
Um einen Einstieg in die Problematik zu gewährleisten und gleichzeitig zu vereinfachen wird zu Beginn kurz auf die Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte eingegangen. Des Weiteren wird das gegenwärtige Rentensystem beschrieben, auf welches sich die daran anknüpfenden Erörterungen beziehen werden.
Der folgende dritte Teil der Arbeit geht näher auf die momentanen Probleme ein. Als zwei entscheidende Einflussfaktoren auf das Rentensystem werden dabei die demographische Entwicklung sowie die wirtschaftliche Lage Deutschlands gesehen. Eine Auseinandersetzung damit ist von größter Relevanz, denn die zukünftige Entwicklung dieser zwei Größen hat maßgeblichen Einfluss auf das Rentensystem.
In diesem Zusammenhang ist eine nicht geringe Anzahl an Vorschlägen entstanden, wie es möglich sein wird, den Problemen entgegenzuwirken und somit gleichzeitig eine Sicherung der Altersvorsorge zu erreichen.
Der vierte Abschnitt ist daher diesem Komplex gewidmet und geht neben den Lösungsvorschlägen selbst, ebenfalls auf deren Bedeutsamkeit für die Sicherung des Rentensystems ein. Es werden dabei jedoch nur die für den Autor relevantesten Aspekte beleuchtet. Es gibt noch eine Vielzahl anderer Vorschläge, deren detaillierte Betrachtung allerdings den Rahmen dieser Arbeit überschreiten würde. Im fünften und letzten Abschnitt werden die gewonnenen Erkenntnisse zusammengefasst.
2 Die Entwicklung des Rentensystems in Deutschland
2.1 Der Anfang
Als „Sicherheitszuschuss zum Lebensunterhalt“ war die gesetzliche Rentenversicherung bei ihrer Einführung geplant gewesen. Der Reichskanzler Otto von Bismarck brachte sie angetrieben durch den Druck der Gewerkschaften 1889 auf den Weg. Denn die Situation in Deutschland erforderte Handlungsbedarf. Etwa die Hälfte der Bevölkerung lebte am Rande des Existenzminimums. Gesetze zur Invaliditäts- und Altersicherung waren unumgänglich um solche existenziellen Notlagen zu umgehen.
Ursprünglich funktionierte die gesetzliche Rentenversicherung nach dem Kapitaldeckungsverfahren. Das hieß aus den Beiträgen wurden Rückstellungen gebildet wie es etwa private Lebensversicherungen praktizieren.
Doch nach dem zweiten Weltkrieg und der Weltwirtschaftskrise wurde der Kapitalstock auf erhebliche Weise reduziert, was 1957 zu einer grundlegenden Reformation des Systems führte. Der Bundestag entschied sich zu einem schrittweisen Übergang zum Umlageverfahren3. Gleichzeitig wurde die dynamische Rente eingeführt wodurch die Renten an den Bruttolohn gekoppelt wurden.4 In einer zweiten Reform von 1972 gewährte man die Möglichkeit zur Frühverrentung, was den Kreis der Beitragsempfänger deutlich erhöhte.5
Doch immer mehr musste die Regierung feststellen das, dass Rentensystem so nicht weiter funktionieren konnte. Die Zahl der Beitragszahler nahm aufgrund von steigender Arbeitslosenzahl und einem Absinken des Renteneintrittsalters immer weiter ab und die Beiträge selber mussten stetig erhöht werden.
Diese Situation führte 1992 zu der dritten großen Rentenreform. Unter dem damaligen Sozialminister Norbert Blüm wurde eine Anpassung der Renten an dem Nettolohn und ein Abschlag für Frührentner eingeführt.6
Doch auch diese Maßnahmen sollten nicht ausreichend sein um die Auszahlung der Renten für sicher zu erklären. Weitere Reformen und Änderungen wurden vorgenommen, worauf im folgenden Abschnitt näher eingegangen wird.
[...]
1 Vgl. Ehler, H. (2005a), S. 1073.
2 Vgl. Doemens, K. (2005c), S. 2.
3 Die jeweiligen Beitragseinnahmen werden unmittelbar dazu verwendet, die laufenden Renten auszuzahlen. Vgl. Bundesministerium der Finanzen, (2005), S.4.
4 Vgl. Delhäs, D. (2005), S. 20.
5 Vgl. Kaufmann, O.; Köhler, P.(2000), S. 20.
6 Vgl. Delhäs, D. (2005), S. 20.
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