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Die Deutschen pauschal - Humorvolle Stereotypenarbeit als Anregung zum kreativen Schreiben

Scholary Paper (Seminar), 2001, 16 Pages
Author: M.A. Ina Doyle
Subject: German - German as a Foreign Language / Second Language

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2001
Pages: 16
Grade: 2
Bibliography: ~ 6  Entries
Language: German
Archive No.: V47905
ISBN (E-book): 978-3-638-44746-1

File size: 316 KB
Notes :
Inklusive Unterrichtsentwurf


Abstract

Die Arbeit versucht anhand des Textes aus dem Buch "Die Deutschen pauschal" (Zeidenitz & Barkow, Frankfurt/ Main: Fischer Taschenbuch Verlag 1998), Schüler für Nationen-Stereotypen zu sensibilisieren und gleichzeitig zum kreativen Schreiben anzuregen - beides mit Humor. Auf eine theoretische Betrachtung des Stereotypenbegriffs folgt eine Erklärung, warum die Autorin diese unter dem Aspekt Humor behandelt. Schließlich werden mögliche Einsatzfelder des Textes diskutiert, gefolgt von einer Didaktisierung/Unterrichtskonzeption.


Excerpt (computer-generated)

Die Deutschen pauschal - Humorvolle Stereotypenarbeit
als Anregung zum kreativen Schreiben

von: Ina Bennewitz

SS 2001

 


Inhalt

1) Stereotypen S. 2- 7

1.1 Begriffsklärung
1.2 Stereotypen im interkulturellen Deutschunterricht
1.3 Warum mit Humor?

2) Mögliche Einsatzfelder des Textes S. 8

3) Ziel: kreatives Schreiben S. 9

4) Zur Arbeit mit dem Text S. 10- 12

4.1 Zielgruppe, Lernziele
4.2 Konzeption zum Unterricht

5) Anhang S. 13- 14

6) Bibliographie S. 15



 

1. Stereotypen

Als Lerner einer Fremdsprache beschäftigt man sich laut Lehrplan schon im ersten Lernjahr mit der Kultur, den Bräuchen und Eigenheiten des Zielsprachenlandes bzw. der Zielsprachenländer. Dass dies natürlich nicht umfassend sondern nur exemplarisch geschehen kann, ist eine logische Folge aus der begrenzten Zeit, die den Lehrkräften zur Verfügung steht. Aus diesem Grund, aber natürlich auch aus anderen, wird schließlich jedem Fremdsprachenlerner ans Herz gelegt eine gewisse Zeit im Zielsprachenland zu verbringen. Wenn es nicht schon im Unterricht geschehen ist, sieht man sich spätestens bei diesen Aufenthalten mit Vorstellungen und Ideen über die Bewohner und Gepflogenheiten des Landes konfrontiert, die fest im eigenen Denken verankert sind- die Auseinandersetzung mit den eigenen Stereotypen über das Gastland ist unausweichlich. Dass diese Stereotypen sowohl positive als auch negative Funktionen haben, soll in diesem ersten Kapitel verdeutlicht werden. Außerdem geht es darum zu erklären, welche Bedeutung sie für den Fremdsprachenunterricht allgemein haben. Als dritten Punkt schließlich, möchte ich darauf eingehen warum ich die Arbeit mit Stereotypen hier unter dem Aspekt „Humor“ vornehmen möchte.

1.1 Begriffsklärung

Zu Anfang zitiere ich Definitionen aus nicht DaF- spezifischen Nachschlagewerken: stereotyp: Adj; 1 feststehend, unveränderlich; 2 übertr.: immer wieder gleich, sich ständig wiederholend, z.B. stereotype Antwort, stereotypes Lächeln; [...] Stereotypie: 1 nur Sg. Herstellung von Druckplatten aus Bleilegierung;2 die Druckplatte selbst; 3 krankhafte ständige Wiederholung der gleichen Bewegung oder Äußerung; stereotypieren (Deutsche Rechtschreibung, Bertelsmann Lexikothek Verlag, S. 466f) stereotyp (gr.), ständig wiederkehrend, gleichförmig Stereotypie (gr.) die, Vervielfältigungsverfahren [...] (Das neue große farbige Lexikon, Bassermann, S.670) Als einen ersten Schritt können wir die technischen Definitionen für unsere Zwecke ausschließen. Besonders die Definitionen für das Adjektiv „stereotyp“ weisen aber eine deutliche Richtung: Es handelt sich um etwas feststehendes, das sich ständig wiederholt. Man kann also für unseren Gebrauch des Wortes schlussfolgern, dass sich etwas zum Stereotyp entwickelt, was sich in einem Kulturkreis offenbar ständig wiederholt und somit von der Mehrzahl der Kulturanhänger durchgeführt bzw. ausgeübt wird. Hier kann man nun einen weiteren Bogen spannen, indem man die Definition für „Stereotypie“ aus dem Bassermann Lexikon vor einem interkulturellen Aspekt interpretiert, sie also auf diesen überträgt. Zu Stereotypen zählen nämlich nicht nur sich wiederholende Verhaltensweisen, die eine Mehrheit der Kulturträger ausführt. Die Beobachtung eines bestimmten Verhaltens bei einigen Angehörigen einer bestimmten Kultur führt zur Übertragung auf die Gesamtheit der Bevölkerung; es findet eine „Vervielfältigung“ oder Pauschalisierung statt. In dieser Art und Weise definiert auch Quasthoff den Begriff, hier aber schon im Hinblick auf das Fremdsprachenlernen:

„Ein Stereotyp ist der verbale Ausdruck einer auf soziale Gruppen oder einzelne Personen als deren Mitglieder gerichtete Überzeugung. Es hat die logische form eines Urteils, das in ungerechtfertigt verein- fachender und generalisierender Weise, mit emotional wertender Tendenz, einer Klasse von Personen bestimmte Eigenschaften oder Verhaltensweisen zu- oder abspricht.[...]Es zeichnet sich durch einen hohen Verbreitungsgrad innerhalb der kulturellen Bezugsgruppe aus.“ (Zeuner 1999/00, S. 77) Vor dem Hintergrund dieser Definition möchte ich im folgenden Abschnitt näher auf Aufgaben und Funktionen von Stereotypen eingehen, die sie für die Bearbeitung im interkulturellen Fremdsprachenunterricht interessant machen.

1.2 Stereotypen im interkulturellen Deutschunterricht

Wie schon im einleitenden Abschnitt erwähnt, wird jeder Fremdsprachenlerner früher oder später mit der Kultur des Zielsprachenlandes und damit mit seinen eigenen Vorurteilen gegenüber diesem konfrontiert. Genauer gesagt sind es nicht ausschließlich seine eigenen Vorurteile, sondern die seines eigenen Kulturkreises, denn Stereotypen werden immer von einem Kulturkreis auf den anderen projiziert. Warum sollte man nun Stereotypen im Unterricht thematisieren? Nun, als erster Punkt springt dabei sicher der negative Aspekt ins Auge: Die Lerner haben ein eigenes Bild vom Zielsprachenland und seinen Bewohnern im Kopf und bringen dies nicht nur mit in den Unterricht, sondern es lenkt auch ihre Einstellung zu und ihr Verhalten gegenüber den anderen Kulturanhängern. Hier wäre also eine Aufgabe des Unterrichts diese verfestigten Bilder im Kopf kritisch zu betrachten und zu relativieren.

[...]


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