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Literarische Sozialisation zwischen Pubertät und Adoleszenz

Hauptseminararbeit, 2005, 21 Seiten
Autor: Florian Rolf
Fach: Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwiss.

Details

Veranstaltung: Literarische Sozialisation - Die biographische Perspektive
Institution/Hochschule: Universität zu Köln (Seminar für Deutsche Sprache und ihre Didaktik)
Tags: Literarische, Sozialisation, Pubertät, Adoleszenz, Literarische, Sozialisation, Perspektive
Kategorie: Hauptseminararbeit
Jahr: 2005
Seiten: 21
Note: noch sehr gut (1,3)
Literaturverzeichnis: ~ 15  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V47930
ISBN (E-Book): 978-3-638-44765-2

Dateigröße: 220 KB


Textauszug (computergeneriert)

Universität zu Köln - Erziehungswissenschaftliches Seminar
Seminar für Deutsche Sprache und ihre Didaktik
Veranstaltungstitel: Literarische Sozialisation: die biographische Perspektive (Hauptseminar)
Semesterzahl: 06

Literarische Sozialisation zwischen Pubertät und Adoleszenz

von: Florian Rolf

 


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung S. 1

2. Die Mediennutzung von Jugendlichen S. 2

2.1 Überblick S. 2
2.2 Das Fernsehen S. 2
2.3 Auditive Medien S. 3
2.4 Neue Medien S. 4

3. Jugendliche und Lesen S. 5

3.1 Das Lesverhalten von Jugendlichen S. 5
3.2 Der „Leseknick“ zwischen Pubertät und Adoleszenz S. 5
3.3 Lesen und adoleszente Entwicklungsaufgaben S. 6

4. Jugendlektüre S. 9

4.1 Geschlechterdifferenzen S. 9
4.2 Neue Rezeptionsformen beim Lesen S. 10
4.3 Warum lesen Jugendliche? S. 12
4.4 Lektürebeispiele S. 13

5. Welche Faktoren fördern das Lesen? S. 16

6. Schluss S. 18




 

1. Einleitung

Kinder und Jugendliche wachsen heutzutage in einer Unwelt auf, in der Medien nahezu allgegenwärtig sind, so dass man von einer zunehmenden „Mediatisierung der Kindheit“ sprechen kann (vgl. Schön, 2000, S. 921). Angesichts der starken Konkurrenz anderer Medien fällt es dem Buch immer schwerer, seinen Platz im Medienmix der Kinder und Jugendlichen zu behaupten, wie die PISA-Studie 2003 belegt, die von einem nachlassenden Leseinteresse der 15jährigen Schülerinnen und Schüler berichtet. Dass sich mit der permanenten Zunahme des Fernsehkonsums und der Computernutzung im letzten Viertel des 20. Jahrhunderts gleichzeitig das Buchlesen reduziert hat, geht aus fast allen empirischen Untersuchen hervor (vgl. Franz, 2002, S.2). Andererseits ist das Buch nach wie vor ein wichtiger Bestandteil im Leben vieler Jugendlicher und wird von einigen Jugendlichen dem Film ausdrücklich vorgezogen. Darüber hinaus leistet das Lesen einen wichtigen Beitrag zur aktiven Bewältigung anstehender Entwicklungsaufgaben, da es die Möglichkeit zu einem spielerischen und sanktionslosen Umgang mit eigner und fremder Identität bietet (vgl. Schön, 1990, S. 262), so dass man mit allzu negativen Prognosen über das Leseverhalten von Jugendlichen vorsichtig sein sollte.

Die vorliegende Arbeit legt den Schwerpunkt ihrer Betrachtung auf den Abschnitt zwischen Pubertät und Adoleszenz, was ungefähr dem Zeitraum vom 15.-17. Lebensjahr entspricht. In einem ersten Teil soll zunächst der Mediengebrauch der Jugendlichen allgemein beschrieben werden. Im Folgendem wird der Fokus auf das Lesen im Besondern gelegt und nach Gründen für den „Leseknick“ zwischen Pubertät und Adoleszenz gesucht, sowie Lesegewohnheiten und Lieblingslektüren der Jugendlichen betrachtet. Weiter wird die Frage möglicher Interdependenzen zwischen dem Lesen und dem Fernsehen hinsichtlich der Rezeptionsgewohnheiten erörtert und die erheblichen Differenzen im Leseverhalten der beiden Geschlechter aufgezeigt. Abschließend wird die Frage aufgeworfen, inwiefern man als Erwachsener zur Ausbildung stabiler Lesegewohnheiten bei den Heranwachsenden beitragen kann.

2. Die Mediennutzung von Jugendlichen

2.1 Überblick

Trotz der intensiven Nutzung der neuen Medien wäre es falsch anzunehmen, dass Kinder und Jugendliche die Nutzung „alter“ Medien (z.B. Bücher) zugunsten der „Neuen Medien“ aufgeben würden. Vielmehr nutzen sie neue Medien am schnellsten und in größerem Maße, aber ohne dass sie allein deswegen die Nutzung der alten Medien in nennenswertem Umfang reduzieren (vgl. Schön, 2000, S. 921). Genauso wenig wie sich die These vom Fernsehen als „Fressfeind des Lesens“ bewahrheitet hat, wirkt sich die Nutzung der neuen Medien negativ auf die Lesegewohnheiten aus. Lesen ist vielmehr heute in die Mediennutzung allgemein eingebettet und geschieht in funktionaler Interdependenz mit anderen Formen der Mediennutzung (vgl. Schön, 2000, S. 921/22). Lediglich das Lesen von Tageszeitungen ist in dieser Altersgruppe leicht rückläufig (vgl. Feierabend/Klingler, 2003, S.452). Folglich wäre es falsch, einen genuinen Gegensatz zwischen der Nutzung von neuen Medien und dem Lesen zu konstruieren.

2.2 Das Fernsehen

Nach wie vor ist das Fernsehen das Medium, dass die meisten Jugendlichen erreicht. 94% sehen mindestens mehrmals pro Woche fern (vgl. Feierabend/Klingler, 2003, S.452). Jedoch ist für die Jugendlichen das Fernsehen weniger wichtig als für die Erwachsenen. Dies lässt sich daran erkennen, dass die tägliche Fernsehzeit von Kindern und Jugendlichen sich in der Zeit von 1992-1998 lediglich um sechs Minuten täglich erhöhte gegenüber 33 Minuten bei den Erwachsenen. Jedoch nicht nur quantitativ spielt das Fernsehen für die Jugendlichen eine geringere Rolle, sondern auch qualitativ: Ist es für die Erwachsenen noch das uneingeschränkte Leitmedium hat es diese Rolle bei den Jugendlichen an den internetfähigen PC abgegeben. Das Fernsehen reagiert auf die schwindende Aufmerksamkeit der Jugendlichen mit musikbetonten Programmen ohne klassischen Inhalt (MTV, VIVA) sowie Daily Soaps (vgl. Schön, 2000, S. 929). Auch die Nutzung von Videos hat für die Jugendlichen an Bedeutung verloren. Lediglich 20% der Jugendlichen können noch als regelmäßige Nutzer bezeichnet werden. Auffällig ist, dass Videos für Jungen deutlich attraktiver sind als für Mädchen (vgl. Feierabend/Klingler, 2002, S.452). Darüber hinaus lässt sich ein Zusammenhang zwischen der Verbreitung von Videogeräten und Bildung konstatieren: Je höher die Bildung, desto seltener sind Videogeräte im Haushalt vorhanden (vgl. Schön, 2000, S. 930/931).

2.3 Auditive Medien

[...]


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