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"Unangreifbare" Produktion? Probleme der V2-Fertigung in Dora-Mittelbau

Termpaper, 2005, 15 Pages
Author: Thomas Klose
Subject: History - National Socialism, World War II

Details

Category: Termpaper
Year: 2005
Pages: 15
Grade: 2,0 (gut)
Bibliography: ~ 7  Entries
Language: German
Archive No.: V47949
ISBN (E-book): 978-3-638-44779-9

File size: 221 KB


Excerpt (computer-generated)

Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Proseminar: „Kriegswichtiger Raumbedarf“ – Verlegung und unterirdische
Verlagerung der deutschen Rüstungsindustrie 1943-1945
Sommersemester 2005
3. Fachsemester

"Unangreifbare" Produktion? Probleme
der V2-Fertigung in Dora-Mittelbau

von: Thomas Klose

 


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung 2

2. Die Produktion der V2 Rakete in der Zeit vor Mittelbau Dora 3

3. Beginn der Produktion im Mittelwerk – Beginn der Probleme 3

4. Probleme im Jahr 1944

4.1. Probleme in den ersten Jahresmonaten 6
4.2. Der Produktionseinbruch im Sommer 1944 7
4.3. Probleme ab Herbst 1944 8

5. Das Ende der V2 Produktion in Mittelbau Dora 9

6. Sabotage 11

7. Fazit 12

8. Quellen und Literaturverzeichnis 14




 

1. Einleitung

Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Thema der problematischen Produktion der V2 Raketen im unterirdischen Tunnelsystem des Kohnsteins in der Nähe der thüringischen Stadt Nordhausen. Die V2 wurde in der Zeit des Nationalsozialismus als Wunderwaffe angesehen. Allerdings entstand der Name Vergeltungswaffe 2 erst im Herbst 1944, nachdem sich die Vergeltungswaffe 1 als wirkungslos herausstellte. Bis zum Herbst 1944 hieß die V2 Aggregat 4 (A4). Sie war eine 14 Meter lange Rakete, ihr größter Durchmesser betrug ca. 1,60 Meter. Das Gewicht des Aggregates 4 betrug 13,2 Tonnen, wovon aber fast 5 Tonnen Gewicht für den Treibstoff verbraucht wurden. Gegliedert war die V2 in fünf Teile: Diese waren: Spitze, Geräteraum, Mittelteil, Antriebsblock und Heck. In der Spitze war der Sprengstoff untergebracht und im Geräteraum alle nötigen Elemente die die Rakete zum fliegen benötigte. Der größte Abschnitt der Rakete war der Mittelteil. Hier waren die Treibstofftanks der Rakete und weitere Tanks mit chemischen Stoffen angelegt. Der Antriebsblock war, wie der Name schon sagt, eines der wichtigsten Teile einer V2 Rakete. Hier war unter anderem der Zünder der Rakete untergebracht. Die vier großen Flossen befanden sich im Heck. Des Weiteren war hier der Antriebsring mit den 4 Trimm Motoren installiert.1

In der Forschung wurde das Thema der „Probleme während der Herstellung der V2 Rakete“ bis heute so gut wie nicht thematisiert. Es sind zwar in einigen Monographien Kapitel über die Produktion der V2 Rakete im Allgemeinen zu finden, aber für das Thema welche Probleme es bei dieser Produktion gab, ist so gut wie keine Literatur vorhanden. Die Probleme während der Produktion werde ich deshalb in meiner Hausarbeit näher beleuchten. Beginnen möchte ich meine Ausführungen mit der Entwicklung und Produktion der V2 in der Zeit vor Mittelbau-Dora. Danach folgt eine Abhandlung über die Probleme, welche sich ergaben als die ersten Arbeiter im Mittelwerk eintrafen. Darauf folgt ein Kapitel welches die Probleme der Produktion im Jahr 1944 näher untersucht. Der folgende Abschnitt beschäftigt sich dann mit dem Ende der V2 Produktion im Mittelwerk. Abschließend werde ich mich noch mit dem Thema Sabotage beschäftigen .

2. Die Produktion der V2 Rakete in der Zeit vor Mittelbau Dora

Bevor die Produktion der V2 Aggregate in die unterirdischen Tunnel von Mittelbau Dora verlagert wurde, ist die „Wunderwaffe“ im Kampf gegen die Feinde in Peenemünde auf der Insel Usedom entwickelt worden. Hier wurden seit dem Jahr 1936 verschiedene Raketentypen, wie die A2, A3 oder die A5 erforscht und entwickelt. Hauptaugenmerk lag aber schon damals auf der Entwicklung und Erprobung des Aggregates 4, welche später als Wunderwaffe V2 berühmt werden sollte.2

In Peenemünde erfolgte am 3. Oktober 1942 der erste gelungene Start einer V2 Rakete. Am Anfang produzierte man die V2 Rakete nur in Peenemünde produziert. Schnell wurden jedoch zusätzliche Standorte zur Produktion herangezogen. Hierzu zählten die Zeppelin Werke in Friedrichshafen und die Rax Werke in der Wiener Neustadt. Ende August 1943 sollte die massenhafte Produktion der V2 Rakete auf Peenemünde beginnen. Dazu kam es allerdings nicht, weil Peenemünde bei einem britischen Luftangriff in der Nacht vom 17. auf den 18. August 1943 schwer getroffen wurde.3 Bereits einen Tag nach dem Luftangriff auf Peenemünde traf Reichsrüstungsminister Albert Speer in der Wolfsschanze ein, um Adolf Hitler über den Angriff und die entstandenen Schäden zu berichten. In mehreren Sitzungen erörterte Hitler mit Reichsrüstungsminister Albert Speer, dem Reichsführer des SS Heinrich Himmler sowie dem Leiter des technischen Amtes im Rüstungsministerium Karl Otto Saur, wie man die Produktion der V2 sichern kann. Hierbei kamen die Herren zu dem Entschluss die Produktion von Peenemünde in die unterirdische Anlage des Mittelwerkes bei Nordhausen zu verlegen. Bereits eine Woche nach den Gesprächen im Führerhauptquartier trafen die ersten Häftlinge aus Buchenwald im Mittelwerk ein.4

3. Beginn der Produktion im Mittelwerk – Beginn der Probleme

Die Geschichte des Mittelwerkes begann nicht erst mit der Produktion der V2 im Jahr 1943, sondern schon im Jahr 1936. In diesem Jahr wurde durch die Außenstelle Niedersachswerfen damit begonnen, im Kohnstein ein großes unterirdisches Tanklager für die Luftwaffe zu errichten. Der erste Bauabschnitt wurde bereits 1937 fertig gestellt.5 Als allerdings am 28. August 1943 der erste Transport mit Häftlingen aus Buchenwald in Mittelbau Dora eintraf, waren die Stollen noch nicht komplett ausgebaut. Der A-Stollen war auf der Südseite noch nicht fertig gestellt; einige Querstollen mussten erst noch hergestellt werden. Daher war die Aufgabe der ankommenden Häftlinge nicht etwa die Produktion der V2 vorzubereiten oder gar voranzutreiben, sondern vielmehr mussten erst die noch fehlenden Stollen errichtet werden.6

[...]


1 Vgl. Bornemann, Manfred: Geheimprojekt Mittelbau. Vom zentralen Öllager des Deutschen Reiches zur größten Raketenfabrik im Zweiten Weltkrieg. Bonn 1994. S. 103 ff.

2 vgl. Sellier, André: Zwangsarbeit im Raketentunnel. Geschichte des Lagers Dora. Lüneburg 2000. S. 33.

3 vgl. ebd. S. 37.

4 vgl. Bornemann, Manfred: a.a.O. S. 44 f.

5 vgl. Neander, Joachim: „Hat Europa kein annäherndes Beispiel“. Mittelbau-Dora – ein KZ für Hitlers Krieg. Berlin 2000. S. 45.

6 vgl. Neufeld, Michael J.: Die Rakete und das Reich. Wernher von Braun, Peenemünde und der Beginn des Raketenzeitalters. Berlin 1997. S. 244.


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