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Uhren als ikonographische Elemente mittelalterlicher Städte

Scholary Paper (Seminar), 2002, 23 Pages
Author: Christian Brune
Subject: History - Middle Ages, Early Modern

Details

Event: Zeitmessung und Zeitverständnis im Mittelalter
Institution/College: University of Bonn (Institut Historisches Seminar)
Tags: Uhren, Elemente, Städte, Zeitmessung, Zeitverständnis, Mittelalter
Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2002
Pages: 23
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 11  Entries
Language: German
Archive No.: V48200
ISBN (E-book): 978-3-638-44972-4

File size: 240 KB


Excerpt (computer-generated)

Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Hauptseminar: Zeitmessung und Zeitverständnis im Mittelalter Uhren
Historisches Seminar, Sommersemester 2002

Uhren als ikonographische Elemente mittelalterlicher Städte

von: Christian Brune

 


Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort Seite 03

2. Ikonographische Elemente mittelalterlicher Städte

2.1 Begriffsklärung „ikonographische Elemente“ Seite 04
2.2 Ausstattung der mittelalterlichen Städte Seite 05

3. Öffentliche Uhren und Glocken Seite 07

4. Die ersten öffentlichen Uhren – ein historisch- geographischer Überblick Seite 09

5. Uhren im Alltag

5.1 Zeitempfinden im Mittelalter Seite 11
5.2 Die Ablösung der Glocke durch die Uhr Seite 13
5.3 Der praktische Nutzen des Glockenschlags Seite 14
5.4 Die Bedeutung der Uhren für den Alltag der Menschen Seite 15

6. Erklärungsansätze für den „Uhrenboom“ des 14. Jahrhunderts

6.1 Demographische Überlegungen Seite 18
6.2 Städtealltag im Wandel Seite 19
6.3 Die Kirche – Förderer oder Gegner öffentlicher Uhren? Seite 20

7. Schlusswort Seite 22

8. Literaturangaben Seite 23



 

1. Vorwort

In der vorliegenden Arbeit soll es um die Geschichte und die Hintergründe der Einführung von Glocken und – in erster Linie – Uhren in den Städten und Gemeinden des Mittelalters gehen. Ein besonderer Augenmerk soll dabei nicht etwa (wie der Titel evtl. nahelegen könnte) auf den kunsthistorischen Aspekt gelegt werden, sondern vielmehr auf die Veränderung des Stadtbildes im allgemeinen Sinne, also in der Alltagsgeschichte der Menschen. Wer hatte ein Bedürfnis nach öffentlich gemessener und angezeigter Zeit? Wer waren Förderer von Uhren? Wie stand die Kirche zur Einführung dieser neuen Technologie? Wie veränderte sich der Ablauf des alltäglichen Stadtlebens durch die Uhr? Welche Bedeutung maß der normale Stadtmensch der Uhr bei? Welche Entwicklungen kann man beobachten? All diese Fragen werden in der Arbeit im Blickpunkt des Interesses stehen. Anhand der wenigen vorliegenden Quellen werde ich versuchen, ein stimmiges Bild zu zeichnen von der Situation, wie sie sich in den mittelalterlichen Städten vor allem im 14. Jahrhundert darstellte. Abschließend soll kein „Endergebnis“ stehen, sondern ein klareres Verständnis dafür aufgekommen sein, was die Einführung von Uhren und damit von exakt bestimmter Zeit bewirkt haben könnte.

2. Ikonographische Elemente mittelalterlicher Städte

2.1 Begriffsklärung „ikonographische Elemente“

Da man „Ikonographie“ vor allem in Bezug auf Kunstgeschichte (und dort in der Renaissancekunst) kennt, möchte ich eine Begriffsklärung an den Anfang meiner Ausarbeitung stellen. Die Ikonographie ist der Zweig der Kunstgeschichte, der sich mit dem Sujet (Bildgegenstand) oder der Bedeutung von Kunstwerken im Gegensatz zu ihrer Form1 beschäftigt. Die Grundidee ist, dass sich hinter jedem Sujet mehrere Bedeutungen verbergen. Zum einen ist dies die primäre bzw. natürliche Bedeutung (oder auch: Tatsachenbedeutung), die jedem Sujet einfach aufgrund seiner physikalischen Beschaffenheit obliegt. Sie ist für jeden unter gleichen Bedingungen auch gleich wahrnehmbar. Daneben gibt es aber auch die sekundäre oder konventionelle Bedeutung, die nicht sinnlich, sondern intellektuell vermittelt wird, speziell je nach Kulturkreis und Wahrnehmung jedes Einzelnen auch unterschiedlich ausfallen kann und individuell durch „Einfühlung“ ausgelöst wird. Dies zusammen betrachtet wird in der Kunstgeschichte gemeinhin als Ikonographie bezeichnet. Übertragen auf das Bild einer mittelalterlichen Stadt heißt dies folgendes: Uhren, die wie noch zu zeigen sein wird sehr viel mehr sind als schnöde Zeitmesser, haben nämlich durchaus sehr vielschichtige Bedeutungen und können so mit Fug und Recht als „ikonographische Elemente“ bezeichnet werden. So schließt sich hier der Kreis zur Kunstgeschichte; und so ist es auch zu erklären, dass dieser kunstgeschichtliche Begriff auch für eine historisch ausgelegte Betrachtung seine Berechtigung hat.

2.2 Ausstattung der mittelalterlichen Städte

Die Städte des Mittelalters hatten eine Vielzahl von Symbolen, die mehr oder weniger unmittelbar mit den Stadtrechten, aber auch dem gewachsenen Selbstverständnis der Städte zusammenhingen. Zuerst einmal muss festgehalten werden, dass die Städte ihre Blütezeit im 13. und 14. Jahrhundert erlebten. Rund um das Jahr 1300 gab es eine ungeheure Masse an Neugründungen von Städten im mitteleuropäischen Raum (siehe fig. 1). Gründe hierfür mag es reichlich gegeben haben – das Bedürfnis nach Schutz vor feindlichen Übergriffen wird eine treibende Kraft gewesen sein; viele Städte siedelten sich in unmittelbarer Nachbarschaft von Burgen und Pfalzen an. Darüber hinaus hat sicherlich das schnellere Bevölkerungswachstum und der Aufschwung von Handwerk und Handel zum Städteboom beigetragen. fig. 1 Stadtneugründungen2

[Abbildung in der Downloaddatei vorhanden]

[...]


1 Erwin Panowsky: Ikonographie und Ikonologie, in: Meaning in the Visual Arts. Garden City (N.Y.) 1955.

2 Die Hinweise zur Stadtentwicklung und die Grundlage zu der vorliegenden Tabelle sind entnommen aus: Albrecht Sellen: Geschichte 1.kurz & klar, Donauwörth 1999.
 


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