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Lokalstandort Dortmund

Termpaper, 2003, 85 Pages
Authors: Barbara Boron, Patrick Goik, Julia E. Peters, Carolin Krabs
Subject: Tourism

Details

Category: Termpaper
Year: 2003
Pages: 85
Grade: 2,3
Bibliography: ~ 81  Entries
Language: German
Archive No.: V48235
ISBN (E-book): 978-3-638-44996-0

File size: 1544 KB
Notes :
Stichworte: Messe- und Kongresstourismus Konzert- und Musiktourismus Theatertourismus Industriekulturtourismus


Abstract

Dortmund hat laut einer Umfrage des Fachbereiches Statistik und Wahlen in Dortmund sein Image als Kohle- und Stahlstadt weitestgehend verloren, vielmehr wird es von seinen Bürgern als Westfalenmetropole, Bier- und Einkaufsstadt wahrgenommen (Stadt Dortmund 2002, 46). Als noch nicht so prägend werden die Bereiche Messestandort und Kulturstandort gesehen. In der folgenden Arbeit sollen unter anderem diese Aspekte näher beleuchtet werden. Dabei teilt sich die Arbeit in zwei große Abschnitte auf. Im Abschnitt A wird die Stadt Dortmund im Allgemeinen betrachtet. Im Abschnitt B wird näher auf vier thementouristische Ansätzen eingegangen. Die gewählten thementouristischen Ansätze sind der Messe- und Kongresstourismus, gefolgt von der Darstellung des Theatertourismus, sowie einer Betrachtung über den Musik- und Konzerttourismus. Ebenso soll eine Betrachtung des Industriekulturtourismus erfolgen. Die Arbeit schließt mit einem kurzen Ausblick für den Tourismus in der Stadt Dortmund.


Excerpt (computer-generated)

Lokalstandort Dortmund

von: Barbara Boron, Patrick Goik, Julia E. Peters, Carolin Krabs

 


INHALTSVERZEICHNIS

A ALLGEMEINER ANSATZ 1

1 EINLEITUNG 1

2 DORTMUND 2

2.1 Naturraum Dortmund – Physiogeographischer Ansatz 2
2.2 Infrastruktur Dortmunds 5
2.3 Geschichte der Stadt Dortmund  13
2.4 Architektur  18
2.5 Gesellschaft  21

B THEMENTOURISTISCHER ANSATZ  27

1 MESSE- UND KONGRESSTOURISMUS 27

1.1 Die Messe- und Kongressstadt Dortmund  27

1.1.1 Geographische und sozioökonomische Begründung  28
1.1.2 Infrastrukturelle Begründung  28
1.1.3 Westfallenhallen Dortmund GmbH  30

1.2 Messetourismus  30

1.2.1 Messe Westfallenhallen Dortmund GmbH 30
1.2.2 Nationale und internationale Messen und Ausstellungen 32

1.3 Kongresstourismus  33

1.3.1 Kongresszentrum Westfalenhallen 33
1.3.2 Kongresstourismus in der Hotellerie 34
1.3.3 Weitere Angebote für Kongresstourismus  35

1.4 Fazit  36

2 THEATERTOURISMUS 37

2.1 Anfänge und Geschichte des Theaters in Dortmund 37
2.2 Theater in Dortmund  38
2.3 Das Theater Dortmund  38

2.3.1 Generelle Informationen  38
2.3.2 Spartenteilung 39

2.3.2.1 Das Musiktheater 39

2.3.2.1.1 Das Dortmunder Ballett  40

2.3.2.2 Das Philharmonische Orchester  40
2.3.2.3 Das Schauspiel  41
2.3.2.4 Das Kinder- und Jugendtheater 42

2.3.3 Kommunikationspolitik 42
2.3.4 Distributionspolitik  44

2.4 Der Bezug von Theaterunternehmen in Nordrhein-Westfalen zu Theaterunternehmen in Deutschland  45
2.5 Fazit  45

3 MUSIK- UND KONZERTTOURISMUS IN DORTMUND 47

3.1 Was hat Dortmund musikalisch zu bieten?  48

3.1.1 Oper, Konzert und Philharmonie  48
3.1.2 Jazz  50
3.1.3 Rock/Pop/Techno – zeitgenössische Musik  50
3.1.4 Weltoffene Musik 51

3.2 Kulturspezifischer Fremdenverkehr in Dortmund  52
3.3 Fazit  57

4 INDUSTRIEKULTURTOURISMUS 58

4.1 Industriekultur und Industrikulturtourismus  58
4.2 Touristische Erschließung von Industriekulturstätten 59
4.3 Besucher von Industriekulturstätten 61
4.4 Angebote im Industriekulturtourismus  62
4.5 Industriekultur in Dortmund  63

4.5.1 Zeche Zollern II/IV  64
4.5.2 Kokerei Hansa 65
4.5.3 Hammerkopfturm der Zeche Minister Stein  67

4.6 Visonen und in Planung befindliche Projekte des Industrietourismus 67
4.7 Fazit  68

5 AUSBLICK 69

QUELLENVERZEICHNIS

ANLAGEN

 

 

A ALLGEMEINER ANSATZ

1 EINLEITUNG

Dortmund hat laut einer Umfrage des Fachbereiches Statistik und Wahlen in Dortmund sein Image als Kohle- und Stahlstadt weitestgehend verloren, vielmehr wird es von seinen Bürgern als Wetfalenmetropole, Bier- und Einkaufsstadt wahrgenommen.1 Als noch nicht so prägend werden die Bereiche Messestandort und Kulturstandort gesehen. In der folgenden Arbeit sollen unter anderem diese Aspeket näher beleuchtet werden. Dabei teilt sich die Arbeit in zwei große Abschnitte auf. Im Abschnitt A wird die Stadt Dortmund im Allgemeinen betrachtet. Im Abschnitt B wird dann näher auf vier thementouristische Ansätzen eingegangen. Die gewählten thementouristischen Ansätze sind der Messe- und Kongresstourismus, gefolgt von der Darstellung des Theatertourismus, sowie einer Betrachtung über den Musik- und Konzerttourismus. Ebenso soll eine Betrachtung des Industriekulturtourismus erfolgen. Die Arbeit schließt mit einem kurzen Ausblick für den Tourismus in der Stadt Dortmund.

2 DORTMUND

In diesem Kapitel sollen die vielen Faccetten der Stadt Dortmund betrachtet werden, ohne dabei besonders auf touristische Besonderheiten einzugehen, da diese im Kapitel drei eingehender beschrieben werden. Die Komplexität und Diversität Dortmunds soll an der geographischen Lage, der Infrastuktur, der Geschichte Dortmunds, der architektonischen Vielfalt, sowie der Betrachtung der Gesellschaft und der Bedeutung der Industrie für den Standort Dortmund festgemacht werden.

2.1 Naturraum Dortmund – Physiogeographischer Ansatz

Dortmund liegt im Nordosten des Ruhrgebiets und damit im Herzen Nordrheinwestfalens.2 Das Ruhrgebiet ist, nach Paris und London, der drittgrößte städtische Ballungsraum in der Europäischen Union, mit knapp 6,56 Millionen Einwohnern, was einer Bevö lkerung von mehr als 400 Personen pro Quadratkilometer entspricht.3 Der Raum zwischen Ruhr und Lippe, am Südrand der Westfälischen Tieflandbucht im Übergangsbereich zum Süderbergland,4 ist von verschiedensten geologischen Gebieten umgeben: Im Norden liegt das Münsterländer, östlich das Thüringer Becken, südlich findet man das Rheinische Schiefergebirge und westlich fungiert die Kölner, bzw. die Niederrheinischen Bucht als Grenze.5 Dabei stellt „der Pott“ keinen einheitlichen Verwaltungsraum dar, sondern ist ein Sammelbegriff für die teilweise ineinander übergehenden, zumindest aber eng beieinander liegenden (Groß-) Städte wie Essen, Bochum, Duisburg oder eben Dortmund. Gebräuchlicherweise wird das Revier in dualer Weise gegliedert: Die Nord-Süd- Segmentierung spricht von der Ruhr-, der Hellweg-, der Emscher- und der Lippezone, während die West-Ost-Aufteilung zwischen Ruhrreihe, Hellwegreihe und südlicher und nördlicher Lippereihe unterscheidet.6

Das östliche Ruhrgebiet wird von drei Bodengestaltstypen dominiert: In Ost-West-Richtung findet man vermehrt Flußtalungen wie die der Ruhr, Gebiete wie das um Hattingen weisen Hügelländer auf und am südlichen Rand erkennt man auch Bergländer mit Erhebungen bis fast 300 m über NN, wie das Ardeygebirge.7 Im Stadtbereich Dortmunds ist ein Höhenanstieg von nördlichen 65 m über NN, über 80 m über NN im Stadtkern bis hin zu 230 m über NN im Süden zu beobachten. 8 In der Periode der Oberen Kreide war die Region in der heute Dortmund liegt von einem Meer überflutet. Dies führte zu Ablagerungen aus Kalk, Kalksandstein, Mergel etc., die mehrere hundert Meter dick sein konnten. Am Ende der Kreidezeit kam es dann vermehrt zu tektonischen Aktivitäten, welche die Ablagerungsschichten zerbröckelten und das ehemalige Meeresbecken wieder emporbrachten. Abtragungen durch Wind und Wasser – so zum Beispiel Niederschlag – formten das typische Stufengebirge des südöstlichen Ruhrgebiets und sorgten dafür, daß die Magerkohleflöze für späteren Abbau erreichbar wurden. 9 Die heutigen Böden des östlichen Ruhrgebiets sind bestimmt durch Verwitterungsbodenschichten und Flussablagerungen von Kies, Sand und Ton. Desweiteren brachte das Eis der Saaleeiszeit, vor crica 80.000 Jahren, von Skandinavien aus Sand, Sandlöß und Löß, sowie Findlinge und Schotterkörper an seine Eisrandgebiete - wie die Mittelgebirgsstufe - und machte die Hellwegzone zu der „bodenmäßig günstigste[n] Region Mitteleuropas“10. Dank der waldarmen, trockenen und fruchtbaren Situation der Hellwegzone siedelten sich hier am frühesten dauerhaft Menschen an. Großklimatisch wird Dortmund dem norddeutschen Klimabereich zugerechnet, kleinklimatisch dominiert jedoch der Einfluss des Klimabezirks Münsterland mit den Indizien eines gemässigt mediterranen Klimas: Milde Winter wechseln sich mit relativ kühlen Sommern ab.

Die Jahresdurchschnittstemperatur liegt bei 9 bis 10 °C, kältester Mona t ist der Januar mit 1 bis 2 °C, wärmster der Juli mit 17 bis 18 °C. An ca. 25 Tagen im Jahr kann mit Temperaturen um 25°C (Sommertage) gerechnet werden, ca. 245 Tage liegen bei einer Temperatur von mindestens 5 °C, es gibt aber auch ca. 70 Eistage, d.h. Tage mit einer Durchschittstemperatur höchstens um den Gefrierpunkt. Die Luftfeuchtigkeit ist in der Zeit zwischen April und Juni mit ca. 70% am höchsten. Im Durchschnitt muß mit 180 bis 190 Niederschlagstagen im Jahr gerechnet werden. Von jährlichen 700 bis 750 mm Niederschlag fallen zwischen Mai und Oktober der Großteil von 390 bis 450 mm. Niederschlagsärmster Monat ist der Februar (40-50 mm/J), niederschlagsreichster Monat hingegen der Juli (89-90 mm/J). 150 bis 160 trübe Tage mit einer Wolkendecke von 8/10 überwiegen 20 bis 30 Tagen mit klarer Sicht und einer Wolkendecke von 2/10. Die tägliche Sonnenscheindauer schwankt zwischen 7,6 bis 7,8 Stunden im Sommer (Juli) und 1,2 bis 1,4 Stunden im Winter (Dezember). Die Windsituation mit 50% Winden aus Süd bis West, 20% Winden aus Nordost bis Ost und 10% Winden aus Nord sorgt im allgemeinen für günstige Austauschbedingungen von Zu- und Abluft. Die Wettersituation wird von Warmluftmassen - Tropikluft, ca. 10-15 °C wärmer als Polarluft in gleicher Höhe – und reinen, kalten Luftmassen – Arktikluft – und ihren Wechselspielen bestimmt.11 Dadurch, dass das östliche Revier, und damit Dortmund, weniger stark von den Effekten der Industrialisierung und Siedlungsdichte betroffen war und ist, als die westlicheren Städte des Ruhrgebiets, liegen hier generell auch weniger gravierende Umweltschäden vor. Der Osten des „Kohlenpotts“ hat sich durch alle Zeiten hinweg stets auch landwirtschaftlich betätigt, was zur Erhaltung größerer Grün- und Freiflächen führte. Regional hat Dortmund natürlich doch auch ökologische Probleme: Die Stollen des fast vollständig eingestellten Kohlebergbaus erzeugen mancherorts Bergsenkungen, und sorgen so immer wieder für medienwirksame, spektakuläre Zerstörungen von Haus und Grund. Die in manchen Gebieten gravierenden Gewässerschädigungen durch Abwässer, Bergschäden und Aufheizung sind hier ebenfalls nicht von der Hand zu weisen. 12

[...]


1 vgl. Stadt Dortmund (Hrsg.) (2002):Dortmunder Statistik – Wirtschaft – Jahresbericht 2002, Nr.160; S. 46

2 vgl. Burles, D. (Hrsg.)(20002): World Travel Atlas, London, S. 74

3 vgl. Burles 2002, S. 52

4 vgl. Kommunalverband Ruhrgebiet - KVR (Hrsg.) (1986): Klimaanalyse Stadt Dortmund, Essen, S. 7

5 vgl. o.V.(1988): „Diercke Weltatlas“; 3.Aufl.; Braunschweig, S. 58: „Mitteleuropa – Geologie“

6 vgl. Achilles, F. W. (1983): Dortmund und das östliche Ruhrgebiet: landeskundliche Einführung und Exkursionsführer, Paderborn: Schöningh, S.10f

7 vgl. Achilles 1983, S. 4

8 vgl. KVR 1986; S. 8

9 vgl. Achilles 1983, S. 8

10 Achilles 1983, S. 8: „Böden“ und Anhang 1

11 vgl. KVR 1986, S. 7f und Anhang 2 und 3

12 vgl. Achilles 1983, S. 15


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