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Avantgarde im Königreich Jugoslawien

Hauptseminararbeit, 2005, 27 Seiten
Autor: Stefanie Heberling
Fach: Russistik / Slavistik

Details

Veranstaltung: Russische Avantgarde im europäischen Kontext
Institution/Hochschule: Ruhr-Universität Bochum (Institut für Slavisti/Lotman-Institut)
Tags: Avantgarde, Königreich, Jugoslawien, Russische, Avantgarde, Kontext
Kategorie: Hauptseminararbeit
Jahr: 2005
Seiten: 27
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 12  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V48255
ISBN (E-Book): 978-3-638-45013-3

Dateigröße: 588 KB
Anmerkungen :
Diese Arbeit soll einen kurzen Überblick über die Avantgardebewegung im damaligen Königreich Jugoslawien geben.



Textauszug (computergeneriert)

Ruhr-Universität Bochum
Fakultät der Sprachwissenschaften
Hauptseminar: Avantgarde im europäischen Kontext, SS-05

Avantgarde im Königreich Jugoslawien

von: Stefanie Heberling

 


Inhaltsangabe

1 Einleitung  4

2 Expressionismus  5

3 Zenitismus 6

3.1 Manifeste 7

3.1.1 Poljanski’s Manifest 8
3.1.2 „Die zenitistische neue Kunst“  8
3.1.3 Manifest des Zenitismus  9

3.2 Die Zeitschrift „Zenit“  10
3.3 Zenitisten im europäischen Kontext  11

4 Der Dadaismus in Jugoslawien 13

4.1 Die Zeitschriften 14
4.2 Dadaismus 16

5 Sumatraismus 18

6 Surrealismus 20

6.1 Entstehung des Surrealismus  20
6.2 Manifeste 21
6.3 Die Zeitschriften 21

7 Zusammenfassung 23

8 Quellenverzeichnis  24

9 Appendix  30

9.1 Gedicht: Taba Zyklon II 30
9.2 Gedicht: Sumatra  31




 

1 Einleitung

Nach dem Ende des I. Weltkrieges entwickelte sich in dem neu gegründeten Königreich Jugoslawien eine neue jugoslawische Literatur. Durch die traumatischen Erlebnisse des Krieges beeindruckt sahen viele junge Künstler die Notwendigkeit einer neuen Kunstrichtung. Sie suchten nach einer Möglichkeit, die Sinnlosigkeit des Krieges und das Leben nach dem Krieg im Alltag auszudrücken. Die Manifeste der neuen literarischen Bewegungen der Avantgarde, die ganz Europa überfluteten, wurden von den jungen Künstlern dankbar angenommen. Die Gemeinsamkeit dieser Bewegungen lag in der Forderung nach einem Bruch mit der Tradition sowie deren sehr theoriebetonten Auftreten. Das Hauptanliegen der Avantgardisten war die Überwindung der Barriere zwischen Kunst und Leben.

Die ersten avantgardistischen Versuche tauchten in den Regionen des ehemaligen österreichisch-ungarischen Staates auf. So erschien bereits 1909 ein Aufsatz in der Zeitschrift „Ljublanski zvon“ über den Futurismus und Marinetti’s Schule. 1913 präsentierte Dimitrije Mitrinović in der Zeitschrift „Bosanska Vila“ seine stark an den deutschen Expressionismus und den italienischen Futurismus angelehnte Idee einer neuen Kunst. Es entstanden eine Reihe kurzlebiger Zeitschriften wie „Savremenik“, in der unter anderem Miroslav Krle(?)a einige Werke veröffentlichte. Die erste Avantgarde-Zeitschrift war die Zeitschrift „Svetokret: List za ekspediciju na severni pol ljudskog duha“1, veröffentlicht von dem späteren Mitbegründer des Zenitismus Ve Poljanski. In Anlehnung an die deutsche Zeitschrift „Der Sturm“ wurde von 1917 bis 1918 die Zeitschrift „Vijavica“ und 1919 der „Juri(?)“ veröffentlicht. Miroslav Krle(?)a veröffentlichte 1919 mit August Cesarec die Zeitschrift „Plamen“2. Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit einem eher unbekannten Teil der Avantgarde. Sie soll einen Überblick verschaffen, über die avantgardistischen Strömungen im damaligen Königreich Jugoslawien. Der Hauptschwerpunkt der Arbeit liegt auf der Bewegung der Zenitisten, die zunächst in Zagreb und später in Belgrad agierten.

2 Expressionismus

1919 gründete sich in Belgrad eine lose Künstelgruppe um den Schriftsteller Ivo Andrić und Stanislav Vinaver. Unter dem Namen „Grupa Umetnika“3 suchten sie nach Möglichkeiten, die neuen Anschauungen und Empfindungen, die nach Beendigung des I. Weltkrieges gewonnen wurden, künstlerisch auszudrücken. Im Jahr 1920 konstatierte sich die Gruppe neu. Unter der Bezeichnung „Alfa“ gegründet bestand die Gruppe nur aus Schriftstellern und bildete schon bald den Kern der serbischen Literatur. „Alfa“ war eine rein expressionistische Gruppe, die bis 1923 bestand.

Unter dem Leitmotiv des Neubeginns und des Traditionsbruches brachte die Gruppe 1921 die Lyrik-Anthologie „Albatros“ heraus.4 Zugleich wurde „Das Manifest der expressionistischen Schule“ von Stanislav Vinaver publiziert. In seinem Manifest dekonstruierte Vinaver die Vorkriegsliteratur und übernahm die Figur eines Kritikers gegenüber der Nachkriegsliteratur. Parodie stellte dabei eines der beliebtesten Verfahren zur Dekonstruktion dar. Die serbischen Expressionisten waren stark von der französischen Moderne geprägt. Ihre Hauptthemen waren zum einen die Bewältigung des I. Weltkrieges und zum anderen die Gründung des Königreiches der Serben, Kroaten und Slowenen (SHS)5. Ein weiteres Hauptthema war die Herausarbeitung der Position der serbischen Avantgarde im weltlichen Kontext. Bei den serbischen Expressionisten herrschten zwei Konzepte vor.6 Einerseits wurde ein Expressionismus in Anlehnung an Frankreich gewünscht, andererseits strebte man jedoch auch nach der Abgrenzung der verschiedenen Kulturen.

3 Zenitismus

Die Hauptfiguren des Zenitismus waren zum einen Ljubomir Micić, der Begründer des Zenitismus und sein zwei Jahre jüngerer Bruder Branko Micić, der auch unter den Namen Branko bzw. Ve oder Virgil Poljanski auftrat. Poljanski lebte von 1897 bis 1947 und galt als künstlerisch talentierter als sein Bruder. Er war nicht nur Schriftsteller sonder unter anderem auch Schauspieler. Als Übersetzerin der Zenitisten agierte Ljubomir’s Frau Anu(?)ka Micić, die sich Nina–Naj nannte. Als einer der engsten Mitglieder der Zenitisten ist insbesondere Marijan Mikac zu nennen, der ein eigens für den Zenitismus ein Manifest verfasste. Als international bekanntester der Gruppe ist wohl der 1986 verstorbene Slowene Josip Seissel zu nennen, der als Zenitist unter dem Namen Jo Klek bekannt war. Anfangs widmete er sich der Malerei und später wandte er sich der Architektur zu, durch welche er bekannt geworden ist7. Eines seiner Werke ist zum Beispiel der 1924 entstandene Entwurf eines „Zenitheums“ (s. Abbildung 1). Dabei handelt es um rein imaginieren Projekte, d.h. um nicht-funktionale Architektur. 8 In den 30er Jahren machte Jossip Seissel Bekanntschaft mit den Surrealisten und nach seinem Bruch mit den Zenitisten widmete sich nur noch surrealistischen Arbeiten. 9

Abbildung 1 - Maketa za Zenitheum1,1924.

3.1 Manifeste

[...]


1 Dt. Weltwendung: Ein Magazin für eine Expedition zum Nordpol des menschlichen Geistes

2 /(?)uva03/, S.13

3 Dt. Künstlergruppe

4 /SIEG92/, S. 15

5 Serb. Kraljevina Srba, Hrvata i Slovena (dt. Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen )

6 /SIEG92/, S. 20

7 /UZEL03/, S.161

8 /(?)UVA03/, S.147

9 /UZEL03/, S.161 f


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