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Work-Life-Balance - Rollenprobleme in Berufs- und Privatsphäre

Studienarbeit, 2005, 27 Seiten
Autor: Maximilian Leist
Fach: Wirtschaft - BWL - Allgemeines

Details

Kategorie: Studienarbeit
Jahr: 2005
Seiten: 27
Note: 1,1
Literaturverzeichnis: ~ 73  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V48352
ISBN (E-Book): 978-3-638-45090-4
ISBN (Buch): 978-3-638-64007-7
Dateigröße: 311 KB

Zusammenfassung / Abstract

Das Leben bringt es mit sich, dass Menschen immer wieder Belastungen unterschiedlicher Art ausgesetzt sind, und tagaus – tagein, sich wiederholende aber auch neue, sowohl einfache als auch komplizierte Situationen und damit verbundene Aufgaben zu bewältigen haben. Die dazu benötigten Rollen in Beruf und im Privatleben vertragen sich keineswegs so gut, wie sich dies die Menschen wünschen. Vielmehr ergibt sich eine Vielzahl von Konflikten und Konfliktlinien. Dies gilt umso mehr in einer dynamischen Gesellschaft. Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass viele wirtschafts- und sozialwissenschaftliche Ansätze sich seit jeher und besonders in den letzten Jahren mit diesem Themenkomplex befassen. So erschienen in den letzten Jahren in immer schnellerer Folge eine Fülle von Lebens- und Management-Theorien und noch mehr pragmatisch orientierte Theorieansätze, wie Selbstmanagementtheorie, Change-Management, Goal-Setting, Karriere-Planung, Stress-Coping, Diversity und aktuell „Work-Life-Balance“ (WLB). Gegenstand der vorliegenden Studienarbeit ist - die Bedeutungsvielfalt des schillernden Begriffs Work-Life-Balance aufzuzeigen und die aktuellen Work-Life-Balance Konzepte darzustellen, - ihre theoretisch-wissenschaftliche Eingebundenheit in die Entwicklung der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften transparenter zu machen, - den theoretischen Ansatz der Work-Life-Balance kritisch zu hinterfragen, - um abschließend einige wichtige Anregungen für die berufliche und private Praxis anzuführen.


Textauszug (computergeneriert)

Work-Life-Balance –
Rollenprobleme in Berufs- und Privatsphäre

von: Maximilian Leist

 


Inhalt

1 Einleitung 4

2 Work-Life-Balance – ein aktuelles Konzept 4

2.1 Begriffe 4
2.2 Bedeutungsvielfalt 5

3 Work-Life-Balance als Rollenkonflikt – ein neues Thema? 7

4 Work-Life-Balance – kritisch hinterfragt 12

4.1 Schaffen eines Gegensatzes von Arbeit und Leben 12
4.2 Rolle und/oder Selbst – Erwartungen und/oder Bedürfnisse 14
4.3 Balance statt Entwicklung, Dynamik, Wandel 16
4.4 Woraus ergeben sich Rollenprobleme? 18

5 Praktische Konsequenzen aus den theoretischen Überlegungen 19

5.1 Erste Zusammenfassung 19
5.2 Unternehmerische Gestaltungsaufgaben 20

5.2.1 Maßnahmen zur intelligenten Verteilung der Arbeitszeit im Lebensverlauf 20 und zu einer ergebnisorientierten Leistungserbringung
5.2.2 Flexibilisierung von Zeit und Ort der Leistungserbringung 21
5.2.3 Maßnahmen, die auf Bindung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zielen 21

5.3 Praktische Konsequenzen für Führungskräfte 21
5.4 Praktische Konsequenzen für die Mitarbeiter 22

Literatur
 


 

1 Einleitung

Das Leben bringt es mit sich, dass Menschen immer wieder Belastungen unterschiedlicher Art ausgesetzt sind, und tagaus - tagein, sich wiederholende aber auch neue, sowohl einfache als auch komplizierte Situationen und damit verbundene Aufgaben zu bewältigen haben. Die dazu benötigten Rollen in Beruf und im Priva tleben vertragen sich keineswegs so gut, wie sich dies die Menschen wünschen. Vielmehr ergibt sich eine Vielzahl von Konflikten und Konfliktlinien. Dies gilt umso mehr in einer dynamischen Gesellschaft. Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass viele wirtschafts- und sozialwissenschaftliche Ansätze sich seit jeher und besonders in den letzten Jahren mit diesem Themenkomplex befassen. So erschienen in den letzten Jahren in immer schnellerer Folge eine Fülle von Lebens- und Management-Theorien und noch mehr pragmatisch orientierte Theorieansätze, wie Selbstmanagementtheorie, Change-Management, Goal- Setting, Karriere-Planung, Stress-Coping, Diversity und aktuell „Work-Life-Balance“ (WLB). Die Zielsetzung der vorliegenden Studienarbeit liegt darin,

- die aktuellen Konzepte der WLB darzustellen (2.),
- ihre theoretisch-wissenschaftliche Eingebundenheit in die Entwicklung der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften transparenter zu machen (3.),
- einige kritische Anmerkungen zum theoretischen Ansatz der WLB zu machen (4.),
- um abschließend wichtige Anregungen für die berufliche und private Praxis (Alltag) anzuführen (5.).

2 Work - Life - Balance – ein aktuelles Konzept

2.1 Begriffe

Der Begriff Work-Life-Balance wird im angelsächsischen wie im deutschen Sprachgebrauch zwar immer populärer, jedoch ist nicht recht klar, was damit tatsächlich gemeint ist; nicht einmal die Schreibweise ist einheitlich. Wörtlich übersetzt, geht es um das Gleichgewicht von Arbeit und Leben. Mit diesem neudeutschen Anglizismus wird suggeriert, dass ein deutlich zunehmendes Spannungsverhältnis zwischen den Lebensbereichen Arbeit bzw. Berufsleben und Familie bzw. Freizeit (Privatleben) und daraus resultierenden Rollenproblemen mittels verschiedener Maßnahmen ausgeglichen werden soll. Doch auch die Begriffe Arbeit und Leben sind in ihrer Bedeutung sehr schillernd und vielfältig.1 So kann Arbeit „jede planvolle zweckgerichtete Tätigkeit, die sich im faktisch-materiellen Bereich abspielt und an materiellen und/oder idealen Werten orientiert ist“2, sein, sie kann physikalisch betrachtet, als eine Energiemenge aufgefasst werden3, soziologisch meint Arbeit „eine zielbewusste und sozial durch Institutionen (Bräuche) abgestützte besondere Tätigkeit, mit der Menschen seit ihrer Menschwerdung in ihrer Umwelt zu überleben versuchen“4 und im Sinne volkswirtschaftlicher Betrachtung ist Arbeit neben Kapital und Boden der dritte Produktionsfaktor5. Ähnlich verhält es sich mit dem Begriff Leben. Der Duden versteht Leben als „Dasein, Existenz eines Lebewesens“6, Platon philosophisch als „die Fähigkeit der inneren Bewegungskraft“7. Physiologisch ist mit Leben meist überleben, psychologisch erleben, soziologisch zusammenleben und kulturell sinnvoll leben gemeint. So vielfältig wie das hier skizzierte Verständnis ist auch der Sprachgebrauch von Arbeit und Leben im WLB-Ansatz.

2.2 Bedeutungsvielfalt

Die Bedeutungen von Work-Life-Balance decken wissenschaftlich nahezu das gesamte Spektrum sozialwissenschaftlicher Themen ab und reichen im praktischen Bereich des Berufs- und Privatlebens von der Lösung kleiner Alltagsprobleme bis zur Forderung nach grundlegenden gesellschaftlichen Umgestaltungsprozessen. Diese Bedeutungsvielfalt zeigt die folgende (unvollständige) Übersicht. Work-Life-Balance beinhaltet:

- eine theoretische Perspektive, nach der das „Verhältnis der Hauptlebensbereiche“ wissenschaftlich zu untersuchen ist und das bisher nur getrennt thematisiert wurde8,
- gesamtgesellschaftliche Anliegen, nach denen Work-Life-Balance zum „Motor für wirtschaftliches Wachstum und gesellschaftliche Stabilität“1 werden soll,
- allgemeine Wirtschaftsinteressen: „Work-Life-Balance ist in erster Linie als ein Wirtschaftsthema zu verstehen“2,
- allgemeine Lebensinteressen: „Der Ausgleich zwischen Privatleben/Familie und Beruf zielt darauf ab, unterschiedlichen Bedürfnissen in einzelnen Lebensphasen gerecht zu werden“3 und „Work-Life-Balance - Vereinbarkeit von Beruf und privaten Lebensbereichen“4 zu erreichen,
- Gesundheitsinteressen: „Nur wer ein gesundes Verhältnis zwischen Arbeit und Freizeit findet, wird gesund bleiben.“5
- allgemeine Unternehmensziele: „Eine Balance zwischen Arbeits- und Privatleben ist eine wesentliche Voraussetzung, um die Einsatzbereitschaft, Loyalität und Motivation der Arbeitskräfte dauerhaft zu erhalten.“6
- Familieninteressen: Wie schafft man es, „Beruf und Familie in Einklang zu bringen“ 7 und/oder „Ausbildung und Familie miteinander zu verbinden.“8

[...]


1 Spieß, Erika; Winterstein, Hans (Organisationen, 1999), S. 120

2 Drever, James; Fröhlich, Werner (Psychologie, 1970), S. 49

3 http://www.lexikon-definition.de/Arbeit-%28Soziologie%29.html, 17.10.2005

4 http://www.lexikon-definition.de/Arbeit-%28Soziologie%29.html, 17.10.2005

5 http://www.lexikon-definition.de/Arbeit-%28Oekonomie%29html, 17.10.2005

6 Duden Band 10: Bedeutungswörterbuch, S.408

7 http://www.wissen.de/xt/default.do?MENUNAME=Suche&SEARCHTYPE=topic&query=Leben), 17.10.2005

8 Hoff, Ernst H. u.a. (Work-Life -Balance , 2005), in: Zeitschrift für Arbeits- und Organisationspsychologie 4/2005, S. 196
 

1 Prognos AG (Hrsg.) (Work Life Balance, 2005)

2 Prognos AG (Hrsg.) (Work Life Balance, 2005), S. 4

3 Prognos AG (Hrsg.) (Work Life Balance, 2005), S. 12

4 VER.DI PUBLIK 11 (Nov. 2005), S.20f: Zentrale Seminare 2006

5 www.tk-online.de, 10.10.2005

6 Prognos AG (Hrsg.) (Work Life Balance, 2005), S.14; vgl. Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Hrsg.) (Führungskräfte und Familie, 2004), S. 12; Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Hrsg) (Familienfreundliche Maßnahmen, 2003), S. 14

7 Daimler Chrysler (Hrsg.) (Beruf und Familie, o.J.)

8 Staatsinstitut für Familienforschung, Universität Bamberg (Hrsg.) (Work-Life-Balance, 2004), S. 12


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