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Scholary Paper (Seminar), 2005, 18 Pages
Author: Daniela Scharnagl
Subject: Romance Languages - French Literature
Details
Institution/College: LMU Munich (Romanisches Institut)
Tags: Historisch-politischer, Hintergrund, Absolutismus, Ludwig, Racines, Bérénice, Proseminar, Französische, Literaturwissenschaft
Year: 2005
Pages: 18
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 13 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-45104-8
File size: 363 KB
Titel des Proseminars: "Die Tragödien von Jean Racine"
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Excerpt (computer-generated)
Ludwig-Maximilians-Universität München
Institut für Romanische Philologie
Proseminar: „Die Tragödien von Jean Racine“
Wintersemester 2004/05
Historisch-politischer Hintergrund: Der Absolutismus
von Ludwig XIV. und Racines Bérénice
von: Daniela Scharnagl
INHALTSVERZEICHNIS
1 Historisch-politischer Hintergrund: Der Absolutismus von Ludwig XIV. und Racines Bérénice 3
2 Historisch-politischer Hintergrund: der Absolutismus von Ludwig XIV. 4
2.1 Die Person Ludwig XIV. 4
2.1.1 Kindheit und Jugend 4
2.1.2 Der erwachsene König und seine Alleinherrschaft 6
2.1.3 Alter und Herrschaftsausklang 7
2.2 Der Absolutismus 8
2.2.1 Charakteristika der absolutistischen Herrschaftsform unter Ludwig XIV. 8
2.2.2 Auswirkungen in Staatsverwaltung und Finanzen 9
2.2.3 Folgen des Absolutismus in Wirtschaft und Heereswesen 10
2.3 Absolutismus, Ludwig XIV. und Kunst, Kultur und Literatur 11
2.3.1 Staatsmäzenatentum 11
2.3.2 Kulturelle Blüten im allgemeinen während des Absolutismus 12
2.3.3 Kurzbiographie Jean Racines und seine Beziehungen zum Hofe Ludwigs 12
2.4 Racines Stück Bérénice und Vergleiche mit Ludwig XIV. 14
2.4.1 Die Entwicklungsgeschichte des Werkes 14
2.4.2 Inhaltliche Erschließung des Stückes 14
2.4.3 Vergleiche zwischen dem Stück und der Person Ludwigs XIV. 15
3 Schlußbetrachtungen 17
4 Bibliographie 18
4.1 Primärquellen 18
4.2 Sekundärliteratur 18
4.3 Internetadressen 18
1 EINLEITUNG
Die vorliegende Arbeit dient der Einführung in das Thema der Tragödien Jean Racines. Um jedoch den Autor und seine Werke optimal zeit- und gesellschaftspolitisch einordnen zu können, ist es unabdingbar, sich die historischen und kulturellen Gegebenheiten zu Lebzeiten Racines vor Augen zu führen. Jean Racine gilt als einer der herausragendsten Schriftsteller des 17. Jahrhunderts, d.h. er ist einer der bestimmenden Theaterköpfe des Absolutismus. Als bekanntester Vertreter des europäischen Absolutismus gilt der französische Monarch Ludwig XIV. Das Thema muß von verschiedenen Seiten betrachtet werden. Zunächst erfolgt die Darstellung der Person Ludwigs XIV., angefangen bei seiner Kindheit über seine Alleinherrschaft als Erwachsener bis hin zum hohen Alter und dem Ausklang seiner Herrschaft. Im darauffolgenden Absatz geht es um eine umfassende Betrachtung der Herrschaftsform des Absolutismus. Es werden allgemeine Charakteristika, aber auch spezielle Erscheinungen des französischen Absolutismus angesprochen. Den Finanzen, der Verwaltung, der Wirtschaft und dem Heer Frankreichs widerfährt gesonderte Aufmerksamkeit. Der dritte Abschnitt widmet sich dem Verhältnis Ludwigs XIV. zu Kunst und Kultur. Es geht um Staatsmäzenatentum, um kulturelle Blüten im allgemeinen sowie Racines Beziehungen zum Hof im Speziellen. Um den literaturwissenschaftlichen Aspekt in die Arbeit mit einfließen zu lassen, werden die Erläuterungen mit einem Blick auf Racines Stück Bérénice und dessen vermeintliche Relationen zur realen Person des Sonnenkönigs abgerundet. Von besonderem Wert für die vorliegenden Ausführungen waren einschlägige Biographien über Ludwig XIV., wie beispielsweise von Klaus Malettke oder Bernd-Rüdiger Schwesig. Für die Definition des Absolutismus konnten die Autoren Heinz Duchhardt und Johannes Kunisch vermehrt zu Rate gezogen werden. Die abschließenden literaturwissenschaftlichen Gesichtspunkte wurden mit Hilfe der Larousse-Ausgabe des Theaterstücks Bérénice und der Dissertation von Günter Glesenfeld erarbeitet.
2 HISTORISCH-POLITISCHER HINTERGRUND: DER ABSOLUTISMUS VON LUDWIG XIV.
Um die Stücke Jean Racines und deren Bedeutung adäquat einordnen zu können, ist es dringend vonnöten, die historischen Zeitumstände in Politik, Wirtschaft und Kultur des 17. Jahrhunderts näher in Augenschein zu nehmen. In diese Zeit fällt der Höhepunkt des Absolutismus mit seinem wohl herausragendsten Vertreter, Ludwig XIV. Zunächst soll nun also die Person des roi soleil betrachtet werden, um den Charakter und die Lebensumstände des Monarchen besser kennenzulernen.
2.1 DIE PERSON LUDWIG XIV.
Da Ludwig XIV. auch heutzutage noch als Sinnbild für den europäischen Absolutismus in seiner stärksten Ausprägung angesehen wird, muß der Charakter, die Person und das Leben des Sonnenkönigs zunächst ausführlich dargestellt werden.
2.1.1 KINDHEIT UND JUGEND
Dieudonné nannte das Volk Ludwig XIV., als er am 5. September 1638 in Saint- Germain-en-Laye geboren wurde. 22 Jahre währte die Ehe zwischen Ludwig XIII. von Frankreich und der spanischen Infantin Anna von Österreich bereits, war jedoch bisher kinderlos geblieben. Obwohl trotz des strikten Hoflebens kaum etwas über die Kindheit von Ludwig XIV. bekannt ist, gelten doch die Verehrung seines Vaters und die intensive Hinwendung zu seiner Mutter als gesichert. Da er seinen Vater bereits im Alter von fünf Jahren verlor, konnte seine Mutter beachtlichen Einfluß auf seine persönliche, aber auch auf seine politische Entwicklung gewinnen. (Malettke 1994, 40f.) Auf seinem Sterbebett ordnete Ludwig XIII. die Taufe seines Sohnes an und bestimmte u.a. Kardinal Jules Mazarin zum Taufpaten. „Die Wahl Mazarins war von weitreichender Bedeutung für die Zukunft des Dauphins, ja für die Zukunft Frankreichs.“ (Malettke 1994, 42)
Nach dem Tode Ludwig XIII. konnte sich Anna von Österreich als unumschränkte Regentin über Frankreich etablieren. Sie bestimmte nach 1645 Jules Mazarin zum surintendant au gouvernement et à la conduite du Roi (Malettke 1994, 43), welcher diese Aufgabe sehr ernstnahm und Ludwig umfassende Kenntnisse in Geschichte, Staats- und Kirchenrecht, Mathematik und Sprachen vermittelte. „Mazarin wollte aus seinem Mündel keinen Pedanten machen, sondern den jungen König behutsam, aber zielstrebig auf die Leitung der Staatsgeschäfte vorbereiten. Der Kardinal führte ihn in die Feinheiten der Diplomatie und in die vielschichtigen Probleme des Kriegswesens ein. Er brachte ihm aber auch die Liebe zur Kunst sowie die Bedeutung des königlichen Mäzenatentums nahe“. (Malettke 1994, 44)
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