Autor: Steffen Kittler
Fach: Romanistik - Französisch - Linguistik
Details
Institution/Hochschule: Universität Paderborn (Fakultät für Kulturwissenschaften)
Jahr: 2005
Seiten: 23
Note: 2,0
Literaturverzeichnis: ~ 36 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 468 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-45107-9
ISBN (Buch): 978-3-638-88788-5
Die Arbeit beschäftigt sich zunächst mit Definitionen von Sprache und Sprachnorm. Dann: geschichtlicher Überblick Sprachnormierung in Frankreich, auch Geschichte und Aufgabenfelder der Académie Francaise. Als nächstes wird die Frankophonie behandelt. Es werden Begriff, Geschichte und Rolle der Académie in der Frankophonie beleuchtet, um dann Sprachnormierung in der Frankophonie am konkreten Beispiel Québécs zu zeigen:Organe,Wortbeispiele,etc. 3-Seitiges Quellenverzeichnis plus Internetquellen!
Zusammenfassung / Abstract
1. Einleitung Um zum eigentlichen Thema, der Sprachnormierung in der Frankophonie hinzuleiten, müssen zunächst einige Begriffe geklärt werden. Dies geschieht im ersten Kapitel. Hier werden zunächst der Normbegriff, dann die Sprachnormierung und Sprachpflege in Frankreich erläutert, um dann im zweiten Kapitel die Frankophonie zu beleuchten. Im dritten Kapitel wird dann die Sprachpflege und Sprachnormierung in Québec thematisiert. In Québec lebt die größte frankophone Gemeinschaft außerhalb Frankreichs. Hier wird auf Unterschiede in der Normierungspraxis zu Frankreich hingewiesen. 2. Sprachnormierung in Frankreich 2.1 Sprache, Norm und Sprachnorm Sprache ist das wichtigste Kommunikationsmittel des Menschen. Sie kann als „ein historische entstandenes und überliefertes sozial institutionalisiertes System von Zeichen, das der menschlichen Gesellschaft zur Kommunikation dient […]“ interpretiert werden. Kommunikation funktioniert aber nur, wenn es bestimmte Regeln gibt, wie Sprache benutzt werden kann oder welche Wörter mit welcher Bedeutung besetzt sind. Hier setzt der Begriff der Norm an. Allgemein wird Norm als „Regel, Maßstab des Handelns“ definiert. Settekorn stellt folgendes fest: „Normen sind auf Handlungen bezogen, […]. Sie regulieren Abläufe von Interaktionen, da sie für die wechselseitigen Erwartungen der Interaktanten konstitutiv sind. In diesem Sinn sind Normen sozial.“ Eine gültige Definition besagt, dass soziale Normen „empirisch feststellbare Verhaltensweisen […]“ sind, „[…] die in einer Gesellschaft erwartet werden und denen man zu entsprechen hat (Brauch, Sitte), wenn keine Sanktionen folgen sollen“ .
Textauszug (computergeneriert)
Universität Paderborn
Sprachwissenschaftliches Hauptseminar / Aufbauseminar:
Norme et normalisation du langage: le cas du français
Fakultät für Kulturwissenschaften
Sommersemester 2005
Fachsemester: 6
Sprachnormierung in Frankreich und der
Frankophonie am Beispiel Québécs
von: Steffen Kittler
Inhaltsverzeichnis
1. Vorwort 2
2. Sprachnormierung in Frankreich 3
2.1 Sprache, Norm und Sprachnorm 3
2.2 Sprachnormierung der französischen Sprache 4
2.3 Die Académie française 5
3. Frankophonie – ein Begriff, viele Bedeutungen 8
3.1 Historische Entwicklung des Begriffes 8
3.2 Die institutionelle Frankophonie 9
3.3 Die Rolle der Académie française in der Frankophonie 11
4. Sprachpflege und Sprachnormierung in Québec 12
4.1 Historische Entwicklung in Québec 12
4.2 Das français québécois 12
4.3 Das Office québécois de la langue française 14
4.3.1 Das OQLF und der normative Diskurs 15
4.3.2 Das OQLF und les québécismes 15
4.4 Unterschiede in der Sprachpflege zu Frankreich 17
4.5 Einfluss der Académie française auf die Sprachnormierung in Québec 17
5. Schlussbemerkung 18
6. Anhang 19
7. Literaturangaben 20
1. Vorwort
Um zum eigentlichen Thema, der Sprachnormierung in der Frankophonie hinzuleiten, müssen zunächst einige Begriffe geklärt werden. Dies geschieht im ersten Kapitel. Hier werden zunächst der Normbegriff, dann die Sprachnormierung und Sprachpflege in Frankreich erläutert, um dann im zweiten Kapitel die Frankophonie zu beleuchten. Im dritten Kapitel wird dann die Sprachpflege und Sprachnormierung in Québec thematisiert. In Québec lebt die größte frankophone Gemeinschaft außerhalb Frankreichs. Hier wird auf Unterschiede in der Normierungspraxis zu Frankreich hingewiesen.
2. Sprachnormierung in Frankreich
2.1 Sprache, Norm und Sprachnorm
Sprache ist das wichtigste Kommunikationsmittel des Menschen. Sie kann als „ein historische entstandenes und überliefertes sozial institutionalisiertes System von Zeichen, das der menschlichen Gesellschaft zur Kommunikation dient […]“1, interpretiert werden. Kommunikation funktioniert aber nur, wenn es bestimmte Regeln gibt, wie Sprache benutzt werden kann oder welche Wörter mit welcher Bedeutung besetzt sind. Hier setzt der Begriff der Norm an. Allgemein wird Norm als „Regel, Maßstab des Handelns“2 definiert. Settekorn stellt folgendes fest: „Normen sind auf Handlungen bezogen, […]. Sie regulieren Abläufe von Interaktionen, da sie für die wechselseitigen Erwartungen der Interaktanten konstitutiv sind. In diesem Sinn sind Normen sozial.“3 Eine gültige Definition besagt, dass soziale Normen „empirisch feststellbare Verhaltensweisen […]“ sind, „[…] die in einer Gesellschaft erwartet werden und denen man zu entsprechen hat (Brauch, Sitte), wenn keine Sanktionen folgen sollen“4.
Normen haben folglich die wichtige Funktionen, dass sie angeben „wie gewisse Handlungen vollzogen werden“5, genauer: durch Normen wird der „zielgerichtete Vollzug von Handlungen reguliert und damit deren sozialer Sinn gesichert […]“6. Durch die oben angesprochenen Sanktionen werden die „[…] Verbindlichkeit und Allgemeingültigkeit von Normen und deren Anerkennung […] etabliert“7, wobei Sanktionen nicht nur negative Ereignisse, wie Bestrafung, sondern auch positive Ereignisse sein können, indem beispielsweise gelobt wird. Positive Sanktionen sollen so das normenkonforme Verhalten festigen, wohingegen negative Sanktionen Konformitätsdruck ausüben. Abschließend ist die folgende Definition von Sprachnorm, auch im Hinblick auf deren Entstehung treffend: Sprachnormen stellen einen Sonderfall sozialer Normen dar; sie sind definierbar als gedankliche Festsetzungen, die den Vollzug sprachlicher Interaktionen regeln, kollektive Verbindlichkeit beanspruchen und deren Nichtbefolgung zu Sanktionen seitens der jeweiligen Sprachgemeinschaft führen kann […]. Wie für Normen überhaupt, so gilt auch für Sprachnormen, daß sie in bestimmten historischen Zusammenhängen entstehen, […]. Sprachnormen sind Teil des kollektiven Sprachbewusstseins. Eine geordnete verständnissichernde Kommunikation erscheint ohne die Befolgung von Sprachnormen unmöglich. 8 Der Begriff Sprachnormierung „umfasst sowohl die Kodifizierung oder Festschreibung einer Varietät als auch ihre spätere Elaboration bzw. ihren Ausbau.“9
2.2 Sprachnormierung der französischen Sprache
Zunächst muss festgestellt werden, dass die französische Sprache, wie alle anderen Sprachen, verschiedene Ausprägungen besitzt und auch früher schon besaß. „Die französische Sprache ist – wie jede Einzelsprache – zu keiner Zeit ein homogenes System, sondern ein heterogenes System.“10 Es existieren Varietäten, wie zum Beispiel Dialekte. Jede sprachliche Varietät, also auch jeder Dialekt, ist durch Sprachnormen charakterisiert. Diese „sind zunächst deskriptiv („normal“), sie können präskriptiven („normativen“) Status erhalten (wie „bon usage“, „langue standard“), die besonderes Prestige besitzen.“11 Zusammenfassend ist also festzustellen, dass es verschiedene Sprachnormen, also les normes, zum Beispiel normes sociaux, régionales, etc. gibt, die deskriptiv sind, sowie davon unterschieden, la norme wie bon usage und langue standard, also eine norme préscriptive existiert.12 Die verschiedenen Dialekte waren bis zum 13. Jahrhundert einander gleichgestellt.13 Einige wichtige Dialekte in diesem Sprachraum waren zu dieser Zeit Normannisch, Pikardisch, Champagnisch und Franzisch, der Dialekt der Ile-de-France, der die Grundlage des heutigen Französisch bildet. Hier entwickelte sich nun eine überregionale Schriftsprache, die sogenannte Skripta14, die von Geistlichen und Dichtern benutzt wurde. Ihre Basis ist das Franzische, „dessen höheres Prestige bereits allgemein anerkannt wird […].“15
[...]
1 Johannes Klare, 1998, 7.
2 Schülerduden Politik und Gesellschaft, 1992, 273.
3 Wolfgang Settekorn, 1988,3.
4 Schülerduden Politik und Gesellschaft, 1992, 273.
5 Wolfgang Settekorn, 1988, 5.
6 Wolfgang Settekorn, 1988, 5.
7 Wolfgang Settekorn, 1988, 6.
8 Schmitt, 2001, 438, zitiert nach Winkelmann.
9 Winkelmann, 1990, 336.
10 Klare, 1998, 10.
11 Klare, 1998, 12.
12 vgl. Stein, 1998, 133 und Klare 1998, 12.
13 vgl. Stein, 1998, 137.
14 Skriptae sind „Schreibsprachen“, Schreibtraditionen oder Graphietraditionen in Texten – die oft beträchtliche graphische Variationen aufweisen – mit regionalen und vor allem überregionalen (supraregionalen) sprachlichen Merkmalen. Johannes Klare, 1998, 58.
15 Stein, 1998, 137.www.amazon.de
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