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Scholary Paper (Seminar), 2005, 18 Pages
Author: Sebastian Brandt
Subject: History - Early and Ancient History
Details
Tags: Programmatik, Panegyricus, Plinius, Eine, Lobrede, Programm, Opposition
Year: 2005
Pages: 18
Grade: 1.0
Bibliography: ~ 22 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-45123-9
File size: 256 KB
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Excerpt (computer-generated)
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Seminar für Alte Geschichte
Proseminar A: Rezeption griechischer Staatstheorie in Rom
Sommersemester 2005
2. Semester
Programmatik im Panegyricus des jüngeren Plinius.
Eine Lobrede als positives politisches Programm
der Opposition?
von: Sebastian Brandt
A. Einleitung 2
B. Hauptteil 4
I. Opposition 4
1. Die stoische Opposition im Senat 4
2. Opposition und Senat bei Beutel 8
II. Programm 10
1. Vorwurf des Eklektizismus 10
2. Der Panegyricus als institutionalisierte Dankesrede 10
3. Der Zukunftsaspekt 12
C Schluss 16
Quellen und Literatur 18
A. Einleitung
Die Lektüre des Panegyricus des Plinius auf den Kaiser Traian erscheint den meisten heutigen Lesern unerträglich und schwer verdaulich. Zu übertrieben ist die Schmeichelei, die der Untergebene dem Princeps entgegenbringt. In der jüngeren Forschung wurde die These von der Liebesdienerei des Plinius aber kaum mehr angebracht, der Panegyricus wurde v.a. als Quelle zur Erschließung der kaiserzeitlichen Programmatik genutzt.1 Eine Forschungsrichtung versucht etwa die Lobrede als Teil der Traianischen Propaganda zu sehen, der der Senator Plinius opportunistisch gedient habe.2 Ein anderer Ansatz wiederum deutet den Panegyricus als eine Art Fürstenspiegel, der die besten Eigenschaften eines Kaisers aus Senatssicht darlege.3 Die These mit der ich mich in dieser Arbeit kritisch auseinandersetzen möchte, stammt aber von Frank Beutel: Er nämlich sieht im Panegyricus das „positive politische Programm der Opposition“4.
Ich werde diese These zweiteilen und mich zunächst der Opposition (I) widmen. In I.1 soll zunächst allgemein auf die Schwierigkeiten bezüglich des Oppositionsbegriffes im römischen Senat eingegangen werden. Da die Lobrede eine reine Angelegenheit zwischen Senat und Princeps darstellte, sollen andere Arten der Opposition, wie z.B. aus der plebs urbana, außen vor bleiben. Auf diesem Hintergrund werde ich überprüfen, ob der Panegyricus tatsächlich auf die von Beutel identifizierte Gruppe einer „stoischen Opposition“ zurückgeht. Dazu sollen diesem Kreis zunächst aus den Quellen ein Gruppenstatus überhaupt zugerechnet und die Ziele und Forderungen dieser Männer so weit wie möglich erarbeitet werden. Die Ergebnisse werden dann zu einem Vergleich mit den Inhalten des Panegyricus genutzt, um eine Beziehung zwischen Opposition und Lobrede im Sinne Beutels prüfen zu können. Das Zwischenfazit nach den Ergebnissen aus I.1 wird dann durch eine Betrachtung der Widersprüche in Beutels Arbeit untermauert werden (I.2.)
Im zweiten Teil des Textes werde ich versuchen, den Programmgehalt des Panegyricus zu überprüfen. In II.1 wird zunächst dargelegt, in welcher Weise andere Werke ähnliche Gedanken wie im Panegyricus bereits früher formuliert hatten und deshalb anschließend die Frage aufgeworfen, was denn nun das Besondere, Originelle an der Lobrede sei. Beutels Prämisse, der Senator Plinius sei persönlich für die Inhalte und deshalb auch für eine besondere theoretische Fundierung des Panegyricus verantwortlich, soll in II.2 v.a. mit G. Seelentags Überlegungen der „gratiarum actio“ als unpersönlicher Dankesrede entgegengetreten werden. Dann muss sich aber noch ganz unabhängig von der Autorschaft erweisen, ob der Panegyricus in seiner Konstruktion, in seinen Inha lten nicht doch eine Art Programm im Sinne Beutels darstellt. Dazu wird mit der Behauptung, die Dankesrede wolle nichts Momentanes, sondern Grundlegendes regeln und weite ihren Anspruch auch auf zukünftige Principes aus (II.3.a), der wichtigste Aspekt in Beutels Programmargumentation wieder an Überlegungen Seelentags überprüft, der im Panegyricus einen Beitrag zur aktuellen Herrschaftsdarstellung erkennt (II.3.b).
Der Schluss soll dann noch einmal in möglichst kompakter Form eine Zusammenschau der Ergebnisse bieten. Als Quellen dienen außer dem Text des Panegyricus des jüngeren Plinius dessen Briefe, vor allem Plin. ep. 3, 13 und 3, 18, in denen er sich selbst zur Lobrede auf Traian äußert. Zur sogenannten „stoischen Opposition“ bieten uns Cassius Dios Römische Geschichte Einsicht, besonders von Nutzen sind aber die großen Geschichtswerke des Tacitus, die Annalen und die Historien. V.a. auf dieser Grundlage baut deswegen auch der folgende erste Teil über die Opposition auf.
B. Hauptteil
I. Opposition
1. Die stoische Opposition im Senat
[...]
1 Vgl. für das Folgende: Gunnar Seelentag: Taten und Tugenden Traians. Herrschaftsdarstellung im Principat, S.214–216.
2 Vgl. z.B. Karl Strobel: Traianus Optimus Princeps. Reichs- und Grenzpolitik als innenpolitische Dimension seiner Herrschaft, in: Egon Schallmayer: Traian in Germanien. Traian im Reich, Bad Homburg 1999, S.17-29, hier v.a.: S.18.
3 Vgl. z.B. Martin Fell: Optimus Princeps? Anspruch und Wirklichkeit der imperialen Programmatik Kaiser Traians, München 1992, hier v.a.: S.107.
4 Frank Beutel: Vergangenheit als Politik. Neue Aspekte im Werk des jüngeren Plinius, Frankfurt/Main 2000, S.121.
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