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Details

Veranstaltung: Ausgewählte psychologische Themen
Institution/Hochschule: Universität Kassel (Fachbereich Sozialwesen)
Tags: Aggression, Gewalt, Ausgewählte, Themen
Kategorie: Studienarbeit
Jahr: 2005
Seiten: 34
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 13  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 257 KB
Archivnummer: V48461
ISBN (E-Book): 978-3-638-45169-7

Textauszug (computergeneriert)

Aggression und Gewalt

von: Christiana Kuhnt

 


Inhaltsangabe

Einleitung 3

1. Begriffserklärung  4

2. Unterschiedliche Theorien über den Ursprung von Aggression  6

2.1 Triebtheorie  6
2.2 Frustrations – Aggressionstheorie  8
2.3 Lerntheorie  8

3. David, Michael und Patrik  9

4. Entstehung von Spannungen und Aggressionen  12

4.1 Endogene Ursachen  13
4.2 Trieb als lebens- und arterhaltender Instinkt  15
4.3 Frustrationen und aversive Reize  16

5. Umgang mit Spannungen und Aggressionen  19

5.1 Genetische Disposition  19
5.2 Erziehung und Erfahrung  20
5.3 Sublimierung  22
5.4 Selbstdisziplin  23
5.5 Ersatzreaktionen  23
5.6 Aggressives Handeln  25
5.7 Autoaggression  28
Schaubild  29

6. Es – Ich und Über-Ich  30
Schaubild  31

7. Verhindern von aggressiven Handlungen  32

8. Literaturangabe  34



 


„Liebe und Hass sind die beiden Hauptelemente,
aus denen menschliche Beziehungen aufgebaut
werden. Beide, Liebe wie Hass,
haben mit Aggression zu tun“
D.W. Winnicott

Einleitung

Menschliche Aggression stellt einen wichtigen Faktor im sozialen Leben dar. Die Bandbreite zwischen kleinen Rangeleien unter Kindern bis zu Krieg und Völkermord ist groß. Die Ursachen erscheinen vielfältig. Hinter jedem Krieg stehen handfeste Machtansprüche die von den Herrschenden gestellt werden. Aggression ist das Instrument, mit dem diese politischen Interessen durchgesetzt werden sollen. Ein Vehikel, mit dem ansonsten friedfertige Menschen dazu gebracht werden ihre Artgenossen zu töten. Während die Ursache für Aggression zwischen verschiedenen Völkern nachvollziehbar erscheint, ist der Grund für die individuelle Aggression nur schwer zu durchschauen. Erich Fromm stellt fest: „Das Einzigartige beim Menschen ist, daß er von Impulsen zu morden und zu quälen , getrieben werden kann und daß er dabei Lustgefühle empfindet. Er ist das einzige Lebewesen, das zum Mörder und Vernichter der eigenen Art werden kann, ohne dav on einen entsprechenden biologischen oder ökonomischen Nutzen zu haben.“ (Fromm, S.196)

Die Gründe warum ein Tier tötet, sind klar ersichtlich. Das Sichern der Nahrung, der Rangfolge, Verteidigung des Nachwuchses und des Reviers machen aggressive Maßnahmen notwendig. Der Mensch hat jedoch ebenfalls Gründe für das Töten von Artgenossen oder für das Einsetzen anderer Formen aggressiven Handelns, auch wenn diese häufig nicht auf den ersten Blick zu erkennen sind. Jeder Mörder hat ein Motiv! Oft sind es dieselben Beweggründe wie im Tierreich: Das Ausschalten eines Rivalen oder die Selbstverteidigung machen aggressives Handeln erklärlich. Die komplexe Struktur unserer Gesellschaft erzeugt jedoch noch andere Gründe für das Töten. Die Angst davor, seine gesellschaftliche Stellung zu verlieren, wenn ein Geheimnis bekannt wird. Der Wunsch sich zu bereichern, um einen Mangel zu kompensieren oder um Macht auszuüben bei tiefsitzenden Minderwertigkeitsgefühlen. Der biologische oder ökonomische Nutzen für den Menschen erschließt sich nicht auf den ersten Blick, ist aber durchaus vorhanden. In der vorliegenden Arbeit möchte ich versuchen, mit Hilfe der unterschiedlichen Theorien über die Entstehung von Aggressionen und deren Ausprägung, anhand von zwei Diagrammen eine mögliche Erklärung für Ursachen und Formen von aggressivem Verhalten darzustellen. Winnicott geht davon aus, dass Aggression zwei Bedeutungen hat. Einmal bezeichnet er sie als eine direkte oder indirekte Reaktion auf Enttäuschung. In der zweiten Bedeutung ist sie für ihn eine der beiden Hauptquellen der Energie eines Menschen. (Vergl.: Winnicott, S.123)

1. Begriffserklärung

Im Alltagsgeschehen wird der Begriff Aggression im Allgemeinen nicht nur für alle Äußerungen von Wut, Gewalt und Grausamkeit benutzt, sondern auch für weniger dramatische Vorgänge. Im Sport wird Draufgängertum als aggressives Verhalten bezeichnet. Im Berufsleben wird „aggressives Vorgehen“ häufig sogar gefordert. Sich in Diskussionen durchzusetzen oder das Vorenthalten von wichtigen Informationen gilt als aggressiv. All diese Vorgänge haben eins gemeinsam, die Art der Aggression ist immer eine Form von Angriff. Ich möchte den Begriff Aggression nicht nur als Angriff, mit dem Ziel zu verletzen und zu schädigen sehen, sondern auch in seiner ursprünglichen Bedeutung.

Das lateinische Wort „ad-gredi“ bedeutet im positiven, wie im negativen Sinne, sich nähern, hinbewegen, angreifen, mutiges Draufzugehen, Durchsetzungsfähigkeit, Entschlossenheit und Initiative. Das lateinische aggredi heißt ursprünglich „herangehen“. So ist auch das Schreien des Babys als Aggression aufzufassen, die nötig ist, um die Versorgung mit Nahrung und Zuwendung zu sichern. Aggression als notwendiger Trieb um die Erhaltung des Lebens und der menschlichen Art zu sichern? Ohne Aggression ist Selbst- und Revierverteidigung, Fortpflanzung und das Sichern der eigenen Lebensgrundlagen nicht möglich. Selbst Ernährung ist ohne Aggression nicht denkbar, auch wenn sich für die meisten von uns die Nahrungsbeschaffung auf das Zerteilen von Fleisch und Gemüse aus dem Supermarkt reduziert hat. Leider äußern sich Aggressionen in unserer Gesellschaft nur allzu oft in gewalttätiger und destruktiver Weise. Friedrich Hacker beschreibt drei große Formen von Aggression, die sich in unterschiedlichen Abstufungen äußern Er nennt die:

- Aggression des Kontrollverlustes, also Aggression als Symptom. Hier wird Wut, Zorn und irrationales Verhalten ohne Beschränkung ausgelebt. Eine Explosion mit kathartischer Entlastung
- Aggression als Strategie, bei der unter Umständen eine kalte, rationale Planung und Manipulation im Vordergrund steht. Das Erreichen von Zielen wird durch aggressives Handeln angestrebt (Instrumentelle Aggression)
- Strukturelle Aggression, die in Organisationen, Institutionen, Gesetzen und Verhaltensvorschriften enthalten ist und sich vordergründig nicht als Aggression äußert.

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