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Autor: Doreen Fräßdorf
Fach: Kunst - Malerei
Details
Institution/Hochschule: Philipps-Universität Marburg (Kunstgeschichtliches Institut)
Tags: Claude, Monets, Seerosen-Serien, Genese, Abstraktion, Proseminar, Claude, Monet
Jahr: 2005
Seiten: 22
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 22 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 1534 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-45211-3
ISBN (Buch): 978-3-638-72450-0
Eine Hausarbeit zu Monets Seerosen-Serien mit besonderem Augenmerk auf die zunehmende Abstraktion seiner Werke. Bezugnahme auf Monets Augenkrankheit Grauer Star.
Zusammenfassung / Abstract
Claude Monet wird in der Malerei als eine Schlüsselfigur im Übergang zur Abstraktion betrachtet und darüber hinaus aufgrund der spezifischen Erscheinungsweise seiner Bilder in einen unmittelbaren Zusammenhang mit dem Abstrakten Expressionismus der 50er Jahre gebracht. In meiner Arbeit möchte ich auf die Entwicklungen und Veränderungen der Seerosenbilder im Laufe der Jahre eingehen. Monet verbrachte die gesamte zweite Hälfte seines Lebens in Giverny, wo sich sein Seerosenteich und die japanische Brücke, welche über diesen Teich führte, befanden. Er beschäftigte sich viele Jahre lang allein mit diesem Motiv. So entstanden in Giverny etwa 300 Gemälde, auf denen als Motiv Monets Garten zu sehen ist. Aufgrund des Umfangs an Bildern, auf denen die japanische Brücke oder der Seerosenteich dargestellt sind, werde ich mich alleine auf die Gemälde beziehen und Details aus Monets Biografie oder zeitgeschichtliche Aspekte vernachlässigen. Es geht mir im Wesentlichen um die Beleuchtung der Genese der Abstraktion in den Gemälden der Seerosen-Serie. Aufgrund dessen, dass Claude Monet die Angewohnheit besaß, über Jahrzehnte hinweg immer wieder ein und dasselbe zu malen, lassen sich die Bilder gut untereinander vergleichen und durchaus mit seinem Augenleiden in Verbindung bringen, was ich im vorletzten Teil meiner Arbeit näher beleuchten werde.
Textauszug (computergeneriert)
Philipps Universität Marburg, Kunstgeschichtliches Institut
Proseminar: Claude Monet
Sommersemester 2005
2. Fachsemester
Claude Monets Seerosen-Serien. Genese der Abstraktion
von: Doreen Fräßdorf
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Die Serie der Seerosen bis 1900 3
3. Die Serie der Seerosen ab dem 20. Jahrhundert 6
4. Zusammenfassender Überblick der Veränderungen innerhalb der Seerosen-Serien 9
5. Die Genese der Abstraktion und Monets Augenleiden 11
6. Schlusswort und Ausblick 13
7. Literaturverzeichnis 15
8. Abbildungsverzeichnis 17
9. Abbildungen 18
1. Einleitung
Claude Monet wird in der Malerei als eine Schlüsselfigur im Übergang zur Abstraktion betrachtet und darüber hinaus aufgrund der spezifischen Erscheinungsweise seiner Bilder in einen unmittelbaren Zusammenhang mit dem Abstrakten Expressionismus der 50er Jahre gebracht.1 In meiner Hausarbeit möchte ich auf die Entwicklungen und Veränderungen der Seerosenbilder im Laufe der Jahre eingehen. Monet verbrachte die gesamte zweite Hälfte seines Lebens in Giverny, wo sich sein Seerosenteich und die japanische Brücke, welche über diesen Teich führte, befanden. Er beschäftigte sich viele Jahre lang allein mit diesem Motiv. So entstanden in Giverny etwa 300 Gemälde, auf denen als Motiv Monets Garten zu sehen ist. Aufgrund des Umfangs an Bildern, auf denen die japanische Brücke oder der Seerosenteich dargestellt sind, werde ich mich in dieser Hausarbeit alleine auf die Gemälde beziehen und Details aus Monets Biografie oder zeitgeschichtliche Aspekte vernachlässigen. Es geht mir im Wesentlichen um die Beleuchtung der Genese der Abstraktion in den Gemälden der Seerosen-Serie. Aufgrund dessen, dass Claude Monet die Angewohnheit besaß, über Jahrzehnte hinweg immer wieder ein und dasselbe zu malen, lassen sich die Bilder gut untereinander vergleichen und durchaus mit seinem Augenleiden in Verbindung bringen, was ich im vorletzten Teil meiner Hausarbeit näher beleuchten werde.
2. Die Serie der Seerosen bis 1900
Wie viele andere Hauptmotive Monets hatten auch die Seerosen ihre Vorläufer in seinen früheren Werken. Sein erster Biograf Gustave Geffroy berichtete, dass das Thema Wassergarten im Jahre 1890 seinen Ursprung fand. Es existieren zwar keine Seerosenbilder, die auf jene Zeit datiert werden können, denn es war die Zeit vor der Erschaffung von Monets Garten, in einem Brief allerdings schrieb Monet an Geffroy etwas über seine Arbeit an Wassermotiven. Er beschreibt eine aquatische Vegetation sanfter sich mit dem Wassersog mitbewegender Pflanzen, wie es im Bild Boot auf der Epte (Abb. 1) aus dem Jahre 1890, das seine Stieftochter in einem Boot zeigt, zu sehen ist.2 Der Brief, welchen Monet an Geffroy schrieb, ist insoweit von großem Interesse, da er einen wichtigen Punkt im Leben des Malers markiert: Monet beschäftigt sich zum ersten Mal mit dem Motiv der Wasserpflanzen. Das Malen von Pflanzen und Wasser wird Monet von nun an Zeit seines Lebens beschäftigen. Zu den ersten Bildern, die Monet je von seinem Teich gemalt hat, gehört die Seerosen-Serie von 1897 - 1899, welche wie ein Stillleben die Gewächse in ihren botanischen Einzelheiten und die Farbe und Form der Blätter wie deren Zahl in richtigem Verhältnis zu den Seerosenblüten in unterschiedlichen Stadien ihres Blühens zeigt. Monet beginnt im Sommer 1899 in seinem Wassergarten in Giverny mit den Bilderserien der Seerosen (Le Bassin aux nymphéas) und der japanischen Brücke, denen er sich bis zu seinem Tode widmet.
In den Jahren 1899 und 1900 begann Monet seinen Garten auf mindestens siebzehn Leinwänden zu malen. Der Standpunkt des Betrachters war dem anderer Gemälde der 90er Jahre sehr ähnlich, jedoch veränderte er die Komposition. Die Japanische Brücke auf den Bildern wurde durch den rechten Leinwandrand und den Vordergrund - zumeist Wasser - abgeschnitten. Bäume füllten den gesamten Hintergrund aus. Wie auch schon bei den Bildern aus Etretat, den Heuschobern und den Pappeln, rückte Monet näher an sein Motiv heran und erschuf so ein konzentrierteres Bild. Die Wasserlilien, vor allem die vor 1902 gemalten, sind im Vergleich zu späteren Werken Monets sehr gegenständlich und konkret. Sie waren das Produkt sorgfältiger Beobachtung und enthielten viele Details. Ich möchte auf die Serie der japanischen Brücke von 1897 - 1899 genauer eingehen, da es sich hierbei um die erste Serie zum Thema handelt. Zuerst jedoch etwas zur Vorgeschichte: Bereits 1895 widmete sich Monet dem Motiv der japanischen Brücke. Und zwar entstanden zwei Bilder; eines zeigt die Brücke im Sommer und bei dem anderen handelt es sich um eine Ansicht der Brücke im Winter. Ab dem Jahre 1897 etwa befasste sich Monet mit den Seerosen auf seinem Teich, so kann man im Werkverzeichnis von Daniel Wildenstein3 zwischen 1897 und 1899 acht Bilder finden, auf denen lediglich Seerosenblüten und -blätter, welche auf dem Wasser schwimmen, naturgetreu dargestellt sind. Der Betrachter sieht weder Himmel noch Teichumland. Es ist kein Hinweis auf menschliche Existenz in den Bildern zu erkennen. Der Unterschied der ersten Seerosenbilder untereinander, ist die Anordnung der Pflanzen auf der Wasseroberfläche und die Farbgebung. Die ersten Seerosenbilder erscheinen im Vergleich zu späteren Werken, und auch im Vergleich zur Serie der japanischen Brücke von 1899, blass und flächig. Auch sind noch nicht oder nur sehr wenige Reflexionen auf der Wasseroberfläche sichtbar. Der Unterschied der einzelnen Werke liegt in der Lichtstimmung, im Betrachterstandpunkt und in der Komposition. Die Bildelemente bleiben gleich, wie es für eine Serie üblich ist.
Die Serie von 1899 weist dagegen eine farbenfrohe Gestaltung auf. Auch wirken die Bilder sehr viel lebhafter als die vorangegangenen Studien der Seerosen. Abermals sieht der Betrachter weder den Himmel noch ein Anzeichen menschlicher Existenz. In allen zwölf Gemälden fußt der untere Teil auf mehreren waagerechten Streifen, die sich in Ausrichtung, Farbe und Festigkeit von den geschweiften Formen der helleren Rosenflächen abheben.4 Die Wasserfläche wird von der Brücke durchschnitten und man sieht weder den Ursprung noch das Ende der Brücke, so dass sie fast zu schweben scheint. Die Spiegelung der Brücke selbst sieht man auf den Bildern nicht, nur jene der Seerosen und der Pflanzen des Umlandes. In der Serie von 1899 bleiben die Bildelemente und Formen gleich; es findet lediglich eine Durchspielung von Varianten statt, indem Farben, Licht, Jahreszeiten und geringfügig die Komposition sich ändern. Den Bildmittelpunkt verkörpert fast überall die gebogene japanische Brücke, die durch den rechten Bildrand abgeschnitten wird.
[...]
1 Sauer: Cézanne-van Gogh-Monet - Genese der Abstraktion, S. 24
2 Seiberling: Monet’s Series, S. 217
3 Wildenstein: Claude Monet . Catalogue raisonné 1899 - 1926, S. 150 ff.
4 Hayes Tucker/Shackelford/Stevens: Monet im 20. Jahrhundert, S. 23
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