Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2004, 21 Pages
Author: Rebecca Grohnfeldt
Subject: German - Pedagogy, Didactics, Literature Studies
Details
Tags: Schriftspracherwerb
Year: 2004
Pages: 21
Grade: 1,5
Bibliography: ~ 15 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-45215-1
File size: 247 KB
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Excerpt (computer-generated)
Schriftspracherwerb
von: Rebecca Grohnfeldt
1. Einleitung 2
2. Grundlegende Erkenntnisse zum Schriftspracherwerb 3
2.1 Aufbau und Prinzipien der Schriftsprache 3
3. Der Entwicklungsprozess des Schriftspracherwerbs 6
3.1 Das Stufenmodell von Günther 6
3.2 Die vier phonemischen Stufen der Rechtschreibentwicklung nach Scheerer- Neumann 9
3.3 Kritik an Entwicklungsmodellen und Zusammenfassung 11
4. Die phonologische Bewusstheit als zentrale Voraussetzung und als wichtiger Begleitprozess für den Schriftspracherwerb 13
4.1 Begriffserklärung der phonologischen Bewusstheit 14
4.2 Phonologische Bewusstheit als Begleitprozess des Schriftspracherwerbs 16
5. Zusammenfassung 18
6. Literaturverzeichnis 20
1. Einleitung
In dieser Arbeit möchte ich mich mit der phonologischen Bewusstheit und deren Bedeutung für den Schriftspracherwerb auseinandersetzen. Als erstes werde ich grundlegende Erkenntnisse zum Schriftspracherwerb vorstellen und den Aufbau von Prinzipien der Schriftsprache erklären. Die wichtigste Orientierung, auf der unsere Schrift basiert, stellt das phonematische Prinzip dar, bei dem die Schrift möglichst lautgetreu abgebildet wird. Mit diesem Prinzip werde ich mich in dem ersten Teil der vorliegenden Arbeit befassen. Im zweiten Teil der Arbeit werde ich den Entwicklungsprozess des Schriftspracherwerbs anhand von Stufenmodellen von Günther und Scheerer- Neumann verdeutlichen. Die Modelle zeigen den Normalverlauf des Schriftspracherwerbs. Es gibt aber auch Kritik an Stufenmodellen. Daher werde ich auch auf die Nachteile von Stufenmodellen eingehen. Im letzten Teil der Arbeit werde ich zunächst den Begriff der phonologische Bewusstheit erklären. Dazu verwende ich die Aussagen von verschiedenen Wissenschaftlern, da es keine einheitliche Definition gibt. Um den Begriff der phonologische Bewusstheit noch enger zu differenzieren, werde ich auf die phonologische Bewusstheit im engeren Sinn und im weiteren Sinn näher eingehen. Die übergreifende Zielsetzung der Arbeit besteht darin, die Frage zu beantworten, inwiefern die phonologische Bewusstheit für den Schriftspracherwerb von Bedeutung ist.
2. Grundlegende Erkenntnisse zum Schriftspracherwerb
2.1 Aufbau und Prinzipien der Schriftsprache
Das Prinzip von alphabetischen Schriften- wie der deutschen Schrift- liegt darin, dass Laute oder Lautsequenzen durch Buchstaben bzw. Buchstabensequenzen abgebildet werden. Mit Hilfe dieses Prinzips kann eine unendlich große Zahl von Wörtern mit Hilfe einer sehr geringen Anzahl von an sich bedeutungslosen Zeichen verschriftet werden. Bei alphabetischen Schriften wird die Bedeutung nicht direkt, sondern die Lautung der Sprache durch die Schrift erfasst. Die Bedeutung ergibt sich also erst über den Umweg der Lautung. Bei dem logographischen Schriftsystem, wie beispielsweise der chinesischen Schrift, wird kein Bezug zur Lautsprache gezeigt. Die Bedeutungsentnahme erfolgt direkt; ein Wissen um die Aussprache des betreffenden Wortes ist nicht notwendig. (vgl. Topsch, 2000; Crämer & Schumann, 1999)
Während die kleinsten bedeutungsunterscheidenden sprachlichen Einheiten unserer Lautsprache die Phoneme sind, werden die kleinsten bedeutungsunterscheidenden Einheiten auf der schriftsprachlichen Ebene Grapheme genannt. Zum Niederschreiben der Grapheme benutzen wir Buchstaben, die in ihrer optischen Realisierung je nach Schrifttypus ( z.B. Druckschrift/Schreibschrift; Groß-/Kleinschreibung) variieren. So stellen zum Beispiel Buchstaben wie <A> und <a> ein und dasselbe Graphem dar. Die graphische Form der Grapheme weist normalerweise keine Ähnlichkeit zur Lautebene auf. Bei dem Graphem <o> kann zwar noch eine Beziehung zur Mundstellung erkannt werden (die Mundstellung ist rund), bei anderen Graphemen ist die graphische Gestalt allerdings völlig willkürlich gewählt. Auch Phoneme, die gleich klingen, wie z.B. /k/ und /g/ weisen in ihrer graphische n Realisierung keine Gemeinsamkeiten auf (vgl. Sassenroth, 1995).
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