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Termpaper, 2003, 13 Pages
Author: Grit Tuchscheerer
Subject: Cultural Studies
Details
Institution/College: University of Leipzig (Institut für Kulturwissenschaften)
Tags: Bruno, Taut, Wohnung, Frau, Schöpferin, Leipzig, Kulturgeschichte, Weimarer, Republik
Year: 2003
Pages: 13
Grade: 1
Bibliography: ~ 10 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-45256-4
ISBN (Book): 978-3-638-82428-6
File size: 188 KB
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Abstract
In dieser Arbeit soll der Kern und die Bedeutung des Werkes „Die neue Wohnung. Die Frau als Schöpferin.“ von Bruno Taut herausgearbeitet werden. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wird, sicher auch im Zuge der großen Veränderungen und eines daraus entsprungenen neuen Bewusstseins, eine Flut von Schriften zur Architektur herausgegeben. Taut wendet sich mit diesem Buch jedoch nicht an ein Fachpublikum, sondern an die Frauen, denen seiner Meinung nach die Gestaltung der Wohnung obliegt, was sich auch in der Sprache seines Werkes widerspiegelt. Um ein besseres Verständnis für das Gesamtbild der Zeit in diesem Rahmen zu geben, werden vorab die neue Strömung des Funktionalismus und die Problematik des Wohnungselends am Beispiel von Berlin umrissen. Bruno Taut ist bekannt dafür, dass er sich während seines gesamten Schaffens immer vor allem der sozialen Verantwortung in seiner Aufgabe als Architekt bewusst und „im Einklang mit seiner damaligen Vorstellung, dass Architektur eine Sache des namenlosen Volkes ist, in das der Architekt sich einordnen und dem er sich unterordnen müsse. Unter den Funktionalisten der zwanziger Jahre ist keiner, der sich dem einfachen Menschen so verpflichtet fühlte und der auch in späteren Jahren die soziale Seite der Tätigkeit des Architekten so stark beachtet hat wie Taut.“ (Junghanns, 1989: 18). Aus diesem Grund versucht er mit seinen Möglichkeiten für eine Verbesserung des Lebens des Menschen zu wirken.
Excerpt (computer-generated)
Bruno Taut, Die neue Wohnung. Die Frau als Schöpferin, Leipzig 1928
von: Grit Tuchscheerer
3. Semester
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Bedingungen
2.1. Der Funktionalismus
2.2. Die Wohnungsnot
3. Bruno Taut, Die neue Wohnung. Die Frau als Schöpferin
3.1. Aufräumen mit dem Überflüssigen
3.2. Vorschläge zur Rationalisierung
3.3. Praktisches und Ästhetisches als Einheit
3.4. Die Gliederung der Räume
4. Zusammenfassung
5. Bibliographie
1. Einleitung
In der folgenden Arbeit soll das Anliegen des Werkes „Die neue Wohnung. Die Frau als Schöpferin.“ von Bruno Taut herausgearbeitet werden. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wird, sicher auch im Zuge der großen Veränderungen und eines daraus entsprungenen neuen Bewusstseins, eine Flut von Schriften zur Architektur herausgegeben. Taut wendet sich mit diesem Buch jedoch nicht an ein Fachpublikum, sondern an die Frauen, denen seiner Meinung nach die Gestaltung der Wohnung obliegt, was sich auch in der Sprache dieses Werkes widerspiegelt. Um ein besseres Verständnis für das Gesamtbild der Zeit in diesem Rahmen zu geben, werden vorab die neue Strömung des Funktionalismus und die Problematik des Wohnungselends am Beispiel von Berlin umrissen. Bruno Taut ist bekannt dafür, dass er sich während seines gesamten Schaffens immer vor allem der sozialen Verantwortung in seiner Aufgabe als Architekt bewusst und „im Einklang mit seiner damaligen Vorstellung, dass Architektur eine Sache des namenlosen Volkes ist, in das der Architekt sich einordnen und dem er sich unterordnen müsse. Unter den Funktionalisten der zwanziger Jahre ist keiner, der sich dem einfachen Menschen so verpflichtet fühlte und der auch in späteren Jahren die soziale Seite der Tätigkeit des Architekten so stark beachtet hat wie Taut.“ (Junghanns, 1989: 18). Aus diesem Grund versucht er mit seinen Möglichkeiten für eine Verbesserung des Lebens des Menschen zu wirken.
2. Die Bedingungen
2.1. Der Funktionalismus
Die Anfangsjahre der Weimarer Republik sind geprägt von Wandlungsprozessen in allen Bereichen. Die allgemeine Technisierung dieser Zeit ruft durch revolutionäre Erfindungen, neue, bisher ungeahnte Möglichkeiten der Industrie und in Richtung großes Vorbild Amerika blickend euphorische Begeisterung hervor. Technik wird als der Wegbereiter für eine bessere Lebensqualität und schnellen Fortschritt gehandelt. Die Produkte, aus neuen Materialien und durch neue Herstellungsverfahren entstanden, sind nun in erster Linie auf Zweckmäßigkeit ausgerichtet. Dieser Prozess wird begleitet von einer immer stärker werdenden Urbanisierung, sodass die Großstädte enormen Zuwachs haben bzw. sich erst in dieser Zeit als die uns heute bekannten Großstädte beginnen herauszubilden. Die Fabriken der Städte bieten zahlreiche Arbeitsplätze, was die Menschen vom Land in die Stadt zieht. Hinzu kommen die aus dem ersten Weltkrieg Zurückgekehrten. Die Familien werden, bzw. sind und bleiben es auch, verstärkt auseinander gerissen, kurz: die Gesellschaft unterliegt dem Prozess einer Neustrukturierung. Von diesem Technikpathos geprägt ist auch die Kunst, die sich nach den Prinzipien des Funktionalismus und Konstruktivismus ausdrückt. Das Objekt wird in einer geometrisch-technischen Konstruktion gestaltet, welche in erster Linie durch seine Funktion vorgegeben ist. Dieser Kunststil wird ab 1923 als Neue Sachlichkeit bezeichnet. Sicher auch beeinflusst von der wachsenden Bevölkerungszahl in den Städten und der damit verbundenen, sich zuspitzenden Wohnungssituation wird ein bedeutender Bereich dieser Kunst die Architektur. Man spricht von der neuen Kunst der Architektur, die, entsprechend der Umstände, die im nächsten Abschnitt ausführlicher beschrieben werden, verbunden ist mit einer dringenden sozialen Aufgabe (Schrader/Schebera, 1987: 151). Auch hier gelten die Prinzipien des Funktionalismus. Es soll nichts Überflüssiges, keinen Zufall geben. Das Ziel liegt in der Ökonomie und Rationalität der Konstruktion. Vor allem aber befasst man sich mit der Wirklichkeit. Protagonisten dabei sind die Künstler des Bauhauses und des Deutschen Werkbundes, „(…) die das Instrumentarium des Konstruktivismus auf die neuartige Gestaltung realer Lebensbereiche des Menschen anwendeten und damit eine gesellschaftliche Bindung herstellten, die zu neuer Funktionalität führte.“ (Schrader/Schebera, 1987: 164). Im Zentrum steht hier das neue Bauen, vom Wohnungselend hervorgerufen und durch den technischen Fortschritt herausgefordert. Es geht um die komplexe, moderne Form des Wohnens vom Hausgerät bis zum Wohnhaus, die das Leben der Menschen verbessern und vereinfachen soll. Man will zur Befriedigung der realen Bedürfnisse der Gesellschaft beitragen. Die Vorzüge der neuen Zeit sollen sich auch hier widerspiegeln.
Neben anderen wird als Protagonist des neuen Bauens auch Bruno Taut genannt, dem große Verdienste als Stadtplaner in Magdeburg zugeschrieben werden können, da diese Aufgabe im Zuge der Urbanisierung immer mehr an Bedeutung gewinnt. Es werden Siedlungsprojekte aus öffentlichen Mitteln finanziert, was als die Geburtsstunde des sozialen Wohnungsbaus bezeichnet werden kann, der aus der Notwendigkeit eines Massenwohnungsbaus entsteht. Die 1926 entstandene Gehag-Siedlung in Berlin- Britz, bekannt als Hufeisensiedlung, ist auf die Leistungen Bruno Tauts in Zusammenarbeit mit Martin Wagner zurückzuführen. So entstehen in dieser Zeit auch einige andere Siedlungen, z.B. der so genannte „Rundling“ in Leipzig- Lößnig, durch verschiedene Architekten. Als Zeichen der Zeit ist der Funktionalismus nach der Gesellschaft ausgerichtet, der Zweck ist das Mittel, einen neuen Lebensstil zu entfalten und die Dynamik von Energien somit zu fördern.
2.2. Die Wohnungsnot
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