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Hauptseminararbeit, 2005, 29 Seiten
Autor: Christin Borgmeier
Fach: Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwiss.
Details
Institution/Hochschule: Universität Bielefeld
Tags: Kommunikationsstörungen, Unterricht, Einfluss, Lehrers, Handlungsmöglichkeiten, Unterrichtsgespräch
Jahr: 2005
Seiten: 29
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 16 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-45262-5
ISBN (Buch): 978-3-638-59769-2
Dateigröße: 181 KB
Die Arbeit untersucht im ersten Hauptteil den Einfluss des Lehrers auf die Unterrichtskommunikation und führt im zweiten Hauptteil Bedingungen zur Verbesserung der Unterrichtskommunikation an. Als Literatur waren vor allem Schulz von Thun und Klippert von Bedeutung.
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Zusammenfassung / Abstract
Störungen der Unterrichtskommunikation beeinträchtigen die Lerneffizienz, die Arbeitsatmosphäre und sind einfach ungemein belastend. Tagtäglich werden Lehrer wie Schüler davon in negativer Weise beeinflusst; neben der Behinderung des Lehr-Lern- Prozesses können vor allem auch psychische Beschwerden auftreten. Welche Faktoren aber spielen dabei eventuell eine Rolle? Welche Voraussetzungen müssten grundsätzlich gegeben sein, um eine angemessene Atmosphäre für die Kommunikation im Unterricht bereitzustellen? Gibt es eigentlich sinnvolle Möglichkeiten, um Kommunikationsstörungen zu vermindern oder gar zu vermeiden? Wo wären Ansätze zur Verbesserung möglich? Im Folgenden soll zunächst einmal der Bereich der Störungen analysiert werden, wobei ein deutlicher Schwerpunkt auf der Funktion des Lehrers liegen wird, dessen Verhaltensweisen und Einstellungen zu Schülern, Unterricht und Schule genauer betrachtet werden sollen. Wo liegen gravierende Fehlerquellen des Lehrers vor allem im Umgang mit seinen Schülern? Welches sind die Gründe und Ursachen für ein Misslingen der Kommunikation im Unterricht? Bei dieser Untersuchung werden weiter - jedoch nur peripher - das Einwirken institutioneller Bedingungen wie auch der Einfluss der Schüler auf Beeinträchtigungen der unterrichtlichen Kommunikation Berücksichtigung finden, vornehmlich jedoch auch hier in Bezug auf die Rolle des Lehrers. Im Anschluss daran sollen Ideen und Ansätze zur Verbesserung thematisiert werden, wobei auch hier vor allem das Auftreten und Verhalten des Lehrers zu seinen Schülern im Mittelpunkt stehen wird. Welche Auswirkungen kann eine Veränderung des Umgangs miteinander auf die Beziehung zwischen Lehrern und Schülern und letztendlich auch auf das Gesprächsverhalten haben? Erneut wird der Fokus vorrangig auf der Person des Lehrers liegen, da es für ihn am wahrscheinlichsten ist, dass er Neuerungen durchsetzen könnte, sofern er nicht vollkommen wirklichkeitsferne Umwälzungen anstrebt. Zumindest im kleineren Rahmen wird es ihm am ehesten gelingen, Veränderungen durchzusetzen, wobei er sicherlich zunächst bei der eigenen Person, der eigenen Wahrnehmung und Haltung ansetzen muss. Aber auch hinsichtlich der Unterrichtsführung und der Methoden ist ein Umdenken erforderlich, weshalb auch diesbezüglich Überlegungen angestellt werden sollen. Auch die Frage, ob und inwiefern ein Lehrer institutionelle und organisatorische Gegebenheiten ändern und idealere Voraussetzungen für die Kommunikationsförderung schaffen kann, wird untersucht werden. Abschließend soll - allerdings nur knapp - ein Konzept Klipperts Beachtung finden, der eine Verstärkung des "Kommunikationstrainings" ["Kommunikationstraining" lautet auch der Titel von Klipperts Buch] für die Schüler fordert, das mit aufeinander aufbauenden Trainingsbausteinen arbeitet. Klippert bietet dabei vielfältige Anregungen und Vorschläge für die Praxis, die hier leider nur angedeutet werden können. Verständlicherweise kann es sich im Rahmen dieser Arbeit lediglich um einen unvollständigen Überblick an Überlegungen handeln - zumal er auf die Lehrerseite reduziert werden soll, obwohl unzählige Ursachen und Faktoren die Kommunikation im Unterricht, sei diese gelungen oder gestört, maßgeblich mitbestimmen, weil sie allesamt für unterschiedlichste Wechselwirkungen mitverantwortlich sind.
Textauszug (computergeneriert)
Universität Bielefeld
Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft
WS 2004/05
Fachdidaktik
Seminar: Das Unterrichtsgespräch
Kommunikationsstörungen im Unterricht
– der Einfluss des Lehrers und seine Handlungsmöglichkeiten
Christin Borgmeier
Lehramt Sek. I/II
Germanistik und Ev. Theologie
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung ... 3
II. Der Einfluss des Lehrers auf die Unterrichtskommunikation ... 5
1. Der institutionelle Rahmen ... 5
2. Die Rolle des Lehrers in der Klasse ... 6
2.1. Die Unterrichtsrealität ... 6
2.2. Die Autorität des Lehrers ... 10
2.3. Die Lehrer-Schüler-Beziehung ... 11
2.3.1. Der Mangel an Vertrauen ... 12
2.3.2. Die „Sprache der Nicht-Annahme“ ... 13
2.3.3. Indirekte und nonverbale Botschaften ... 14
III. Verbesserungen der Unterrichtskommunikation ... 16
1. Wünschenswerte Verhaltensweisen und Einstellungen des Lehrers ... 16
1.1. Das menschliche Miteinander ... 16
1.2. Die „Sprache der Annahme“ ... 17
1.3. Die Vorzüge symmetrischer Kommunikation ... 18
2. Veränderungen der Unterrichtsgestaltung ... 19
2.1. Die Relevanz des schülerzentrierten Lernens ... 19
2.2. Kommunikation als Lernziel ... 20
2.3. Der Lehrer als Moderator und Organisator ... 21
2.4. Kooperation und organisatorische Veränderungen ... 22
3. Kommunikationstraining mit den Schülern ... 22
IV. Resümee ... 26
V. Literaturverzeichnis ... 28
I. Einleitung
Störungen der Unterrichtskommunikation beeinträchtigen die Lerneffizienz, die Arbeitsatmosphäre und sind einfach ungemein belastend. Tagtäglich werden Lehrer1 wie Schüler davon in negativer Weise beeinflusst; neben der Behinderung des Lehr-Lern- Prozesses können vor allem auch psychische Beschwerden auftreten. Welche Faktoren aber spielen dabei eventuell eine Rolle? Welche Voraussetzungen müssten grundsätzlich gegeben sein, um eine angemessene Atmosphäre für die Kommunikation im Unterricht bereitzustellen? Gibt es eigentlich sinnvolle Möglichkeiten, um Kommunikationsstörungen zu vermindern oder gar zu vermeiden? Wo wären Ansätze zur Verbesserung möglich?
Im Folgenden soll zunächst einmal der Bereich der Störungen analysiert werden, wobei ein deutlicher Schwerpunkt auf der Funktion des Lehrers liegen wird, dessen Verhaltensweisen und Einstellungen zu Schülern, Unterricht und Schule genauer betrachtet werden sollen. Wo liegen gravierende Fehlerquellen des Lehrers vor allem im Umgang mit seinen Schülern? Welches sind die Gründe und Ursachen für ein Misslingen der Kommunikation im Unterricht? Bei dieser Untersuchung werden weiter – jedoch nur peripher – das Einwirken institutioneller Bedingungen wie auch der Einfluss der Schüler auf Beeinträchtigungen der unterrichtlichen Kommunikation Berücksichtigung finden, vornehmlich jedoch auch hier in Bezug auf die Rolle des Lehrers.
Im Anschluss daran sollen Ideen und Ansätze zur Verbesserung thematisiert werden, wobei auch hier vor allem das Auftreten und Verhalten des Lehrers zu seinen Schülern im Mittelpunkt stehen wird. Welche Auswirkungen kann eine Veränderung des Umgangs miteinander auf die Beziehung zwischen Lehrern und Schülern und letztendlich auch auf das Gesprächsverhalten haben?
Erneut wird der Fokus vorrangig auf der Person des Lehrers liegen, da es für ihn am wahrscheinlichsten ist, dass er Neuerungen durchsetzen könnte, sofern er nicht vollkommen wirklichkeitsferne Umwälzungen anstrebt. Zumindest im kleineren Rahmen wird es ihm am ehesten gelingen, Veränderungen durchzusetzen, wobei er sicherlich zunächst bei der eigenen Person, der eigenen Wahrnehmung und Haltung ansetzen muss. Aber auch hinsichtlich der Unterrichtsführung und der Methoden ist ein Umdenken erforderlich, weshalb auch diesbezüglich Überlegungen angestellt werden sollen. Auch die Frage, ob und inwiefern ein Lehrer institutionelle und organisatorische Gegebenheiten ändern und idealere Voraussetzungen für die Kommunikationsförderung schaffen kann, wird untersucht werden.
Abschließend soll – allerdings nur knapp – ein Konzept Klipperts Beachtung finden, der eine Verstärkung des „Kommunikationstrainings“2 für die Schüler fordert, das mit aufeinander aufbauenden Trainingsbausteinen arbeitet. Klippert bietet dabei vielfältige Anregungen und Vorschläge für die Praxis, die hier leider nur angedeutet werden können. Verständlicherweise kann es sich im Rahmen dieser Arbeit lediglich um einen unvollständigen Überblick an Überlegungen handeln – zumal er auf die Lehrerseite reduziert werden soll, obwohl unzählige Ursachen und Faktoren die Kommunikation im Unterricht, sei diese gelungen oder gestört, maßgeblich mitbestimmen, weil sie allesamt für unterschiedlichste Wechselwirkungen mitverantwortlich sind.
II. Der Einfluss des Lehrers auf die Unterrichtskommunikation
Die Anzahl von Störungen der Kommunikation, die ein angemessenes Unterrichten erschweren, ist vielfältig und teilweise kaum genau rekonstruierbar. Tagtäglich werden Lehrer und Schüler mehr oder weniger bewusst mit dieser Problematik konfrontiert und müssen sich irgendwie mit den bestehenden Gegebenheiten arrangieren, die nicht sie allein bestimmen können, da der Unterricht vor allem auch den Vorschriften und Einflüssen der Gesellschaft und der Schule an sich unterliegt.
1. Der institutionelle Rahmen
Die Kommunikation im Unterricht findet also innerhalb der Institution Schule statt und hat sich somit an bestimmten organisatorischen und institutionellen Normen, Abläufen, Regeln und Richtlinien zu orientieren, die erheblich auf die Handlungsfreiheit von Lehrern und Schülern einwirken. Verschiedene hierarchische Instanzen – vom Bundesland (Gesetze, Richtlinien), der Kultusministerkonferenz, der Schulträgerschaft (Gemeinde, Kreis, freier Träger) über Schulleitung bis hin zur Elternvertretung – legen fest, wie und worüber Lehrer ihre Schüler zu unterrichten haben.
[...]
1 Verwendet wird der Einfachheit halber lediglich die maskuline Form, die jedoch das weibliche Geschlecht stets mitberücksichtigen soll.
2 „Kommunikationstraining“ lautet auch der Titel von Klipperts Buch.
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