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Autor: M.A. Mirko Jungkunz
Fach: Philosophie - Philosophie des 20. Jahrhunderts / Gegenwart
Details
Institution/Hochschule: Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Tags: Martin, Heidegger, Frage, Technik, Philosophie
Jahr: 2005
Seiten: 23
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 10 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 227 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-45272-4
Textauszug (computergeneriert)
Martin Heidegger und die Frage nach der Technik
von: Mirko Jungkunz
Gliederung
I. Einleitung (S.3)
II. Die Frage nach der Technik (S.5)
II.1. Die Notwendigkeit Heidegger selbst zu lesen (S.5)
II.2. Der Anlass Heideggers zur Auseinandersetzung mit der Thematik der Technik (S.6)
II.3. Der Blick zurück als Blick nach vorne – die philosophische Tradition (S.8)
II.4. Die Seinsgeschichtliche Verortung der Technik Verschulden – Gegenstand – Anwesen eines Anwesenden – Her-vor-bringen (S.9)
II.5. Die moderne Technik und ihre Bestimmung in bezug zum Geschehen der Wahrheit (S.11)
II.6. Der Mensch als Meister der Technik (S.12)
III. Ge-stell-Geschick-Gefahr (S.13)
III.1. Das Ge-stell als Wesensbestimmung der Technik (S. 13)
III.2. Das Geschick – Grundbedingung der Freiheit (S.14)
III.3. Die Gefahr (S.15)
III.4. Wo aber Gefahr ist – wächst das Rettende auch (S.16)
IV. Schluss (S.19)
I. Einleitung
Der in den 50er Jahren abgedruckte Text Die Frage nach der Technik von Martin Heidegger versucht in Auseinandersetzung mit dem Technischen ein Verständnis desselben zu erarbeiten, das es ermöglicht der Ausweglosigkeit zu entkommen, in die uns die Technik stellt. Dieses Stellen bezeichnet hier die sowohl positive, als auch negative Wertschätzung der technischen Entwicklung bzw. des vorhandenen technischen Geräts. Im Text selbst äußert Heidegger sich dazu. Seinem Verständnis zur Folge gilt es den im zeitgenössischen Technikdiskurs vorhandenen Schlussfolgerungen zu entkommen. Technik darf nicht einfach in aller Konsequenz abgelehnt und verurteilt werden. Genauso wenig darf sich die Wertschätzung der Technik auf eine uneingeschränkte Bejahung reduzieren. Diese radikalen Positionierungen verbauen uns den Weg zum wahren Verständnis des Technischen. 1
Aufgabe des ersten Teils dieser Arbeit wird es sein, diesen Weg mit Heidegger zu gehen. Dabei gilt es das heideggerschen Denken nicht ohne kritischen Blick nachzuzeichnen, um dann in einem abschließenden Teil, die von Heidegger gezogenen Schlüsse bewerten und einordnen zu können. Zur Notwendigkeit einer philosophischen Untersuchung der Technik durch Heidegger, muss sich der Leser einerseits die historische Stellung des Autors und andererseits die Stellung der Technik im Diskurs der Geschichte der Philosophie vor Augen halten. Letzteres wird von Heidegger selbst im Text geleistet. Ersteres bleibt die vornehmliche Aufgabe des Lesers. Wenngleich die Entstehung des Techniktextes von Heidegger wohl früher als das Erscheinungsjahr anzusetzen ist, gibt uns der Publikationstermin doch Aufschluss über die allgemeine Atmosphäre der Zeit.2 Im Zuge des Kalten Krieges und der damit verbundenen Bedrohung dieser Welt durch die atomare Katastrophe, die in ihrem wesentlichsten Bestandteil, zumindest was die Kraft der Zerstörung selbst betrifft, eine technisch ermöglichte Katastrophe ist, erlangt die von Heidegger erbrachte Auseinandersetzung ihre eindeutige Relevanz. Der Versuch Heideggers im Technischen selbst den Ausweg aus dem Technischen nachzuzeichnen, erscheint damit durchaus historisch bedingt. Natürlich gibt es im Schaffen Heideggers selbst eine gewisse philosophische Stringenz bezüglich des Verständnisses des Seins, was die im Techniktext dargestellten Erläuterungen in ein Gesamtkonzept einbetten. 3 Dies bewirkt eine spezifische Herangehensweise an das Phänomen der Technik. Auch dazu werde ich Stellung nehmen, wenngleich der Schwerpunkt dieser Arbeit auf dem Techniktext selbst liegt. Aus diesen einleitenden Überlegungen resultiert folgende Struktur der Arbeit.
In einem ersten Teil werde ich versuchen den Text Die Frage nach der Technik in eigenen Worten nachzuvollziehen. Dabei ist der Bezug zu anderen Schriften Heideggers unumgänglich. Letztlich geht es neben der Darstellung der Argumentationsschritte Heideggers, um eine möglichst klare Herausarbeitung der gezogenen Schlüsse, die wiederum den Bezug zum Kunstverständnis Heideggers herstellen. Damit erlangt die Schrift Vom Ursprung des Kunstwerks ihre Bedeutung auch für den Techniktext. Die Auseinandersetzung mit den relevanten Textstellen dieses Werkes, gestaltet den zweiten Teil meiner Arbeit, der als kurze Ergänzung zum ersten zu lesen ist. Abschließend geht es um Darstellung der kritischen Stellen im heideggerschen Techniktext. Ich werde versuchen durch die Auseinandersetzung mit bestimmten Textstellen ein eigenes Verständnis zu etablieren, das neben der bereits erwähnten Kritik, auch die positiven Besonderheiten der Herangehensweise Heideggers herauszustellen versucht.
II. Die Frage nach der Technik
II.1. Die Notwendigkeit Heidegger selbst zu lesen
[...]
1 Heidegger, M., Gesamtausgabe, Bd.7, Die Frage nach der Technik, S. 7: „Überall bleiben wir unfrei an die Technik gekettet, ob wir sie leidenschaftlich bejahen oder verneinen.“
2 Vgl. dazu: Rodriguez, A., R., Die Technikdeutung, 1994, S. 57: Die unter dem Titel Einblick, in das was ist veröffentlichten Vorträge: Das Ding, Das Gestell, Die Gefahr, Die Kehre sind bereits 1949 veröffentlicht worden. Die ausführliche Auseinandersetzung mit der Technik im Vortrag Die Frage nach der Technik erscheint 1953
3 Ebd.: „Dass die Technikdeutung Heideggers sich ausdrücklich in eine sehr ungewöhnliche Richtung bewegt, [...MJ] ist keineswegs überraschend angesichts des Bildes der gesamten „Seinsgeschichte“, das Heidegger in dem Aufsatz Das Gestell mit seiner Metaphysik der Technik entwirft. Heideggers Technikinterpretation ist nicht das Ergebnis empirischer Untersuchungen, sondern die Konsequenz seiner philosophischen Deutung der Geschichte als der Geschichte der „Seinsverlassenheit“ selbst, wie er sie in unserem Zeitalter erkennt.“
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