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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2002, 38 Pages
Author: Florian Scharr
Subject: German Studies - Miscellaneous
Details
Institution/College: University of Mannheim (Moderne Germanistik)
Tags: Talkshow, Kultur, Massenkultur, Gesellschaft
Year: 2002
Pages: 38
Grade: 1,7
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-12970-1
ISBN (Book): 978-3-638-63877-7
File size: 319 KB
Die Hausarbeit liefert einen historischen Überblick der Entwicklung von Talkshows, analysiert Bausteine der täglichen Sendungen, Motive des Sehens und mögliche Auswirkungen auf die Gesellschaft195 KB
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Abstract
Das Werk liefert einen historischen Überblick der Entwicklung von Talkshows, analysiert Bausteine der täglichen Sendungen, Motive des Sehens und mögliche Auswirkungen auf die Gesellschaft.
Excerpt (computer-generated)
Hauptseminar Literaturwissenschaft
"Massenkultur"
MASSENKULTUR
"TALKSHOWS"
Was macht Talkshows zur Massenkultur
und wie wirken Talkshows auf die Gesellschaft?
INHALTSANGABE
1. EINLEITUNG
2. BEGRIFFSBESTIMMUNGEN
2.1. Begriffsbestimmung "Massenkultur"
2.2. Begriffsbestimmung "Talkshow"
2.3. Begriffsbestimmung "Affektfernsehen"
3. GESCHICHTE DER TALKSHOWS
3.1. Die Talkshowentwicklungen in den USA
3.2. Die Talkshowentwicklungen in Deutschland
4. DIE TÄGLICHEN TALKSHOWS IN DEUTSCHLAND
4.1. Die beliebtesten Talkshows der jugendlichen Zielgruppe
4.2. Bausteine der täglichen Talkshows
4.2.1. Die Themen
4.2.2. Die Moderatoren
4.2.3. Die Talkshowgäste und ihre Motivation zur Teilnahme
4.2.4. Das Studiopublikum
4.2.5. Die "Experten"
4.3. Herstellung einer Talkshow
5. MOTIVE DES SEHENS
6. MÖGLICHE AUSWIRKUNGEN VON TALKSHOWS AUF DIE GESELLSCHAFT
6.1. Begriffsbestimmung "Werte"
6.2. Wertevermittlung durch Talkshows
6.3. Schlußfolgerungen
Literaturverzeichnis
1. EINLEITUNG
"Talkshows", und ganz besonders die Bekenntnisshows, stehen in nahezu durchgehender Kritik, werden offensichtlich belächelt und allem Anschein nach von niemandem sonderlich ernst genommen. Dennoch findet sich täglich ein Millionenpublikum vor dem Fernseher ein, um diese oder jene Talkshow zu sehen, und beim Durchschalten der Fernsehkanäle kann man zu fast jeder Tages- und Nachtzeit auf irgendeinem Sender mindestens eine Talkshow finden.
Seit vielen Jahren schon nehmen diese "Gesprächsschauen" einen hohen Stellenwert im Nachmittags- und Abendprogramm des deutschen Fernsehens ein. Alleine am Nachmittag gibt es momentan jeden Tag von 11 bis 17 Uhr dreizehn Talkshows, in deren Mittelpunkt der Durchschnittsbürger die Gelegenheit hat, einem Millionenpublikum seine persönlichen und privaten Geschichten, Probleme, Schicksale, Vorlieben oder Abnormalitäten zu erzählen.
Meine persönliche Motivation, mich näher mit diesem Phänomen zu beschäftigen, beruht auf folgender Tatsache: Im Verlauf einer Tätigkeit als Jugendreiseleiter war ich eine Nacht lang als Hotelwächter eingeteilt, mit dem Fernseher als einzige Unterhaltungsmöglichkeit und RTL als einzigem deutschen Programm. Dort liefen ausschließlich Talkshows, deren erzwungener Konsum zu einer der sicher grauenhaftesten Nächte meines Lebens führte. Dennoch werden Talkshows im deutschen Fernsehen inklusive Wiederholungen täglich bis zu zwanzig Stunden lang gesendet. Es muß also ein starkes Bedürfnis nach diesen Sendungen bestehen. Daß dieses offiziell verachtete Sendeformat so häufig und von solch einer großen Zahl von Menschen konsumiert wird, macht es zu einem Produkt der Massenkultur.
Somit stellt sich die Frage, an welche Bedürfnisse der Masse Talkshows anknüpfen, um ihren offensichtlichen Erfolg herzustellen. Welchen Sinn erfüllt dieses Medium für die Rezipienten? Bekanntlich haben Talkshows keinen offiziell informativen oder aufklärenden Charakter, sondern zelebrieren das Gerede über alltägliche und banale Probleme, über Skurriles und Bizarres bis hin zu schwerwiegenden psychischen Problemen, die eher in eine Therapie als ins Fernsehen gehören. Diese Hausarbeit wird aufzeigen, daß Talkshows hauptsächlich von den Emotionen leben, die sie bei den Gästen, dem Publikum und den Zuschauern auslösen, und die Frage stellen, ob es vielleicht an der unserer modernen Gesellschaft immer wieder vorgeworfenen "Gefühlslosigkeit" liegen könnte, daß eine mediale Darstellung von Gefühlen sich als fester Bestandteil der Massenkultur etablieren kann. Weiter wird darauf eingegangen, ob Talkshows vielleicht sogar ein gesellschaftlich formender Faktor sein können, ob und welche Werte Talkshows uns vermitteln und welche Auswirkungen dies auf unsere Gesellschaft haben könnte.
Zur Beantwortung dieser Fragen werden in der Hausarbeit zunächst die Begriffe "Massenkultur" und "Talkshow" an sich definiert, dazu auch ein Überblick über die Entwicklung des Genres Talkshow gegeben und die erfolgreichsten der täglichen Talkshows in Deutschland analysiert. Dazu wird das Genre in seine Bausteine zerlegt, gezeigt, was Gäste zur Teilnahme an einem solchen "Seelenstriptease" bewegt und wie Talkshows überhaupt produziert werden.
Begrifflich muß angemerkt werden, daß in der Arbeit ausschließlich die nachmittäglichen Talkshows mit nichtprominenten Gästen behandelt werden, und hier besonders jene, die von den Fernsehzuschauern zwischen 14 und 29 Jahren bevorzugt konsumiert werden. Diese jungen Rezipienten sind mit dem Genre Talkshow aufgewachsen, eventuelle Veränderungen im Verhalten der Gesellschaft an sich oder vielleicht gar Veränderungen in der Kultur unserer Gesellschaft durch das Massenkulturprodukt Talkshow lassen sich bei ihnen wohl am leichtesten feststellen, weiter kann ich mich mit meiner eigenen Altersgruppe am ehesten identifizieren und nachvollziehen, was sie zum Konsum von Talkshows bewegt.
2. BEGRIFFSBESTIMMUNGEN
2.1. Begriffsbestimmung "Massenkultur"
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