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Details

Veranstaltung: Einführung in das Mittelhochdeutsche
Institution/Hochschule: Universität Siegen (Germanistik)
Tags: Minnebeziehungen, Heinrich, Veldekes, Eneasroman, Einführung, Mittelhochdeutsche
Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2002
Seiten: 19
Note: 2,3
Literaturverzeichnis: ~ 7  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 191 KB
Archivnummer: V4870
ISBN (E-Book): 978-3-638-12972-5
Anmerkungen :
Untersuchung der Minnebeziehungen des Eneas zu Dido und Lavinia.

Textauszug (computergeneriert)

Minnebeziehungen in Heinrich von Veldekes Eneasroman

von Katrin Sümper

 

Inhaltsübersicht

1.1 Begriffsklärung ... 3
1.2 Aktualität der Minnethematik im Mittelalter ... 4
1.3 Minnebeziehungen im Eneasroman ... 5

2.1 Dido - Charakteristik und Vorgeschichte ... 6
2.2 Didos Minne ... 7
2.3 Folgen für Dido ... 9
2.4 Das tragische Ende der Beziehung ... 9

3.1 Lavinia - Charakteristik und Vorgeschichte ... 11
3.2 Lavinias Minne ... 12
3.3 Hochzeit ... 15
3.4 Glückliche Zukunft ... 15

4.1 Vergleich ... 16
4.2 Resümee ... 18

Bibliographie ... 20


1.1 Begriffsklärung

Ursprünglich bezeichnet der Begriff Minne das im Feudalismus übliche gegenseitige Treueverhältnis zwischen Lehnsherrn und Lehnsmann. Das Land ist im Besitz des Adels, der schwerttragenden Herrenschicht, und wird von untergebenen Bauern bewirtschaftet. Da nur der Adel das Recht hat, Waffen zu tragen, sind die Bauern auf den Schutz der Lehnsherren angewiesen. Im Gegenzug haben die Vasallen Abgaben zu leisten und müssen dem jeweiligen adligen Grundherrn die Treue schwören.

Im 12. Jahrhundert wird Minne auch zur Bezeichnung für das Liebesverhältnis zwischen Ritter und Dame. Es wird zwischen der Hohen Minne und der Niederen Minne unterschieden. Der wichtigste Unterschied zwischen den beiden Arten der Minne ist die soziale Stellung sowie das Verhalten der Frau.

In der Hohen Minne steht die Frau auf einer sozial höheren Stufe als der sie umwerbende Ritter und wird von diesem idealisiert. Charakteristisch für diese höfische Auffassung der Minne ist die "Ferne zur Frau" , denn die Dame gibt dem Werben des Ritters nicht nach. Da sie sich verweigert und der Werbende keine Möglichkeit hat, die Dame für sich zu gewinnen, wird die Minne für ihn zum Selbstzweck. Der Ritter hält trotz der Unerreichbarkeit der Dame an seiner Minne fest. Durch den steten Minnedienst erlangt der Ritter höfische Qualitäten. Die sich verweigernde Frau übt einen sittlichen Einfluss auf den Ritter aus, so dass dieser im Sinne der höfischen Kultur geläutert wird.

Die Hohe Minne kann aber auch zur Ehe des Ritters mit der von ihm umworbenen Dame führen. Im Feudalismus hat die Ehe eine öffentlich-politische Funktion , die Liebe spielt als Grund für die Eheschließung keine Rolle. In der Vorstellung der Hohen Minne erfährt die feudale Ehe eine Aufwertung. Braut und Bräutigam, die aufgrund ihrer sozialen Stellungen ideal zueinander passen, sind sich schon vor der Heirat in "Fernliebe" zugetan. Nach aufwendigem Werben um die Dame folgt auf die Hohe Minne letztendlich die Eheschließung, welche sowohl politische und wirtschaftliche Vorteile mit sich bringt, als auch die Glücksvorstellungen der Ehepartner befriedigt. Obendrein gilt eine derartige Liebesbeziehung im mittelalterlichen Verständnis als von Gott begünstigte und gewollte Verbindung .

Den Gegensatz zur Hohen Minne bildet die Niedere Minne, in der die Frau, der das Werben des Ritters gilt, weder sozial höher gestellt ist, noch idealisiert wird. Es handelt sich bei der Niederen Minne um eine auf Gegenseitigkeit beruhende Liebe, beispielsweise zwischen einem Ritter und einem einfachen Mädchen aus dem Volk. Die Frau verweigert sich nicht, sondern gibt dem Werben des Mannes nach. Die Niedere Minne schließt auch die körperliche Vereinigung der Liebenden außerhalb der Ehe ein und dient keinem höfischen Zweck. Die unmittelbare Begegnung steht konträr zur "Fernliebe" der Hohen Minne. In der Niederen Minne folgt die Frau ihren persönlichen Neigungen, ohne damit sich selbst oder dem Ritter einen gesellschaftlichen, politischen oder wirtschaftlichen Vorteil zu verschaffen. Bei Liebesbeziehungen der Niederen Minne handelt es sich um gesellschaftsferne Bindungen , deren Ursprung in einem magischen, nicht zu erklärenden Zwang liegt, dem die Liebenden, den gesellschaftlichen Konventionen trotzend, nachgeben.

1.2 Aktualität der Minnethematik im Mittelalter

Die Idee der Hohen Minne revolutionierte die im Mittelalter verbreiteten Ansichten über Liebe und Ehe, die als unvereinbare Gegensätze galten.
Im mittelalterlichen Denken ist Liebe eine nicht zu erklärende Erscheinung, die mit krankheitsähnlichen Symptomen einhergeht und, wenn man sich ihr nicht widersetzt, zur zerstörerischen, die Ehre gefährdenden Kraft wird.
Die Ehe hat einen praktischen Nutzen, sie dient dazu, Herrschaften zu festigen oder politische und wirtschaftliche Vorteile auszubauen.
Das Minnekonzept hebt die Gegensätze auf und zeigt, dass Liebe, Ehre und Ehe durchaus miteinander zu vereinbaren sind.
Die Aktualität des Minnekonzeptes findet ihren Niederschlag in der Literatur des Mittelalters. In der epischen, an antikem Vorbild orientierten Literatur dominieren Monologe über das Wesen der Minne. In der Lyrik entsteht in Verbindung mit Musik der Minnesang, der zur Unterhaltung in Form von Klageliedern oder Tanzliedern sowohl an Fürstenhöfen als auch am Kaiserhof der Staufer vorgetragen wird.
Der Eneasroman von Heinrich von Veldeke enthält auktoriale Beschreibungen der Minnesymptomatik, Minnemonologe der Protagonisten und Gespräche der Figuren über die Minne.

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