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Der Apollo-Sosianus-Tempel in Rom

Hauptseminararbeit, 2002, 13 Seiten
Autor: Stefan Feuser
Fach: Archäologie

Details

Kategorie: Hauptseminararbeit
Jahr: 2002
Seiten: 13
Note: 1,7
Literaturverzeichnis: ~ 16  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V48805
ISBN (E-Book): 978-3-638-45397-4

Dateigröße: 149 KB


Textauszug (computergeneriert)

Der Apollo-Sosianus-Tempel in Rom

von: Stefan Feuser

Sommersemester 2002

 


Inhaltsverzeichnis

I.) Einleitung 3

II.) Hauptteil

a) Die Forschungsgeschichte 4
b) Die Lage 5
c) Der republikanische Bau 5
d) Der Neubau unter C. Sosius 7
e) Wo standen die „Giebelfiguren“? 12

III.) Quellen- und Literaturverzeichnis 13



 

I.) Einleitung

Im Jahre 1985 veröffentlichte E. LaRocca eine Rekonstruktion der Giebelgruppe des Apollo-Sosianus-Tempels1. Um den schon lange in der Forschung bekannten „bogenschießenden Apoll“ gruppierte er weitere fragmentierte Skulpturenteile und kam zu dem Ergebnis, dass das Giebelfeld von einer Amazonomachie geschmückt wurde. Diese These wurde in der Forschung breit übernommen, zum Teil aber auch angezweifelt2. In meiner Arbeit werde ich mich mit der Baugeschichte des Apollo- Sosianus-Tempels beschäftigen, um der Frage nachzugehen, ob die Skulpturen sich wirklich im Giebel befunden haben. Zunächst werde ich auf die Forschungsgeschichte und die Lage des Baus eingehen. Die Nachbarschaft zu verschiedenen Gebäuden auf dem südlichen Maßfeld, vor allem dem Marcellustheater, ist von Wichtigkeit für die Datierung des Tempels und für meine Fragestellung. Nach der Besprechung des republikanischen Baus, der vor allem durch literarische Quellen bekannt ist, und des Neubaus unter C. Sosius werde ich abschließend der Frage nach dem Aufstellungsort der Skulpturen nachgehen.

II.) Hauptteil

a) Die Forschungsgeschichte

Unter der Leitung des italienischen Archäologen A. M. Colini wurden das Marcellustheater und die benachbarten Tempel des Apollo und der Bellona von 1926 bis 1939 freigelegt. Das Fundmaterial der beiden Tempel blieb ungeschieden, nur wichtige Stücke wurden gekennzeichnet3. Der Bau des Tempels wurde von dem Ausgräber in das Jahr 33 v. Chr. datiert4. Weitere Datierungen orientieren sich an den verschiedenen Schmuckformen des Tempels und gelangen anhand derer fast übereinstimmend in das Jahr 20 v. Chr.5. Zu einem anderen Ergebnis kommt Wegner, der den Tempel anhand der Sofitten in trajanische Zeit6, anhand der Schmuckbasen in nachneronische Zeit7 und anhand der Kapitelle in das Jahr 80 n. Chr.8 datiert. Im Jahre 1985 lenkte E. LaRocca das Augenmerk der Fachwelt auf die Figuren im Giebelfeld des Tempels. In mühsamer Kleinarbeit sichtete er die Archive und konnte neben den schon bekannten „bogenschießenden Apoll“ weitere Figuren stellen. Mit den neu zugewiesenen Fragmenten konnte er nun für den Giebel eine Amazonomachie zusammenstellen und der Öffentlichkeit vorstellen9. Eine umfassende Bearbeitung des Apollo-Sosianus-Tempels ist zuletzt von A. Viscogliosi vorgelegt worden10. In ihr wird aber leider weinig über die Geschichte des republikanischen Baus gesagt, dafür wird der augusteische Bau umfassend in die kunstgeschichtliche Entwicklung seiner Zeit eingeordnet.

b) Die Lage

Der Apollo-Sosianus-Tempel befindet sich im südlichen Teil des Marsfeldes. Der Charakter des Gebietes war geprägt durch Denkmäler und öffentliche Bauten11. Das älteste Heiligtum war der Apollo-Tempel, der im Jahre 433 v. Chr. während einer Pestepidemie gelobt und 431 v. Chr. fertiggestellt wurde12. Der benachbarte Bellona-Tempel war jünger und stammt aus dem 3. Jh. v. Chr. Der südliche Teil des Marsfeldes wurde beherrscht durch den Circus Flaminius, der nach dem Erbauer C. Flaminius Nepos benannt und 221 v. Chr. eingeweiht wurde. Hier fanden die concilia plebis statt und hier war auch der Ort, von dem die Triumphzüge der siegreichen Feldherren begannen. Unweit des Apollo-Sosianus-Tempels muss dann das Pomerium überschritten worden sein und der Zug durch ein Stadttor in die Stadt gelangt sein.

[...]


1 LaRocca, E., Amazzonomachia. Le sculture frontonali del tmpio di Apollo Sosiano, Ausstellung Rom 1985 (1985).

2 Hafner, G., JdI 107 (1992) 17-32.

3 Viscogliosi 1988, 136; Anm. 1.

4 Colini, A.M., BCom 68 (1940) 37.

5 Datierungen zusammengestellt bei Schenk 1997, Anm. 1039.

6 Wegner, M., Ornamente Kaiserzeitlicher Bauten. Soffitten (1957) 107.

7 Wegner, M., Schmuckbasen des antiken Roms (1966) 54.

8 Wegner, M., ÖJh 60 (1990) 111.

9 LaRocca, E., Amazzonomachia. Le sculture frontonali del tmpio di Apollo Sosiano, Ausstellung Rom 1985 (1985).

10 Viscogliosi, A., Il tempio di Apollo „in circo“ e la formazione del linguaggio architettonico augusteo, 3. Suppl. BCom (1996).

11 Folgendes nach Coarelli 2000, 264-270.

12 Livius 4,25,3 und 4,29,7.


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